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Jerry Cotton 3237 (eBook)

Schatzjagd

(Autor)

eBook Download: EPUB
2019 | 1. Aufl. 2019
64 Seiten
Bastei Entertainment (Verlag)
978-3-7325-8298-3 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Jerry Cotton 3237 - Jerry Cotton
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Schatzjagd

Phil und ich wurden von einem Informanten angesprochen. Er bot uns Informationen über den Mafiaclan der Forzettas und teilte uns mit, dass die Familie sich einer ominösen Schatzjagd angeschlossen habe. Die Jagd, erklärte er, richte sich auf irgendein wertvolles Bild, das jemand unbedingt haben wolle. Dieser Jemand habe eine Art Ausschreibung in der Unterwelt gemacht, die Belohnung betrug sage und schreibe fünfzehn Millionen Dollar! Schon bald zeigte sich, dass es nicht wenige Menschen gab, die für einen solchen Betrag über Leichen gingen ...

»Okay, ich sage Ihnen, was Sie wissen wollen!«, brachte Hunter mühsam hervor.

Er konnte kaum noch sprechen, weil sein Gesicht geschwollen war. Jede Bewegung des Mundes tat weh.

»Kluge Entscheidung«, sagte der Mann neben ihm und wirkte fast freundlich. »Also, wo ist es? Wo genau?«

Hunter setzte zum Sprechen an, spürte einen Reiz in seiner Kehle und hustete. Blut spritzte durch die Luft, ein Teil auf den Mann neben ihm.

Der verzog das Gesicht, zog ein Taschentuch heraus und wischte die Flecken so gut wie möglich ab.

»Mein Anzug hat über tausend Dollar gekostet!«, grollte er.

Normalerweise hätte Hunter einen bissigen Kommentar von sich gegeben, aber dazu war er in diesem Moment weder in der Position noch in der Lage. Alles, was er wollte, war, dass der Schmerz, der ihm fast das Bewusstsein raubte, aufhörte.

»Jetzt reden Sie endlich!«, forderte der Mann ungehalten.

Jede Spur von Menschlichkeit war aus seinem Ton verschwunden.

Hunter hob mit größter Anstrengung den Kopf und erzählte alles, was er wusste. Dann ließ er den Kopf fallen, schaute teilnahmslos auf den Boden und fühlte eine merkwürdige Leere.

Er hatte nachgegeben. Den Männern, die ihn gefoltert hatten, das verraten, was sie wissen wollten. Damit hatte er seinen Teil der Vereinbarung eingehalten. Jetzt würde er endlich aufhören, der Schmerz, den sie ihm zugefügt hatten.

Und tatsächlich: Der Mann, der die ganze Zeit neben ihm gestanden hatte, entfernte sich von ihm.

»Erspare ihm weitere Schmerzen«, sagte er zu seinem Begleiter. »Wir haben, was wir wollten. Mister Forzetta wird sich freuen, das zu hören.«

Hunter sah aus den Augenwinkeln, wie der Mann den schäbigen Raum verließ, und fühlte Hoffnung aufkeimen. Hoffnung, dass er es überstanden hatte und jetzt alles wieder gut werden würde. Doch als er seinen Kopf leicht anhob, blickte er in die Mündung einer Waffe.

»Schlaf gut!«, sagte der Schütze und schoss.

Jameson Hunter spürte keinen weiteren Schmerz, er war sofort tot.

Sein Mörder steckte die Waffe ein, schnitt die Leiche los, sodass sie auf die Kunststoffplane fiel, die den Boden bedeckte, stellte den Stuhl zur Seite und wickelte sein Opfer in die Plane ein. Dann transportierte er alles zum Wagen, um es später zu beseitigen.

Erst als er weg war, brachen die beiden Männer, die draußen vor dem Fenster gestanden hatten, ihr Schweigen.

»Das war heftig, Mann!«, stöhnte der eine von ihnen. »Die haben den Kerl echt kaltgemacht.«

»Damit geht er auf deren Konto, und wir haben nichts damit zu tun«, erwiderte der andere. »Trotzdem wissen wir jetzt, wo genau wir suchen müssen. Das erspart uns viel Arbeit.«

»Vielleicht sollten wir den Forzettas eine Grußkarte schicken, wenn wir als Millionäre irgendwo im Süden unsere Cocktails schlürfen«, scherzte der Erste, wurde aber schnell wieder ernst. »Wie auch immer, es wird Zeit, den nächsten Schritt zu planen.«

»Hoffentlich tischt uns Frankie nicht wieder so ein Märchen auf«, brummte Phil, während er einen vernünftigen Radiosender suchte.

