Der Bergdoktor 1980 (eBook)
64 Seiten
Bastei Entertainment (Verlag)
978-3-7325-8267-9 (ISBN)
Allein mit ihrem Feind
Ahnungslos öffnete Gisa einem Fremden die Tür
Von Andreas Kufsteiner
Nach dem Tod des Vaters bewirtschaften die Brüder Matthias und Daniel Schöntaler gemeinsam den imposanten Berghof zwischen St. Christoph und Hochbrunn. Die Burschen sind sehr verschieden. Matthias hat das Sagen und kümmert sich um die Finanzen. Daniel ist Bauer mit Leib und Seele, hat ein Händchen für die Tiere und liebt die Natur. Er ahnt nicht, dass sein Bruder einer heimlichen Leidenschaft frönt, die längst zur Sucht geworden ist: dem Glücksspiel.
Nur der Großknecht Wastel weiß darüber Bescheid. Und er kennt ein weiteres dunkles Geheimnis: Es gibt noch eine Erbin, die der Altbauer in seinem Testament großzügig bedacht hat. Matthias jedoch hat das Geld längst verspielt. Klar, dass er jetzt den Tag fürchtet, an dem Gisa in St. Christoph auftaucht ...
Allein mit ihrem Feind
Ahnungslos öffnete Gisa einem Fremden die Tür
Von Andreas Kufsteiner
Nach dem Tod des Vaters bewirtschaften die Brüder Matthias und Daniel Schöntaler gemeinsam den imposanten Berghof zwischen St. Christoph und Hochbrunn. Die Burschen sind sehr verschieden. Matthias hat das Sagen und kümmert sich um die Finanzen. Daniel ist Bauer mit Leib und Seele, hat ein Händchen für die Tiere und liebt die Natur. Er ahnt nicht, dass sein Bruder einer heimlichen Leidenschaft frönt, die längst zur Sucht geworden ist: dem Glücksspiel.
Nur der Großknecht Wastel weiß darüber Bescheid. Und er kennt ein weiteres dunkles Geheimnis: Es gibt noch eine Erbin, die der Altbauer in seinem Testament großzügig bedacht hat. Matthias jedoch hat das Geld längst verspielt. Klar, dass er jetzt den Tag fürchtet, an dem Gisa in St. Christoph auftaucht …
Golden stieg die Morgensonne über dem idyllischen Ort St. Christoph im Tiroler Zillertal auf, übergoss die gepflegten Bauernhäuser und traditionsreichen Gehöfte mit ihrem hellen Licht und sorgte dafür, dass sich alsbald überall fleißige Hände regten.
Weit und klar spannte der Himmel sich über das schmale Seitental, in dem das weltabgeschiedene Dorf zu finden war. Nur eine kurvenreiche Bergstraße führte nach St. Christoph und verband die Nachbargemeinden Hochbrunn, Mautz, Altenacker, Bergfelden und Hohenluft. In Hochbrunn war allerdings schon die Endstation des Linienbusses, der dreimal täglich verkehrte.
Sechs Berge fanden sich in der unmittelbaren Umgebung von St. Christoph. Der Feldkopf war die höchste Erhebung. Zu seinem Gipfel führte eine Kabinenbahn, droben konnte man in der Feldkopfhütte zünftig speisen und auch übernachten. Daneben war der Hexenstein, der aus dem Krähenwald emporwuchs. Frauenhorn, Achenkegel, Rautenstein und Beerenhalde vervollständigten den Reigen aus Fels und Bergwald.
Jetzt im Juni stand das Korn auf den Feldern bereits hoch, saftig grün und fruchtbar zeigten sich Wiesen und Weiden, Koppeln und Brachen. Auf halber Höhe zwischen Berg und Tal war mancher Berghof zu entdecken. Die Almen wirkten wie kunstvoll bestickt mit ungezählten Wildblumen und Kräutern. Das helle Weidevieh der Region gab gute, würzige Milch von bester Qualität.
Die Bauern wirtschafteten traditionell und legten Wert auf Nachhaltigkeit, die immer wichtiger wurde.
Ein eigener Menschenschlag war es, der hier lebte. Die Zillertaler waren freundlich und rechtschaffen, gottesfürchtig und fleißig. Fremden gegenüber zunächst misstrauisch und selten auf Anhieb für Neuerungen zu begeistern. Deshalb war und blieb St. Christoph ein Geheimtipp für Ruhesuchende und Menschen, die sich in ihrem Urlaub wirklich erholen wollten. Es gab keine Skilifte, keine Hotelburgen oder moderne Vergnügungsmeilen.
