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E-Book 53-55 (eBook)

Sophienlust Box 10 – Familienroman
eBook Download: EPUB
2019
320 Seiten
Blattwerk Handel GmbH (Verlag)
978-3-7409-5416-1 (ISBN)

Lese- und Medienproben

E-Book 53-55 - Aliza Korten, Judith Parker, Patricia Vandenberg
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Die Idee der sympathischen, lebensklugen Denise von Schoenecker sucht ihresgleichen. Sophienlust wurde gegründet, das Kinderheim der glücklichen Waisenkinder. Denise formt mit glücklicher Hand aus Sophienlust einen fast paradiesischen Ort der Idylle, aber immer wieder wird diese Heimat schenkende Einrichtung auf eine Zerreißprobe gestellt. Diese beliebte Romanserie der großartigen Schriftstellerin Patricia Vandenberg überzeugt durch ihr klares Konzept und seine beiden Identifikationsfiguren. E-Book 1: Ein Mädchen spielt die erste Geige E-Book 2: Der kleine Graf E-Book 3: Die kleine Amerikanerin

Sie sucht nicht das Rampenlicht der Öffentlichkeit, aber ihre schriftstellerische Arbeit hat längst ihren verdienten Ertrag gefunden. Große Emotionen zeichnen ihre so beliebten Adelsromane und Familienromane aus. Von ihnen hat Aliza Korten in stiller, geduldiger Manier 311 Titel geschaffen, die immer erfolgreicher geworden sind. Als eine der wichtigsten Autorinnen der berühmten Serie Sophienlust werden die von ihr verfassten Romane dieser Art besonders häufig nachgefragt. Sie hat eine Romanwelt entwickelt, die eigene Züge trägt. Dabei ist Aliza Korten eine exzellente Beobachterin der Gesellschaft, sowohl der bürgerlichen als auch der adligen Kreise. Ihre zahlreichen Bewunderer lieben ihren Stil und ihre Aussagekraft.

Sie sucht nicht das Rampenlicht der Öffentlichkeit, aber ihre schriftstellerische Arbeit hat längst ihren verdienten Ertrag gefunden. Große Emotionen zeichnen ihre so beliebten Adelsromane und Familienromane aus. Von ihnen hat Aliza Korten in stiller, geduldiger Manier 311 Titel geschaffen, die immer erfolgreicher geworden sind. Als eine der wichtigsten Autorinnen der berühmten Serie Sophienlust werden die von ihr verfassten Romane dieser Art besonders häufig nachgefragt. Sie hat eine Romanwelt entwickelt, die eigene Züge trägt. Dabei ist Aliza Korten eine exzellente Beobachterin der Gesellschaft, sowohl der bürgerlichen als auch der adligen Kreise. Ihre zahlreichen Bewunderer lieben ihren Stil und ihre Aussagekraft.

Denise und Alexander von Schoenecker gönnten sich wieder einmal eine gemütliche Frühstücksstunde. Die Kinder waren in der Schule, niemand störte sie. Selbst Sophienlust war im Augenblick ferngerückt. Aber nicht für so lange, wie Alexander es sich gerade an diesem Tag gewünscht hätte, denn es war ihr zehnter Hochzeitstag. Rosenhochzeit nannte man dieses Jubiläum im Volksmund, und ein herrlicher Strauß blutroter Rosen zierte auch den Tisch.

Denise hatte eine wunderschöne, mit Brillanten besetzte Armbanduhr neben ihrem Gedeck gefunden, Alexander goldene Manschettenknöpfe neben dem seinen.

»Die verlierst du aber nicht wieder«, ermahnte Denise ihn lachend.

»Ich habe die anderen nicht verloren«, protestierte er. »Sie werden sich schon noch finden. Vielleicht hat Sascha sie sich ausgeliehen, um einer Freundin zu imponieren.«

»Das tut er nicht«, nahm Denise den Ältesten in Schutz. Da klopfte es an die Tür.

»Verzeihung«, sagte Hermann, das Faktotum, als er eingetreten war. »Aber es ist ein Eilbrief gekommen, Herr von Schoenecker.«

Alexander stieß einen abgrundtiefen Seufzer aus. Er nahm den Umschlag, drehte ihn um und pfiff durch die Zähne.

»Von Mally … Magnus von Mally. Ich habe dir doch schon von ihm erzählt, Isi. Liebe Güte, wie lange habe ich nichts von ihm gehört, und gleich ein Eilbrief? Was er wohl plötzlich von mir will?«

»Du brauchst den Brief nur zu öffnen und zu lesen«, meinte Denise nachsichtig, »dann weißt du es.«

Sie selbst hielt sich nicht sehr gern mit Vermutungen auf. Aber Alexander war anders. Post von Menschen, von denen er lange nichts gehört hatte, stimmte ihn immer skeptisch.