»Das kann man bei ihm nie ganz ausschließen«, erwiderte ich und setzte den Blinker, um mit dem Jaguar rechts abzubiegen. »Allerdings hat er uns auch schon hilfreiche Tipps gegeben.«

»Zwei!«, konkretisierte Phil. »Soweit ich mich erinnere, waren es nur zwei, mit denen wir etwas anfangen konnten. Das Meiste, was aus seinem Mund kam, war gequirlte Kacke. Damit hätte er besser Fantasy-Autor werden können.«

»Ist das nicht dein heimlicher Berufswunsch?«, stichelte ich.

»Meiner? Ich dachte deiner!«, konterte Phil.

Wir näherten uns langsam einem der weniger angenehmen Bereiche von Brooklyn. Man merkte, dass die Anzahl der Graffiti an den Häuserwänden zunahm, genauso wie der Unrat auf den Bürgersteigen. Dunkle Gestalten musterten meinen Wagen mit gierigen Blicken, als wir an ihnen vorbeifuhren. Mir war klar, dass ich den Jaguar nicht einfach irgendwo abstellen konnte, ohne Gefahr zu laufen, dass er – oder zumindest die Felgen – gestohlen wurden.

Keine fünf Minuten später zeigte Phil nach vorne, zu einer Bar. »Da, das ist der Treffpunkt!«

Ich nickte und fuhr langsam weiter.

»Keine Spur von ihm«, bemerkte ich beiläufig.

Phil blieb gelassen. »Hätte ich auch nicht erwartet. Er ist eher der Typ, der hinter den Mülltonnen da hinten haust und sich erst zeigt, wenn er deinen Jaguar sieht.«

Phil hatte recht, mutig war Frankie sicher nicht, eher verschlossen und geheimnisvoll. Manchmal auch etwas schräg. Er hatte etwas von Mel Gibson in Fletchers Visionen, nur nicht dessen gutes Aussehen.

Ich hielt den Wagen an, stellte den Motor aus und schaute auf die Uhr. »Wir sind etwas früh dran.«

»Dann bleibt ja noch Zeit für eine Runde Schach«, witzelte Phil.

»Hast du dein Schachbrett dabei?«

»Nein, aber auf meinem Rechner ist eine App installiert.«

»Schöne neue Welt«, lästerte ich. »Auf einem digitalen Display macht es sicher nicht so viel Spaß, dich vernichtend zu schlagen.«

»Die App zeigt animierte Figuren«, erwiderte er. »Und wenn ich deine Königin mit meinem Springer schlage … das ist wirklich gut animiert. Davon abgesehen …«

»Da ist er!«, fiel ich Phil ins Wort.

Er drehte den Kopf und erkannte den Informanten ebenfalls.

Wir stiegen aus. Frankie, der tatsächlich irgendwo aus Richtung der Müllcontainer gekommen war, blieb stehen. Er musterte uns genau, fast so, als wollte er unsere Identität überprüfen.

»Hallo, Frankie«, begrüßte Phil ihn. »Ganz schön spät am Abend.«

»Aber nicht zu früh, um zu reden«, ertönte die Stimme unseres Gegenübers. »Wenn ihr hört, was ich euch zu sagen haben, werdet ihr große Augen machen.«

»Dann sprich dich aus«, forderte Phil ihn auf. »Spann uns nicht auf die Folter. Worum geht es? Warum mussten wir den weiten Weg hierher auf uns nehmen?«

Frankie lächelte. »Es geht um die Forzettas. Das interessiert euch doch, nicht wahr?«

Sicher tat es das. Hinter dieser Mafiafamilie waren wir seit Monaten her. Erreicht hatten wir bisher leider nur wenig.

Phil kaschierte sein Interesse. »Könnte sein. Was hast du denn? Kennst du die Wunschliste des Paten fürs nächste Weihnachtsfest?«

Frankie kicherte. »Nein, davon habe ich keine Ahnung. Es geht um Geld. Eine Menge Geld. Scheinbar braucht die Familie eine größere Summe für die Kriegskasse.«

»Krieg? Mit wem?«, hakte Phil sofort nach.

»Keine Ahnung, ist nur eine Vermutung von mir«, antwortete Frankie mit einem Schulterzucken. »Warum sonst sollten sie bei der Schatzjagd mitmachen?«

»Schatzjagd?«, wiederholte ich skeptisch. Das klang, als ob uns Frankie wieder eine an den Haaren herbeigezogene Story verkaufen wollte.

