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Heimat-Roman Treueband 6 (eBook)

5 Romane in einem Band
eBook Download: EPUB
2019 | 1. Aufl. 2019
320 Seiten
Bastei Entertainment (Verlag)
978-3-7325-8230-3 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Heimat-Roman Treueband 6 - Sissi Merz, Andreas Kufsteiner, Ursula von Esch, Verena Kufsteiner
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Lesen, was glücklich macht. Und das zum Sparpreis!
Seit Jahrzehnten erfreut sich das Genre des Heimat-Bergromans sehr großer Beliebtheit. Je hektischer unser Alltag ist, umso größer wird unsere Sehnsucht nach dem einfachen Leben, wo nur das Plätschern des Brunnens und der Gesang der Amsel die Feierabendstille unterbrechen.
Zwischenmenschliche Konflikte sind ebenso Thema wie Tradition, Bauernstolz und romantische heimliche Abenteuer. Ob es die schöne Magd ist oder der erfolgreiche Großbauer - die Liebe dieser Menschen wird von unseren beliebtesten und erfolgreichsten Autoren mit Gefühl und viel dramatischem Empfinden in Szene gesetzt.
Alle Geschichten werden mit solcher Intensität erzählt, dass sie niemanden unberührt lassen. Reisen Sie mit unseren Helden und Heldinnen in eine herrliche Bergwelt, die sich ihren Zauber bewahrt hat.
Dieser Sammelband enthält die folgenden Romane:
Alpengold 164: Sein Edelweiß - ein letzter Gruß
Bergkristall 245: Und Amor lacht dazu
Der Bergdoktor 1685: Allein auf ihrem schönen Hof
Der Bergdoktor 1686: Das Flehen einer Mutter
Das Berghotel 101: Ein Kuss sagt mehr als tausend Worte
Der Inhalt dieses Sammelbands entspricht ca. 320 Taschenbuchseiten.
Jetzt herunterladen und sofort sparen und lesen.

Es war ein typischer Aprilmorgen. Der eben noch klare, blaue Himmel bezog sich rasch mit dicken Wolken. Grau und regenschwer trieb der frische Westwind sie über die Wamspitze, den Hausberg von St. Marien. Sie brachten einen kurzen Schauer, doch schon bald blinzelte die Sonne wieder durch die ersten Wolkenlücken und ließ das Dorf im Tal wie frisch gewaschen aussehen.

Valerie Kreindl war damit beschäftigt, ihr langes, braunes Haar zu einem kunstvollen Weizenzopf im Nacken zu flechten. Die bildhübsche Hoftochter, die heuer im vierundzwanzigsten Jahr stand, lebte auf einem prächtigen Berghof oberhalb von St. Marien.

Die Familie Kreindl bewohnte den Hof nun bereits in der fünften Generation. Es war ein imposantes Gebäude, erbaut im Ländlerstil mit ausladendem Schindeldach, umlaufenden Holzbalkonen und kunstvoller Lüftlmalerei. Auch die Nische für die Muttergottes neben der Haustür fehlte nicht. Im Sommer quollen die Blumenkästen von roten und weißen Geranienwolken nahezu über.

Das Haus war gut in Schuss, denn Sepp Kreindl, Valeries Vater, gab viel auf den ererbten Besitz.

In den Stallungen stand das Milchvieh, das nun bald wieder auf die saftigen Almen getrieben wurde, um besonders gute Milch zu geben. Der Kreindl hielt auch Mastschweine und Ochsen. Auf dem Hof gab es außerdem Hühner, Enten, mehrere Hauskatzen und einen etwas betagten Hofhund, der seine Hütte aber schon vor einer ganzen Weile mit dem gemütlicheren Platz am Kachelofen vertauscht hatte.

Neben der Viehzucht wurde auf dem Erbhof Feldwirtschaft betrieben, Getreide und Viehfutter angebaut, und im Sommer kam der alte Gobler-Hias aus dem Tal herauf, um die Sennhütte oberhalb des Hofes zu bewirtschaften. Der betagte Senn machte den besten Käse im ganzen Werdenfelser Land. Die Feinkostläden und besseren Restaurants in halb Bayern standen dafür Schlange. Und weil der Alte nur eine begrenzte Menge seiner Spezialitäten herstellte, waren sie begehrt und rar wie Gold.

Jetzt im April wartete auf den Feldern im Tal wieder die Arbeit, und bald stand der Almauftrieb an. Die etwas ruhigere kalte Jahreszeit war nach einem langen Winter endlich vorbei.

Valerie lächelte wehmütig bei diesem Gedanken. Früher hatte sie den Frühling geliebt. Wenn die Tage länger wurden, der Himmel blau war und die Vögel lustig zwitscherten, hatte sie gern lange Bergwanderungen unternommen. Das tat sie zwar auch heute noch, aber nicht mehr mit unbeschwertem Herzen. Dafür hatte das Schicksal ihr zu hart mitgespielt.

