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Der Bergdoktor 1976 (eBook)

War es wirklich ein Unfall?
eBook Download: EPUB
2019 | 1. Aufl. 2019
Bastei Entertainment (Verlag)
978-3-7325-8113-9 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Der Bergdoktor 1976 - Andreas Kufsteiner
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War es wirklich ein Unfall?
Dr. Burgers dramatische Suche nach der vermissten Zeugin
Von Andreas Kufsteiner

Nach einem schweren Unfall kommt für Ulrich Talhuber jede Hilfe zu spät. Dr. Burger kann nur noch seinen Tod feststellen. Doch wie ist es überhaupt zu dem Unglück gekommen? Die Ermittlungen von Gendarm Ludwig Sirch ergeben zwei Dinge: Das Fahrzeug ist gerammt worden - und Ulrich saß nicht allein im Wagen. Er war mit seiner Nichte Laura unterwegs. Doch die junge Frau ist spurlos verschwunden.
Dr. Burger macht sich große Sorgen. Laura muss nach einer noch nicht ganz ausgeheilten Endokarditis unbedingt Medikamente einnehmen. Auf Hochtouren beginnt die Suche nach dem schwer kranken Madel - und nach dem Unfallverursacher, der sich feige aus dem Staub gemacht hat?

War es wirklich ein Unfall?

Dr. Burgers dramatische Suche nach der vermissten Zeugin

Von Andreas Kufsteiner

Nach einem schweren Unfall kommt für Ulrich Talhuber jede Hilfe zu spät. Dr. Burger kann nur noch seinen Tod feststellen. Doch wie ist es überhaupt zu dem Unglück gekommen? Die Ermittlungen von Gendarm Ludwig Sirch ergeben zwei Dinge: Das Fahrzeug ist gerammt worden – und Ulrich saß nicht allein im Wagen. Er war mit seiner Nichte Laura unterwegs. Doch die junge Frau ist spurlos verschwunden.

Dr. Burger macht sich große Sorgen. Laura muss nach einer noch nicht ausgeheilten Endokarditis unbedingt Medikamente einnehmen. Auf Hochtouren beginnt die Suche nach dem schwer kranken Madel – und nach dem Unfallverursacher, der sich feige aus dem Staub gemacht hat…

Dr. Martin Burger betrat das Sprechzimmer im Anbau des Doktorhauses in der Kirchgasse von St. Christoph und nahm hinter seinem Schreibtisch Platz.

Es war noch früh, die Sprechstunde begann erst später. Der Bergdoktor, wie die Menschen in diesem Teil des Tiroler Zillertals ihren Landarzt respektvoll nannten, wollte zuvor noch einige Krankenakten auf den aktuellen Stand bringen. Das war eine Arbeit, die oft zu kurz kam oder ganz liegen blieb im hektischen Trubel eines Tages.

So nutzte der hochgewachsene dunkelhaarige Mediziner mit den klugen braunen Augen die stillen Zeiten am frühen Morgen oder späten Abend, um dies zu erledigen.

Dr. Burger war Mediziner mit Leib und Seele, dazu gewissenhaft und gründlich. Nie vernachlässigte er einen Aspekt seiner Arbeit, auch wenn das Praktische, das Helfen und Heilen, für ihn stets an erster Stelle stand. Doch er wusste, wie wichtig es für das reibungslose Funktionieren einer Landarztpraxis war, auch den Papierkram gewissenhaft zu erledigen.

Martin Burger stammte aus einer Arztfamilie. Vor gut fünfzig Jahren hatte sein Vater Pankraz das Doktorhaus im schlichten Gebirgsstil in der Kirchgasse errichten lassen. Damals sollte es ihm, seiner Frau und dem kleinen Sohn Martin als Heim dienen und im Anbau die Praxis des niedergelassenen Mediziners beherbergen.

Nur wenige Jahre waren der jungen Familie hier vergönnt gewesen, dann war Martins Mutter überraschend gestorben und hatte einen elfjährigen Buben und einen Mann zurückgelassen, dem die Trauer schwer zugesetzt hatte.

