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Die Welt der Hedwig Courths-Mahler 467 (eBook)

Hoheit bittet zum Ball
eBook Download: EPUB
2019 | 1. Aufl. 2019
64 Seiten
Bastei Entertainment (Verlag)
978-3-7325-8439-0 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Die Welt der Hedwig Courths-Mahler 467 - Katja von Seeberg
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Hoheit bittet zum Ball
Wie ein Märchen fing alles an

Wie gebannt liest Cornelia König die schön gestaltete Anzeige: Die Fürstenfamilie von und zu Wasserburg sucht eine Doppelgängerin der einstigen Ahnfrau Magdalena. Wer glaubt, Ähnlichkeit mit Magdalena zu haben, wird gebeten, sich zu bewerben.
Die Mädchen, die in die engere Wahl kommen, werden zu einem Kostümball auf das Schloss eingeladen. Der erste Preis ist ein wertvoller Ring aus Magdalenas Schmuckschatulle.
Was für eine verrückte Idee, denkt Cornelia und bewirbt sich.
Nur ein paar Tage später bekommt sie ein prachtvolles, mit Goldfäden durchsetztes Brokatkleid zugeschickt. In diesem Kostüm macht sie sich auf den Weg zum Schloss ...

Hoheit bittet zum Ball

Wie ein Märchen fing alles an

Wie gebannt liest Cornelia König die schön gestaltete Anzeige: Die Fürstenfamilie von und zu Wasserburg sucht eine Doppelgängerin der einstigen Ahnfrau Magdalena. Wer glaubt, Ähnlichkeit mit Magdalena zu haben, wird gebeten, sich zu bewerben.

Die Mädchen, die in die engere Wahl kommen, werden zu einem Kostümball auf das Schloss eingeladen. Der erste Preis ist ein wertvoller Ring aus Magdalenas Schmuckschatulle.

Was für eine verrückte Idee, denkt Cornelia und bewirbt sich.

Nur ein paar Tage später bekommt sie ein prachtvolles, mit Goldfäden durchsetztes Brokatkleid zugeschickt. In diesem Kostüm macht sie sich auf den Weg zum Schloss …

„Dreh dich jetzt nicht um. Am Tisch hinter uns sitzt ein unerhört gut aussehender Mann, der dich ununterbrochen anstarrt“, flüsterte Barbara Brinkmann ihrer Freundin zu.

„Wie lästig“, antwortete Cornelia König, ohne ihre Stimme zu dämpfen. Sie wurde so häufig bewundernd angesehen, dass sie es als ausgesprochen unangenehm empfand. „Er sieht gut aus, sagst du?“, erkundigte sie sich skeptisch.

„Fabelhaft!“, versicherte Barbara.

Langsam, wie zufällig, wandte Cornelia den Kopf. Der Blick aus den enzianblauen Mädchenaugen begegnete dem des Mannes mit den eisgrauen Augen und wurde sekundenlang festgehalten, bis Cornelia mit einer ärgerlichen Bewegung den Kopf abwandte, wobei das lange honigfarbene Haar durch die Luft flog.

„Warum wirst du denn rot?“ Takt war noch nie Barbaras starke Seite.

„Du spinnst ja! Weshalb sollte ich denn rot werden?“

„Na eben, das frage ich dich ja! Und wie gefällt er dir?“

„Wer?“

„Der unerhört gut aussehende Mann am Tisch hinter uns, bei dessen Anblick du rot geworden bist.“

„Du bist heute mal wieder unerträglich.“ Cornelia sah auf ihre Uhr. „Komm, wir gehen. Es wird Zeit.“

„Gestattest du wenigstens, dass ich meinen Kaffee austrinke?“

„Aber beeil dich, du weißt, dass ich bei dem guten Herrn Münstermann sowieso auf der schwarzen Liste stehe, weil ich in diesem Monat schon zweimal zu spät gekommen bin.“

„Und du weißt ganz genau, dass du so oft zu spät kommen kannst, wie du willst, und trotzdem nichts von seinem Wohlwollen einbüßt. Erst gestern hat er gesagt, wenn alle so sauber arbeiteten wie Fräulein König, hätte er ein sorgenfreies Leben.“

„Wenn du jetzt nicht kommst, gehe ich allein!“

„Du brauchst dich nicht mehr zu beeilen. Er geht.“

„Wer?“

„Der Mann, der die Ursache deiner Hast ist!“

Cornelia musste wider Willen lachen.

