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Profiling Murder – Fall 5 (eBook)

Riskantes Spiel

(Autor)

eBook Download: EPUB
2019 | 1. Aufl. 2019
135 Seiten
beTHRILLED (Verlag)
978-3-7325-5394-5 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Profiling Murder – Fall 5 - Dania Dicken
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Folge 5: Jake erwacht im Dunkeln vor der Bar, in der er eben noch mit seinem Freund Steve ein Bier getrunken hat. Jemand hat ihn niedergeschlagen und seine Dienstwaffe gestohlen. Am nächsten Morgen dann ein weiterer Schock: Unweit der Bar wurde eine Leiche gefunden. Es ist Steve - und Jake ist der letzte, der ihn lebend gesehen hat. Es dauert nicht lang, bis der Verdacht der ermittelnden Detectives auf ihn fällt. Laurie muss ihm helfen, auch wenn es ihr ausdrücklich untersagt wurde. Bei ihren Nachforschungen lässt sie nichts unversucht - und bringt sich damit selbst in die Schusslinie der Täter.

Laurie Walsh war eine erfolgreiche Polizistin. Bis sie aus Notwehr schießen musste - und ein Mensch starb. Die Bilder verfolgen sie jede Nacht - selbst jetzt, mehr als ein Jahr später. Doch dann meldet sich ihr ehemaliger Partner Jake und bittet sie um Hilfe bei einem Fall. Und Laurie wird klar, wie sehr ihr Herz noch an der Polizeiarbeit hängt. Immer wieder hilft sie Jake fortan bei harten Fällen, die die Ermittler tief erschüttern. Und gerät dabei nicht selten selbst ins Visier der Täter ...

eBooks von beTHRILLED - mörderisch gute Unterhaltung.



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Samstag, 24. August, 19.43 Uhr


Laurie gönnte es Jake, den Abend auswärts mit einem Freund zu verbringen. Seit Samantha bei ihr lebte, hatten Laurie und Jake keine Pärchenabende mehr. Meistens lief es auf eine Netflix-Serie hinaus, die sie sich zu dritt anschauten. Zwar störte es Jake angeblich nicht, aber Laurie hoffte, dass es nicht ewig so blieb.

Inzwischen war das eigenartige Gefühl verflogen, das Laurie in den ersten Tagen empfunden hatte, als Sam plötzlich wieder bei ihr war. Sie hatte sich immer gut mit ihrer Schwester verstanden, aber so nah wie jetzt hatten sie sich nie gestanden – und das, obwohl sie einander elf Jahre lang nicht gesehen hatten. Anfangs hatte sie sich unsicher gefühlt, denn es hatte eine gewisse Distanz zwischen ihnen geherrscht. Die war nun nicht mehr da.

Und Sam war ein Engel. Sie hielt die Wohnung in Ordnung und kochte für sie, auch wenn Laurie ihr zweimal täglich sagte, dass sie das nicht tun musste. Inzwischen ging sie sogar allein einkaufen. Laurie mischte sich auch nicht mehr ein, denn sie war zu dem Schluss gekommen, dass es Sam guttat. Was hätte sie auch sonst den ganzen Tag tun sollen – fernsehen? Die Wand anstarren?

Nach Dienstschluss war Jake gleich zur Bar gefahren und Laurie hatte sich allein auf den Heimweg gemacht. Sie hatte gemeinsam mit Sam gekocht und war dankbar dafür, wieder unbeschwert Zeit mit ihrer Schwester verbringen zu können.

Als sie mit dem Essen fast fertig waren, holte Sam tief Luft.

»Ich habe darüber nachgedacht, wie es bei mir weitergehen soll. Auf jeden Fall möchte ich meinen Highschool-Abschluss nachmachen. Ohne Schulabschluss bin ich aufgeschmissen.«

Laurie nickte zustimmend.

»Ich muss unter Leute. Ich habe ein Angebot gefunden, bei dem die Kurse abends stattfinden, aber in einer richtigen Schule. Mir hätten ja bloß noch zwei Jahre bis zu meinem Abschluss gefehlt, aber so lange müsste ich gar nicht zu dieser Schule gehen. Wahrscheinlich reicht ein Jahr. Tagsüber könnte ich irgendwo arbeiten gehen, um Geld zu verdienen.«

»Wenn du das so machen möchtest. Arbeiten musst du nicht, das weißt du.«

»Ich möchte aber gern. Außerdem sind da die Kosten für den Kurs – tausendfünfhundert Dollar pro Jahr …«