Die Gäste, die durchaus gerne und zahlreich hierherkamen, stiegen im „Berghotel“ bei Hedi und Andi Kastler ab und wurden dort wie gute Freunde begrüßt.
Toni Angerer, der größte Bauer im Ort und zugleich ehrenamtlicher Bürgermeister, hielt ebenso auf Tradition wie sein Rat. Meist war man einer Meinung, wenn es darum ging, sich vom Rummel und der Hektik größerer Fremdenverkehrszentren abzugrenzen.
Beschaulich war das Leben in St. Christoph. Das hieß aber nicht, dass die Menschen hier Hinterwäldler waren, die den Anschluss an den Rest der Welt verpasst hatten.
Man schätzte und nutzte moderne Kommunikationsmittel ebenso wie effiziente Methoden in der Landwirtschaft. Und es gab hier einen Landarzt, wie man ihn nirgendwo sonst finden konnte. Ein erstklassischer Allgemeinmediziner und Unfallchirurg, ein sensibler und einfühlsamer Mensch und eine Ausnahmeerscheinung in jeder Beziehung: Dr. Martin Burger.
Die Menschen im Tal nannten ihn respektvoll Bergdoktor. Sie wussten, dass er nicht nur jederzeit für sie erreichbar war, sie konnten auch mit all ihren Sorgen und Problemen zu ihm kommen. Stets hatte er ein offenes Ohr, stets versuchte er jedem, mit Hilfe, Rat und Tat zur Seite zu stehen. Niemanden ließ er im Stich. Immer war er mit ganzem Herzen bei der Sache. Ein berufener Helfer und Heiler im wahrsten Sinne des Wortes.
In der Kirchgasse, nahe Kirche und Friedhof, stand das Doktorhaus von St. Christoph, wo Dr. Burger lebte und wirkte.
Gut fünfzig Jahre war es her, dass Dr. Pankraz Burger das Doktorhaus in St. Christoph im schlichten Gebirgsstil hatte bauen lassen. Es sollte ihm, seiner Frau und seinem kleinen Sohn Martin zum Heim werden und zugleich seine Praxis in einem Anbau beherbergen. Das Glück der jungen Familie hatte aber nur wenige Jahre gewährt. Als Martin eben elf geworden war, hatte seine geliebte Mutter für immer die Augen geschlossen.
Pankraz hatte schwer zu tragen gehabt an diesem Verlust. Ohne seinen Sohn und die tatkräftige Unterstützung der patenten Hauserin Zenzi Bachhuber wäre der Landarzt wohl am Leben verzweifelt.
Zenzi, die auch heute noch, mehr als vier Jahrzehnte später, den Haushalt der Burgers versorgte, war für Martin zu einer liebevollen Ersatzmutter geworden und hatte Pankraz nach Kräften beigestanden. So hatte sie den Dörflern den Doktor erhalten und Martin seinen Vater.
Schon in sehr jungen Jahren hatte der kluge Bub sich entschlossen, in dessen Fußstapfen zu treten. Nach einer erstklassischen Matura war das Medizinstudium für Martin weniger Last als Lust gewesen. Er hatte leicht und mit Freuden gelernt, und schon bald hatte sich gezeigt, dass er ein berufener Mediziner war.
Im Leben des feschen, hochgewachsenen jungen Mannes mit dem dichten dunklen Haar und den warmen und klugen braunen Augen schien sich einfach alles zum Besten zu fügen. Mit dem festen Plan, einst die väterliche Praxis in St. Christoph zu übernehmen, hatte er als junger Assistenzarzt im Spital von Schwaz gearbeitet und seine Jugendliebe Christl geheiratet.
Doch nur ein Jahr nach dieser Liebesheirat hatte das Schicksal grausam zugeschlagen, und das Leben von Martin Burger hatte sich abrupt verdunkelt.
Der junge Arzt hatte nicht verhindern können, dass seine geliebte Frau im Kindbett gestorben war und das Kleine mit sich zu den Engeln genommen hatte.
Der Schock hatte den sensiblen Mann mit brachialer Gewalt getroffen und dafür gesorgt, dass in seinem Leben von einem Tag auf den anderen nichts mehr so gewesen war wie bisher. Er war in tiefste Verzweiflung gestürzt, sein Dasein schien plötzlich jeden Sinn verloren zu haben.
Alles hatte er infrage gestellt, sogar seine Berufung als Arzt. Denn wozu sollte diese gut sein, wenn er nicht in der Lage gewesen war, das Liebste, was er auf Erden gehabt hatte, zu retten und zu bewahren?
Dunkle Wochen und Monate waren auf die Tragödie gefolgt. Der Schmerz hatte ihm das Herz zerrissen, die Verzweiflung war übermächtig gewesen. Schließlich hatte er begriffen, dass ihm nur ein klarer Schnitt helfen konnte.
