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Das Berghotel 195 (eBook)

Wiedersehen zur Sonnwend'
eBook Download: EPUB
2019 | 1. Aufl. 2019
64 Seiten
Bastei Entertainment (Verlag)
978-3-7325-8121-4 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Das Berghotel 195 - Verena Kufsteiner
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Wiedersehen zur Sonnwend'
Heimatroman um zwei Herzen in Flammen
Von Verena Kufsteiner

Jakob legt seinen Hobel zur Seite, bläst sich die Späne von den Händen und eilt zum Telefon. Ein Anruf von Monikas Mutter! Und eine Einladung zur Silberhochzeit ins Berghotel dazu! Zunächst wundert sich Jakob, schließlich sind er und Moni schon über ein halbes Jahr getrennt. Doch während er der Stimme am Telefon weiter lauscht, überschlagen sich in seinem Kopf die Gedanken. Bietet sich ihm hier die Möglichkeit, seine geliebte Moni zurückgewinnen? Immerhin hat sie ihren Eltern noch nichts von der Trennung erzählt. Vielleicht kann er Moni zeigen, dass er sich geändert hat, ihr zeigen, dass sie noch immer zusammengehören. Jakob spürt, das hier ist seine letzte Chance - und er ist entschlossen, sie zu nutzen. Und so nimmt er die Einladung an ...

Wiedersehen zur Sonnwendʼ

Heimatroman um zwei Herzen in Flammen

Von Verena Kufsteiner

Jakob legt seinen Hobel zur Seite, bläst sich die Späne von den Händen und eilt zum Telefon. Ein Anruf von Monikas Mutter! Und eine Einladung zur Silberhochzeit ins Berghotel dazu! Zunächst wundert sich Jakob, schließlich sind er und Moni schon über ein halbes Jahr getrennt. Doch während er der Stimme am Telefon weiter lauscht, überschlagen sich in seinem Kopf die Gedanken. Bietet sich ihm hier die Möglichkeit, seine geliebte Moni zurückgewinnen? Immerhin hat sie ihren Eltern noch nichts von der Trennung erzählt. Vielleicht kann er Moni zeigen, dass er sich geändert hat, ihr zeigen, dass sie noch immer zusammengehören. Jakob spürt, das hier ist seine letzte Chance – und er ist entschlossen, sie zu nutzen. Und so nimmt er die Einladung an …

„Großartig. Das ist absolut großartig geworden.“ Die Kundin strahlte Jakob an und ließ zwei Reihen perlweißer Zähne aufblitzen. „Ich bin hingerissen!“

„Das freut mich, Frau Kessler.“

Jakob strich zart über die lackierte Arbeitsfläche des Schreibtischs. Als Möbeltischler arbeitete er von früh bis spät mit Holz, und dieses Palisander-Holz war besonders fein gemasert. Die Platte war geschwungen gearbeitet. Ein Schreibtisch-Organizer sowie zwei Schubladen waren eingebaut. Er klappte die Arbeitsplatte hoch und offenbarte ein verborgenes Fach darunter.

„Wie raffiniert!“ Das Lächeln seiner Kundin hätte die Flutlichter im Sportstadion verblassen lassen.

Jakob war spezialisiert auf besondere Wünsche. Er fertigte alles an: eine Hausbar, bei der eine Auswahl an Spirituosen beim Öffnen automatisch hochfuhr, Bücherregale selbst für die kleinste Ecke oder wie in diesem Fall einen Schreibtisch mit einem verborgenen Fach.

„Das kann ich gut gebrauchen. Hat net jeder seine Geheimnisse?“ Frau Kessler zwinkerte ihm zu.

Ihr kurzes rotes Kleid enthüllte mehr, als es verbarg, und streng genommen, war es viel zu luftig für einen Regentag wie diesen. Doch das kühle Wetter schien sie gar nicht zu bemerken.

Jakobs Werkstatt befand sich am Rand von Salzburg. Er hatte einen alten Bauernhof gekauft, renoviert und für seine Zwecke umgebaut. So waren in den ehemaligen Stallungen seine Arbeits- und Lagerräume untergebracht. Der Hof befand sich einigermaßen abgelegen, ja, beinahe schon ländlich, aber Jakob hatte sich mit Fleiß und Talent einen guten Ruf erarbeitet, sodass seine Kunden den langen Weg zu ihm heraus gern auf sich nahmen.

