Album aus Dietenbronn
Album da Dietenbronn
Seiten
31 Gedichte über die Erfahrungen eines Klinikaufenthalts, in deutscher und italienischer Sprache.
Daß diese Texte zum mindesten typographisch als Gedichte angeordnet sind, geht darauf zurück, daß wegen einer Lähmung meine Handschrift bis auf weiteres nicht leserlich war. Dazu kam eine Sehstörung. So war vorübergehend jede auf Lesen und Schreiben beruhende intellektuelle Tätigkeit unmöglich. Ich war meinen Sorgen ausgeliefert und den Eindrücken der Klinik. Nur wenn ich sie fixierte, konnte ich verhindern, daß sie zu Obsessionen wurden. Es war mir daher eine große Erleichterung, als die Schrift langsam wieder leserlich wurde, und der Schlagschatten aus meiner Optik verschwand. Daß ich Gedichte schrieb, hatte zunächst einen praktischen Grund. Es galt in meinem Gedächtnis möglichst konzise und komprimierte Texte zu speichern. Dazu kamen therapeutische Überlegungen: Rhythmen haben etwas Beschwörendes, machen das Chaos von diagnostischem Schock und durcheinanderwirbelnden Impressionen überschaubarer, dichten lecke Stellen ab und gestatten auch noch ein Minimum an Persönlichkeitsentfaltung, wo sie eine von außen kommende Organisation wie im Gefängnis und in der Kaserne nur mit hundert Einschränkungen möglich macht.
Bei allen Vorbehalten sind diese Texte ein geschlossener Zyklus. Die Zahl der Gedichte entspricht den in der Klinik verbrachten Tagen. Es galt auszuwählen wie bei der Zusammenstellung eines Albums. Als solches präsentiert es sich nun dem Leser.
Daß diese Texte zum mindesten typographisch als Gedichte angeordnet sind, geht darauf zurück, daß wegen einer Lähmung meine Handschrift bis auf weiteres nicht leserlich war. Dazu kam eine Sehstörung. So war vorübergehend jede auf Lesen und Schreiben beruhende intellektuelle Tätigkeit unmöglich. Ich war meinen Sorgen ausgeliefert und den Eindrücken der Klinik. Nur wenn ich sie fixierte, konnte ich verhindern, daß sie zu Obsessionen wurden. Es war mir daher eine große Erleichterung, als die Schrift langsam wieder leserlich wurde, und der Schlagschatten aus meiner Optik verschwand. Daß ich Gedichte schrieb, hatte zunächst einen praktischen Grund. Es galt in meinem Gedächtnis möglichst konzise und komprimierte Texte zu speichern. Dazu kamen therapeutische Überlegungen: Rhythmen haben etwas Beschwörendes, machen das Chaos von diagnostischem Schock und durcheinanderwirbelnden Impressionen überschaubarer, dichten lecke Stellen ab und gestatten auch noch ein Minimum an Persönlichkeitsentfaltung, wo sie eine von außen kommende Organisation wie im Gefängnis und in der Kaserne nur mit hundert Einschränkungen möglich macht.
Bei allen Vorbehalten sind diese Texte ein geschlossener Zyklus. Die Zahl der Gedichte entspricht den in der Klinik verbrachten Tagen. Es galt auszuwählen wie bei der Zusammenstellung eines Albums. Als solches präsentiert es sich nun dem Leser.
1961-65 Leiter des Mailänder Goethe-Instituts, 1968-95 Professor für Romanistik an der Universität Regensburg.
Antonello Borra lehrt italienische Sprache und Literatur an der University of Vermont. Er veröffentlichte mehrere Lyrikbände sowie literaturwissenschaftliche und sprachpädagogische Essays.
| Erscheinungsdatum | 16.06.2019 |
|---|---|
| Übersetzer | Antonello Borra |
| Zusatzinfo | Umschlagbild »Terra incognita« von Gisela Conrad. |
| Verlagsort | Regensburg |
| Sprache | deutsch; italienisch |
| Maße | 130 x 190 mm |
| Gewicht | 200 g |
| Themenwelt | Literatur ► Lyrik / Dramatik ► Lyrik / Gedichte |
| Schlagworte | Genesung • Krankheit • Lyrik |
| ISBN-10 | 3-934983-64-2 / 3934983642 |
| ISBN-13 | 978-3-934983-64-9 / 9783934983649 |
| Zustand | Neuware |
| Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR) | |
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