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No Sweeter Hope (eBook)

(Autor)

eBook Download: EPUB
2019 | 1. Aufl. 2019
124 Seiten
Lyx.digital (Verlag)
978-3-7363-1225-8 (ISBN)

Lese- und Medienproben

No Sweeter Hope - Olivia Miles
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Eine zweite Chance zu Weihnachten
Hailey Wells ist gerade absolut nicht in Weihnachtsstimmung. Die Umsätze in ihrem geliebten Lincoln Park Café sind gerade alles andere als rosig, ihre Freunde sind zu beschäftigt, um zu ihrer jährlichen Weihnachtsfeier zu kommen und dann taucht auch noch ihr Ex Pete Cameron in ihrem Café auf. Vor acht Jahren traf sie die Entscheidung, sich in Chicago selbstständig zu machen. Eine Entscheidung, die die Trennung von Pete bedeutete, da dieser das Familienunternehmen in Wisconsin nicht im Stich lassen wollte. All die Jahre haben sich die beiden gefragt, was passiert wäre, wenn sie ihre Liebe damals vor ihre Karriere gestellt hätten. Nun scheinen sie eine Chance zu haben, dies herauszufinden ...

Abschlussband der SWEET-Reihe

1


Hailey Wells ließ zwei selbst gemachte Marshmallows in einen Becher mit dampfend heißem Kakao fallen und schob das Getränk über den Tresen ihrer Kundin zu.

»Das macht dann vier fünfzig«, sagte sie.

»Vier fünfzig!«, brummte eine Stimme missbilligend.

Haileys Augen schossen zu der silberhaarigen Frau, die ihre Ledertasche dicht an die Brust gepresst festhielt und nun lautstark schnaubte. Ihre wachsamen dunklen Augen verengten sich, als sie den Blick auf die Vitrine richtete und die Cookies und Brownies und das andere Gebäck beäugte, das Hailey jeden Morgen frisch backte und das eigentlich bis zur Mittagszeit bereits ausverkauft war. Nur nicht heute. Ganz im Gegenteil, heute war noch viel zu viel davon übrig, so wie an den meisten Tagen in den letzten paar Monaten.

Sie hatte schon darüber nachgedacht, weniger zu backen, aber das fühlte sich irgendwie an, als wollte sie die Niederlage eingestehen, und so weit war sie nicht. Noch nicht.

»Weihnachtskakao«, sagte sie demonstrativ zu der freundlicheren Kundin, die das Getränk bestellt hatte. »Der hat hier Tradition.«

»Sieht köstlich aus«, sagte das Mädchen, das wohl im richtigen Alter fürs College sein mochte, und ließ das Wechselgeld in die Trinkgelddose fallen, ehe sie den Raum durchquerte, um sich an einen Tisch nahe dem Fenster zu setzen, wo Hailey gerade an diesem Morgen in einem Anfall vorübergehender Festtagslaune eine Lichterkette aufgehängt hatte, die das Glas einrahmte.

Hailey trat zurück und versuchte, einen Seufzer zu unterdrücken, als die missmutige Kundin den Becher mit kritischem Blick betrachtete, während sie den vordersten Platz in der Schlange einnahm. Zweifellos versuchte sie zu entscheiden, ob die frisch geschlagene Sahne oder die zerstoßenen Zuckerstangen und die bauschigen Vanille-Marshmallows, die die köstliche, aromatische heiße Schokolade bedeckten, ihren Preis wert waren.

»Einen Filterkaffee«, bestellte die Frau mit scharfer Stimme, nachdem sie ihre Wahl offensichtlich getroffen hatte.

Hailey wusste, dass sie besser gar nicht auf die Bemerkung der Frau eingehen sollte. Die erste Woche des Dezembers war angebrochen, und schon jetzt waren Chicagos Straßen mit funkelnden Lichtern übersät. An Laternenpfählen und Haustüren hingen schneebedeckte Kränze, und aus jedem Radio plärrte Weihnachtsmusik. Sogar Haileys eigenes Café, die Corner Beanery, war geschmückt, wenn auch in bescheidenem Umfang.

Ja, man kam einfach nicht an der Tatsache vorbei, dass in der Stadt die Weihnachtszeit begonnen hatte. Vielleicht spürte diese Frau sie dieses Jahr nur nicht. Was Hailey verstand. Besser, als diese Frau vermutlich ahnte. In einer anderen Umgebung würde sie der Frau vielleicht einen leidenden Blick zuwerfen, etwas über die verdammte Dekoration murmeln, einen Kommentar zu den endlosen Weihnachtsliedern abgeben, denen man einfach nicht entgehen konnte, und möglicherweise auch noch eine leidenschaftliche Debatte über die Kommerzialisierung und die Bedeutung des Festes und so weiter anfangen.