„Also wirklich, du bist einfach unverbesserlich!“

„Nein, nur helle!“

„Hab ich Herrn Münstermann noch nie von dir sagen hören.“

„Ach, der! Sieht er nun gut aus oder nicht?“

Ertappt wandte Cornelia den Blick von dem großen, schlanken Mann ab, der dem Ausgang des Cafés zustrebte.

„Nun hör auf damit!“, sagte sie etwas zu laut zu Barbara.

„Lass mich doch, ich bin ja froh, dass dir endlich mal ein Mann gefällt. Hast du seinen Anzug gesehen? Wenn der nicht von einem erstklassigen Schneider stammt …“

Cornelia hatte nicht darauf geachtet. Umso deutlicher hatte sich ihr das Gesicht dieses Mannes eingeprägt: die eisgrauen Augen in dem scharf geschnittenen Gesicht, die dichten dunklen Augenbrauen, das glänzende, leicht gewellte Haar von einem ganz dunklen Braun.

„Na, träumst du von Herrn Münstermann?“, stichelte Barbara. „Wenn wir jetzt nicht gehen, kommen wir wirklich zu spät. Fräulein, bitte zahlen!“

Cornelia kramte in ihrer Börse. Ihre Barschaft war wieder einmal bedenklich zusammengeschrumpft, und dabei war erst der Zwanzigste. Für den Rest des Monats würde sie sehr sparsam sein müssen. Vielleicht sollte sie lieber auf die Tasse Kaffee verzichten, die sie täglich mit Barbara in ihrem Stammcafé während der kurzen Mittagspause zu trinken pflegte. Aber das wäre ihr gerade jetzt sehr schwergefallen.

Ob er morgen wiederkam? Sie hatte ihn bisher noch nie hier gesehen.

„Dich hat’s erwischt, meine Liebe, da kannst du mir erzählen, was du willst!“ Barbara betrachtete die Freundin mit einem Röntgenblick. „So sehen Leute aus, die sich soeben verliebt haben, ich kenne das. Und dann diese Geistesabwesenheit …“

„Ich bin nicht verliebt, und jetzt komm. Wir müssen gehen.“

Die beiden Mädchen verließen das gemütliche Café und gingen die wenigen Schritte zu dem Hochhaus, in dem sie beide arbeiteten.

Die Schreibmaschinen klapperten schon heftig, als sie eintraten. Cornelia probierte ein um Entschuldigung bittendes Lächeln. Herr Münstermann versuchte sie streng anzusehen, aber dann räusperte er sich und lächelte zurück.

Cornelia wusste, dass Barbara recht hatte, wenn sie behauptete, dass sie, Cornelia, in seiner besonderen Gunst stand. Allerdings verdankte sie diesen Umstand weniger ihrem Lächeln, dem nur wenige Menschen widerstehen konnten, als vielmehr ihrer korrekten Arbeit.

Sie spannte einen neuen Bogen mit zwei Durchschlägen in die Maschine, tippte mit flinken Fingern die Adresse und begann mit dem Brief. Sehr geehrte Herren, wir freuen uns sehr, Ihnen mitteilen zu könn… Dann starrte sie gedankenverloren auf ihren Stenogrammblock. Dieser Blick, dieser kühle, fragende, forschende, alles andere als zudringliche Blick aus eisgrauen Augen – wer mochte das gewesen sein? Ob sie ihn jemals wiedersehen würde?

Jetzt konnte Cornelia sich nicht mehr richtig konzentrieren, und als sie weiterschrieb, schlichen sich prompt ein paar Fehler in den Text ein.

Herr Münstermann war unbemerkt hinter sie getreten und hatte gelesen, was sie geschrieben hatte.

„Mein liebes Fräulein König“, sagte er, „wenn Sie so viele falsche Tasten auf dem Klavier statt auf der Schreibmaschine angeschlagen hätten, müssten wir uns alle bei dem Missklang die Ohren zuhalten. Sind Sie krank?“

„Nur verliebt“, flüsterte Barbara am Nebentisch, aber er hörte es zum Glück nicht.

