Zum Hauptinhalt springen
Nicht aus der Schweiz? Besuchen Sie lehmanns.de

Notärztin Andrea Bergen 1382 (eBook)

Und dann kam Betty

(Autor)

eBook Download: EPUB
2019 | 1. Aufl. 2019
64 Seiten
Bastei Entertainment (Verlag)
978-3-7325-8279-2 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Notärztin Andrea Bergen 1382 - Hannah Sommer
Systemvoraussetzungen
1,99 inkl. MwSt
(CHF 1,90)
Der eBook-Verkauf erfolgt durch die Lehmanns Media GmbH (Berlin) zum Preis in Euro inkl. MwSt.
  • Download sofort lieferbar
  • Zahlungsarten anzeigen

Und dann kam Betty

Nach dem tragischen Unfalltod seiner Frau zieht sich Dr. Sven Neuer immer mehr zurück - dabei sehnt er sich nach Glück und Unbeschwertheit. Doch wo man unbeschwert ist, da lauern auch Gefahren, meint er - und die will er für die Zukunft unbedingt ausschließen: vor allem für seinen geliebten Sohn Jamie. Aber als er die vor Energie nur so sprühende Betty trifft, stellt sie sein Leben gehörig auf den Kopf. In jeder Hinsicht ...

Und dann kam Betty

Bei allem Verständnis, das ich für meinen Kollegen Dr. Sven Neuer habe – ich finde, er übertreibt gewaltig! Am liebsten würde er seinen Sohn Jamie in Watte packen, aus Angst, dem Jungen könnte etwas zustoßen. Ich weiß, dass Svens Furcht ihren Ursprung im tragischen Unfalltod seiner geliebten Frau Miriam hat, doch Jamie muss endlich wieder am Leben teilnehmen und glücklich sein dürfen. Für den Jungen, der an ADHS leidet, wäre es so wichtig, positive Erfahrungen zu sammeln!

Mit viel Mühe habe ich einen kleinen Erfolg erzielt und Sven überzeugt, dass Jamie Reitstunden auf dem Marienhof nehmen darf: bei der einfühlsamen und hübschen Reittherapeutin Betty, die Jamie sehr gutzutun scheint. Und nicht nur Jamie! Ich hege allergrößte Hoffnungen, dass auch Sven bei ihr auftaut und „zu neuem Leben“ erwacht …

O mein Gott, gerade ist ein Notruf vom Marienhof eingegangen: Jamie ist nach einem schweren Sturz vom Pferd bewusstlos! Für Sven scheint sich das Schicksal auf unfassbare Weise zu wiederholen! Bin ich daran schuld?

„Schneller, Thunder, schneller!“ Betty Köhler trieb ihren Hengst zum Galopp an.

„Uns holst du nicht ein!“, rief Nina Williams lachend über ihre Schulter, während die beiden Freundinnen dicht hintereinander auf ihren Pferden über die grüne Wiese preschten.

„Ha! Abwarten!“ Betty gab Thunder einen weiteren Impuls, und der Hengst holte ein gutes Stück auf. „Wer zuerst an der alten Buche ist!“

Jetzt trieb auch Nina ihre Fuchsstute noch etwas mehr an. Mit wehender Mähne, begleitet vom Lachen der beiden Freundinnen, galoppierten die Pferde dem festgesetzten Ziel entgegen.

„Gewonnen!“, sagte Nina, umrundete mit ihrer Fuchsstute den anmutigen Baum und streckte triumphierend eine Faust in den strahlend blauen Himmel. „Ich hab’s dir doch gesagt. Wir sind einfach zu schnell für euch.“ Sie zügelte Antonia und kam zum Stehen.

Betty nahm ebenfalls die Zügel an, und ihr weißer Hengst wurde langsamer.

„Nur weil ihr einen Vorsprung hattet“, beharrte sie. „Nächstes Mal gewinnen wir wieder.“ Sie sah auf die Uhr. „Oh, wir müssen zurück zum Hof. Die nächste Stunde mit Timo geht gleich los.“

Die Freundinnen lenkten ihre Pferde auf den Feldweg und machten sich im Schritttempo auf den Weg zurück zum Reiterhof.

„Timo hat in den letzten Monaten gute Fortschritte gemacht“, sagte Nina. „Er ist richtig aufgetaut und viel selbstbewusster geworden.“

Betty nickte. Sie war als Reittherapeutin auf dem Marienhof tätig und betreute seit mehreren Jahren den behinderten Jungen.

„Er hat mittlerweile auch viel weniger Bewegungsschmerzen als am Anfang.“

„Es ist wirklich toll, wie gut ihm die Therapie tut.“

„Ja, und es ist wesentlich gesünder als die vielen Medikamente, die er vorher nehmen musste“, stimmte Betty zu.

Plötzlich hob Thunder den Kopf und blieb stehen. Er musste etwas gehört haben, denn er spielte nervös mit den Ohren.

