Der Bergdoktor 1978 (eBook)
64 Seiten
Bastei Entertainment (Verlag)
978-3-7325-8115-3 (ISBN)
Schatten über der Sonnenalm
Dr. Burgers böser Verdacht bestätigt sich
Von Andreas Kufsteiner
Wie gebannt starrt Alex Krumbiegl auf das hübsche Madel. Sein erster Gast!
Monatelang hat der junge Bergbauer schwer geschuftet, um seinen Hof zu einer gemütlichen Almhütte umzubauen. Das hat viel Schweiß und eine Menge Arbeit gekostet. Und nun steht dieses sportliche, schlanke Madel mit einem Wanderrucksack auf dem Rücken vor ihm.
Sein Herz beginnt laut zu klopfen. Vergessen sind der hartnäckige Husten, der Alex seit Wochen quält, und der dringende Rat von Dr. Burger, zuerst das Laborergebnis seines Abstrichs abzuwarten, ehe er die ersten Gäste aufnimmt.
Der Bergdoktor befürchtet nämlich, es könne sich um eine hochgradig ansteckende Infektionskrankheit handeln ...
Schatten über der Sonnenalm
Dr. Burgers böser Verdacht bestätigt sich
Von Andreas Kufsteiner
Wie gebannt starrt Alex Krumbiegl auf das hübsche Madel. Sein erster Gast!
Monatelang hat der junge Bergbauer schwer geschuftet, um seinen Hof zu einer gemütlichen Almhütte umzubauen. Das hat viel Schweiß und eine Menge Arbeit gekostet. Und nun steht dieses sportliche, schlanke Madel mit einem Wanderrucksack auf dem Rücken vor ihm.
Sein Herz beginnt laut zu klopfen. Vergessen sind der hartnäckige Husten, der Alex seit Wochen quält, und der dringende Rat von Dr. Burger, zuerst das Laborergebnis seines Abstrichs abzuwarten, ehe er die ersten Gäste aufnimmt.
Der Bergdoktor befürchtet nämlich, es könne sich um eine hochgradig ansteckende Infektionskrankheit handeln …
Die Ferien können für Eltern manchmal stressiger sein als die Schulzeit, dachte Dr. Sabine Burger und seufzte schon zum wiederholten Male, weil ihre beiden älteren Kinder – Tessa und Filli – unter lautem Getöse durchs Haus polterten.
Es war Montagnachmittag, und Tessas Ferien hatten gerade erst begonnen, doch Sabines Nerven waren schon jetzt zum Zerreißen gespannt.
Ständig musste sie die aufgekratzte Achtjährige und ihren überdrehten fünfjährigen Bruder davon abhalten, eine Dummheit zu begehen, wie zum Beispiel die hübsche alte Bauernvase im Flur umzuwerfen, weil sie im Haus Ball spielten. Sie kamen mitunter auch auf die Idee, alle Decken und Kissen des Kinderzimmers auf der Treppe zu verteilen, um sie zu einer Rutsche umzufunktionieren, oder gar das jüngste der drei Burger-Kinder, Laura, dazu anzustiften, dass sie auf den Baum im Garten kletterte, der für die Zweijährige noch viel zu hoch war.
„Mei, ihr zwei raubt mir heut bestimmt noch den letzten Nerv“, klagte Sabine, bereute jedoch sofort ihre harten Worte, denn sie wusste ja, dass die Aufregung der Kinder nur daher rührte, dass sie so recht nichts mit sich anzufangen wussten.
Dabei hatte Sabine sich heute Morgen fest vorgenommen, den ganzen Tag für Abwechslung zu sorgen, um diesem Zustand rechtzeitig vorzubeugen. Schließlich war sie nicht erst seit gestern Mutter, und sie kannte diese Tage, an denen die Kinder außer Rand und Band gerieten. Nur manchmal reichten ihre Ideen – malen, basteln, gemeinsam das Mittagessen kochen – einfach nicht mehr aus.
Fast beneidete die Ärztin ihren Mann, der schon seit den frühen Morgenstunden in dem modern eingerichteten Anbau des Hauses beschäftigt war, der dem Ärztepaar als Praxis diente. Oft half auch Sabine dort mit, versorgte Patienten und stand ihrem Mann, der im Dorf hochachtungsvoll „der Bergdoktor“ genannt wurde, mit Rat und Tat zur Seite.
Beide waren mit Leib und Seele Ärzte, und wenn Sabine helfen konnte, war sie in ihrem Element.
Dann kümmerten sich die Haushälterin Zenzi und Dr. Pankraz Burger, der Senior der Familie und Martins Vater, um das Laura-Mauserl, während Filli die Erzieherinnen im Kindergarten auf Trapp hielt.