An der Wand hing neben dem Meisterbrief die Urkunde für den ersten Preis, den er vor einem Jahr bei einem Tischlerwettbewerb für seine innovative Idee gewonnen hatte: eine Raumspartreppe. Das Presse-Echo war enorm gewesen und hatte ihm zahlreiche Aufträge neue beschert.

Frau Kessler rückte näher an Jakob heran. Dabei überdeckte ihr blumiges Parfum sogar den Holzgeruch in der Werkstatt.

„Würden Sie mir auch ein Bett bauen, Jakob?“

„Selbstverständlich. Wir sollten einen Termin vereinbaren. Dann können wir besprechen, welche Wünsche Sie an das Möbelstück haben und wie Sie es sich erträumen.“

„Oh, stabil sollte es schon sein.“ Sie zwinkerte ihm zu.

„Das wird es auf jeden Fall. Wir müssen zahlreiche Sachen besprechen und zum Beispiel das richtige Holz und eine Bauart auswählen“, erwiderte er trocken.

„Da lasse ich Ihnen völlig freie Hand. Was auch immer Ihnen gefällt, wird mir gewiss auch zusagen“, hauchte sie.

„Nun, so ein Möbelstück ist etwas für ganze Leben. Das sollten wir wirklich gründlich planen. Kommen Sie doch am Freitag vorbei, dann schaue ich, was ich für Sie bauen kann.“

„Einverstanden. Ich kann es kaum erwarten.“ Sie beugte sich ein wenig vor, sodass ihr Ausschnitt exakt vor seinem Gesicht aufklaffte.

Jakob machte unwillkürlich einen Schritt zurück.

Hinter der Werkbank stand Sam und kratzte sich den graumelierten Bart. Dabei funkelten seine grauen Augen. Jakob seufzte. Sein Gehilfe tat nicht einmal so, als würde er der Unterhaltung nicht gespannt folgen. Sam hielt einen Hobel in der Hand, schien diesen Umstand jedoch völlig vergessen zu haben. Stattdessen warf er Jakob einen langen Blick zu und wedelte mit der freien Hand, an der zwei Finger fehlten.

Was sollte denn das besagen? Wollte er eine Mücke verscheuchen?

Jakob runzelte die Stirn.

„Liefern Sie mir den Schreibtisch auch nach Hause, Jakob?“, fragte Frau Kessler ihn.

„Selbstverständlich. Wann würde es Ihnen passen?“

„Wie wäre es morgen Abend, sagen wir, gegen zwanzig Uhr?“

„Das ist ziemlich spät. Ginge es auch früher?“

„Natürlich. Wie ist es gegen achtzehn Uhr?“

„Perfekt.“

„Gut. Ich freue mich. Wir sehen uns dann morgen.“ Sie schenkte ihm noch einen Blick unter halbgesenkten Lidern, dann verließ sie mit schwenkenden Hüften die Werkstatt.

„Junge, Junge“, murmelte Sam.

„Alles in Ordnung bei dir?“

„Bei mir schon, aber bei dir offenbar net. Hast du überhaupt noch Puls?“

„Was soll denn das bedeuten?“

„Wie kann dich so ein Anblick denn kaltlassen?“

„Was für ein Anblick?“

„Was für ein … Willst du mich auf den Arm nehmen?“ Sam sah ihn entgeistert an. „Diese reizende junge Frau ist ganz verrückt nach dir. Und du schaust net einmal hin. Ich bin net sicher, ob ich dich zu einem Augenarzt oder zu einem Seelenklempner schicken soll.“

„Weder noch. Du interpretierst viel zu viel in Frau Kesslers Besuch hinein. Sie freut sich einfach nur über ihren neuen Schreibtisch.“

„Und deswegen kreuzt sie in einem hautengen Kleid und mit Stöckelschuhen hier auf, für deren Absätze eigentlich ein Waffenschein nötig wäre? Ist dir eigentlich aufgefallen, dass sie den Schreibtisch kaum einmal angeschaut hat? Sie hatte nur Augen für dich!“

„Bestimmt net. Sie war einfach …“ Jakob stockte.

