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Profiling Murder – Fall 6 (eBook)

Tödliche Intrige

(Autor)

eBook Download: EPUB
2019 | 1. Aufl. 2019
149 Seiten
beTHRILLED (Verlag)
978-3-7325-5395-2 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Profiling Murder – Fall 6 - Dania Dicken
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Folge 6: Die Leiche einer jungen Frau wird brutal zerstückelt aufgefunden. Das Brisante: Sie hätte bei einem wichtigen Kartell-Prozess in der Jury sitzen sollen. Steckt das Kartell dahinter, weil sie das Urteil in eine unerwünschte Richtung hätte lenken können? Laurie und Jake ermitteln in dem Mordfall. Schnell stellt sich heraus, dass die Tote und der zuständige Staatsanwalt Haimsworth sich von früher kannten - und dass die beiden ein dunkles Geheimnis verbindet, das den Staatsanwalt nicht nur seine Karriere, sondern auch seine Freiheit kosten könnte.

Laurie Walsh war eine erfolgreiche Polizistin. Bis sie aus Notwehr schießen musste - und ein Mensch starb. Die Bilder verfolgen sie jede Nacht - selbst jetzt, mehr als ein Jahr später. Doch dann meldet sich ihr ehemaliger Partner Jake und bittet sie um Hilfe bei einem Fall. Und Laurie wird klar, wie sehr ihr Herz noch an der Polizeiarbeit hängt. Immer wieder hilft sie Jake fortan bei harten Fällen, die die Ermittler tief erschüttern. Und gerät dabei nicht selten selbst ins Visier der Täter ...

eBooks von beTHRILLED - mörderisch gute Unterhaltung.

Montag, 3. Dezember


Zaghaft klopfte Laurie an die Tür des Richterbüros und betrat das Vorzimmer. Der Schreibtisch von Richter Abbotts Sekretärin war unbesetzt, die Tür dahinter stand offen. Während sie noch überlegte, was sie tun sollte, vernahm sie aus dem Nebenraum die markante Stimme des Richters.

»Und aus welchem Grund wollen Sie von Ihrer Bürgerpflicht entbunden werden, ein Jurymitglied zu werden?«

Die Antwort ließ einen Moment auf sich warten. Laurie überlegte, wieder auf den Flur zurückzukehren, aber da alle Türen offen standen, gab sie ihrer Neugier nach.

»Ich fürchte, das kann ich Ihnen nicht sagen«, erwiderte eine Frauenstimme. Sie zitterte und klang unsicher, fast ein wenig ängstlich.

Abbott seufzte tief. »Sie müssen mir schon ein wenig helfen. Dass Sie überhaupt so hier reinschneien und mir in Abwesenheit von Staatsanwaltschaft und Verteidigung dieses Anliegen vortragen, ist höchst unorthodox. Ich kann Sie nicht einfach so aus der Jury entlassen, ohne Rücksprache mit den Kollegen zu halten. Es tut mir leid, ich fürchte, ich kann Ihrer Bitte nicht entsprechen. Außerdem müssen Sie uns schon sagen, warum Sie der Meinung sind, keine Geschworene sein zu können.«

»Okay, tut mir leid … Ich wollte doch nur … Ach, vergessen Sie’s.«

Keine zwei Sekunden später stürmte eine aufgelöst wirkende junge Frau aus Abbotts Büro. Sie war hübsch, hatte blonde Haare mit einem rosa Schimmer, eine zierliche Figur und stapfte mit gesenktem Kopf an ihr vorbei. Für einen kurzen Moment blickte Laurie ihr hinterher, bevor sie die Schultern straffte und weiter zu Abbotts Bürotür ging.

Sie klopfte an den Rahmen und steckte vorsichtig den Kopf durch die Tür.

»Guten Tag, Detective. Was kann ich für Sie tun?«

Laurie hielt den Hefter hoch. »Ich habe hier die Fallakte, um die Sie gebeten haben.«

»Fantastisch, vielen Dank. Ist Margaret nicht da?«

»Nein, im Vorzimmer ist niemand«, erwiderte Laurie, während sie mit dem Hefter zu Abbotts Schreibtisch ging und ihm die Akte überreichte.

»Haben Sie das Gespräch gerade gehört?«

Weil Laurie keinen Grund sah zu lügen, nickte sie. »Die Türen standen ja offen.«

»Zum Glück haben nur Sie das gehört. Das gerade war eine junge Frau, die in die Jury im Fall Marquez berufen wurde.«

»Verstehe. Bei mir ist das gut aufgehoben«, versicherte Laurie. Zwar hatte sie dem Richter gerade die Akte für einen anderen Fall gebracht, aber auch in den Fall Enrique Marquez war sie involviert.

