Ein Weihnachtsmann fürs Leben & Luisas großer Weihnachtswunsch (eBook)
382 Seiten
Aufbau digital (Verlag)
978-3-8412-1874-2 (ISBN)
Zwei berührende Weihnachtsromane in einem E-Book!
Ein Weihnachtsmann fürs Leben.
Ein Fest zum Verlieben. Luisa will ihrer Mama dieses Jahr etwas ganz Besonderes zu Weihnachten schenken: einen Mann. Schließlich fehlt ihr der noch zum Glück. Das sagt sie zumindest immer. Und weil Luisa schon weiß, dass die Weihnachtsgeschenke aus dem Kaufhaus kommen, sucht sie hier nach einem Mann für Mama. Bloß, woher weiß man, wer der Weihnachtsmann fürs Leben ist?
Berührend und wunderschön erzählt: Ein modernes Weihnachtsmärchen.
Luisas großer Weihnachtswunsch.
Luisa ist sechs und kennt sich aus mit Weihnachtswünschen, schließlich hat sie selber immer ganz viele. Aber diesmal ist es etwas anderes, denn Daniel, der neue Freund ihrer Mutter und ihr großer Held, wünscht sich etwas ganz Besonderes von Mama: Er will ein Baby von ihr haben. Für Luisa steht fest, dass das der beste Wunsch seit Langem ist, schließlich will sie unbedingt ein Geschwisterchen. Nur ihre Mama ist alles andere als begeistert. Plötzlich hört Luisa sie und Daniel abends immer streiten. Ob es dennoch fröhliche Weihnachten werden? Luisa hofft fest darauf, denn sie weiß, wenn man sich etwas richtig sehnlich wünscht, geht es auch in Erfüllung ...
Angela Ochel, 1970 in Bielefeld geboren, arbeitete lange Zeit als Projektleiterin. Den Stoff für ihre Romane findet sie in ihrer eigenen Familie. Angela Ochel lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Söhnen bei Frankfurt am Main. Im Aufbau Taschenbuch liegen bisher ihre Romane 'Ein Baby und zwei Opas' und 'Ein Weihnachtsmann fürs Leben' vor. Mehr zur Autorin unter www.angelaochel.de.
* * *
Endlich stand Luisa auf dem Gehweg vor dem Kindergarten. Alleine.
Wie aufregend war das denn!
Es war überhaupt nicht weit bis zum Kaufhaus. Sie musste nur die große Straße ein Stückchen entlanglaufen und dann kam ein Platz. Dort standen fünf große Häuser und in der Mitte ein alter Springbrunnen, der aber heute nicht sprang, da Schnee drauf lag. Das größte Haus war das Kaufhaus Wunder. So hieß es nämlich wirklich: Kaufhaus Wunder.
Die Leute nannten es nur das Wunderkaufhaus.
Na, wenn es da keinen Prinzen zu kaufen gab, dann wusste Luisa auch nicht, was mit der Welt nicht stimmte.
Sie stopfte sich ihre kleine Tüte in die Jackentasche und überprüfte, ob ihr langes, blondes Haar ordentlich lag. Das Kaufhaus war nämlich vornehm.
Oma sagte das. Es wäre das vornehmste Haus am Platze gewesen, früher. Und »vornehm«, das konnte man hören, wenn Oma das Wort aussprach, war was Gutes.
Luisas Mutter arbeitete im Wunderkaufhaus. Und zwar in der ersten Etage in einer Ecke, wo man schöne Bilder von sich und seinen Kindern machen lassen konnte. Sie war Fotografin. Jetzt, so kurz vor Weihnachten, hatte sie sehr viel zu tun, weshalb es unmöglich gewesen war, am Heiligabend, also morgen früh, frei zu bekommen.
Aber von solchen Schwierigkeiten erzählte Mama Luisa nie. Mama sagte zu ihr immer nur, alles wäre gut und prima und dass sie die glücklichste Frau auf der ganzen Welt wäre, weil sie Luisa hätte und die Großmutter. Ohne Luisa und ohne Oma ginge nichts. Aber mit wäre alles bestens.
Wenn die Mutter überhaupt mal von Problemen redete, dann nur am Telefon zu Oma oder in der kleinen Küche. Dann musste Luisa es ziemlich clever anstellen, um das Gespräch zu belauschen.
Luisa war immer noch etwas schockiert, seit Mama gesagt hatte, ihre fehle ein Mann, also ein Vater für Luisa. Einen Vater, das wusste Luisa, hatten manche Kinder und manche nicht. Und Maximilian aus einer anderen Kindergartengruppe, der hatte nur einen Vater, gar keine Mutter. Das stellte sich Luisa fürchterlich vor. Wahrscheinlich standen bei den beiden zu Hause überall nur Autokisten rum.