»Verstehe. Die kriegst du, Sam.«

»Ich zahle sie dir zurück, sobald ich kann.«

»Jetzt hör schon auf. Ich unterstütze dich bei allem, egal was du dir vornimmst. Wann geht der Kurs los?«

»Eigentlich vor zwei Wochen … Ich habe da heute mal angerufen und denen meine Situation geschildert. Sie meinten, ich könnte auch nach den Herbstferien noch einsteigen, wenn ich den Stoff bis dahin nachgeholt habe.«

»Das schaffen wir. Ich helfe dir dabei.«

»Das wäre so toll …«

»Ist doch klar. Es muss ja weitergehen.«

Wortlos begann Samantha, den Tisch abzuräumen. Laurie konnte verstehen, dass ihre Schwester unzufrieden mit der Situation war. Zwar hatte sie sich erstaunlich schnell in der Außenwelt und auch in Phoenix zurechtgefunden. Dennoch musste es gerade in Lauries Wohnung tatsächlich für Sam sein wie all die Jahre in David Lesters Haus – eintönig, einsam, isoliert. Das war nicht gut. Wenigstens ging der Mistkerl für all das in den Knast, was er Sam angetan hatte. Elf Jahre ihres Lebens waren unwiederbringlich verloren … Laurie wusste, dass sie ihre Schwester jetzt nicht bremsen durfte. Sam hatte Nachholbedarf und natürlich wollte sie ihre Schwester unterstützen.

Das Zimmer, das bislang noch Lauries Chaos- und Arbeitszimmer gewesen war, gehörte nun Sam. Vorerst. Laurie störte sich überhaupt nicht daran, dass ihre Schwester bei ihr lebte, aber eine Dauerlösung war das nicht. Jake fühlte sich nicht wohl in seiner Wohnung und Laurie wäre gern mit ihrem Freund zusammengezogen, aber wie sollte das im Moment funktionieren?

Sie räumten gemeinsam die Spülmaschine ein und anschließend zeigte Sam ihrer Schwester alles über den Kurs, in dem sie ihren Abschluss nachholen konnte. Es freute Laurie zu sehen, dass Samantha jetzt Zukunftspläne schmiedete. Dabei kam es ihr manchmal so vor, als würde Sam gerade fröhlicher in die Zukunft blickte als Laurie – und das nach elf Jahren eines regelrechten Sklavendaseins.

Sie beneidete ihre Schwester darum, dass sie gegen ihren Entführer und Peiniger nicht mehr aussagen musste. Sam musste Lester niemals wiedersehen, wenn sie nicht wollte. Laurie hingegen lag regelmäßig abends wach und fürchtete die Vorstellung, vor Gericht auf Patrick Keener zu treffen.

Schließlich machten die Schwestern es sich vor dem Fernseher gemütlich, legten die Füße hoch und schauten sich einen Film an. Das gefiel Laurie, so konnte ein Samstagabend ihretwegen gern aussehen.

Sie gähnte schläfrig, während der Abspann des Films lief. Es war auch schon spät. Sie wollte gerade ins Bett gehen, als ihr Handy auf dem Couchtisch zu vibrieren begann. Auf dem Display leuchtete ein Foto von Jake auf.

»Hey Jake, was ist los?«

Für einen Moment war nur Rauschen in der Leitung. »Laurie, kannst du zu mir kommen?«

»Wo bist du, Jake? Was ist passiert?«

»Ich weiß es nicht … Ich war mit Steve in der Bar und wollte mich gerade auf den Heimweg machen, als mich jemand von hinten niedergeschlagen hat. Mein Schädel brummt …«

»Bist du okay?«

»Ich glaube, schon. Allerdings … Ich traue mich gar nicht, das zu sagen.«

»Was denn?«, fragte Laurie nervös.

»Meine Dienstwaffe ist weg. Ich hatte sie ja noch bei mir.«

Laurie schluckte. Das war nicht gut. »Bleib, wo du bist. Ich komme zu dir. Hast du schon die Kollegen verständigt?«

»Nein, das mache ich jetzt. Ich wollte erst mal dich anrufen. Keine Ahnung, wieso.«

»Du musst den Diebstahl deiner Waffe anzeigen, und zwar jetzt. Ich komme zu dir und hole dich ab.«

»Okay … Ich bin an der 27 Avenue Bar in Laco Park.«

»Das finde ich. Bis gleich.« Laurie legte auf und blickte seufzend zu ihrer Schwester.

»Jake?«

»Ja, er wurde ausgeraubt. Seine Waffe ist weg. Ich muss zu ihm.«

»Natürlich. Kann ich irgendwas tun?«

Laurie schüttelte den Kopf. »Bleib einfach hier.«

»Das kriege ich hin«, sagte Samantha und zwinkerte ihr zu.