Betty folgte seinem Blick und sah den Traktor, der von einem Feld auf den ausgefahrenen Weg einbog, der sich in einigen Metern Entfernung mit ihrem kreuzen würde.

„Ist schon gut, mein Großer“, flüsterte Betty und klopfte dem Pferd beruhigend den Hals. Zur Sicherheit nahm sie die Zügel etwas kürzer.

Thunder hatte vor einigen Jahren eine schlechte Erfahrung mit einem Traktor gemacht. Seitdem mied er die lärmenden Maschinen und war jedes Mal stark verunsichert, wenn er ihnen nicht ausweichen konnte.

Betty spürte seine Nervosität deutlich, und als das Pferd jetzt unruhig zu tänzeln begann, war sie besonders aufmerksam.

„So etwas Dummes, der Traktor kommt auf uns zu!“, sagte Nina, die das Geschehen ebenfalls beobachtete.

„Ja, ich sehe es, aber da muss Thunder jetzt einfach durch. Antonia ist ja an seiner Seite, und er muss lernen, dass er keine Angst davor zu haben braucht.“

Betty trieb Thunder zum Gehen an, doch das Pferd machte nur ein paar Schritte in Richtung Nina und Antonia und blieb dann wieder wie versteinert stehen. Mit gespitzten Ohren verfolgte es, wie das Fahrzeug auf die Kreuzung zusteuerte.

Jetzt war der Traktor fast auf ihrer Höhe, und Betty wollte gerade erleichtert aufatmen, weil Thunder zu ihrer Überraschung nicht die Flucht ergriffen hatte. Doch da passierte es: Der Traktor hatte eine Fehlzündung, ein lauter Knall durchbrach die angespannte Stille, und kaum einen Augenblick später stieg Thunder auf die Hinterbeine, wieherte schrill und galoppierte im selben Moment los.

Obwohl Betty besonders aufmerksam gewesen war, überraschte sie die heftige Reaktion ihres Pferdes. Sie hatte damit gerechnet, dass Thunder vielleicht nervös auf der Stelle tänzeln, möglicherweise sogar einen Satz zur Seite machen würde. Aber dass er sich aufbäumen und davongaloppieren würde, war selbst für sie überraschend.

So gut es ging, versuchte sie, das Tier wieder unter Kontrolle zu bekommen, doch Thunder hatte nur im Kopf, so weit wie möglich von der unheimlichen Maschine zu fliehen.

„Beruhige dich!“, redete Betty auf das Tier ein. „Ho! Steh!“

Aber als jetzt eine zweite Fehlzündung zu hören war und sich Thunder erneut aufbäumte, verlor Betty den Halt und stürzte aus dem Sattel. Sie versuchte, den Sturz abzufangen, als im selben Moment ein stechender Schmerz durch ihre Hand fuhr und sie unsanft im Gras landete. Das Pferd galoppierte panisch davon.

O nein, Thunder!, schoss es ihr durch den Kopf. Hoffentlich rannte er nicht auf die Straße! Sie musste ihn unbedingt wieder einfangen! Aber als sie sich jetzt aufstützte, zuckte erneut ein brennender Schmerz durch ihre Hand.

Gleich darauf hörte sie Hufgetrappel auf dem erdigen Boden und blickte Nina ins Gesicht.

„Betty, o mein Gott! Ist alles okay mit dir?“, rief die Freundin besorgt.

„Alles gut!“, antwortete Betty zerknirscht, während sie sich aufrappelte. Doch das war gar nicht so einfach mit der schmerzenden Hand. „Wir müssen Thunder unbedingt einfangen! Er darf nicht auf die Straße laufen.“

„Du brauchst einen Arzt!“, sagte Nina mit tonloser Stimme. „Du bist im Galopp gestürzt!“

„Es geht wirklich“, flunkerte Betty, die sich mittlerweile auf die Seite gerollt hatte und auf den Ellbogen aufstützte.

Doch Nina hatte schon ihr Smartphone gezückt und den Notruf gewählt.

„Ja, hallo? Hier ist Nina Williams. Meine Freundin hatte einen Reitunfall. Sie ist vom Pferd gestürzt …“

Betty schloss für einen kurzen Moment die Augen. Sie musste zugeben, dass sich ihr ganzer Körper hölzern und unbeweglich anfühlte.

Nina hatte recht. Sie musste sich untersuchen lassen. Momentan waren ihre Muskeln von dem Schrecken noch so angespannt, dass sie nicht mit Gewissheit sagen konnte, ob sie sich nicht doch ernsthaft verletzt hatte.

Da bemerkte sie, dass ihre Handfläche blutete. Sie musste bei dem Sturz auf einen spitzen Stein gefallen sein. Es war besser, wenn sich das ein Arzt ansah.

„Wir müssen Thunder suchen!“, beharrte Betty, als sie endlich wieder auf den Beinen war.

