Fürsten-Roman 2584 (eBook)
64 Seiten
Bastei Entertainment (Verlag)
978-3-7325-8461-1 (ISBN)
Narben einer Nacht
Warum Fürst Jakob sein Herz vor der Liebe verschließt
Von Katja von Seeberg
Ihr neuer Auftrag führt die junge Restauratorin Emily Forster nach Nürnberg. Sie ist unglaublich aufgeregt, denn ihr neuer Arbeitgeber ist ein echter Fürst!
Bei ihrer Ankunft macht sich Jakob Fürst von Detmoldt jedoch rar. Stattdessen wird sie von Otto Walberg, dem Museumsleiter, durch die Räumlichkeiten geführt. Dem wachen Blick der Restauratorin entgeht nicht, dass die wertvollen Gemälde und Skulpturen voller Ruß sind. Auch die nach Osten ausgerichtete Wand ist beschädigt und geschwärzt. Es muss ein verheerendes Feuer gegeben haben!
Emilys Neugierde ist geweckt, doch wann immer sie versucht, mehr zu erfahren, erhält sie abweisende Antworten. Dieses Ereignis wird regelrecht totgeschwiegen. Mit der Zeit bemerkt Emily noch weitere Eigenheiten auf Schloss Detmoldt. Selbst Fürst Jakob, ein Mann in den besten Jahren, ist seltsam - ein grimmiger, eigenartiger Zeitgenosse. Und dann hört sie eines Nachts laute Schreie aus dem Schlafzimmer des Fürsten ...
Narben einer Nacht
Warum Fürst Jakob sein Herz vor der Liebe verschließt
Von Katja von Seeberg
Ihr neuer Auftrag führt die junge Restauratorin Emily Forster nach Nürnberg. Sie ist unglaublich aufgeregt, denn ihr neuer Arbeitgeber ist ein echter Fürst!
Bei ihrer Ankunft macht sich Jakob Fürst von Detmoldt jedoch rar. Stattdessen wird sie von Otto Walberg, dem Museumsleiter, durch die Räumlichkeiten geführt. Dem wachen Blick der Restauratorin entgeht nicht, dass die wertvollen Gemälde und Skulpturen voller Ruß sind. Auch die nach Osten ausgerichtete Wand ist beschädigt und geschwärzt. Es muss ein Feuer gegeben haben!
Emilys Neugierde ist geweckt, doch wann immer sie versucht, mehr zu erfahren, erhält sie abweisende Antworten. Dieses Ereignis wird regelrecht totgeschwiegen. Mit der Zeit bemerkt Emily noch weitere Eigenheiten auf Schloss Detmoldt. Selbst Fürst Jakob, ein Mann in den besten Jahren, ist seltsam – ein grimmiger, eigenartiger Zeitgenosse. Und dann hört sie eines Nachts laute Schreie aus dem Schlafzimmer des Fürsten …
„Hätten Sie etwas dagegen, wenn ich das Fenster für eine Weile aufmache?“, fragte der junge Mann.
Emily schaute von ihrem Buch, einer Abhandlung über die fachmännische Restauration antiker Objekte, auf und musterte ihren Mitfahrgast, der gerade erst zugestiegen war und sich nun das Zugabteil mit ihr teilte. Zwei dunkelbraune Augen lächelten sie an.
„Oh, natürlich nicht. Machen Sie es nur auf“, entgegnete Emily und steckte ihre Nase sogleich wieder in ihr Buch. Nicht nur, weil ihre Lektüre so interessant war, sondern weil der warme Blick des jungen Mannes ein Prickeln in ihre Wangen gezaubert hatte.
Das Fenster quietschte, als er es runterdrückte, und die frische Luft strömte herein. Sie hörte ihn tief einatmen, dann nahm er ihr gegenüber Platz. Emily schielte über den Rand ihres Buchs zu ihm hinüber. Ihr Mitfahrgast sah wirklich ziemlich attraktiv aus. Aber eine Beziehung kam für sie ohnehin nicht infrage. Sie war viel zu oft und viel zu lange unterwegs. Das brachte ihr Job mit sich. Viele fanden das überraschend. „Restaurierst du nicht in deiner eigenen Werkstatt?“, war sie schon oft gefragt worden. Aber manchmal ließen sich Kunstschätze nicht einfach so mit der Post verschicken oder konnten per Hand getragen werden.
„Interessante Lektüre“, sagte ihr Gegenüber da plötzlich.
Emily schaute erneut zu ihm hin. Er erschien ihr etwas jünger als sie. Vielleicht drei oder vier Jahre. Braune Locken hingen ihm frech in die Stirn. Seine Haut war ungewöhnlich hell und samtig. Ein wenig wirkte er wie ein Student aus Oxford, es fehlten nur Flicken an den Ärmeln.
