Die große Seele – Die Weisheit des Mahatma Gandhi (eBook)
145 Seiten
Insel Verlag
978-3-458-76248-5 (ISBN)
Mahatma Gandhi, die »Große Seele«, entwickelte die Methode des »zivilen Ungehorsams«, die heute allen Menschenrechtsbewegungen Vorbild ist.
Sein Prinzip der Gewaltlosigkeit geht auf alte Erkenntnisse des Hinduismus, Buddhismus und Jainismus zurück. Doch er formulierte es für unsere Zeit neu und benutzte die Gewaltlosigkeit als wirkungsvolle Waffe im indischen Unabhängigkeitskampf.
Gandhi weist uns einen Weg, jenes Gleichgewicht zwischen den gesellschaftlichen und den persönlichen Lebensansprüchen wiederherzustellen, um das wir heute so verzweifelt ringen.
Martin Kämpchen stellt die wichtigsten Gedanken Gandhis zum Miteinander im Alltag, zu Politik und Religion, zu Wahrheit und Gewaltlosigkeit vor.
<p>Mahatma Gandhi, geboren 1869 in Porbandar und verstorben 1948 in Neu-Delhi war ein indischer Rechtsanwalt, Widerstandskämpfer, Revolutionär, und Publizist. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts setzte sich Gandhi für die Gleichberechtigung der Inder in Südafrika ein. Später wurde er politischer und geistiger Anführer der indischen Unabhängigkeitsbewegung, die schließlich das Ende der britischen Kolonialherrschaft über Indien herbeiführte und die Teilung Indiens zur Folge hatte. Kurz danach wurde Gandhi Opfer eines Attentats.</p>
Ich schicke dir von Zeit zu Zeit nützliche Gedanken wie diese, damit du nicht unruhig wirst.
EW. S. 180
Ich bitte niemanden, mir nachzufolgen. Jeder sollte der eigenen inneren Stimme folgen. Wer unfähig ist, die innere Stimme zu hören, sollte es dennoch nach bestem Gewissen versuchen. In keinem Fall soll man andere nachäffen.
EW. S. 254
Aber ich weiß, wenn wir in Augenblicken der größten Schwäche in Gott vertrauen, macht er uns irgendwie stark.
My dear Child. S. 37
Nur das vollste Vertrauen und vollkommene Reinheit und äußerste Demut befähigen uns, die richtige Wahl zu treffen.
My dear Child. S. 61
Wenn wir auf Gott vertrauen, sollten wir uns nicht sorgen, so als hätten wir einen vertrauenswürdigen Wächter vor unserer Tür. Und wer kann ein besserer Wächter sein als Gott, der sich niemals verweigert. Es genügt nicht, daß wir Gott Loblieder singen oder ihn mit dem Verstand kennen. Wir müssen ihn im Innern fühlen. Und zwar so wirklich fühlen wie Schmerz oder Freude. Dann brauchen wir nicht mehr [über Gott] zu rechten. Wer kann uns durch Argumente unsere Erfahrung nehmen? Das schreibe ich, weil ich möchte, daß du absolut frei von Sorgen und Ängsten seist.
My dear Child. S. 89
Das Gefühl folgt den Impulsen des Herzens. Es kann uns leicht fehlleiten, es sei denn, wir halten das Herz rein. Es ist wie wenn man ein Haus und alles darin sauber hält. Das Herz ist die Quelle, aus der das Wissen über Gott fließt. Wenn die Quelle verseucht ist, hilft kein Gegenmittel. Und wenn deren Reinheit gesichert ist, ist nichts weiter nötig.
My dear Child. S. 91
Das Kreuz besitzt zweifellos eine universale Anziehungskraft, sobald du ihm eine universale Bedeutung gibst und nicht die enge, von der man oft in allgemeinen Gesprächen hört. Doch braucht man, wie du sagst, die Augen der Seele, um diese Bedeutung betrachtend zu erfahren.
My dear Child. S. 100
Ich wünsche mir, daß du im vollkommenen Frieden lebst, sogar wenn alles zu mißlingen scheint.
My dear Child. 102
Selbstverneinung kann nur echt sein, wenn sie Freude bringt, nicht Trauer, niemals Zorn.
My dear Child. S. 104
In diesem Augenblick ist es deine eindeutige Pflicht, jenen zu gehorchen, die Verantwortung für dich übernommen haben. Du darfst dich ihnen nur dann widersetzen, wenn sie deutlich deinen spirituellen Fortschritt behindern.