»Das darf doch nicht wahr sein«, rief Alexander nun aus, »es geht wieder mal um ein Kind! Aber ausgerechnet bei Magnus, diesem eingefleischten Frauenverächter? Entschuldige, Isi, natürlich habe ich mal wieder zu impulsiv gedacht. Es handelt sich um seinen Neffen.« Schnell überflog er die restlichen Zeilen, dann ließ er das Blatt sinken und starrte gedankenvoll vor sich hin.

»Magnus hatte einen älteren Bruder«, begann er stockend zu berichten. »Ich war mit ihm auf der Universität. Er hieß Harald.«

»Hieß?«, fragte Denise leise.

»Ja, er kam mit seiner Frau vor einigen Monaten bei einem Hotelbrand ums Leben. Schrecklich!« Für ein paar Minuten schwieg er, und Denise störte dieses Schweigen nicht.

»Er hatte ziemlich spät geheiratet«, fuhr Alexander endlich fort, »und dazu noch eine Bürgerliche, die viel jünger war als er. Außerdem war sie Amerikanerin. Seine Mutter hat ihm das nie verziehen, und daraus erwuchsen die Konflikte.«

»Welche Konflikte?«, fragte Denise.

»Der Sohn, er ist jetzt sieben Jahre alt, Anthony, wäre nun der Erbe von Schloss Mally, aber die alte Gräfin will das um keinen Preis akzeptieren. Sie will nicht, dass der Junge im Schloss wohnt. Aber höre, was Magnus schreibt:

Ich wende mich an dich, Alexander, weil ich nicht aus noch ein weiß. Tony, seine Eltern nannten ihn so, hat ein Recht auf das Erbe. Mir bedeutet Schloss Mally nichts. Ich habe nur an Harald gedacht, als ich es instand hielt, und immer gehofft, dass unsere Mutter einmal zur Vernunft kommen würde. Aber ihr Herz hat sich so verhärtet, dass ich darauf nicht mehr hoffen kann. Ich mag Tony sehr, aber ich kann ihm nicht sagen, was ihn erwarten würde, nähme ich ihn zu mir nach Schloss Mally. Er soll, nach all dem Schweren, das seine Kindheit bereits überschattet, wieder ein fröhliches Kind werden. Und deswegen bitte ich dich und deine bewunderungswürdige Frau Gemahlin, Tony in Sophienlust aufzunehmen. Ich erwarte keine Sonderrechte für ihn. Er soll ein Kind unter Kindern sein, unbelastet von den unbegreiflichen Regungen einer starrsinnigen Frau, die meine Mutter leider ist und wohl auch bleiben wird. Eines Tages wird er Herr auf Schloss Mally sein. Ich sehne diesen Tag herbei, weil ich dann von einer Last befreit sein werde, die mich schwer drückt.«

»Und das schreibt ein Mann, den du als eingefleischten Junggesellen bezeichnest?«, fragte Denise. »Er liebt das Kind. Das ist doch aus jeder Zeile herauszuhören.«

»Er ist ein schwieriger Mann, Isi, und das Kind muss ihm schon sehr viel bedeuten, wenn er sich Gedanken um sein Wohlergehen macht.«

»Da gibt es doch kein Zögern«, erklärte Denise energisch. »Er soll uns den kleinen Grafen bringen. Und dass er hier nur ein Kind unter Kindern ist, dafür können wir wohl garantieren. Bevorzugung gibt es keinesfalls. Nehmen wir es als gutes Omen, Alexander, dass dieser Brief an unserem Hochzeitstag kam.«

»Du unverbesserliche Optimistin«, entgegnete er.

*

Graf Magnus von Mally betrachtete das Bild der bezaubernd schönen Frau, das vor ihm auf dem Schreibtisch stand. Dieses Lächeln, diese strahlenden Augen … Niemals sollte er es wiedersehen.

»Jennifer«, flüsterte er schwermütig, »ich kann nicht glauben, dass ich dich niemals wiedersehen soll!«

Er zuckte zusammen, als die Tür leise knarrte. Ein schmaler blasser Junge mit großen ernsten Augen trat ins Zimmer.

»Darf ich alle meine Bücher mitnehmen, Onkel Magnus?«, fragte er leise.

»Du darfst alles mitnehmen, Tony, was du möchtest«, erwiderte Magnus heiser.

»Mamis Bild auch? Oder möchtest du es lieber haben?«, fragte der Junge nachdenklich. »Ich habe ja noch das kleine von ihr.« Er machte eine Pause. »Mami war sehr lieb, nicht wahr? Sie hat immer gelacht, und Papi hat dann gesagt, dass sie sein ganzes Glück sei. Ich würde gern bei dir bleiben, Onkel Magnus«, fuhr er fort. »Mami hat immer so lieb von dir gesprochen.«

»Es geht jetzt noch nicht, mein Junge«, sagte Magnus mit gepresster Stimme. »Aber eines Tages werden wir uns nicht mehr voneinander trennen. Ich verspreche es dir. In Sophienlust wirst du es schön haben. Du wirst nette Spielgefährten und Menschen finden, die lieb zu dir sind.«

Anthony verschränkte die Hände auf seinem Rücken. »Du meinst, dass Großmama zu mir nicht lieb wäre?«, fragte er ernst. »Warum eigentlich nicht?«

Weil sie in ihren Vorurteilen verharrt, dachte Magnus. Weil sie Jennifers Liebreiz, ihre Warmherzigkeit und ihre menschlichen Qualitäten nicht anerkennen wollte, sondern immer nur daran dachte, dass sie bürgerlicher Herkunft und eines Grafen von Mally nicht würdig war.

