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Die Welt der Hedwig Courths-Mahler 475 (eBook)

Nichts ist einfach ohne Träume
eBook Download: EPUB
2019 | 1. Aufl. 2019
64 Seiten
Bastei Entertainment (Verlag)
978-3-7325-8848-0 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Die Welt der Hedwig Courths-Mahler 475 - Katja von Seeberg
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Nichts ist einfach ohne Träume

Packender Roman um ein schwer errungenes Glück

Als die bezaubernde Christine Wegener, die gerade ihre Ausbildung zur Erzieherin abgeschlossen hat, in einer Annonce liest, dass auf Schloss Tramberg ein Kindermädchen gesucht wird, bewirbt sie sich. Wenige Tage später wird sie zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen.
Doch sie hat kein Glück. Viel zu hübsch, lautet insgeheim das Urteil der Gräfin.
Traurig und zutiefst enttäuscht verlässt das junge Mädchen das Schloss. Christine ahnt in diesem Moment nicht, dass sie schon sehr bald zurückkehren wird ...

Nichts ist einfach ohne Träume

Packender Roman um ein schwer errungenes Glück

Als die bezaubernde Christine Wegener, die gerade ihre Ausbildung zur Erzieherin abgeschlossen hat, in einer Annonce liest, dass auf Schloss Tramberg ein Kindermädchen gesucht wird, bewirbt sie sich. Wenige Tage später wird sie zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen.

Doch sie hat kein Glück. Viel zu hübsch, lautet insgeheim das Urteil der Gräfin.

Traurig und zutiefst enttäuscht verlässt das junge Mädchen das Schloss. Christine ahnt in diesem Moment nicht, dass sie schon sehr bald zurückkehren wird …

In dieser abgelegenen Gegend verkehrte der Bus nur dreimal am Tage: morgens, mittags und abends. Christine lehnte an dem verwitterten Holzpfahl, an dem der Fahrplan hing. Es war ziemlich einsam hier, zu beiden Seiten der Chaussee ein dunkler Hochwald. Nur gelegentlich fuhr ein Auto vorüber.

Sie überlegte gerade, ob sie einem Wagen winken und einen Fahrer bitten sollte, sie mitzunehmen, als ein altes Auto neben ihr anhielt.

„Kann ich Sie mitnehmen?“, fragte der junge Mann, der hinter dem Steuer saß. Er schaute Christine liebenswürdig an.

Sie musterte ihn misstrauisch. Sollte sie? Er wirkte sympathisch – schlank, sonnengebräuntes Gesicht, dunkles, vom Wind zerzaustes Haar.

Christine dachte an die Ermahnungen ihrer Mutter.

„Ich werde auf den Bus warten“, antwortete sie.

„Der nächste Bus kommt erst in einer guten Stunde, und bis zum Dorf sind es über acht Kilometer.“

„Also gut, dann fahre ich mit Ihnen.“

Der Fremde öffnete den Schlag und half ihr in den Wagen.

Christine fuhr sehr gerne Auto, wenn die Landschaft hübsch war. Leider hatte ihr Vater keinen Wagen. Ihre Eltern gehörten zu den Leuten, die sich diesen Luxus nicht leisten konnten.

„Kommen Sie vom Schloss?“, fragte der Fremde.

Christine nickte. Ein Schatten flog über ihr Gesicht.

Der junge Mann blickte sie von der Seite an.

„Es war wohl nichts Gutes, was Sie dort …“ Er zögerte einen Moment. „… was Sie dort zu erledigen hatten?“

„Ach, ich hatte mich auf dem Schloss als Kindermädchen beworben.“

„Und?“

„Es hat nicht geklappt. Angeblich bin ich zu jung.“

„Wieso angeblich?“

Christine überlegte. Sollte sie sich diesem Fremden mitteilen? Sie kannte ihn erst seit ein paar Minuten. Aber daran hätte sie früher denken sollen. Jetzt hatte sie ihm den Anfang erzählt, nun konnte sie ihm wohl auch über das Ende berichten.