Aber heute hatte Sabine Filli daheim gelassen, damit er Tessa in ihren Schulferien Gesellschaft leistete. Zenzi hatte sie einen Tag freigegeben, und ihr Schwiegervater brütete schon seit Stunden über seiner „Chronik des Zillertals“, an der er schon lange arbeitete. Kürzlich war der pensionierte Arzt auf eine ganze Reihe Fotos gestoßen, die um neunzehnhundert entstanden sein mussten und die er jetzt sichtete und katalogisierte.
Also blieb Sabine gar nichts anderes übrig, als die Kissen und Decken auf der Treppe selbst wegzuräumen und ihre Kinder in den Garten zu schicken, bevor sich noch jemand beim Toben verletzte.
„Hier herinnen seid ihr drei mir einfach zu laut“, schimpfte sie. „Da hören selbst die Patienten beim Papa nebenan, was ihr für einen Radau macht!“
Tessa und Filli kicherten und trollten sich eilig in den Garten, bevor die Mutter ernstlich böse wurde, Laura-Mauserl im Schlepptau und mit dem Auftrag, sich nur ja um das kleine Madel zu kümmern.
Erleichtert wischte Sabine sich einige Schweißtropfen von der Stirn, während sie durchs Fenster beobachtete, wie die drei Racker durch den Garten tollten. Ihr kurz geschnittenes blondes Haar war schon ganz zerzaust. Sie war eine sportliche Frau, der man nachsagte, nichts könne sie so schnell aus der Ruhe bringen. Doch die Kinder brachten sie heute an ihre Grenzen.
„Sie werden noch das ganze Dorf narrisch machen mit ihrem Lärm“, murmelte sie und begann endlich mit dem Abwasch, der nach dem Mittagessen liegen geblieben war.
Ein Blick auf die Uhr verriet, dass es nicht mehr allzu lang dauern konnte, bis Martins Sprechstundenhilfe Bärbel Tannauer die Praxistüren schloss und auch der Vater seiner Familie zur Verfügung stand.
Normalerweise versuchte Sabine ihm nach einem langen Arbeitstag zunächst ein wenig Ruhe zu gönnen, damit er sich von den großen und kleinen Sorgen seiner Patienten erholen konnte. Doch heute, fürchtete sie, würde er direkt eingespannt werden müssen. Und sei es auch nur als bereitwilliger Spielpartner für seine Kinder. Vielleicht hatte er ja eine Idee, wie er Tessa und Filli ein wenig dauerhafter beschäftigen konnte.
Denn wenig später standen die beiden schon wieder in der Küche und redeten aufgeregt durcheinander. Streit hatte es gegeben, und soweit Sabine es den Erzählungen entnehmen konnte, hatte Tessa mit Fillis neuem rotem Ball spielen wollen, das wollte Filli aber nicht. Dann hatten sie mehr oder weniger miteinander gerauft, und der Ball war im Gebüsch gelandet, wo sie nicht mehr an ihn herankamen. Daraufhin war Laura in Tränen ausgebrochen und nun nicht mehr zu beruhigen.
Seufzend legte Sabine das Spültuch beiseite und ließ den halb erledigten Abwasch stehen. Stattdessen setzte sie sich auf einen der hölzernen Küchenstühle und zog ihre Kleinste auf den Schoß, um sie zu trösten, während die älteren Geschwister immer noch lautstark durcheinanderredeten.
Sabines Ohren klingelten schon, als sie endlich die rettende Stimme ihres Mannes hörte.
„Was ist denn hier los?“, rief er halb amüsiert über den Lärm seiner Kinder hinweg und schaute seine Frau fragend an.
„Frag net“, antwortete diese nur.
Am liebsten hätte sie ihm das weinende Kind in den Arm gedrückt und sich nach oben in ihr Zimmer verkrochen, um wenigstens kurz durchschnaufen zu können.
Aber Martin hatte freilich auch einen langen Tag hinter sich. Sein schmales Gesicht sah aus, als könnte er eine Ruhepause vertragen, doch die warmherzigen braunen Augen blickten so wach wie eh und je. Er war groß, sportlich, hatte breite Schultern und schmale Hüften. Obwohl der Einundfünfzigjährige sechzehn Jahre älter war als seine Frau, hatte Sabine in diesem Moment das Gefühl, als wäre er deutlich jünger und energiegeladener.
„Wenn du mir einen Gefallen tun möchtest, könntest du mit Tessa und Filli im Garten nach dem Ball suchen, während ich das Laura-Mauserl beruhige. Der Ball muss irgendwo im Gebüsch stecken.“
„Wird gemacht“, erwiderte Martin Burger munter und schnappte sich die beiden älteren Kinder, damit sie ihm zeigten, wo sie ihn ungefähr verloren hatten.
Als die Streithähne die Küche verlassen hatten, versiegten nach und nach auch Lauras Tränchen.
Sabine seufzte erleichtert auf und sah sich nach dem Abwasch um, der noch immer auf sie wartete.
„Na, das kann ja was werden mit euch dreien in den nächsten Wochen“, kommentierte sie trocken und griff über den Tisch nach dem Teller voller leckerer Kekse, die Zenzi am Vortag gebacken hatte.
