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Tintenklecks und Zauberwelten (eBook)

eBook Download: EPUB
2019 | 2. Auflage
504 Seiten
Books on Demand (Verlag)
978-3-7494-0274-8 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Tintenklecks und Zauberwelten -  Bernd B. Badura
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Eine Anthologie zum Lachen, Weinen, Träumen und Nachdenken. Eine Liebeserklärung an Wissenschaft und Kunst. Ein Buch, das erforscht, was es heißt, Mensch zu sein. Eine wundersame Reise. Zu den Sternen. In die Herzen der Menschen. Rätselhaft! Wunderbar! Erkenntnisreich! Ein Mysterium voller Rätsel und Legenden.

Viele Sagen und Legenden ranken sich um Bernd B. Badura. Einige behaupten sogar, er könne - nur mit ein paar Tintenklecksen - Welten erschaffen, die weise sind, voll Zauber, Lächeln und Magie. Bernd B. Badura selbst begegnet solchen Geschichten eher mit einem Schmunzeln und meint, dass seine Person - im Gegensatz zu seinen Geschichten - eher uninteressant ist. Deshalb möchte er auch lieber seine Geschichten für sich sprechen lassen, als über sich selbst zu erzählen.

Horst


Es hatte sich schon eine illustere Gesellschaft aus merkwürdigen Gestalten vor der Klingel der riesigen Höhle versammelt. Wütend, aber auch mit Zuversicht hatten sie die ganzen Strapazen gemeistert, um hierher zu gelangen. Immer wieder hatten sie sich Mut zugesprochen, Mut, der sie nun verlassen hatte.

„Nun mach schon!“

„Ich trau’ mich nicht!“

„Nun klingel endlich!“

„Ich hab’ aber Angst!“

„Dann mach du das, du bist doch ein großes, starkes Monster!“

„Das stimmt!“

„Na siehst du!“

„Aber er ist soviel größer!“

„Finstermond und Sternnglanz! Dann mach ich das eben!“

„Ding! Dang! Roar!“ Das war die Türklingel.

„Was denn?“, donnerte von drinnen eine finster, sonore Stimme, die alle erschaudern und erstarren ließ. Grollende Fußstapfen waren zu hören, dann wurde die Tür geöffnet.

„Was wollt ihr?“

Vor den versammelten Einwohnern des transilvenizianischen Geheimdorfes Spukenstätt stand der riesige und mit Kochutensilien – samt Schürze und Kochmütze – bewaffnete Drache und funkelte sie mit seinen rot glühenden Augen genervt an. „Darf man jetzt nicht einmal mehr in Ruhe seine Jungfrau in Aspik zubereiten?“

„Wwwwww …. wiii … wir wooo … wooollen auch eigentlich gar nicht lange stören!“, brachte ein stattlich gekleideter Vampir, der nun noch bleicher als sonst war, mit klappernden Zähnen zum Ausdruck.

„Na dann ist ja gut!“, der Drache schmiß die Höhleneingangstür hinter sich zu, drehte sich schwungvoll auf einem Bein um, und verkrümelte sich nach drinnen.

„Na, das lief ja gut!“, stellte Frankensteins Monster fest.

„Selbst kein Ton rauskriegen, aber meckern! Dann mach’s doch selbst!“

„Weißt du was, das mach ich auch!“

Er zögerte ein wenig, ließ dann jedoch die Klingel ertönen.

„Was denn noch?“, der Drache öffnete nun noch genervter die Tür, „Ich dachte ihr wollt nicht lange stören!?! Wißt ihr, wie ungemütlich ich werde, wenn mein Magen knurrt? Oder soll ich euch fressen? Schön knusprig gegart kriege ich euch in ein paar Augenblicken!“ Als wollte der Drache seine Worte untermauern ließ er ein paar kleine aber wütende Flammen entweichen.

„Wiiir wooolten nuur!“, sprach Frankensteins Monster zögerlich zitternd.

„Soso, ihr wolltet nur?!?“, erwiderte der Drache verächtlich,

„Und diesmal ist mein Gesprächspartner mintgrün und nicht mehr doppelt leichenblass, was? Na, dann spuck’s mal aus, was wolltet ihr nur?“

„Wir haben da diese richterliche Verfügung erwirkt!“, meinte einer der hinteren Werwölfe mutig knurrend, aber doch hinter seinem Vordermann sicherheitshalber Deckung suchend.

„Ihr habt was?“, zischte der Drache sowohl überrascht, als auch erbost.

„Ja, daß ihr nicht mehr unser Dorf belagert oder plündert!“

„Und nicht mehr mit meinen Laken Jojo spielt!“, nuschelte die Mumie, die als einzige im Dorf in einer Pyramide wohnte.

„Und wie wollt ihr das durchsetzen?“

„Wir haben da einen Anwalt!“, krächzte eine der Hexen und schob den Anwalt mit ihrem Besenstiel nach vorne.

„Guten Tag!“, meinte der Anwalt einen selbstsicheren Tonfall vorschützend, „Wie Sie sehen haben meine Mandanten hier ein richterlich beglaubigtes Schriftstück!“ Er hielt dem Drachen ein Papier entgegen.

„Seid ihr verrückt? Wißt ihr mit wem ihr euch da eingelassen habt? Er ist böse!“

„Ja, das wissen wir!“

„Darf ich mich vorstellen? Ferdinand Böse mein Name! Dr. jur.!“, meinte der Anwalt.

„Woher kennst du denn unseren Anwalt?“, war es aus der Menge zu hören.

