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Die Welt der Hedwig Courths-Mahler 454 (eBook)

Die Ehre verloren

(Autor)

eBook Download: EPUB
2019 | 1. Aufl. 2019
64 Seiten
Bastei Entertainment (Verlag)
978-3-7325-8155-9 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Die Welt der Hedwig Courths-Mahler 454 - Ina Ritter
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Die Ehre verloren
Die Liebe lässt sie alles ertragen

Lambert Sandig ist der glücklichste Mensch auf Erden, als seine Braut ihm vor dem Traualtar ihr Jawort gibt. Esther ist es gelungen, Lambert geschickt um den Finger zu wickeln, um endlich aus der Bar herauszukommen, in der sie bis jetzt gearbeitet hat.
Die Mutter des Bräutigams hat das durchtriebene Luder längst durchschaut, aber all ihre Versuche, ihrem verliebten Sohn die Augen zu öffnen, sind kläglich gescheitert. Lambert ist seiner betörend schönen Frau vollkommen verfallen und blind für die dunklen Abgründe ihrer Seele. Doch schon bald entpuppt sich Esther als gemeine Diebin, und als Lambert sich schützend vor seine Frau stellt, verliert er alles - Stellung, Ehre und Ansehen ...

Die Ehre verloren

Die Liebe lässt sie alles ertragen

Lambert Sandig ist der glücklichste Mensch auf Erden, als seine Braut ihm vor dem Traualtar ihr Jawort gibt. Esther ist es gelungen, Lambert geschickt um den Finger zu wickeln, um endlich aus dem Etablissement herauszukommen, in dem sie bis jetzt gearbeitet hat.

Die Mutter des Bräutigams hat das durchtriebene Luder längst durchschaut, aber all ihre Versuche, ihrem verliebten Sohn die Augen zu öffnen, sind kläglich gescheitert. Lambert ist seiner betörend schönen Frau vollkommen verfallen und blind für die dunklen Abgründe ihrer Seele. Doch schon bald entpuppt sich Esther als gemeine Diebin, und als Lambert sich schützend vor seine Frau stellt, verliert er alles – Stellung, Ehre und Ansehen …

Franziska Engelke stand am Fenster ihres wunderschönen Arbeitszimmers und schaute hinaus.

In einer halben Stunde begann die erste Konferenz dieses Vormittags. Franziska erwartete die leitenden Herren ihrer Kunststofffabrik und war froh, noch ein paar Minuten für sich zu haben.

Ewald Engelkes Sohn war im Krieg gefallen. Nur sie, Franziska, war ihm geblieben. Wie schön war die Zeit früher gewesen, als sie ohne Sorgen in den Tag hineingelebt, die Tanzschule besucht und mit ihren Freunden Partys besucht hatte.

Dann hatte ihr Vater sie mit in den Betrieb genommen. Von der Pike auf musste sie alles lernen, er hatte ihr nichts geschenkt.

Franziska Engelke bewohnte mit ihrer Mutter eine herrliche Villa, der Vater hatte sie kurz vor seinem Tode noch bauen lassen.

Wozu rackere ich mich eigentlich so ab?, fragte sie sich. Ich arbeite und weiß nicht, wofür. Sie hatte keinen Menschen außer ihrer Mutter, der wirklich Anteil an ihr nahm.

Ein flüchtiges Lächeln huschte über Franziskas Gesicht, als sie sich die zierliche alte Frau Harriet vorstellte. Sie war schlicht geblieben, eine Frau, die nichts von Geschäften verstand.

Das Summen des Lautsprechers auf dem Schreibtisch riss sie in die Gegenwart zurück.

„Gnädiges Fräulein, die Herren warten“, meldete ihre Sekretärin Fräulein Oettken.

Franziska drückte einen Knopf.

„Führen Sie die Herren herein“, ordnete sie an und straffte ihre schlanke, zierliche Gestalt.

Die Chefin des großen Werkes lächelte ihren Direktoren freundlich entgegen und lud sie mit einer Handbewegung ein, Platz zu nehmen.

„Was gibt es heute zu besprechen?“, erkundigte sich Franziska freundlich.