Laurie hatte die Adresse der Bar in ihrem Handy herausgesucht und festgestellt, dass sie keine anderthalb Meilen entfernt in einem Gewerbegebiet lag. Nach ein paar Minuten war sie dort und im Schein der Leuchtreklamen entdeckte sie Jake. Er stand vor der Eingangstür und rieb sich den Hinterkopf. Laurie parkte ihr Auto und beeilte sich, zu ihm zu kommen.

»Jake, alles okay?« Erleichtert umarmte sie ihn. Er erwiderte die Umarmung verhalten und machte ein unwirsches Gesicht.

»Was ist los?«, fragte sie.

»Walters reißt mir den Kopf ab. Wie konnte es nur passieren, dass mir jemand meine Dienstwaffe klaut?«

»Was ist mit deiner Marke?«

Jake griff in seine Hosentasche und zog sie heraus. »Die ist noch da.«

»Sind die Kollegen unterwegs?«

»Ja, sollten gleich kommen. Sieht man hier was?« Jake drehte sich um und deutete auf eine Stelle an seinem Hinterkopf, aber Laurie konnte nichts sehen. Da war kein Blut, aber als sie fühlte, entdeckte sie eine relativ große Schwellung.

»Ich fasse es einfach nicht. Wir sind gerade mal zwei Monaten hier und schon stiehlt mir jemand meine Dienstwaffe …«

»Mach dich nicht verrückt. Wie gut kennst du Steve?«

Jake zuckte mit den Schultern. »Jetzt ein bisschen besser, aber … Wieso? Denkst du, er hat was damit zu tun?«

»Wer wusste denn, dass du deine Waffe bei dir hast?«

»Steve hat sie auf jeden Fall bemerkt. Ob sie sonst jemand gesehen hat, weiß ich nicht.«

Für Laurie wirkte das etwas zu zufällig. Aufmerksam schaute sie sich um und stellte fest, dass es unweit der Eingangstür zur Bar eine Überwachungskamera gab.

»Immerhin etwas«, murmelte sie und deutete auf ihre Entdeckung.

»Die hab ich auch schon gesehen. Bislang habe ich mich hier nur nicht weggetraut.«

»Wann ist Steve denn gegangen?«

»Etwa gegen halb zwölf. Er war vor mir weg.«

»Hätte er einen Grund, dir deine Waffe zu stehlen?«

»Nein, überhaupt nicht! Er ist ein netter Typ.«

»Aber irgendjemand wollte deine Waffe.«

»Ja, vermutlich. Wir haben uns voneinander verabschiedet, er ist rausgegangen und ich war noch kurz auf der Toilette. Als ich rauskam, bin ich bloß stehen geblieben, um mein Handy rauszuholen und mir ein Taxi zu rufen, und da wurde es plötzlich schwarz.«

»War denn jemand in der Nähe?«

»Nein … keine Ahnung. Ich weiß es wirklich nicht. Ich habe nicht drauf geachtet, ich war abgelenkt. Vielleicht ist mir jemand aus der Bar gefolgt.«

»Wenn wir uns die Überwachungsaufnahmen ansehen, werden wir es wissen.«

»Ja, ich hoffe.«

»Du gibst das gleich einfach zu Protokoll, wie es passiert ist, und das Video wird dich entlasten. Walters wird sich bestimmt nicht freuen, aber wir können es jetzt nicht mehr ändern. Wegen Keener hast du bei ihr einen Stein im Brett.«

»Na, ich weiß nicht. Mein Alleingang hat sie nicht sonderlich gefreut.«

In diesem Moment bog ein Streifenwagen des Phoenix PD auf den Parkplatz ein und zwei Officers stiegen aus, nachdem sie neben Lauries Auto geparkt hatten.

Jake ging zu...

Erscheint lt. Verlag 30.8.2019
Reihe/Serie Laurie Walsh Thriller Serie
Laurie Walsh Thriller Serie
Laurie Walsh Thriller Serie
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Krimi / Thriller
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte 20. - 21. Jahrhundert • Am Abgrund seiner Seele • blutig • Blutlinie • Cody McFadyen • Dan Brown • ebook serie • E-Book Serie • ethan cross • Fitzek • Gänsehaut • Kurzroman • Profiler-Reihe • Psycho • Psychothriller • Schlitzer • Serie • Serienmörder • spannende serie • Spannung • Thriller • Thrillerserie • todeskünstler • USA • Vatikan • Verschwörung
ISBN-10 3-7325-5394-9 / 3732553949
ISBN-13 978-3-7325-5394-5 / 9783732553945
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