»Ich weiß.« Abbott lächelte wohlwollend. »Danke, dass Sie mir die Akte so schnell gebracht haben.«

»Gern.« Freundlich nickte Laurie ihm zu und verabschiedete sich, bevor sie sich zum Gehen wandte. Eine Geschworene im Fall Marquez also … An diesem Fall hatten sie und Jake mitgearbeitet, nachdem Walters ihre Suspendierungen zurückgenommen hatte. Enrique Marquez war ein echter Unruhestifter in der Unterwelt von Phoenix. Festgenommen hatten die Kollegen ihn schon, bevor Laurie und Jake überhaupt nach Phoenix gezogen waren, aber es hatte bis zum Prozessauftakt immer noch genug zu tun gegeben.

Marquez war Mexikaner und unterhielt mehrere zwielichtige Nachtclubs in Phoenix. In den Hinterzimmern fand alles Verbotene statt, was man sich nur denken konnte: illegales Glücksspiel, Geldwäsche, Drogengeschäfte, Menschenhandel Zuhälterei – und das war längst noch nicht alles. Was Laurie über ihn wusste, erinnerte sie sehr an Raymond Newell, wegen dem es überhaupt zu Jakes und ihrer Suspendierung gekommen war. Auch Marquez war nun wegen schwerer Körperverletzung, Zuhälterei, seiner Hinterzimmergeschäfte und sogar wegen Mordes angeklagt, weshalb Laurie und Jake als Kollegen von der Mordkommission die Sondereinheit verstärken sollten. Es war ihnen gelungen, Hinweise auf eine in der Wüste verscharrte Leiche zu bekommen, die nachweislich mit Marquez’ Waffe erschossen worden war. Das untermauerte den bunten Strauß an Vorwürfen gegen Marquez natürlich massiv. Walters war selig gewesen, weil Laurie und Jake etwas gelungen war, woran andere Kollegen vor ihnen sich die Zähne ausgebissen hatten. Aber diesen Bonus hatten die beiden auch dringend gebraucht. Endlich brachten ihre Hartnäckigkeit und ihre kompromisslosen Ermittlungsmethoden aus Baltimore sie auch in Phoenix weiter.

Dass nun eine Geschworene ausgerechnet im Fall Marquez nicht zum Prozess antreten wollte, gefiel Laurie nicht. Das roch doch förmlich danach, dass man sie unter Druck setzte. Sie hatte dem Richter ja nicht einmal den Grund nennen wollen – und dass sie nur mit Abbott allein hatte sprechen wollen, war ebenfalls auffällig.

Aber das war nicht Lauries Problem. Sie hatte andere Dinge im Kopf, schließlich musste sie sich noch auf den Prozess vorbereiten, der im Januar starten sollte.

Zudem würde sie noch vor Weihnachten selbst als Zeugin vor Gericht erscheinen und gegen Patrick Keener aussagen müssen. Darauf hätte sie zwar gut verzichten können, aber sie versuchte immer wieder, sich davon zu überzeugen, dass ihre Aussage wichtig war und dafür sorgen konnte, dass er für immer im Gefängnis verschwand.

Außerdem hatte sie noch den Fall auf dem Tisch, von dem sie Abbott gerade die Akte gebracht hatte. Es ging um einen versuchten Mord. Ein Gangmitglied hatte einen Anhänger des verfeindeten Lagers niedergeschossen und fast getötet.

Über Langeweile konnte sie sich also nicht beschweren. Inzwischen hatte sie auch das Gefühl, in Phoenix angekommen zu sein. Nach ihrem turbulenten Start in der Wüstenmetropole waren sie und Jake endlich ein wenig zur Ruhe gekommen und hatten in ihren Alltag gefunden.

»Da bist du ja wieder«, sagte Jake, als Laurie vor seinem Schreibtisch stehenblieb.

Sie nickte und blickte auf die Uhr. »Bist du fertig?«

»Ja, wir können gern nach Hause fahren.«

»Klingt super.« Laurie fuhr den Rechner herunter und machte sich mit Jake auf den Weg zum Auto. Sie fuhren zusammen mit seinem zur Arbeit, weil Samantha mit Lauries Wagen zur Schule fuhr.