„Das meine ich nicht und ich kenne ihn auch nicht! Aber habt ihr ihn euch schon mal genauer angesehen? Halloho? Er hat Hörner!“

„Keine Diskriminierungen bitte!“, erwiderte der Anwalt und wurde von den Monstern bestätigt: „Ja, wegen Diskriminierungen leben wir ja erst in diesem Geheimdorf!“

„Um vor den Menschen sicher zu sein!“

„Ihre Mistgabeln piken immer so!“, meinte Frankensteins Monster und rieb sich in schmerzhafter Erinnerung seinen Po.

„Ach du glücklicher! Sei froh, daß sie dich nicht pfählen wollen!“, seufzte Dracula.

„Oder dich auf den Scheiterhaufen verbrennen!“, warfen die Hexen ein.

„Hm, da hatte ich ja nochmal Glück, mich wollten sie nur in meinem Sarkophag auf ewig einsperren! Aber das ist so eng da drinnen!“, meldete sich die Mumie zu Wort, „Gut, daß ich einen Zweitschlüssel hatte!“

„Jetzt verstecken wir uns also schon in einem Geheimdorf vor den Menschen und dann kommst du vorbei, tyrannisierst uns hier und wirfst uns dann noch die Wahl unseres Anwalts vor?!“

„Ja, aber er ist nun mal ein Teufel und abgrundtief Böse!“

„Aber wir haben doch alle unsere Fehler!“

„Ich mag ja böse sein!“, sprach der Anwalt, der mit riesigen Hörnern, feinstem Zwirn und rotem Gesicht vor dem Drachen stand, „Aber das Böse ist käuflich, so wie es Anwälte im Allgemeinen auch sind und dann vertraglich gebunden.

Außerdem sind fast alle Anwälte böse, mir ist zumindest noch kein Guter untergekommen! Zumindest keiner, den ich danach nicht gefressen hätte! Also: Ich habe hier diese Rechtssache und ich vertrete meine Mandanten gut!“

„Das mag ja alles sein, aber ich kann dieser Sache nicht nachkommen!“

„Wenn sie es nicht tun, haben sie rechtliche Konsequenzen zu befürchten!“

„Wenn ich es tue aber auch! Ich bin da vertraglich gebunden.“

„Vertraglich gebunden?“

„Ja, oder denken Sie Drachen sind nicht rechtsmündig? Ich bin Darsteller für die Hammergeschichte und Co. KG! Und um mein Image zu erfüllen und interessant zu bleiben, muß ich mindestens einmal die Woche plündern, brandschatzen und ein Dorf schleifen. Ist wie mit einem Rockstar, wenn der nicht einmal am Tag sein Hotelzimmer verwüstet, dann wird er für die Massen uninteressant! Da läßt sich einfach nichts machen! Ach verdammt! Hätte ich damals nicht den Glückskeks gefuttert, dann hätten wir das ganze Problem gar nicht erst!“

„Glückskeks?“

„Ja, da stand: Nennen Sie sich ab jetzt ‚Gorgamosch, Verschlinger der Welten, Zerstörer von Gron und Peiniger der Lebenden‘ und Sie erwartet eine glückliche Zukunft! Ja, von wegen. Seitdem hause ich ständig in runtergekommenen Höhlen, wo es von der Decke tropft und muß mein Image erfüllen! Hätte ich doch damals bloß nicht auf diesen Glückskeks gehört, aber ich war jung und naiv und fand die Idee eigentlich ganz witzig, hörte sich so nach Heavy Metal an und ich mag Heavy Metal! Dieser vermaledeite Glückskeks!

Den haben mir bestimmt meine fernöstlichen Vettern untergeschoben, damit sie weiter die guten Glücksdrachen sein können und keine Konkurrenz zu befürchten haben! Ach, ich hasse sie, tun immer auf gut und sind dann so verlogen!“

„Kann ich einmal das Schriftstück sehen?“, mischte sich der Anwalt ein.

„Den Zettel vom Glückskeks? Den hab ich schon vor langer Zeit entsorgt! Hat mir nur Pech gebracht, das blöde Ding!“

„Aber nein, ich meine den Vertrag der Hammergeschichte und Co. KG!“

„Ach so den! Ja, einen Moment einmal!“

Der Drache verschwand nach drinnen und man konnte an dem Klang von an die Wand geschmissenen Metall hören, das er in seinem Hort herumwühlte. Schließlich kam er mit einem Schriftstück wieder.

„Da! Bitte!“ Er überreichte es den Anwalt, der sich gleich darüber hermachte.

„Hm, so so! Diese Klausel ist schon einmal unwirksam, da sie gegen Paragraph 1a von Gesetzbuch 2b verstößt. Und hier, das ist auch nicht zulässig!“

„Ist ja interessant!“, meinte der Drache.

„Also, wenn ich das richtig lese, dann kann ich da zweimal im Jahr eine Urlaubspause für Sie herausschlagen, außerdem kann ich die Plünderungszeiten auf einmal im Monat statt zweimal in der Woche reduzieren. Wäre das denn O.K. für Sie?“

Die Dorfbewohner machten große freudige Augen.

„Einmal im Monat?“

„Das ist ja wie Urlaub!“

„Ja, einmal im Monat, das halten wir locker aus!“

Auch der Drache zeigte sich begeistert: „Oh, das würde ja meinem Ischias zugutekommen! Wissen Sie ich bin auch nicht mehr der Jüngste! Außerdem bin ich auch eigentlich ein ziemlich netter Drache, wenn man mich denn erst mal besser kennt!“

„Ach wirklich!“,...

Erscheint lt. Verlag 6.8.2019
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte Fantasy • Fridays For Future • Humor • humorvoll • Kurzgeschichten • Mondlandung • Science-fiction • Tiefsinnig
ISBN-10 3-7494-0274-4 / 3749402744
ISBN-13 978-3-7494-0274-8 / 9783749402748
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