My dear Child. S. 23 f.
Wer die Arbeit verrichtet, die sich einem ungewollt anbietet, ohne sich zu sorgen und mit gesammelter Aufmerksamkeit, der kann nicht anders, als in Frieden mit sich zu sein.
CW LXV. S. 39 f.
Wer sich bemüht, selbst in kleinen Dingen sorgfältig zu sein, wird sich genau so bei großen Dingen verhalten. Denn die Meinung, wer nachlässig in kleinen Dingen sei, könne bei größeren sorgfältig sein, ist ein Irrtum.
CW LXV. S. 61 f.
Anstatt abstrakte Fragen zu besprechen, sollten wir den Rat des Dichters befolgen, der sagt: »Laßt uns den heutigen Tag nützlich verbringen, wer weiß, was der morgige Tag bringt.«
EW. S. 34
Der Weg zu echter Reue führt über den festen Entschluß, sich zukünftig nicht mehr die Hände mit Schlechtem zu beflecken. Wenn du jemals wieder fehlgehst, solltest du es sogleich bekennen. Es ist menschlich, zu irren. Es ist darum normal, Fehler zu machen, das ist in sich keine ernste Sache. Die Gefahr liegt darin, den Fehler zu verbergen. Wenn ein Mensch sich der Unwahrheit bedient, um seinen Fehler zu verbergen, begeht er eine weitere Torheit. Wer [auf diese Weise] einen Fehler nach dem anderen begeht, kann sich sehr schaden. Wer ein Geschwür am Körper hat, kann den Eiter herausdrücken. Doch wenn das Gift nicht herauskommt und es sich im Körper ausbreitet, kann der Mensch sogar sterben. Dasselbe gilt für jemanden, der eine Sünde begeht und sie nicht bekennt.
EW. S. 208
Ein Sünder mag viele Sünden begehen, doch wenn er sie im letzten Augenblick ernstlich bereut, wird Gott ihm vergeben.
EW. S. 208
Wenn der Geist gründlich gereinigt ist, wird der Körper auch gesund sein. Ein Sprichwort heißt: Wenn der Geist rein ist, fließt der Ganges an der eigenen Haustür vorbei. Mit anderen Worten, wenn der Geist ausgeglichen und sattvisch[1] ist, muß der Körper ebenso werden.
EW. S. 207
Es gibt einen ständigen Konflikt zwischen Schicksalsfügung und menschlicher Bemühung. Die menschliche Bemühung besteht darin, das nachteilige Schicksal zu überwinden oder in seiner Wirkung zu verringern. Wer kann sagen, welches von beiden wirklich siegt? Wir wollen darum unsere Bemühung fortsetzen und den Rest Gott überlassen.
EW. S. 184
Wir sollen über niemanden urteilen. Gewiß bewundere ich deine Fähigkeit zu tätiger Nächstenliebe. Doch bist du vorschnell und hitzig. Wenn du diese beiden Mängel ablegst, kannst du deine Fähigkeit zu tätiger Nächstenliebe verdoppeln.
EW. S. 184 f.
Deine Liebe sei grenzenlos. Wenn du Geduld übst und nicht verzweifelt aufgibst, wirst du letztendlich siegen. Du darfst nicht leicht mit deiner Arbeit zufrieden sein.
EW. S. 187
Vertrauen hat keinen Platz bei einer Sache, die mit dem Verstand erfaßt werden kann. Darum solltest du mich korrigieren, wenn ich nicht sämtliche Fakten kenne und deshalb falsche Schlüsse ziehe.
EW. S. 188
Wir machen allerlei Pläne und fassen viele Entschlüsse, und nach einiger Zeit erinnern wir uns nicht einmal an sie. Alle solche Gedanken sind geistige Unkeuschheit. So wie jemand seine körperliche Kraft durch die gewöhnliche Unkeuschheit vergeudet, ebenso vergeudet er seine geistige Kraft durch geistige Unkeuschheit. So wie körperliche Schwäche den Geist beeinflußt, so beeinflußt geistige Schwäche auch den Körper. Darum habe ich dem Gelübde der Keuschheit (Brahmacharya) eine so breite Bedeutung gegeben und halte sogar müßige Gedanken für eine Verletzung.
EW. S. 202 f.