Auf dem Weg aus dem Stadtzentrum heraus vermieden sie es, die verstopfte Interstate 10 zu nehmen und fuhren über die McDowell Road ins südliche Scottsdale. Vor einem Monat waren sie umgezogen und Laurie freute sich jeden Tag darauf, nach Hause zu kommen. Sie hatten ein hübsches kleines Haus in einer ruhigen Wohngegend gefunden, in der hauptsächlich Familien lebten. Der botanische Garten lag gar nicht weit entfernt und für Laurie fühlte es sich an, als würde sie nahe einer Oase wohnen. Im Augenblick lebte Sam noch bei ihnen, was aber kein Problem darstellte. Das Haus war groß genug und Sam hatte ein geräumiges Zimmer, sogar mit einem eigenen kleinen Fernseher. Davon abgesehen war sie abends ohnehin häufig mit Aufgaben für die Schule beschäftigt, ging zu ihrer Therapeutin oder jobben, sodass Laurie und Jake wieder mehr Zeit zu zweit genießen konnten.

Lauries Auto stand bereits in der Einfahrt, als sie eintrafen. Jake parkte dahinter und sie gingen gemeinsam ins Haus. Anders als sonst schallte keine Musik aus Sams Zimmer, sondern der Fernseher lief – im Wohnzimmer. Laurie zog ihre Schuhe aus und ging zu ihrer Schwester.

Sie begrüßten sich und Laurie verschwand erst einmal, um sich umzuziehen und ein wenig frisch zu machen. Immerhin waren die Temperaturen inzwischen auszuhalten. Tagsüber kletterten sie auch im Dezember noch über zwanzig Grad, aber wenn sie morgens das Haus verließen, war es ganz schön frisch. Nach dem heißen Sommer tat das gut. Wenigstens hatte sie nicht mehr pausenlos das Gefühl, ihr Körper klebe vor Schweiß.

Als sie aus dem Bad kam, fand sie Jake vor dem Kühlschrank auf der Suche nach etwas Essbarem. Schließlich hatte er Sandwiches für alle gemacht und begleitete Laurie zu Samantha, die gleich den Fernseher ausschaltete.

»Ich wollte etwas mit euch besprechen«, begann Sam, als die anderen sich gesetzt hatten. »Mir wurde heute ein interessantes Angebot gemacht. Ich habe euch doch von Suzanne erzählt?«

Laurie nickte. Suzanne war eine junge Frau, die mit siebzehn schwer an Leukämie erkrankt war und deshalb die Schule abbrechen musste. Inzwischen war sie zweiundzwanzig und galt als geheilt, deshalb holte sie ihren Schulabschluss jetzt nach.

»Ihre Schwester Christine arbeitet beim Fernsehen, bei KPNX. Sie hat ihr mal von mir erzählt und der Sender ist interessiert an meiner Geschichte. Heute Mittag war Christine bei uns in der Schule und hat mir alles erklärt. Sie würde gern eine Dokumentation mit Interviews über meinen Fall machen. Außerdem haben sie Interesse an den Filmrechten und sie kennen auch jemanden bei einem großen Buchverlag, der wohl an den Buchrechten interessiert ist.«

Laurie fühlte sich völlig überfahren. Sie war froh gewesen, dass Sams Rückkehr weitgehend unbemerkt von den Medien über die Bühne gegangen war – weil sie nicht wusste, wie Sam darauf reagiert hätte.

»Würdest du das wollen?«, fragte sie.

»Ich habe darüber vorhin schon eine ganze Weile nachgedacht und finde es schon ziemlich spannend.«

»Wie viel bieten sie dir?«, wollte Jake wissen.

»Alles in allem 150.000 Dollar.«

Vollkommen überrascht zog Laurie die Augenbrauen hoch. »Oh. Das ist nicht schlecht.«

»Nein, eben … Christine ist in Ordnung, ich fand sie nett. Tatsächlich könnte ich mir vorstellen, das zu machen. Das Geld können wir gut brauchen. So viel verdiene ich im Copyshop ja nicht.«

Seit ihrem Umzug arbeitete Sam viermal...

Erscheint lt. Verlag 30.9.2019
Reihe/Serie Laurie Walsh Thriller Serie
Laurie Walsh Thriller Serie
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Krimi / Thriller
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte 20. - 21. Jahrhundert • Am Abgrund seiner Seele • blutig • Blutlinie • Cody McFadyen • Dan Brown • ebook serie • E-Book Serie • ethan cross • Fitzek • Gänsehaut • Kurzroman • Profiler-Reihe • Psycho • Psychothriller • Schlitzer • Serie • Serienmörder • spannende serie • Spannung • Thriller • Thrillerserie • todeskünstler • USA • Vatikan • Verschwörung
ISBN-10 3-7325-5395-7 / 3732553957
ISBN-13 978-3-7325-5395-2 / 9783732553952
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