„Ich hatte den Eindruck, die Frau Gräfin mag mich nicht.“

„Das bilden Sie sich gewiss nur ein“, meinte der Fremde lachend. „Ich könnte mir kein netteres Kindermädchen für meinen Nachwuchs vorstellen. Sie sind jung, Sie sind hübsch, und Sie können bestimmt ausgezeichnet mit Kindern umgehen.“

„Danke für das Kompliment. Nur scheint mir, junge Männer und ältere Damen haben einen sehr unterschiedlichen Geschmack.“

Christine schaute ernst vor sich hin. Ihre erste persönliche Vorstellung war ein glatter Misserfolg gewesen. Kein ermutigender Start, wenn man eben begann, sein eigenes Leben aufzubauen.

„Ich glaube“, nahm der Mann das Gespräch wieder auf, „Sie sehen Ihre Lage zu pessimistisch. Am Ende bekommen Sie die Stellung doch noch.“

„Bitte“, wehrte Christine ab, „sparen Sie sich die Mühe, mich trösten zu wollen.“

„Ich will Sie nicht trösten. Ich will Ihnen lediglich klarmachen, dass man die Flinte nicht so schnell ins Korn werfen darf. Denn wenn ich Sie recht verstanden habe, hat man Ihnen ja keine direkte Absage erteilt.“

„Das nicht. Aber das ist wohl in diesen Kreisen nicht üblich. Die Frau Gräfin ließ mir durch den Diener ausrichten, sie werde in den nächsten Tagen von sich hören lassen. Und das ist so gut wie ein Nein.“

„Das ist es nicht, mein kleines Fräulein.“

„Das ist es doch“, beharrte Christine. „Und bitte, nennen Sie mich nicht kleines Fräulein. Ich bin kein Kind mehr, das man vor herben Enttäuschungen bewahren muss.“

„Für ein Kind habe ich Sie auch nicht gehalten. Eher für eine nette, temperamentvolle junge Dame. Ganz nebenbei: Ich bin der festen Überzeugung, wenn es auf Schloss Tramberg nicht klappen sollte, dass Sie sehr bald schon eine andere gute Stellung finden.“

♥♥♥

„Frau Gräfin, ein Ferngespräch.“ Der Diener stand devot vor seiner Herrin.

Helene Gräfin von Tramberg saß in einem bequemen Rohrsessel im Schatten einer Kastanie. Zu ihrer Rechten spielte ihre Enkelin in einem eigens für sie hergerichteten Sandkasten.

„Wie dumm“, entgegnete sie, „eben habe ich es mir hier bequem gemacht. Wer ist es denn, Georg?“

„Fräulein von Greif ist am Telefon, Frau Gräfin.“

„Melanie von Greif?“ Gräfin Helene erhob sich hastig. „Warum sagen Sie das nicht gleich, Georg? Das ist natürlich etwas anderes. Und bitte“, setzte sie noch hinzu, während sie schon dem Schloss zustrebte, „geben Sie auf die Kinder acht. Peter wird sicher gleich zurück sein.“

Als sich Gräfin Helene am Telefon meldete, klang ihre Stimme ruhig und gelassen. Weder die innere Spannung noch die Neugierde waren ihr anzumerken. Umso erregter sprach Melanie von Greif.

„Tante Helene“, stotterte sie zerfahren, „bitte entschuldige, dass ich mich so plötzlich bei euch melde, nach all den Jahren, und gerade mittags. Ich weiß ja, dass du um diese Zeit zu ruhen pflegst. Bitte, Tantchen, sei nicht böse deswegen. Was machen Susi und Peter? Und wie geht es Hans-Friedrich?“

„Danke der freundlichen Nachfrage, meine liebe Melanie. Es geht ihm ausgezeichnet. Uns allen geht es ausgezeichnet.“

„Ach, Tantchen, ich habe so oft an euch gedacht! Wie habe ich mich nach dem guten alten Tramberg gesehnt, besonders dann, wenn ich irgendwo im Ausland war, von Ort zu Ort jagte und mein Manager mich ständig zu besseren Leistungen antrieb. Nicht wahr, Tante Helene, du bist mir nicht böse, dass ich dich in deiner mittäglichen Ruhe gestört habe?“

„Aber nein, Melanie“, beruhigte Gräfin Helene die Tochter ihrer besten, längst verstorbenen Freundin. „Wie könnte ich dir jemals böse sein! Was ist denn geschehen, Melanie? Man kennt dich ja kaum wieder. Hast du Kummer?“

„Ach, Tantchen, es ist alles aus, alles. Meine Karriere als Pianistin. Ich kann nicht mehr spielen.“ Leises Schluchzen drang durch den Hörer.