„Sie werden mein Rücktrittsgesuch schon erhalten haben, gnädiges Fräulein“, äußerte Direktor Sonnemann. „Darf ich hoffen, dass Sie mit dem von mir vorgeschlagenen Termin einverstanden sind?“

Jetzt rächte es sich, dass Franziska die Morgenpost noch nicht gelesen hatte. Direktor Sonnemann leitete die Produktionsabteilung, also den technischen Teil des Werkes, von dem sie selbst nicht allzu viel verstand.

„Wann möchten Sie gehen?“, fragte sie wie nebenbei.

„In zwei Monaten.“ Sonnemann hatte die Altersgrenze erreicht und wollte sich zur Ruhe setzen.

„In zwei Monaten … Es wird nicht leicht sein, bis dahin einen geeigneten Nachfolger für Sie zu finden. Kommt jemand aus unserem Werk dafür infrage, meine Herren?“, wandte sie sich an alle.

Die drei Direktoren warfen sich untereinander Blicke zu. Fast lag Feindseligkeit in ihren Augen. Jeder von ihnen hatte irgendwann einmal einen Schützling in den Betrieb geschmuggelt und ihm den Weg geebnet.

„Ich würde den Sandig vorschlagen“, äußerte Direktor Sonnemann. „Er ist Ingenieur, sehr befähigt, und ich traue ihm zu, dass er imstande ist, die Leute zu führen.“

„Sandig ist viel zu jung“, meldete sich der Direktor der Verkaufsabteilung.

„Sandig ist jung, stimmt, aber schließlich kann man Fähigkeiten nicht allein nach der Zahl der Jahre messen“, ereiferte Sonnemann sich.

„Ich würde Dieter Hildebrand vorschlagen“, sagte der Verkaufsdirektor Pohle nun.

„Ihren Neffen, nicht wahr?“, gab Sonnemann zurück. „Die guten Posten sollen in der Familie bleiben, ich verstehe.“

„Meine Herren, bitte, bleiben wir bei der Sache“, schaltete sich Franziska ein. „Schicken Sie mir diesen Herrn Sandig einmal herüber, ich werde mir den Mann anschauen und Ihren Kandidaten auch, Herr Pohle.“

Die beiden Direktoren maßen sich mit feindseligen Blicken.

„Was haben wir sonst noch zu besprechen?“, wechselte Franziska Engelke das Thema. In der nächsten Stunde hatte sie wieder Gelegenheit festzustellen, dass man ihr in allen unbequemen Angelegenheiten die alleinige Verantwortung zuschob.

Franziska fühlte sich matt, als die drei korrekt gekleideten Herren ihr Zimmer schließlich verließen.

Die Chefin des großen Werkes seufzte tief. Sie hatte Angst, ihr Leben falsch zu leben, als eine alte Jungfer zu enden, immer eingespannt zu sein in der täglichen Fron der Arbeit.

Ich bin doch eine Frau, sagte sie sich, und es ist die Berufung der Frau, Mutter zu werden. Ich möchte so gern für einen Mann sorgen, ihm ein Heim schaffen, Kinder erziehen …

Stattdessen saß sie hier tagaus, tagein, und die ganze Verantwortung für den Betrieb ruhte auf ihren schmalen Schultern.

♥♥♥

„Der Herr Direktor erwartet Sie schon“, sagte Sonnemanns Vorzimmerdame und strahlte den gut aussehenden jungen Ingenieur an.

„Dann will ich gleich hingehen“, meinte Lambert Sandig und öffnete die dick gepolsterte Tür.

Sonnemann ging Lambert Sandig entgegen, die Rechte herzlich vorgestreckt.

„Nett, dass Sie gleich gekommen sind, Herr Sandig“, äußerte er freundlich.

Lambert fragte sich, was der technische Direktor wohl auf dem Herzen haben konnte.

„Nehmen Sie doch Platz. Zigarre oder Zigarette?“ Sonnemann wies auf das kleine Tischchen, auf dem alles stand, was das Herz eines Rauchers erfreuen konnte.

Lambert wählte bedachtsam eine Zigarre, und Sonnemann nickte zufrieden.

„Ach, wäre ich doch noch einmal so jung wie Sie“, entfuhr es dem Direktor mit einem Seufzer. „Das ganze Leben liegt noch vor Ihnen. Sie werden es bestimmt einmal weit bringen. Haben Sie übrigens schon gehört, dass ich mich pensionieren lassen will?“

„Nein“, erwiderte Lambert.