Zum Ausgleich für Lauras Herzeleid drückte sie dem Madel einen Keks in die Hand. Diese kuschelte sich vertrauensvoll an die Mama, während sie vor sich hin kaute und auf die Geräusche lauschte, die aus dem Garten hereindrangen. Dort hatte Martin den Ball gefunden, und Sabine hörte, wie Tessa und Filli glücklich jubelten, weil sie gegen den Vater im Fußball antreten durften.
Darauf hüpfte auch Laura von Sabines Schoß und tapste nach draußen, um sich dem lustigen Treiben auf der Gartenwiese anzuschließen, und Sabine beschloss, das Spülwasser ablaufen zu lassen.
Nach einem Tag voller Reibereien, fand sie, sollte ihre Familie sich lieber daran erinnern, wie gern sie einander hatten. Und das gelang ihnen am besten, indem Martin mit den Großen spielte, während Sabine das Laura-Mauserl auf der Schaukel anstieß.
Solche Momente waren wichtig, und Sabine lächelte ihrem Mann dankbar zu, weil er sie daran erinnert hatte. Wieder einmal freute sie sich darüber, welch gutes Team sie als Eltern abgaben.
***
Obwohl es ziemlich lustig war, mit den Kindern Fußball zu spielen, war Martin Burger ein wenig erleichtert, als ein verspäteter Patient ihn eine halbe Stunde später noch einmal in die Praxisräume rief. Sabine hatte nicht übertrieben, als sie gesagt hatte, dass Tessa und Filli eine Menge überschüssiger Energie hatten, die sie irgendwie herauslassen mussten.
Nach Luft ringend, folgte Dr. Burger dem Bergbauern Alex Krumbiegl, der einigermaßen zerknirscht ausgesehen hatte, als er an ihrem Gartentor...
| Erscheint lt. Verlag | 25.6.2019 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Der Bergdoktor | Der Bergdoktor |
| Verlagsort | Köln |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Krimi / Thriller / Horror |
| Literatur ► Romane / Erzählungen | |
| Schlagworte | 2017 • 2018 • Alpen • Alpen-Krimi • alpenkrimi kindle • alpen-roman • Arzt • Arztroman • Arztromane • Bastei • bastei hefte • bastei heftromane • bastei romane • bastei romane hefte • Bergdoktor • Berge • Bergpfarrer • Bergroman • berg romane • bergromane • bergromane kindle • bergromane kindle ebook • Bestseller • Bianca • Cora • Deutsch • dr daniel • dr laurin • dr norden • Dr Stefan Frank • eBook • E-Book • eBooks • Fortsetzungsroman • Frauen romane • Frauenromane • Großdruck • große-schrift • Hans Ernst • Heft • Heftchen • Heftroman • heftromane bastei • Heimat • Heimat-Krimi • Heimatromane • heimatromane bastei • heimatromane hefte • Heimatromane kindle • heimatromane kindle ebook • heimatromane kindle ebooks deutsch • hermann-broch • Hütte • Julia • Kelter • Kindle • Landarzt • Liebe • Liebesromane • liebesroman heimat • Mira • Patient • Reihe • Rettung • Romanheft • Roman-Heft • romantik deutsch • romantisch • schicksalsromane • schicksalsromane kindle • schicksalsromane kindle ebooks deutsch • schöne romane • Schwarzwald • Serie • spannend • steingruber • Toni-Hüttenwirt |
| ISBN-10 | 3-7325-8115-2 / 3732581152 |
| ISBN-13 | 978-3-7325-8115-3 / 9783732581153 |
| Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR) | |
| Haben Sie eine Frage zum Produkt? |
DRM: Digitales Wasserzeichen
Dieses eBook enthält ein digitales Wasserzeichen und ist damit für Sie personalisiert. Bei einer missbräuchlichen Weitergabe des eBooks an Dritte ist eine Rückverfolgung an die Quelle möglich.
Dateiformat: EPUB (Electronic Publication)
EPUB ist ein offener Standard für eBooks und eignet sich besonders zur Darstellung von Belletristik und Sachbüchern. Der Fließtext wird dynamisch an die Display- und Schriftgröße angepasst. Auch für mobile Lesegeräte ist EPUB daher gut geeignet.
Systemvoraussetzungen:
PC/Mac: Mit einem PC oder Mac können Sie dieses eBook lesen. Sie benötigen dafür die kostenlose Software Adobe Digital Editions.
eReader: Dieses eBook kann mit (fast) allen eBook-Readern gelesen werden. Mit dem amazon-Kindle ist es aber nicht kompatibel.
Smartphone/Tablet: Egal ob Apple oder Android, dieses eBook können Sie lesen. Sie benötigen dafür eine kostenlose App.
Geräteliste und zusätzliche Hinweise
Buying eBooks from abroad
For tax law reasons we can sell eBooks just within Germany and Switzerland. Regrettably we cannot fulfill eBook-orders from other countries.
aus dem Bereich