„Ja, das ist … für meine Arbeit“, erklärte sie.
„Sie sind Restauratorin für alte Kunstobjekte?“
Emily nickte.
„Das ist ja interessant.“ Er beugte sich vor. „Ich liebe Kunst, müssen Sie wissen.“
So etwas hörte Emily überraschend selten. Insbesondere dann, wenn es um altertümliche Kunst ging. Dabei gab es doch kaum etwas Interessanteres, als alte Gegenstände genau unter die Lupe zu nehmen, um etwas über die Menschen der damaligen Zeit zu erfahren. Und wenn sie die Objekte restaurierte, hatte sie das Gefühl ein Teil ihrer Geschichte zu werden.
„Ich bin nämlich selbst Künstler“, fuhr der junge Mann fort.
„Ah“, machte Emily.
„Da haben wir doch einiges gemeinsam, oder? Sie bewahren Altes, ich erschaffe Neues.“ Er streckte ihr die Hand hin. „Joshua Tomax. Nicht, dass ich glaube, Sie hätten schon mal von mir gehört. Ich bin erst am Anfang meiner Karriere.“
„Was Sie nicht sagen. Emily Forster.“ Sie schüttelte seine Hand. Er hatte einen angenehmen Händedruck. „Was für Kunst machen Sie denn?“
„Modernes.“
„Modernes?“
„Ist nicht jedermanns Sache. Ich weiß.“
„Ich wollte das nicht bewerten, entschuldigen Sie“, erwiderte Emily rasch.
„Schon in Ordnung, machen Sie sich keine Vorwürfe.“
„Und was genau machen Sie für moderne Kunst?“ Es interessierte sie wirklich.
„Oh, ich bin da sehr vielseitig. Skulpturen. Gemälde. Installationen. Ich plane gerade eine Ausstellung in Nürnberg.“
Was für ein Zufall. Dort wartete ein großer Auftrag auf sie.
„Wo zieht es Sie denn hin?“, fragte er auch schon.
Emily räusperte sich. Sollte sie ihm verraten, dass sie dasselbe Reiseziel hatten? Das würde aus dieser kurzen Fahrbekanntschaft vielleicht eine längerfristige Bekanntschaft machen. Sie schaute ihm noch einmal in diese unglaublich warmen Augen.
„Nürnberg. Ich fahre auch nach Nürnberg“, sagte sie schließlich.
Ein Strahlen huschte über seine Lippen.
„Sieh an. Aber Sie kommen aus Hamburg, oder?“
Emily lächelte. „Sie haben ein gutes Gehör. Ja, aber die Arbeit zieht mich nach Nürnberg.“
„Dann habe ich ja eine wirklich gute Chance, Sie auf meiner Ausstellung zu sehen.“
Emily lachte leise. „Vorausgesetzt, sie findet in den nächsten Wochen statt. Ich bleibe nämlich nur vorübergehend in der Stadt.“
„Verstehe. Na, da haben Sie aber Glück. In der Tat ist die Ausstellung für Ende des Monats geplant.“ Das war Anfang der nächsten Woche!
Er lehnte sich zufrieden zurück. „Jetzt dürfen Sie mir aber nicht absagen, ich wäre sehr enttäuscht.“
„Ich versuche, es einzurichten, Herr Tomax. Versprochen.“
Emily war überrascht von sich selbst. So schnell schloss sie sonst keine Bekanntschaften. Aber Joshua Tomax wirkte einfach so unglaublich sympathisch, dass sie keine Berührungsängste hatte. Sie schaute wieder in ihr Buch. Ihr Auftraggeber hatte angedeutet, dass die Kunstschätze, die er in seinem Museum beherbergte, aus frühesten Epochen stammten. Mit solchen wertvollen Antiquitäten hatte sie eher selten zu tun. Es war also besser, sich gut vorzubereiten.
„Jetzt freue ich mich auf Nürnberg“, sagte Joshua, den Blick aus dem Fenster gerichtet.
„Mhm?“, machte sie erneut.
„Na ja, Nürnberg ist nicht gerade meine Lieblingsstadt“, fuhr er fort, ohne sie anzusehen. Ein ferner Schmerz trat in seinen Blick. Emily hakte besser nicht weiter nach, sie hatte das Gefühl, sonst alte Wunden aufzureißen. Noch dazu fuhr er selbst fort: „Aber ich wurde nun einmal vom Veranstalter eingeladen. Und als jünger Künstler nimmt man jede Chance wahr, stimmt doch?“
„Sicher. Ja. Ich hätte das auch getan“, gab sie zu.