Du scheinst zu glauben, daß äußere Tätigkeiten uns daran hindern oder darin beeinträchtigen, Fortschritte in der Selbstreinigung zu machen. Meine Erfahrung ist gegenteilig. Ohne innere Reinigung kann man nicht im Geist der Loslösung arbeiten. Daraus folgt, der Grad innerer Reinigung kann wesentlich von der Reinheit unserer Arbeit abgelesen werden. Wer also versucht, innere Reinheit zu erlangen, ohne zu arbeiten, erliegt sehr wahrscheinlich einer Selbsttäuschung.
EW. S. 203
Wir träumen immer weiter über die vielen Dinge, die wir tun möchten, hätten wir nur die Zeit dazu. Wir bekommen nur eine viertel oder halbe Stunde oder nur ein paar Minuten freie Zeit. Darum sagen wir uns: »Was nützt uns das, wir haben jetzt nicht genug Zeit.« So träumen wir immer weiter, und die goldenen Möglichkeiten entgleiten uns.
EW. S. 205
Was für ein Narr ist in unseren Augen jemand, der zehn Pfund braucht und doch die paar Schillinge vernachlässigt, die er regelmäßig erhält. Und dennoch handeln wir genau wie diese Person. Wir bedauern, daß wir keine Zeit bekommen. Doch wir vergeuden die müßigen Minuten, die uns im Laufe des Tages zufallen.
EW. S. 205
Wenn sich ein Mensch erschöpft fühlt und nicht fähig ist, seine Arbeit fortzusetzen, dann ist das beste Heilmittel, sich hinzulegen und zu schlafen und, wenn möglich, eine Woche im Bett zu bleiben. Das ist die beste Methode, die verlorene Energie zurückzugewinnen, vor allem die mentale Energie. Denn während des Schlafes bekommt das Gehirn vollkommene Ruhe, und die Gehirnzellen, die während der aktiven Arbeit verzehrt werden, regenerieren sich durch die Blutzufuhr.
EW. S. 205
[Gewissen] ist eine Qualität oder ein Zustand, der durch mühevolle Einübung erreicht wird. Eigensinn ist nicht Gewissen. Ein Kind hat kein Gewissen. Eine Katze folgt nicht ihrem Gewissen, wenn sie Mäuse fängt. Sie gehorcht ihrer Natur. Ein Gewissen ist die reife Frucht strengster Disziplin. Verantwortungslose Jugendliche, die niemals auf jemanden oder auf etwas gehört haben, außer auf ihre Instinkte, besitzen kein Gewissen. Aus demselben Grund trifft das auch auf viele Erwachsene zu.
EW. S. 210
Die goldene Verhaltensregel ist gegenseitige Toleranz, denn wir müssen einsehen, daß wir niemals alle gleich denken und wir die Wahrheit stets nur in Teilen und von verschiedenen Perspektiven aus sehen werden. Gewissen bedeutet nicht dasselbe für alle Menschen. Zwar ist es ein guter Berater für die individuelle Lebensführung, doch wäre es eine unerträgliche Einmischung in die Gewissensfreiheit, wollte man die eigene Gewissenshaltung anderen aufzwingen.
EW. S. 211 f.
Wer auf seine Tugend stolz ist, wird häufig ein Fluch für die Gesellschaft. Die Gesellschaft wird diese Tugend nicht anerkennen, und der betreffende Mensch wird nicht die Früchte seiner...
| Erscheint lt. Verlag | 14.8.2019 |
|---|---|
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Romane / Erzählungen |
| Sonstiges ► Geschenkbücher | |
| Schlagworte | 20. Jahrhundert • 50plus • Anthologie • Aphorismen • Auswahl • Best Ager • Blütenlese • Buddhismus • Denken • England • Fachbuch • Freiheit • Generation Gold • Geschichte • Gewaltlos • Gewaltlosigkeit • Golden Ager • Hinduismus • Indien • Indische Unabhängigkeit • insel taschenbuch 4722 • IT 4722 • IT4722 • Jainismus • Lehre • Martin Kämpchen • Menschenrechtsbewegung • Merck-Tagore Award 2012 • Modernes Indien • Moralische Integrität • Natur • Pakistan • Persönlichkeit • Politik • Rechte • Rentner • Rentnerdasein • Ruhestand • Salzmarsch • Sammlung • Senioren • Sprüche • Unabhängigkeit • Widerstand • Zitate • Ziviler Ungehorsam • Zusammenstellung |
| ISBN-10 | 3-458-76248-5 / 3458762485 |
| ISBN-13 | 978-3-458-76248-5 / 9783458762485 |
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