Unbewusst griff das Madel an die feine Goldkette, die immer um seinen schlanken Hals lag. Sie enthielt einen besonderen Anhänger, eine Glaskapsel, in der eine kleine, graue Blüte eingelegt war, ein Edelweiß.

Valeries Blick verschleierte sich. In ihren klaren, sonst fast himmelblauen Augen zeigte sich eine tiefe Traurigkeit. Nun sahen sie ganz dunkel aus, und so war es der Hoftochter auch ums Herz. Wenn die Erinnerung sie überkam, dann trat die Wirklichkeit für eine Weile in den Hintergrund. Dann war es ihr, als erlebte sie den schlimmen Moment noch einmal, der vor etwas mehr als einem Jahr ihr Leben so grundlegend verändert hatte.

Mit einem schweren Seufzer ließ Valerie den Anhänger los und zwang sich, nicht mehr daran zu denken. Zu oft hatte sie geweint, zu oft hinüber zur Wamspitze geblickt und sich leise immer wieder die Frage gestellt »Warum?«, ohne je eine Antwort zu erhalten.

Es hatte keinen Sinn, sich in den quälenden Erinnerungen zu verlieren, auch wenn der Schmerz sie immer wieder anfiel, beinah noch ebenso schlimm wie am ersten Tag. Sie musste versuchen, damit umzugehen, obwohl sie auch heute noch nicht recht wusste, wie sie das schaffen sollte.

Die schöne Hoftochter wischte sich tapfer über die Augen und verließ ihre Kammer. Das Leben ging weiter. Sie hatte Pflichten, die sie erfüllen musste und wollte. Und irgendwann würde sie dies vielleicht auch wieder mit frohem Herzen tun …

Valerie lief leichtfüßig die Stiege hinunter und betrat gleich darauf die Küche. Hier war ihre Mutter damit beschäftigt, das Frühstück zu richten. Eine der Küchenmägde ging Ursula Kreindl dabei zur Hand. Aber sie stellte sich dabei so ungeschickt an, dass die Bäuerin sie ständig ermahnen musste. Als sie Valerie gewahrte, zeigte sich ein erleichtertes Lächeln auf ihrem noch immer schönen Gesicht.

Mutter und Tochter sahen einander sehr ähnlich. Valerie hatte die strahlenden Augen und das glänzende Haar von Ursula geerbt. Und auch die gut gewachsene, schlanke Figur. So war es nicht verwunderlich, dass sie zu den besten Partien im Dorf zählte.

»Guten Morgen«, grüßte das Madel freundlich. »Geh und deck den Tisch, Milli, ich helfe der Mama jetzt!«

Die Magd nickte gleichmütig und verschwand dann recht behäbig.

Ursula drückte ihrer Tochter ein Busserl auf die Wange, schaute sie kurz prüfend an und wollte dabei wissen: »Hast du geweint?«

»Nur ein bisserl«, murmelte Valerie und schlug Eier für die morgendlichen Pfannkuchen auf. Sie hatte die Haushaltsschule in Garmisch erfolgreich besucht, war eine gute Köchin, stand gern am Herd und zauberte die feinsten Nachspeisen. Ihre knusprigen Frühstücksküchlein fanden täglich reißenden Absatz.

»Valerie, ich sorg mich um dich«, gab die Mutter da zu. »Über ein Jahr ist es jetzt her. Du musst endlich vergessen.«

»Wenn ich das nur könnte …« Das Madel lächelte freudlos. »Ich geb mir ja wirklich Mühe, darüber hinwegzukommen. Und manchmal mein ich, dass ich es geschafft habe. Aber dann muss ich wieder daran denken und hab das Gefühl, dass alles um mich herum schwarz und trostlos wird. Trotzdem gebe ich net auf. Ich muss das allein schaffen, dabei kann mir keiner helfen.«

Obwohl Ursula anderer Ansicht war, schwieg sie, denn sie wusste, dass sie ihrer Tochter tatsächlich nicht helfen konnte. Schließlich hatte sie es oft genug versucht. Aber reden allein konnte da nicht viel ausrichten. Und auch wenn ihr liebendes Mutterherz Valerie gern den Kummer abgenommen hätte, so musste sie doch einsehen, dass dies unmöglich war. Die Berghofbäuerin hoffte aber von Herzen, dass die Zeit auch bei Valerie alle Wunden heilen würde.