Schweren Herzens hatte Martin Burger das Zillertal verlassen und alles, was ihm lieb und vertraut gewesen war, hinter sich gelassen. Er hatte eine Stelle in einem Münchner Klinikum angetreten, wo ihn niemand gekannt und wo ihn nichts an den schrecklichen Verlust erinnert hatte.
Einige Jahre hatte Martin Burger dort erfolgreich gewirkt, sich zum Unfallchirurgen ausbilden lassen und nur noch für seinen Beruf gelebt. Bei Kollegen wie Patienten gleichermaßen beliebt und angesehen, hatte der Ausnahmemediziner sich voll engagiert. Ein Privatleben hatte es damals für ihn nicht mehr gegeben, er hatte nur noch in seiner Arbeit Vergessen gesucht und gefunden.
Nach und nach hatte er so gelernt, mit dem schweren Verlust zu leben und nicht zu verzweifeln. Aus dem tiefen Schmerz, der sein Herz nach dem Verlust von Frau und Kind erfüllt hatte, waren allmählich eine erträgliche Trauer und die Gewissheit des Unabänderlichen geworden.
Schließlich hatte sich aber auch ein anderes Gefühl in seiner Brust geregt: das Heimweh. Immer öfter waren seine Gedanken zurück ins Zillertal gewandert, nach St. Christoph, wo er nach wie vor verwurzelt gewesen war. Und schließlich, als die Zeit im Doktorhaus für einen Generationenwechsel reif geworden war, hatte Martin Burger sich entschlossen heimzukehren.
Pankraz war erleichtert gewesen und hatte seinen Sohn mit offenen Armen empfangen. Er hatte Martin freie Hand gelassen und sich zufrieden in den wohlverdienten Ruhestand zurückgezogen. Der junge Landarzt hatte die Praxis im Anbau des Doktorhauses zunächst gründlich renovieren und die Einrichtung auf den neuesten Stand bringen lassen, bevor er dort angefangen hatte zu praktizieren.
Neben Warte- und Sprechzimmer waren ein Labor, ein kompletter OP, ein Röntgenraum sowie zwei Krankenzimmer für einen stationären Aufenthalt hinzugefügt worden. Die Dorfbewohner sprachen auch voller Stolz von ihrer „Mini-Klinik“. Besonders in der kalten Jahreszeit, wenn die Bergstraße nur schwer passierbar war, wurde dadurch so manchem Kranken oder Verunglückten der Weg ins Spital nach Schwaz erspart.
In den folgenden Jahren war Dr. Burger nur für seine Patienten da gewesen. Pankraz und Zenzi hatten schon befürchtet, dass Martin sein Leben als „einsamer Wolf“ beschließen wollte. Dann aber hatte er die zauberhafte Anästhesistin Dr. Sabine Rodenwald kennengelernt, und mit...
| Erscheint lt. Verlag | 9.7.2019 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Der Bergdoktor | Der Bergdoktor |
| Verlagsort | Köln |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Krimi / Thriller / Horror |
| Literatur ► Romane / Erzählungen | |
| Schlagworte | 2017 • 2018 • Alpen • Alpen-Krimi • alpenkrimi kindle • alpen-roman • Arzt • Arztroman • Arztromane • Bastei • bastei hefte • bastei heftromane • bastei romane • bastei romane hefte • Bergdoktor • Berge • Bergpfarrer • Bergroman • berg romane • bergromane • bergromane kindle • bergromane kindle ebook • Bestseller • Bianca • Cora • Deutsch • dr daniel • dr laurin • dr norden • Dr Stefan Frank • eBook • E-Book • eBooks • Fortsetzungsroman • Frauen romane • Frauenromane • Großdruck • große-schrift • Hans Ernst • Heft • Heftchen • Heftroman • heftromane bastei • Heimat • Heimat-Krimi • Heimatromane • heimatromane bastei • heimatromane hefte • Heimatromane kindle • heimatromane kindle ebook • heimatromane kindle ebooks deutsch • hermann-broch • Hütte • Julia • Kelter • Kindle • Landarzt • Liebe • Liebesromane • liebesroman heimat • Mira • Patient • Reihe • Rettung • Romanheft • Roman-Heft • romantik deutsch • romantisch • schicksalsromane • schicksalsromane kindle • schicksalsromane kindle ebooks deutsch • schöne romane • Schwarzwald • Serie • spannend • steingruber • Toni-Hüttenwirt |
| ISBN-10 | 3-7325-8267-1 / 3732582671 |
| ISBN-13 | 978-3-7325-8267-9 / 9783732582679 |
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