Zenzi Bachhuber, die patente Hauserin mit dem goldenen Herzen, war damals ins Doktorhaus gekommen. Noch heute versorgte sie hier den Haushalt und wurde von den Burgers längst wie ein Mitglied der Familie behandelt. Sie wurde für Martin zur Ersatzmutter und hatte es mit ihrer unsentimentalen, aber einfühlsamen Art geschafft, Pankraz wieder neuen Lebensmut zu vermitteln. Seine Aufgabe als Landarzt und nicht zuletzt sein Sohn waren so für ihn an die erste Stelle in seinem Leben gerückt und hatte diesem wieder einen Sinn gegeben.

Dass Martin einmal in die Fußstapfen des Vaters treten würde, war relativ früh abzusehen gewesen. Der kluge Bub hatte die Matura mit einem glatten Einser geschafft und das Medizinstudium ohne Probleme hinter sich gebracht. Bald war der junge Arzt bei Kollegen wie Patienten gleichermaßen beliebt gewesen, eine große Karriere hatte vor ihm gelegen. Und auch privat hatte es so ausgesehen, als würde für den gut aussehenden und klugen Mediziner stets die Sonne scheinen.

Dann aber hatte das Schicksal gnadenlos zugeschlagen. Martin hatte seine Jugendliebe Christl geheiratet, aber nur ein Jahr nach der Hochzeit war sie im Kindbett gestorben und hatte das Kleine mit sich genommen.

Lange hatte der sensible Mann den Schock nicht verwinden können. Eine Welt war für ihn zusammengebrochen. Nichts schien mehr Sinn zu machen, er hatte an allem gezweifelt, sogar an seiner Berufung als Arzt. Wozu war die Medizin gut, wenn sie ihm das Liebste auf Erden nicht hatte erhalten können?

Pankraz und Zenzi hatten sich alle Mühe gegeben, Martin Trost zu spenden. Doch Schmerz und Verzweiflung hatten ihn schließlich aus seiner Heimat fortgetrieben, wo ihn alles an den unerträglichen Verlust erinnert hatte. Er hatte seine Stelle im Spital von Schwaz gekündigt und war nach München an ein großes Klinikum gegangen. Dort hatte er sich zum Unfallchirurgen ausbilden lassen und nur noch für die Arbeit gelebt.

Irgendwann aber hatte sich das Heimweh gemeldet, auch wenn die Trauer um Frau und Kind nach wie vor sein Fühlen beherrscht hatte. Doch es hatte ihn einfach zurück an den Ort gezogen, der nie aufgehört hatte, sein Lebensmittelpunkt zu sein.

Pankraz war froh gewesen, die Praxis doch noch an seinen Sohn übergeben zu können.

Nach einer gründlichen Renovierung und Modernisierung standen dort seitdem neben Warte- und Sprechzimmer ein Labor, ein vollständig eingerichteter OP- und ein Röntgenraum sowie zwei Krankenzimmer zur stationären Behandlung zur Verfügung.

Diese „Mini-Klinik“, wie sie im Tal genannt wurde, hatte schon manchem Kranken eine Fahrt in die Stadt erspart, was vor allem in der kalten Jahreszeit eine große Erleichterung war. Denn nur eine schmale, kurvenreiche Bergstraße führte nach St. Christoph, das ganz am Ende des Zillertals zu finden war.

Jahrelang hatte Martin Burger nach seiner Heimkehr nur für den Beruf gelebt. Bis ihm die zauberhafte Wiener Anästhesistin Dr. Sabine Rodenwald begegnet war. Für beide war es Liebe auf den ersten Blick gewesen. Bis auf den heutigen Tag verband sie eine große Liebe.

Martin und Sabine führten eine überaus glückliche Ehe, die von drei munteren Kindern gekrönt worden war: Tessa, der Ältesten, einem Schulmadel von acht Jahren, ihrem fünfjährigen Bruder Philipp, den alle nur Filli riefen, und der zweijährigen Laura, dem Nesthäkchen der Familie Burger.

So vergingen die Tage im Doktorhaus von St. Christoph meist munter und fröhlich, oft auch ein wenig hektisch. Aber die Harmonie, die zwischen Sabine und Martin herrschte, übertrug sich ebenso auf alle anderen Bewohner des Doktorhauses und sorgte für ein liebevolles Miteinander.