„Nein“, stotterte Cornelia verwirrt, „entschuldigen Sie bitte. Es wird gewiss nicht wieder vorkommen.“

„Hoffentlich!“ Herr Münstermann sah sie forschend an, und Cornelia brachte es nicht fertig, diesen Blick unbefangen zu erwidern. Erleichtert atmete sie auf, als er zu seinem Platz zurückging.

Barbara schob ihr einen Zettel zu. Vielleicht ist er morgen wieder in unserem Café, hatte sie mit ihrer kindlichen runden Handschrift daraufgeschrieben.

Cornelia warf ihr einen wütenden Blick zu. Das war es nämlich, was sie selbst auch erhoffte. Energisch spannte sie neue Blätter in die Maschine und hämmerte wild darauflos. Und sie vertippte sich tatsächlich nicht ein einziges Mal. Nur als sie den Brief ausspannte, musste sie feststellen, dass sie das Kohlepapier falsch eingelegt hatte. Ein Blatt war weiß geblieben. Dafür stand die Kopie in Spiegelschrift auf der Rückseite des Originals.

Barbara bemerkte es natürlich und lächelte anzüglich. Mit einer ärgerlichen Geste warf Cornelia den Kopf in den Nacken, stand auf und ging zu Herrn Münstermann.

Er sah ihr überrascht entgegen.

„Ich fühle mich doch nicht gut“, sagte sie, und es war die reine Wahrheit, was ihren Gemütszustand betraf. „Darf ich nach Hause gehen?“

„Es ist doch hoffentlich nichts Ernstes?“ Aufrichtige Teilnahme lag in seinem Blick.

„Ach nein, ich denke, morgen ist alles wieder in Ordnung!“

„Hoffentlich! Ich wünsche Ihnen jedenfalls gute Besserung. Bis morgen dann.“

Cornelia kam sich nun doch wie eine Schwindlerin vor. Dass sich ihr Leiden nicht bis morgen bessern würde, wusste sie schließlich nur zu genau. Sie murmelte ein verlegenes „Danke sehr!“ und huschte hinaus.

♥♥♥

Jürgen Fürst von und zu Wassenburg fuhr in seinem schnittigen Wagen in langsamem Tempo über die Autobahn nach Hause. Die Fahrer kleinerer Autos, die ihn überholten, warfen ihm teils verwunderte, teils verärgerte Blicke zu. Der Fürst bemerkte es nicht.

Er hatte immer das Bild dieses Mädchens vor Augen. Diese Ähnlichkeit, einfach verblüffend! Wie das Lampenlicht kleine goldene Funken in ihr honigfarbenes Haar gezaubert hatte! Die klaren blauen Augen, die wache Intelligenz verrieten, das Profil so edel geschnitten. Und wie sie ihn angesehen und den Blick schnell wieder abgewandt hatte!

So ein Blödsinn! Jürgen gab nun doch Gas und überholte nacheinander all die Wagen, die vorher an ihm vorbeigerauscht waren. Da schwärmte er wie ein Primaner von einem unbekannten Mädchen, und zu Hause wartete die Arbeit!

Er fuhr von der Autobahn ab, ein Stück über die Landstraße und durch das malerische Dorf, das seinen Namen trug.

Dann überquerte Jürgen...

Erscheint lt. Verlag 10.9.2019
Reihe/Serie Die Welt der Hedwig Courths-Mahler
Die Welt der Hedwig Courths-Mahler
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte 2018 • 2019 • Adelsromanze • Bestseller • Cora • Deutsch • Doktor • e Book • eBook • E-Book • e books • eBooks • E-Books • Familiensaga • feelgood • Fortsetzungsroman • Frauen • Frauenroman • für • Gefühle • Glück • Großdruck • große-schrift • Happy End • Heimatroman • Heirat • Herzschmerz • Hochzeit • Kindle • Klassiker • leni-behrendt • Liebe • Liebesgeschichte • Liebesroman • Märchen • Märchen-Erwachsene • Mira • Modern • Romance • Roman-Heft • romantisch • Romanze • Schicksalsroman • Schmonzette • Schön • Serie • spannend • Wohlfühl • wohlfühlen
ISBN-10 3-7325-8439-9 / 3732584399
ISBN-13 978-3-7325-8439-0 / 9783732584390
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