»Sie ist alt und hat lange keine Kinder mehr um sich gehabt, Tony«, erwiderte er, weil er dem Kind nicht die Wahrheit sagen konnte.

»Warum hast du keine Kinder, Onkel Magnus?«, fragte der Junge weiter.

Das Gesicht des Mannes wurde noch düsterer. Weil deine Mutter die einzige Frau war, die ich liebte, hätte er erwidern müssen, aber das konnte er natürlich auch nicht sagen.

»Ich habe noch nicht die richtige Frau gefunden, Tony«, entgegnete er mit einem gequälten Lächeln.

»Es dauert lange, bis ein Mally die richtige Frau findet, hat Papi einmal gesagt, aber dann würde er durch Himmel und Hölle für sie gehen.«

Er hat Jennifer geliebt, und sie ihn, ging es Magnus durch den Sinn. Sie haben im siebten Himmel gelebt und mussten in einer Hölle sterben, aber sie waren beieinander. Zurück blieb nur ihr Kind.

Er strich Tony über das dunkle Haar. »Sie sind beisammen, Tony. Allein das kann uns ein Trost sein.«

Mit tränendunklen Augen blickte der Junge zu ihm empor, dann schmiegte er sich impulsiv an ihn. »Ich möchte auch mit dir beisammen sein, Onkel Magnus«, sagte er wieder. »Dich habe ich auch lieb.«

Und ich werde alles für dich tun, was in meiner Macht steht, dachte Magnus und legte fest den Arm um den Jungen.

*

»Ein Graf ist der Neue«, sagte Malu zu den Kindern.

»Er ist auch nur ein Junge«, meinte Pünktchen. »Wir sollen keinen Wind machen, hat Nick gesagt.«

»Er hat seine Eltern verloren«, mischte sich Kati ein, die für ein paar Tage in Sophienlust weilte, weil ihre geliebte Adoptivmutter Irene von Wellentin wegen eines kleinen operativen Eingriffs in der Klinik lag. Sosehr Kati sich auch um ihre Mutti sorgte, sie war doch zugleich glücklich, wieder einmal in Sophienlust sein zu können, unter diesen fröhlichen Kindern, die sie auf andere Gedanken brachten.

»Es ist traurig, aber er wird schon darüber hinwegkommen«, erklärte Pünktchen. »Wir werden uns um ihn kümmern. Wann kommt er denn?«

»Morgen«, bemerkte Malu. »Tante Isi hat es vorhin zu Carola gesagt.«

Obgleich Carola nun glückliche Mutter von Zwillingen war, blieb sie für die Kinder doch schlicht »Carola«. Niemand wäre auf den Gedanken gekommen, sie Frau Rennert zu nennen. Frau Rennert, das war Carolas Schwiegermutter, die jetzt sehr stolze Großmama der reizenden Zwillinge Alexandra und Andreas, die Pünktchen von dem kleinen Grafen ablenkten.

»Ich muss mal schauen, wie es ihnen geht«, sagte sie. »Jetzt müssten sie eigentlich munter sein.«

Es war ein friedfertiges Pärchen, das noch sehr viel schlief, wenn es nicht gerade Hunger hatte. Pünktchen und Malu durften die beiden nun schon im Park spazieren fahren. Heute aber war auch Kati da, und großmütig erklärte Malu sich bereit, ihr Alexandra zu überlassen.

Goldig sahen die Babys wieder aus in ihren weißen Garnituren, fand Pünktchen, aber man konnte sie schon ganz gut auseinanderhalten. Alexandra war bei Weitem lebhafter, allerdings auch zierlicher als Andreas, der schon richtige Pausbacken hatte. Carola hatte keine Bedenken, ihre Sprößlinge den Kindern anzuvertrauen. Sie wusste, dass sie in guter Hut waren. Rührend besorgt zeigten sich die Kinder stets um diesen Zuwachs, der Sophienlust so viel Freude bereitete.

»Einen Grafen hatten wir noch nie...

Erscheint lt. Verlag 19.8.2019
Reihe/Serie Sophienlust
Sophienlust
Sophienlust Box
Verlagsort Hamburg
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte Bundle • Familiengeschichte • Familienroman • Familiensaga • Familienzwist • Heimatroman • Liebesgeschichte • Mami • Martin Kelter Verlag • Patricia Vandenberg • Sonnenwinkel • Sophienlust
ISBN-10 3-7409-5416-7 / 3740954167
ISBN-13 978-3-7409-5416-1 / 9783740954161
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