In diesen sonnigen und schon angenehm milden Maitagen war es stiller als sonst im Doktorhaus. Sabine besuchte eine alte Freundin in Wien und kam erst Ende der Woche wieder heim. Ihre Tante Rika, die ebenfalls in St. Christoph lebte, kümmerte sich um Tessa und Filli. Die kleine Laura hatte Sabine mitgenommen.

So waren Martin und sein Vater nun für ein paar Tage unter sich, bekocht und versorgt von Zenzi, die es genoss, mal etwas weniger tun zu müssen und etwas mehr Zeit für sich selbst zu haben.

Nach dem Frühstück war die Hauserin im Gemüsegarten verschwunden. Zenzi besaß den sprichwörtlich grünen Daumen und versorgte die Familie Burger so übers ganze Jahr mit Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten. Ob frisch oder eingelagert, sie zauberte die leckersten Gerichte daraus, und Pankraz’ Lob war ihr stets sicher.

Der Senior im Doktorhaus nutzte die ungewöhnliche Ruhe, um in seinem Kabinettl neben der guten Stube seinem Hobby zu frönen, der Heimatkunde. Seit Pankraz im Ruhestand war, las er nicht nur weiter fleißig die medizinischen Fachblätter, um auf diesem Gebiet auf dem Laufenden zu bleiben, er schrieb auch an einer Chronik des Zillertals und forschte mit Hingabe zu diesem Thema.

Poldi, der Familiendackel, fand das Geraschel von Papier auf die Dauer allerdings recht langweilig und bestand schließlich mit ausgiebigem Fiepen auf der fälligen Gassirunde.

Als Pankraz mit dem Hund das Haus verließ, erschien eben Bärbel Tannauer, Martins Sprechstundenhilfe, zum Dienst. Die patente Blondine wunderte sich, dass ihr Chef schon da war. Sonst war sie am Morgen meist die Erste in der Praxis.

Sie begrüßte ihn freundlich.

„Ihnen fehlt wohl Ihre Familie, Chef“, merkte sie dann vielsagend an. „Wenn Sie nun schon freiwillig am frühen Morgen die Schreibarbeiten machen, die Ihnen doch gar net liegen.“

„Das Schriftliche muss nun mal sein“, erwiderte Dr. Burger mit einem leisen Seufzer. „Zum Glück hab ich jetzt alles erledigt. Aber ich kann dir net widersprechen, Bärbel. Ich vermisse meine Lieben schon sehr.“

„Bald sind sie ja alle wieder da“, meinte Bärbel lächelnd. „Und das Beste gegen Langeweile: Arbeit. Soll ich gleich die Fischer-Bäuerin eini schicken? Sie ist heut die Erste.“

„Nur herein mit ihr“, bat Dr. Burger lächelnd.

Sophie Fischer war eine zierliche Blondine Anfang fünfzig. In ihrem noch immer hübschen Gesicht dominierten die sanften rehbraunen Augen. Die Frau des Großbauern und Viehhändlers Rudolf Fischer litt seit Jahren unter Rheuma und war schon ebenso lange bei Dr. Burger in Behandlung. Wie die meisten Menschen in St. Christoph und den umliegenden Weilern vertraute sie dem Bergdoktor völlig und sprach auch über persönliche Nöte und Probleme mit ihm.

An diesem Morgen wirkte die Bäuerin bedrückt.

„Hast du Schmerzen, Beschwerden?“, wollte Dr. Burger von ihr wissen, während er seine Patientin untersuchte.

„Na, die Medikamente tun schon ihre Wirkung, ich schlaf auch wieder besser“, erklärte sie.

„Dann ist’s was anderes, das dir Kummer macht, Bäuerin.“

„Ja, Herr Doktor, der Markus“, gab sie zögernd...

Erscheint lt. Verlag 11.6.2019
Reihe/Serie Der Bergdoktor
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror
Literatur Romane / Erzählungen
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ISBN-10 3-7325-8113-6 / 3732581136
ISBN-13 978-3-7325-8113-9 / 9783732581139
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