Phil schien ähnliche Gedanken zu hegen, denn er verdrehte die Augen. »Das ist doch wohl nicht dein Ernst, oder? Du willst uns doch nicht erzählen, dass sie auf den Spuren von Indiana Jones nach dem heiligen Gral suchen?«

»Nein, nein, nicht so was.« Frankie winkte ab. »Es geht um ein Bild, genauer gesagt um ein Gemälde. Irgendein Kunstliebhaber hat einen Preis von ein paar Millionen darauf ausgesetzt. So eine Art Kopfgeld oder Preisgeld, wie auch immer man das in diesem Fall nennen mag. Und die Forzettas sind mit von der Partie.«

»Könnte interessant sein«, bemerkte Phil und warf mir einen Blick zu.

»Eben!«, meinte Frankie. Plötzlich wurde er unruhig. »Wie viel ist euch die Info denn wert?«

Phil griff in die Tasche und holte einen Geldschein heraus, den er Frankie reichte.

Der nahm ihn in die Hand, schaute kurz darauf und schüttelte den Kopf.

Phil verzog das Gesicht, griff wieder in die Tasche und zauberte einen weiteren Schein hervor.

Frankie schnappte ihn sich und nickte. »Also gut, ich sage euch alles, was ich weiß. Von dem Bild habe ich keine Ahnung, ihr müsst selbst herausfinden, worum es dabei geht und wo es sich befindet. Was ich aber mitbekommen habe, ist, dass sie einen Mann entführt und ausgequetscht haben, einen Wachmann oder so. Heißt Hunter mit Nachnamen. Ich dachte erst, es würde um die Jagd gehen, bis mit klar wurde, dass es sich um einen Namen handelte. Die haben ihm – so meine Schlussfolgerung – wohl übel zugesetzt, um zu erfahren, was sie wissen wollten. Und dann … tja, das könnt ihr euch wohl denken.«

»Sie haben ihn getötet?«, mutmaßte Phil.

»Schwer zu sagen«, erwiderte Frankie. »Konkret gesagt wurde das in dem Gespräch, das ich … zufällig gehört habe, natürlich nicht. Vielleicht haben sie ihn auch bestochen. Aber wenn irgendwo die Leiche von dem Typ auftaucht, dann sollte das klar sein. Und vielleicht habt ihr damit etwas gegen die Forzettas in der Hand.«

»Du weißt nicht zufällig mehr? Gibt es Zeugen für den Mord, falls einer stattgefunden hat? Wo genau haben sie ihn verhört? Und wer von den Forzettas hat das erledigt?«, hakte Phil nach.

Dafür erntete er von Frankie nicht mehr als ein Schulterzucken.

»Sorry, mehr weiß ich nicht«, behauptete er. »Hab das ja auch nur nebenbei mitbekommen. Wenn die wüssten, dass ich überhaupt etwas gehört habe, wäre ich jetzt sicher nicht hier. Hatte hinter einer Mülltonne … also eigentlich hatte ich mich nur ausgeruht, und die wussten nicht, dass ich da war. Sonst hätten sie wohl nicht so offen geredet.«

»Und wer genau waren...

Erscheint lt. Verlag 2.7.2019
Reihe/Serie Jerry Cotton
Jerry Cotton
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Krimi / Thriller
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte 2017 • 2018 • Abenteuer • Action Abenteuer • action romane • action thriller • action thriller deutsch • alfred-bekker • Bastei • bastei hefte • bastei heftromane • bastei romane • bastei romane hefte • Bestseller • Deutsch • eBook • E-Book • eBooks • erste fälle • Fall • gman • G-Man • Hamburg • Heft • Heftchen • Heftroman • heftromane bastei • Kindle • Krimi • Krimiautoren • Krimi deutsch • krimi ebook • Krimi kindle • Kriminalfälle • Kriminalgeschichte • Kriminalgeschichten • Kriminalroman • Kriminalromane • kriminalromane 2018 • kriminalromane deutsch • Krimi Reihe • Krimireihen • krimi romane • Krimis • krimis&thriller • krimis und thriller kindle • Krimi Urlaub • letzte fälle • martin-barkawitz • Polizeiroman • Romanheft • Roman-Heft • schwerste fälle • Serie • Soko-Hamburg • spannend • spannende Krimis • spannende Thriller • Spannungsroman • Stefan Wollschläger • Tatort • Terror • thomas-herzberg • Thriller • Wegner
ISBN-10 3-7325-8298-1 / 3732582981
ISBN-13 978-3-7325-8298-3 / 9783732582983
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