„Aber Melanie, so beruhige dich doch. Schütte mir dein Herz aus. Dann wird dir leichter werden.“

„Tante Helene, es ist so unendlich schwer, über alles zu sprechen. Ich kann es nicht am Telefon. Eigentlich wollte ich dich fragen, ob ich so wie früher für einige Zeit nach Tramberg kommen darf.“

Gräfin Helene schwieg. Ihre Gedanken waren in die Vergangenheit zurückgetaucht, in jene Zeit, als Melanie, ein Kind noch, in jedem Sommer nach Tramberg gekommen war. Schon damals hatte Gräfin Helene in Melanie die zukünftige Schwiegertochter gesehen. Daran hatte sich auch nichts geändert, als sie zu einem jungen Mädchen herangewachsen war.

Melanie entstammte einem alten adligen Geschlecht. Es war zwar verarmt, doch das spielte für die Trambergs keine Rolle.

„Wann können wir dich erwarten, Melanie?“

„Wenn es euch recht ist, in der nächsten Woche, Tante Helene. Könnte Hans-Friedrich mich mit dem Wagen abholen?“

„Aber natürlich, Melanie. Es wird ihm eine Freude sein.“

Als Gräfin Helene den Hörer auf die Gabel legte, blickte sie noch lange vor sich hin. So spielte das Leben. Gestern noch war Melanie eine namhafte Pianistin. Und heute stand sie offenbar vor dem Ende ihrer Karriere.

♥♥♥

Mit elegantem Schwung lenkte der junge Mann, der sich inzwischen als Hans Friedrich vorgestellt hatte, seinen Wagen vor das Bahnhofsportal der Kreisstadt.

„So, Fräulein Wegener, wir sind am Ziel.“

Herzlich streckte Christine ihm die Hand entgegen.

„Vielen Dank, Herr Friedrich. Es war sehr nett von Ihnen, mich mitzunehmen. Ich habe eine Menge Zeit dadurch gewonnen und …“

„Halt“, fiel er ihr ins Wort, „nicht so eilig, Fräulein Wegener. Noch ist es nicht so weit. Wenn Sie gestatten, werde ich Sie zum Bahnsteig bringen, ja?“

Hans Friedrichs Augen glitten über Christines schlanke Gestalt, über ihr gebräuntes Gesicht und das helle Haar.

Schweigend gingen sie in die Bahnhofshalle.

„Wann wollen Sie fahren, Fräulein Wegener?“

„Sobald es geht. Doch wie ich sehe …“

„Wie Sie sehen“, vollendete Hans Friedrich ihren Satz vergnügt, „hat ein Zug, den Sie hätten benutzen können, vor zehn Minuten den Bahnhof verlassen.“

Plötzlich sah für ihn die Welt viel freundlicher aus. Und Christine gab...

Erscheint lt. Verlag 5.11.2019
Reihe/Serie Die Welt der Hedwig Courths-Mahler
Die Welt der Hedwig Courths-Mahler
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte 2018 • 2019 • Adelsromanze • Bestseller • Cora • Deutsch • Doktor • e Book • eBook • E-Book • e books • eBooks • E-Books • Familiensaga • feelgood • Fortsetzungsroman • Frauen • Frauenroman • für • Gefühle • Glück • Großdruck • große-schrift • Happy End • Heimatroman • Heirat • Herzschmerz • Hochzeit • Kindle • Klassiker • leni-behrendt • Liebe • Liebesgeschichte • Liebesroman • Märchen • Märchen-Erwachsene • Mira • Modern • Romance • Roman-Heft • romantisch • Romanze • Schicksalsroman • Schmonzette • Schön • Serie • spannend • Wohlfühl • wohlfühlen
ISBN-10 3-7325-8848-3 / 3732588483
ISBN-13 978-3-7325-8848-0 / 9783732588480
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