Irgendwie wirkte er dennoch bedrückt. Was war nur in Nürnberg geschehen, dass er die Stadt nicht mehr mochte? Womöglich eine traurige Liebesgeschichte?
Emilys Herz wurde weich. Irgendwie tat er ihr leid, denn er guckte immer noch unglücklich drein, obgleich es sich, wie er ja selbst sagte, auch um eine Chance handelte.
„Sehen Sie es mal so, Sie bleiben ja nicht ewig in Nürnberg“, versuchte sie, ihn aufzumuntern, ohne ihm gleichzeitig zu nahezutreten.
Er lachte. „Ja, da haben Sie natürlich recht. Außerdem haben Sie mir ja nun versprochen, dass Sie zu meiner Ausstellung kommen. Was soll jetzt noch schiefgehen?“
Emily schmunzelte und versank wieder in ihrer Lektüre. Sie hätte sich gern noch weiter mit ihm unterhalten, aber sie hatte das Gefühl, zu neugierig zu sein. Außerdem war das Kapitel, das sie gerade las, sehr spannend. Es ging um die Restauration alter Gemälde, die besonders empfindlich waren. Nur mit bestimmten Säuberungsmitteln durfte man sie überhaupt bearbeiten. Auch die Ölfarben, mit denen man Retusche betrieb, waren von ausgewählter Qualität. Sie würde sich wohl kundig machen müssen, wo man diese speziellen Farben herbekam, falls auch die Gemälde ihres Auftraggebers eine Restauration benötigten. Schon hatte sie ihr Smartphone in der Hand, um die Erkundigung online einzuholen.
Der Schaffner öffnete das Abteil, kontrollierte ihre Fahrkarten und verschwand wieder. Kurz darauf fuhr eine Angestellte in Bahnuniform einen kleinen Buffetwagen durch den Gang. Sie klopfte an die Scheibe und deutete dann auf die übereinandergestapelten Plastikkaffeebecher.
Emily schüttelte den Kopf. Auch Joshua verneinte.
„Ich habe meinen eigenen Kaffee dabei“, erklärte er und zauberte eine Thermoskanne aus seiner Reisetasche hervor.
„Ich habe auch einen zweiten Becher, falls Sie ebenfalls etwas Warmes trinken möchten.“
Emily lachte. „Ach ja, warum nicht. Der Kaffee bei der Bahn ist mir grundsätzlich zu teuer. Aber eine Tasse von Ihnen nehme ich gerne.“
Er holte auch noch eine hübsche Tasse aus seiner Tasche und goss ihr ein. Dankbar nahm Emily das Getränk an, wärmte sich die Hände an diesem. Nachdem sie einen kleinen Schluck genommen hatte, leckte sie sich über die Lippen.
„Der schmeckt wirklich gut“, betonte sie.
„Das freut mich. Ich habe schon oft gesagt bekommen, dass ich...
| Erscheint lt. Verlag | 10.9.2019 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Fürsten-Roman | Fürsten-Roman |
| Verlagsort | Köln |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Krimi / Thriller / Horror |
| Literatur ► Romane / Erzählungen | |
| Schlagworte | 2017 • 2018 • adelsintrigen • Adelsromane • Adelsromane kindle • Adelsromanze • Arztromane • Baccara • Bastei • bastei hefte • bastei heftromane • bastei romane • bastei romane hefte • Bestseller • Der kleine Fürst • Deutsch • dieter adam • dr norden • eBook • E-Book • eBooks • Ehe • Fortsetzungsroman • Frauen romane • Frauenromane • für Frauen • Fürst • Fürstenkrone • Glück • Großdruck • große-schrift • Happy-End • Heftchen • Heftroman • heftromane bastei • High-Society • Hochzeit • Kindle • Liebe • Liebes-Geschichten • Liebesroman • Liebesromane • liebesromane kindle • liebesromane kindle deutsch • liebesromane kindle deutsch millionär • liebesromane kindle deutsch romantisch • Liebesroman Milliardär • liebesroman millionär • Liebesroman Reihe • liebesroman schicksal • liebesroman serie • Luxus • Milliardär • Millionär • Modern • Prinz • Prinzessin • Reich • Reichtum • Romance • Romanheft • Roman-Heft • romantik deutsch • romantisch • Romanze • Schicksalsroman • schicksalsromane • Schön • schöne romane • Serie • Sexy • spannend |
| ISBN-10 | 3-7325-8461-5 / 3732584615 |
| ISBN-13 | 978-3-7325-8461-1 / 9783732584611 |
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