»Hm, das duftet wieder!« Ursula lachte, als Valerie ihr ein Stückerl frischen Pfannkuchen in den Mund schob. »Fein!«

»Der Vater hat gestern gesagt, dass an mir eine Zuckerbäckerin verloren gegangen ist. Ich glaub, es liegt aber in der Hauptsache an den Rezepten von der Tante Christa. Ich will nachher noch zu ihr, sie hat wieder was Neues ausprobiert.«

»Du steigst ins Tal ab?«

»Ja, ich muss doch zur Krämerin. Und auf dem Rückweg schau ich dann später auch bei den Gerbers vorbei, wenn es dir recht ist. Oder brauchst du mich im Haus?«

»Nein, geh nur! Bei dem schönen Wetter mag man net drinnen bleiben, gelt? Und grüß die Christa von mir! Ich hab sie schon eine Weile nimmer gesehen.«

»Ihr trefft euch gewiss bald wieder im Kirchenchor. Sie hat ihre Erkältung überwunden und kann wieder an den Proben teilnehmen«, wusste Valerie.

Die Bäuerin maß ihre Tochter so nachdenklich, dass diese wissen wollte, ob etwas nicht stimme.

»Ich weiß net, ob es recht ist, dass du so oft zu den Burgmüllers gehst. Freilich verstehst du dich gut mit der Christa, das war ja schon immer so. Aber deine Besuche dort erinnern dich auch an früher, an das, was du verloren hast. Und das kann doch auf die Dauer net gut sein.«

»Ich kann doch meine Freundschaft mit der Tante Christa net einfach aufgeben. Dass sie fast meine Schwiegermutter geworden wäre, daran denke ich jetzt kaum noch.«

»Wirklich?« Ursula nahm Valeries Hände in ihre und schaute ihre Tochter ernst an. »Gewiss gehst du auch zum Gedenkstein, gelt?« Sie merkte, dass Valerie etwas einwenden wollte, und fuhr entschieden fort: »Das ist schon in Ordnung. Du musst schließlich auf deine Weise damit fertig werden. Aber du solltest trotzdem versuchen, dein Leben zu leben, ohne ständig an die Vergangenheit zu denken.« Sie griff nach dem Anhänger, der um Valeries Hals hing, und nickte dabei langsam und verständnisvoll. »Ich weiß, es ist schwer. Es tut immer noch weh. Aber kein Mensch kann in der Vergangenheit leben. Dann vergisst man darüber irgendwann die Gegenwart.«

Das Madel lächelte tapfer. »Ich dank dir für deine Anteilnahme, Mama. Du musst keine Angst haben, ich vergesse die Gegenwart net. Aber ich kann auch die Vergangenheit net einfach ausblenden. So schnell sterben Gefühle nun mal net …«

***

Nach dem gemeinsamen Frühstück mit dem Gesinde räumte Valerie den Tisch ab und verstaute die Gedecke im Geschirrspüler. Dann nahm sie den Einkaufszettel und ihren Korb und verließ das Haus. Bevor sie sich auf den Weg ins Tal von St. Marien machte, schnitt sie im großen Bauerngarten hinter dem Haus noch einen bunten Tulpenstrauß, den sie geschickt band und in ihren Korb legte.

Die Sonne lachte gerade von einem tiefblauen Himmel, kein Regenwölkchen war mehr zu sehen. Warm war es, Bienen summten durch die klare, würzige Bergluft, Meisen und Buchfinken zwitscherten um die Wette, und aus großer Höhe klang der Schrei eines Bergadlers.

Der Blick ging weit über das Tal von St. Marien bis hinüber zu Dreitorspitze und Zugspitze im Norden, jenen mächtigen Gipfeln, die das ganze Jahr über schneebedeckt waren. Östlich schimmerte das klare, grünliche Wasser des Eibsees, und dahinter erkannte das Madel die ersten Häuser von Grainau. Im Westen schließlich war die Wamspitze zu finden, der Hausberg von St. Marien, der im Leben...

Erscheint lt. Verlag 3.9.2019
Reihe/Serie Heimat-Roman Treueband
Heimat-Roman Treueband
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte 2017 • 2018 • 2019 • Alpen • Alpen-Krimi • alpen-roman • Anthologie • Arzt • Arztroman • Arztromane • Bastei • Bergdoktor • Berge • Berg-Hütte • Bergpfarrer • Bergroman • Bestseller • Box • Bundle • Collection • Cora • Deutsch • Doktor • Dr. • eBook • E-Book • eBooks • e-bundle • eBundle • Familiensaga • feelgood • Fortsetzungsroman • Frauen • für • Gefühle • Großband • Großdruck • große-schrift • Hans Ernst • Happy End • Heimat • Heimatbuch • Heimatkinder • Heimatromane • hermann-broch • Herzschmerz • Hüttenwirt • Kelter • Kindle • Klassiker • Landarzt • Liebe • Liebesgeschichte • Liebesromane • Magd • Medizin • Mira • Modern • Paket • Patient • Reihe • Romance • Roman-Heft • romanhefte heimat • romantisch • Romanze • Sammelband • Sammlung • Schicksalsroman • Schmonzette • Schwarzwald • Serie • spannend • Staffel • steingruber • Toni-Hüttenwirt • wohlfühlen
ISBN-10 3-7325-8230-2 / 3732582302
ISBN-13 978-3-7325-8230-3 / 9783732582303
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