„Ja, es ist so weit. Hätten Sie Lust, sich um meine Stelle zu bewerben? Ich habe Sie der Chefin vorgeschlagen. Seien Sie doch so gut und gehen Sie im Laufe des Vormittags zu ihr hinüber. Sie werden erwartet.“

„Ich danke Ihnen sehr, dass Sie an mich gedacht haben“, sagte Lambert erfreut.

„Keine Ursache, ich weiß ja, was ich an Ihnen habe“, wehrte Sonnemann ab. „Nur verlieren Sie nicht Ihr Herz an unsere Chefin“, warnte er lächelnd. „Sie ist nämlich mit der Fabrik verheiratet.“

„Mein Herz ist schon versorgt“, versicherte Lambert lachend. „Es wäre herrlich, wenn ich die Stellung bekommen würde.“

„Es liegt nur an Ihnen. Ich wünsche Ihnen Hals- und Beinbruch, Sandig. Kommen Sie noch einmal vorbei, wenn Sie bei der Chefin gewesen sind. Direktor Pohle hat nämlich auch noch einen Kandidaten zu präsentieren.“

Der junge Ingenieur erhob sich und drückte die Zigarre im Aschenbecher aus.

„Am besten gehe ich gleich.“

„Jawohl.“ Zufrieden schmunzelnd blickte Sonnemann dem Ingenieur nach.

„Ich werde Ihnen den Daumen drücken“, sagte die Vorzimmerdame leise, als Lambert an ihr vorbeiging.

Nettes Mädchen, dachte Sandig im Weitergeben. Wie die Chefin wohl sein mag? Er kannte sie bisher nur vom Sehen, gesprochen hatte er noch nicht mit ihr.

Ihr Ruf im Werk war gut. Sie hatte viele Neuerungen eingeführt, die der Belegschaft nützten. Die jungen Frauen waren zum Beispiel für den Kindergarten sehr dankbar, der sich auf dem Werksgelände befand.

Eine Frau. Lambert runzelte die Stirn, denn der Gedanke, in Zukunft Befehle von einer jungen Dame entgegennehmen zu müssen, behagte ihm nicht.

Sie hatte den Betrieb geerbt, wahrscheinlich verstand sie nicht allzu viel davon und redete ihren Direktoren eventuell ständig in ihre Arbeit hinein.

Andererseits bekam ein Direktor selbstverständlich wesentlich mehr Gehalt als er. Esther wird sehr stolz auf mich sein, wenn ich es tatsächlich schaffen sollte, Sonnemanns Nachfolger zu werden, dachte Lambert.

Er nannte Fräulein Oettken seinen Namen.

„Das gnädige Fräulein erwartet Sie schon“, informierte sie ihn.

Der junge Ingenieur fuhr sich glättend durch sein naturwelliges blondes Haar, dann öffnete er die Tür zum Allerheiligsten des Betriebes.

Hinter einem großen Schreibtisch sah er Franziska Engelke sitzen, und sie wirkte direkt verloren in diesem stattlichen Raum.

Lambert Sandig verneigte sich mit lässiger Eleganz und nannte seinen Namen. Die junge Dame betrachtete ihn abwägend, und sie fand, dass er für den vorgesehenen Posten eigentlich zu gut aussah.

Sie hielt nicht viel von schönen Männern, und...

Erscheint lt. Verlag 11.6.2019
Reihe/Serie Die Welt der Hedwig Courths-Mahler
Die Welt der Hedwig Courths-Mahler
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte 2017 • 2018 • Adelsromanze • barbara-cartland • Bestseller • Cora • Deutsch • Doktor • e Book • eBook • E-Book • e books • eBooks • E-Books • Familiensaga • feelgood • Fortsetzungsroman • Frauen • Frauenroman • für • Gefühle • Glück • Großdruck • große-schrift • Happy End • Heimatroman • Heirat • Herzschmerz • Hochzeit • Kindle • Klassiker • leni-behrendt • Liebe • Liebesgeschichte • Liebesroman • Märchen • Märchen-Erwachsene • Mira • Modern • Romance • Roman-Heft • romantisch • Romanze • Schicksalsroman • Schmonzette • Schön • Serie • spannend • Wohlfühl • wohlfühlen
ISBN-10 3-7325-8155-1 / 3732581551
ISBN-13 978-3-7325-8155-9 / 9783732581559
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