Stattdessen nahm sie die Kaffeekanne von der Warmhalteplatte und füllte eine Tasse mit dem frischen Gebräu. »Kaffeesahne und Zucker gibt’s dort in der Ecke«, erklärte sie mit einem freundlichen Lächeln.

»Wissen Sie was«, die Frau beugte sich über den Tresen, als wollte sie ein Geheimnis preisgeben, »in dem neuen Café auf der anderen Straßenseite kostet eine heiße Schokolade nur drei fünfzig.«

Hailey fühlte, wie ihr das Lächeln verging. Als brauchte sie eine Erinnerung an die Filiale einer nationalen Kette, die ihre Tore eine Woche vor Halloween geöffnet hatte und ihr seitdem die Hälfte ihres Tagesumsatzes gestohlen hatte. »Tja, die verwenden aber auch keine importierte Schokolade und frische Sahne für ihre Getränke.« Hailey zwang sich zu einem weiteren Grinsen, um zu zeigen, dass sie nicht nur auf ihre Produkte stolz war, sondern der Vergleich sie auch vollkommen kaltließ. »Hier in der Corner Beanery verwenden wir ausschließlich die frischesten Zutaten.«

Die Frau schien nicht überzeugt zu sein. Sie presste die Lippen aufeinander und trat vom Tresen zurück. Ohne ein weiteres Wort zog sie sorgfältig ihr Portemonnaie aus der Handtasche und zählte das Geld genau ab.

»Schöne Feiertage!«, sagte Hailey, während sich die Frau leise vor sich hin murmelnd mit ihrem Kaffee ans andere Ende des Cafés verzog.

Von wegen frohe Feiertage. Hailey schnappte sich einen Lappen und begann den hölzernen Tresen ein wenig härter als nötig zu schrubben, den Blick fest auf die andere Straßenseite gerichtet, auf die hell erleuchtete, funkelnde Fassade voller Leben. Mit zusammengekniffenen Augen betrachtete sie den neuesten Schmuck; ein handgemaltes Bild, das sich über die gesamte Fensterfront erstreckte und eine Art Winterwunderland darstellte, mit tanzenden Schneemännern und herumtollenden Rentieren. Doch sogar durch das fröhliche Gemälde hindurch konnte sie die Kunden sehen, die sich am Fenster versammelt, sämtliche Tische besetzt und am Tresen eine lange Schlange gebildet hatten. Sie musste sich nicht erst auf die andere Straßenseite begeben, um zu wissen, was sie dorthin führte. Trockene Scones, massengefertigte Cookies und das Versprechen einer Erfahrung, der bereits der gewaltige Stempel der Anerkennung eines riesigen Unternehmens aufgedrückt worden war.

Während ihr Café … Hailey ließ mit einem Seufzer den Blick durch den halb leeren Raum schweifen. Sogar aus dem Radio ertönte nun eines der eher traurigen Weihnachtslieder, wie um die deprimierende Realität ihrer Lage noch zu untermalen. Sie hatte gewusst, welches Risiko sie einging, als sie einen Laden in einem so teuren Teil von Chicago pachtete; als sie es wagte, zu glauben, dass sie eine Außenseiterchance hatte, wenn sie ihren Traum Wirklichkeit werden ließ. Jedes Mal, wenn sie sah, dass ein Restaurant oder ein anderes kleines Unternehmen schließen musste, spürte sie, wie ihr ein eisiger Schauer den Rücken hinunterlief, und sie musste den Blick abwenden und sich gut zureden, dass sie zu den wenigen gehörte, denen mehr Glück beschieden war. Aber tief in ihrem Inneren kämpfte sie mit dieser bohrenden Stimme in ihrem Kopf, der, die ihr riet, es zu genießen, solange es dauerte, denn irgendwann würde es auch sie erwischen, irgendwann würde sie an der Reihe sein.

Und dann was? Sie wusste es nicht. Für dieses Café hatte sie alles aufgegeben. Das Heim ihrer Kindheit in Missouri. Einen soliden, sicheren Job in der Kanzlei ihres Vaters. Und Pete.

Bei dem Gedanken an ihre College-Liebe wurde ihr Herz schwer. Sie blickte zu der jungen Frau, die am Fenster saß, und versuchte sich vorzustellen, wie es gewesen war, als sie noch so jung war, als sie noch das Gefühl hatte, dass so vieles möglich war. Als sie sich in dem Wissen sicher fühlte, dass sie jemanden hatte, zu dem sie nach Hause kommen konnte. Jemanden, der sie liebte.