Eine Mutter, so sah das Luisa, war unverzichtbar. Und eine Großmutter. Und wenn man dann noch Zeit und Platz hatte, dann konnte man noch einen Vater dazu nehmen.
Der Unterschied von einem Mann zu einem Vater, das ahnte Luisa, hatte was damit zu tun, ob ein Mann auch nett zu Kindern war, und ob er gewillt war, diese Kinder morgens zum Kindergarten zu fahren (Väter haben immer Autos) und zu den Aufführungen zu kommen, um dort Fotos und Filme zu machen (Väter haben alle Handys). Väter halfen bei Kindergartenfesten am Grill (Väter grillen immer). Dafür waren Väter da.
Darauf musste sie also auch achten, wenn sie gleich den Prinzen aussuchte. Andererseits würde ein Prinz diese kleinen Aufgaben sicher spielend meistern.
Luisa stand jetzt etwas aufgeregt und ziemlich stolz vor dem Kaufhaus. Bis jetzt hatte alles super geklappt. Der Rest war sicher ein Kinderspiel. Wie jedes Mal, bevor sie das Kaufhaus betrat, blickte sie an der prächtigen Fassade hoch. Da war das große Bild von Herrn Wunder. Ein unfassbar netter Mann. Sicher ein wundervoller Vater. Leider hatte Luisa diesen Herrn Wunder, dem offenbar das ganze Kaufhaus gehörte, noch nie persönlich getroffen. Sie wünschte es sich jedes Mal, wenn sie zum Kaufhaus kam (meist mit Oma, um Mama abzuholen), dass sie ihm mal zufällig, vielleicht auf der Rolltreppe, begegnete.
Den Herrn Wunder gab es offenbar nur in Schwarzweiß, und Luisa war sicher, dass sie ihn dann schnell zwischen all den farbigen Kunden ausmachen konnte.
Herr Wunder hatte dunkles, glänzendes Haar, das streng nach hinten gekämmt war. So wie bei Opa auf dem großen Bild in Omas Wohnung. Herr Wunder hatte eine gerade Nase und dunkle Augen. Keinen Bart, keine Brille. Er trug Anzug und Schlips. Sehr vornehm.
Das Wunderkaufhaus hatte vier große Türen mit vier großen, goldenen Griffen, die allesamt immer aufstanden. Das sah so wunderbar einladend aus. Und wenn man hindurchschritt, durchquerte man eine Wand warmen Windes. Das war einmalig.
Vor den Türen war der Schnee sorgfältig weggeschippt. Drei kleine Verkaufshäuschen standen im Kreis davor, von denen ein leckerer Duft nach Bratwürsten, gebrannten Mandeln und Waffeln herüberwehte. Aber davon durfte sich Luisa nun nicht ablenken lassen. Schließlich hatte sie eine Mission.
Sie schaute noch einmal zum Bild von Herrn Wunder hoch.
»Ich brauche einen Prinzen, Herr Wunder, bitte!«
Herr Wunder schien ein bisschen mehr zu lächeln.
Die Fassade des alten Kaufhauses, das wusste Luisa von ihrer Oma, war im Jungen-Stil geschmückt. Was das genau sein sollte, dieser Jungen-Stil, war Luisa nicht so recht klargeworden. Oma sagte dann aber immer: »Und unser Theater ist auch im Jungen-Stil gebaut worden.«
Eigentlich waren für einen echten Jungen-Stil zu wenig Autos auf der Fassade. Gar keins, um genau zu sein. Da waren nur vier schlanke, sehr ernste Damen mit sehr gerader Nase und edlen Blumen, die auf die ankommenden Besucher nachdenklich herunterschauten. Wahrscheinlich waren die Damen deshalb so ernst, weil sie wussten, wie schwer es war, etwas zu kaufen, was man auch wirklich gebrauchen konnte.
Oma sagte das oft: »Die Leute kaufen dummes Zeug, das sie gar nicht brauchen!« Oma kaufte nur richtig gute Sachen. Jacken und Töpfe. Und Schlafanzüge. Richtig, Luisas Oma kaufte am liebsten Schlafanzüge.
»Wer wirklich vornehm sein will, muss auch im Bett gut angezogen sein«, sagte ihre Großmutter dann recht entschlossen und keinen Widerspruch duldend, wenn sie wieder einen Schlafanzug überreichte. Luisas Mama schmunzelte dann und antwortete: »Liegt die Betonung auf ›vornehm‹ oder auf ›angezogen‹?« Und dann lachten die beiden wie kleine Mädchen.
Luisa mochte das Kaufhaus Wunder gern wie keinen anderen Ort auf dieser Welt. Da kannte sie jeden Angestellten, und alle waren nett zu ihr.