„Du setzt dich lieber sofort hin!“, befahl Nina in strengem Ton. „Ich rufe jetzt auf dem Hof an, damit sie einen Suchtrupp losschicken. Ich bleibe bei dir.“

***

Dr. Andrea Bergen, die Notärztin des Elisabeth-Krankenhauses, saß im Bereitschaftsraum und blätterte in einer Zeitschrift. Heute war ein eher ruhiger Tag in der Notaufnahme, und bis jetzt hatten sie erst zwei Einsätze gehabt.

„Ach, so könnte es doch jeden Tag sein“, seufzte Jupp Diederichs zufrieden, der Fahrer des Rettungsteams.

„Sag das lieber nicht“, entgegnete Ewald Miehlke, der Rettungsassistent. „Am Ende sind wir noch arbeitslos.“

„Besser sind wir arbeitslos, als dass sich Unmengen von Menschen verletzen“, meinte Jupp Diederichs und biss in sein belegtes Brötchen.

„Da muss ich Jupp recht geben“, meinte die Notärztin amüsiert.

„Wir könnten ja zukünftig nur noch Schwangere einliefern“, schlug der Fahrer des Rettungswagens vor und zwinkerte seinem Kollegen neckend zu. „Das wäre eine schöne Aufgabe.“

„Bloß nicht!“, rief Ewald. Er hatte mit schwangeren Patientinnen so seine Probleme, denn einmal war im Rettungswagen unter dramatischen Umständen ein Baby zur Welt gekommen, das es besonders eilig gehabt hatte. Ewald hatte dabei Blut und Wasser geschwitzt. Trotzdem wusste die Notärztin, dass sie sich im Ernstfall voll und ganz auf ihr Team verlassen konnte.

„Vorausgesetzt natürlich, das Kleine lässt sich schön viel Zeit“, setzte Jupp hinzu.

„So wie du beim Essen, was?“, neckte Ewald Miehlke ihn seinerseits und goss sich einen Kaffee ein.

Schmunzelnd blätterte Andrea Bergen eine Seite in ihrer Zeitschrift um.

„Ich bin eben ein wahrer Genießer“, verteidigte sich der Fahrer.

„Ja, das sieht man“, stimmte Ewald zwinkernd zu und tätschelte...

Erscheint lt. Verlag 16.7.2019
Reihe/Serie Notärztin Andrea Bergen
Notärztin Andrea Bergen
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte 2017 • 2018 • Arzt • arzt-krimi • Arztromane • Bergdoktor • Bestseller • Bianca • Cora • Deutsch • Doktor • Dr. • dr daniel • dr laurin • dr norden • Dr Stefan Frank • eBook • E-Book • eBooks • E-Books • Familiensaga • Fortsetzungsroman • Frauen • für • für Frauen • Großdruck • große-schrift • Happy End • Hedwig Courths Mahler • Heft-Roman • Historical • Julia • kaipurgay • Kelter • Kindle • Klinik • Klinik-roman • Krankenhaus • Krankenschwester • Kurfürstenklinik • Landarzt • Liebe • Liebesroman • Liebesromane • martin-Kelter • Medizin • Mira • Modern • Patient • patricia-vandenberg • Romance • romantisch • Schicksalsroman • Serie • spannend • Tiffany • Verlag
ISBN-10 3-7325-8279-5 / 3732582795
ISBN-13 978-3-7325-8279-2 / 9783732582792
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
Haben Sie eine Frage zum Produkt?
EPUBEPUB (Wasserzeichen)

DRM: Digitales Wasserzeichen
Dieses eBook enthält ein digitales Wasser­zeichen und ist damit für Sie persona­lisiert. Bei einer missbräuch­lichen Weiter­gabe des eBooks an Dritte ist eine Rück­ver­folgung an die Quelle möglich.

Dateiformat: EPUB (Electronic Publication)
EPUB ist ein offener Standard für eBooks und eignet sich besonders zur Darstellung von Belle­tristik und Sach­büchern. Der Fließ­text wird dynamisch an die Display- und Schrift­größe ange­passt. Auch für mobile Lese­geräte ist EPUB daher gut geeignet.

Systemvoraussetzungen:
PC/Mac: Mit einem PC oder Mac können Sie dieses eBook lesen. Sie benötigen dafür die kostenlose Software Adobe Digital Editions.
eReader: Dieses eBook kann mit (fast) allen eBook-Readern gelesen werden. Mit dem amazon-Kindle ist es aber nicht kompatibel.
Smartphone/Tablet: Egal ob Apple oder Android, dieses eBook können Sie lesen. Sie benötigen dafür eine kostenlose App.
Geräteliste und zusätzliche Hinweise

Buying eBooks from abroad
For tax law reasons we can sell eBooks just within Germany and Switzerland. Regrettably we cannot fulfill eBook-orders from other countries.

Mehr entdecken
aus dem Bereich