Seitdem sie nach Chicago gezogen war, hatte sie sich im Laufe der Jahre hier und da verabredet, aber niemand hatte jenes Loch in ihrem Herzen füllen können, und so hatte sie irgendwann aufgehört zu suchen. Schließlich besaß sie ein Geschäft, das ihre Zeit in Anspruch nahm. Wenn nicht –

Na ja. Es hatte keinen Sinn, jetzt schon darüber nachzugrübeln. Hailey wienerte die Espressomaschine, bis sie glänzte. Noch war sie im Geschäft, und nach und nach würde dieses standardisierte Café auf der anderen Straßenseite den Reiz des Neuen einbüßen, die Leute würden sich langweilen und das Interesse verlieren, und sie würden sagen: »Oh, sieh doch nur! Was für ein reizendes und einzigartiges Café liegt gleich da drüben. Lass uns doch stattdessen dorthin gehen!«

Ja, genau das würden sie sagen.

Hailey schnaubte. Als sie gleich darauf wieder einatmete, stellte sie erschrocken fest, dass es sich gruseligerweise verdächtig nach einem Schluchzen anhörte. Aufsteigende Tränen ließen ihre Augen schmerzen, und ihre Unterlippe begann zu beben, und du liebe Güte, sie hatte Kunden. Nur einige wenige, aber immerhin. Kunden, die sie nicht verschrecken durfte. Bei denen sie sicherstellen musste, dass sie auch wiederkommen würden.

Richtig. Sie würde sich diese ganzen Probleme erst mal aus dem Kopf schlagen und sich auf etwas Schöneres konzentrieren. Wie ihre jährliche Hässlicher-Weihnachtspullover-Party. Das war eine Tradition, die sie in ihrem allerersten Jahr in Chicago begonnen hatte, damals, als sie noch kaum jemanden kannte und fest entschlossen war, alle kennenzulernen, oder zumindest ein paar Leute, die ihr das Gefühl gaben, nicht länger ziellos durch eine Stadt zu treiben, die sie kaum kannte, oder die sie an die eine Person erinnern würden, die fehlte …

Dieses Jahr würde ihre Party zum siebten Mal stattfinden, und im Laufe der Zeit hatte sie sich zu einem Ereignis entwickelt, auf das sich die meisten Leute in ihrem Umfeld freuten, und das nicht nur wegen der Leckereien, die sie anbot. Vor ein paar Jahren hatte sie all ihre Gäste dazu eingeladen, ihr beim Schmücken eines Weihnachtsbaumes zu helfen, und dieses Jahr würde es genauso sein. Sie lächelte bei dem Gedanken, stellte sich ihre kleine Wohnung in Lincoln Park gefüllt mit Weihnachtsliedern und Lachen vor, und wie sie am nächsten Tag aufwachen und den wunderschönen Baum in ihrem Erkerfenster sehen würde, strahlend und hell erleuchtet.

Das war fast schon genug, damit sie Weihnachten wieder liebte.

Sie zog ihr Handy aus der Tasche, um nachzusehen, ob sie schon Antworten auf die Einladung erhalten hatte, die sie letzte Woche verschickt hatte, auch wenn ihr das eigentlich überflüssig vorkam. Jeder wusste,...

Erscheint lt. Verlag 1.11.2019
Reihe/Serie Sweeter in the City
Sweeter in the City
Sweeter in the City
Übersetzer Bettina Oder
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Original-Titel One Sweet Christmas
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte 20. - 21. Jahrhundert • Bestsellerautorin • Chicago • College • cook county • dramatisch • Emotional • Ex • Familienunternehmen • Frauenroman • Frauenromane • Freundinnen • Gefühl • Gefühle • gefühlvoll • Große Gefühle • Hailey Wells • Illinois • Karriere • Knistern • Leidenschaft • leidenschaftlich • Liebe • Liebe / Beziehung • Liebesgeschichte • Liebesroman • Liebesromane • Lincoln Park Café • Nähe • Pete Cameron • Rockstar • Romance • Romantik • romantisch • Romantische • Romanze • Schicksal • Selbstständig • Uni • Unterhaltung • USA • Weihnachten • Weihnachtsfeier • Wisconsin • Zweite Chance
ISBN-10 3-7363-1225-3 / 3736312253
ISBN-13 978-3-7363-1225-8 / 9783736312258
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