Na ja. Fast alle. Der Geschäftsführer, der war nicht so nett. Ihre Mutter sagte, der könne nichts dafür, er müsse sich ja darum kümmern, dass alles gut liefe in dem Kaufhaus, und außerdem hätte er eine ›schwierige Ehe‹ hinter sich.
Was das wohl war, eine schwierige Ehe? Vielleicht so was wie Zahnschmerzen?
»Na, dann mal los, Luisa. Einen Prinzen kaufen. Das wird schon klappen.«
Auf jeden Fall würde sie heute bei Frau Schmattke vorbeischauen, sollte sie nicht von selber den Prinzen ausfindig machen. Oder einfach noch ein paar Tipps benötigen. Frau Schmattke war fast so alt wie Oma und verkaufte Parfüm. Sie roch immer gut und daher würde sie einen netten Prinzen erkennen, wenn sie ihn sähe.
Luisa sammelte noch einmal Mut.
»Ob du heute endlich mal da bist?«, flüsterte Luisa verstohlen zu dem Bild von Herrn Wunder hoch und lief auf die Türen zu. Unter ihren Schuhen knirschte der Streusand.
»Huuuuuuu!«, machte der warme Wind und kam von unten, so dass Luisa, wie jedes Mal, kurz die Luft anhalten musste. Geschafft. Sie stand nun im lichtdurchfluteten, großzügigen Eingangsbereich des Kaufhauses. Nach oben hin öffnete sich die Halle, und man sah die Geländer der oberen Stockwerke, viel Licht und die Rolltreppen von der Seite.
Wunderbar.
Luisa liebte das Kaufhaus, weil es aussah wie ein Puppenhaus. Ein gewaltiges, glitzerndes, schön aufgeräumtes Puppenhaus. Sie liebte diese Ordnung und gleichzeitig dieses Gewusel von Menschen.
Luisa mochte es, dass jede Abteilung für sich ein kleines Reich ergab. Ganz ohne Wände. Die vielen bunten Waren und erstaunlichen Gerüche, die Farben und Geräusche schienen wie durch einen Zauber genau auf dem einen kleinen Karree zu bleiben, das ihnen die Platten auf dem Boden zuwiesen. Denn jede Abteilung hatte auf dem Boden andere Fliesen. Mal kariert (Herrenoberbekleidung), mal orange (Damenoberbekleidung), mal helllila (Schuhe), mal schwarz (Lederwaren), mal gelb (Zeitungen und Bücher), mal strahlend weiß (Parfümerie), mal grau (Uhren) und natürlich rot, für die Süßigkeiten.
Oben gab es auch einen Supermarkt und zu essen, aber da waren die Flächen alle blau-weiß kariert und der Weg dazwischen grau.
Luisa lief bis zu den Rolltreppen, die zu dieser Zeit leise surrend ältere Damen und Herren in Mänteln nach oben ins Restaurant beförderten. Neben den zwei eleganten, langen Rolltreppen war die große Kundentreppe, die mit dickem, rotem Teppich belegt war.
Alles war weihnachtlich geschmückt. Da standen Tannen mit dicken Kugeln, Rentiere (nein, leider keine echten), die vor einem reich bepackten Schlitten geduldig auf den Weihnachtsmann warteten. Es gab eine ganze Menge Weihnachtsmänner. Die kletterten aus unerfindlichen Gründen an Säulen hoch oder trugen Säcke herum. Sie waren auf Bildern und auf Plakaten und hielten Schilder mit Angeboten drauf. Zusätzlich waren da Frauenpuppen und Männerpuppen in Winterkleidung und Skiausrüstung oder sie trugen Wintermode und dazu kecke, rote Bommelmützen. Überall verstreut, aber doch irgendwie ordentlich, lagen Berge von Geschenken in Glitzerpapier.
Aus den Kaufhauslautsprechern klang die schöne, sanfte Stimme von einem Herren namens Bing Bong – oder so ähnlich. Den Namen konnte Luisa sich nicht merken, aber die Stimme war unfassbar weich. Er sang besonders gerne das Lied, das so klang wie »Eim-driemink-off-ä-weit-küs-mös«. Insgeheim hatte...
| Erscheint lt. Verlag | 4.11.2019 |
|---|---|
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Romane / Erzählungen |
| Schlagworte | Baby • Bundle • Christkind • Das Wunder von Manhattan • Familie • Fest • Fest der Liebe • Geschwister • Heiligabend • Kind • Kinderwunsch • Liebe • Männer • modernes Weihnachtsmärchen • Mutter • Streit • Suche nach dem Richtigen • Tochter • Weihnachten • Weihnachten mit Kindern • Weihnachtsfest • Weihnachtsgeschenk • Weihnachtsmann • Weihnachtsmärchen • Weihnachtswunsch • Wunsch |
| ISBN-10 | 3-8412-1874-1 / 3841218741 |
| ISBN-13 | 978-3-8412-1874-2 / 9783841218742 |
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