„Es war ziemlich eindeutig, dass sie von dir noch begeisterter war als von ihrem neuen Möbelstück. Noch deutlicher wäre sie höchsten dann gewesen, wenn sie ein Schild um den Hals getragen hätte, auf dem ‚Ich will dich‘ steht.“

„So ein Schmarrn.“

„Glaub es ruhig. Und geh nach Feierabend einmal zum Optiker und lass deine Augen untersuchen.“

„Mit meinen Augen ist alles in Ordnung“, schnaufte Jakob. „Bitte, mach hier weiter, ja? Ich muss mich noch um die Buchführung kümmern.“ Er wandte sich um und ging in sein Büro hinüber, das sich an die Werkstatträume anschloss.

Auf dem Schreibtisch stapelten sich Papiere und Unterlagen, die er für die Abrechnung sichten und sortieren musste. Er verabscheute Büroarbeit. Lieber hätte er sich mehrere Fingernagel ziehen lassen, als eine Stunde hinter dem Schreibtisch zu sitzen, aber er war niemand, der Dinge auf die lange Bank schob. Also nahm er Platz und machte sich an die Arbeit.

Auf der Suche nach einer Büroklammer stieß er in der Schublade auf eine Fotografie. Darauf war eine junge Frau zu sehen. Blonde Haare rahmten ein herzförmiges Gesicht mit hohen Wangenknochen und leuchtend blauen Augen ein. Sommersprossen sprenkelten ihre Nase, taten ihrer Attraktivität jedoch keinen Abbruch.

Moni. Etwas in ihm zog sich schmerzhaft zusammen.

Er wollte lieber nicht wissen, was sein Gehilfe dazu sagen würde, dass er eine Fotografie seiner Exfreundin im Schreibtisch aufbewahrte. Sam neigte dazu, ihn zu analysieren und mit guten Ratschlägen nicht hinter dem Berg zu halten. Vermutlich würde er ihm raten, das Foto zu verbrennen und nach vorn zu sehen.

Diesen Rat hätte Jakob sich auch selbst gegeben. Das Problem war nur: Er brachte es nicht über sich.

Moni war ihm einfach alles gewesen. Sie war warmherzig, brachte ihn zum Lachen und zum Träumen, und sie war immer für ihn da gewesen. Bis er es vermasselt hatte.

Und zwar gründlich.

Moni hatte ihm ihr Herz geöffnet – und wie hatte er es ihr gedankt? Er war darauf herumgetrampelt, als wollte er einen Flächenbrand löschen.

Zwei Jahre war ihre Trennung inzwischen her. Seitdem war kein Tag vergangen, an dem er das Zerwürfnis nicht bereut hatte. Leider vergab das Schicksal keine zweiten Chancen.

Nicht für ihn jedenfalls.

Jeder Mensch ging anders mit einem Verlust um: Jakob hatte sich in die Arbeit gestürzt, als ihm sein enormer Fehler bewusst geworden war. Er hatte die plötzliche Leere in seinem Dasein mit Beschäftigung gefüllt. Das machte sein Leben zwar nicht wärmer, aber es brachte ihm einen großen beruflichen Erfolg. Dass er ihn mit niemandem teilen konnte, tat weh. Seit der Trennung hatte er keine andere Frau mehr angeschaut. Ja, nicht einmal wahrgenommen.

Was gäbe er nicht dafür, die Zeit zurückdrehen und seinen Fehler ungeschehen machen zu können! Doch genauso gut könnte er sich wünschen, ihm würden Flügel...

Erscheint lt. Verlag 25.6.2019
Reihe/Serie Das Berghotel
Das Berghotel
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte 2017 • 2018 • Alpen-Krimi • alpen-roman • Arzt • Baccara • Bastei • Bergdoktor • Berge • Bergpfarrer • Bergroman • Bestseller • Bianca • Cora • Deutsch • dr daniel • dr laurin • dr norden • Dr Stefan Frank • eBook • E-Book • eBooks • Familiensaga • Großdruck • große-schrift • Hans Ernst • Hedwig Courths Mahler • Heimat • Heimatromane • hermann-broch • Historical • Julia • Kelter • Kindle • Landarzt • Liebe • Liebesromane • Mira • Modern • Roman-Heft • romantisch • Schwarzwald • Serie • steingruber • Toni-Hüttenwirt • waidacher
ISBN-10 3-7325-8121-7 / 3732581217
ISBN-13 978-3-7325-8121-4 / 9783732581214
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