Dr. Stefan Frank 2504 (eBook)
64 Seiten
Bastei Entertainment (Verlag)
978-3-7325-8124-5 (ISBN)
Eine Schwester gibt auf
Dr. Frank und der Zusammenbruch einer Kollegin
Als Teresa wieder eine Schmerzwelle herannahen fühlt, schießt ihr nur ein einziger Gedanke durch den Kopf: Nein! Bitte nicht noch einmal!
Die junge Krankenschwester kann sich noch gut daran erinnern, wie elend es ihr vor einem halben Jahr ging. Damals litt sie mehrere Wochen lang unter unerträglichen Schmerzen, für die kein Arzt eine Ursache finden konnte. Teresa hat so gehofft, diese Phase läge endgültig hinter ihr. Doch die furchtbaren Schmerzen, die jetzt durch ihren Körper jagen, machen diese Hoffnung endgültig zunichte. Sie weiß nur eines: So kann sie nicht mehr weitermachen, mit diesen Schmerzen kann sie nicht einmal mehr im Krankenhaus arbeiten. Zu gefährlich ist es, wenn ihr hier ein schwerer Fehler unterläuft, weil die Schmerzen ihre Gedanken lähmen.
Ausgerechnet ihr Exfreund Vincent will nicht zulassen, dass Teresa sich so kampflos aufgibt. Mit Engelszungen redet er auf sie ein, wenigstens einmal Dr. Stefan Frank aufzusuchen. Mag sein, dass die anderen Ärzte nichts gefunden haben, aber der Grünwalder Hausarzt hat vielleicht doch noch eine rettende Idee ...
Eine Schwester gibt auf
Dr. Frank und der Zusammenbruch einer Kollegin
Als Teresa wieder eine Schmerzwelle herannahen fühlt, schießt ihr nur ein einziger Gedanke durch den Kopf: Nein! Bitte nicht noch einmal!
Die junge Krankenschwester kann sich noch gut daran erinnern, wie elend es ihr vor einem halben Jahr ging. Damals litt sie mehrere Wochen lang unter unerträglichen Schmerzen, für die kein Arzt eine Ursache finden konnte. Teresa hat so gehofft, diese Phase läge endgültig hinter ihr. Doch die furchtbaren Schmerzen, die jetzt durch ihren Körper jagen, machen diese Hoffnung endgültig zunichte. Sie weiß nur eines: So kann sie nicht mehr weitermachen, mit diesen Schmerzen kann sie nicht einmal mehr im Krankenhaus arbeiten. Zu gefährlich ist es, wenn ihr hier ein schwerer Fehler unterläuft, weil die Schmerzen ihre Gedanken lähmen.
Ausgerechnet ihr Exfreund Vincent will nicht zulassen, dass Teresa sich so kampflos aufgibt. Mit Engelszungen redet er auf sie ein, wenigstens einmal Dr. Stefan Frank aufzusuchen. Mag sein, dass die anderen Ärzte nichts gefunden haben, aber der Grünwalder Hausarzt hat vielleicht doch noch eine rettende Idee …
Aus den Aufzeichnungen von Dr. Frank:
Patientin: Teresa Jenner, 28 Jahre
Die Schmerzattacken meiner Patientin nahmen vor sechs Monaten ihren Anfang. Sie waren von ungewöhnlicher Heftigkeit und traten ohne erkennbare Ursachen auf. Es war ein Rätsel! Nach einigen Wochen waren sie verschwunden. Wie ein Spuk. Alles schien wieder gut zu sein. Damals ahnte niemand, welcher Leidensweg noch vor der jungen Krankenschwester lag …
„Zeit für unsere Verabredung, Herr Moser.“ Teresa trat an das Bett ihres Patienten und zwinkerte ihm zu. „Sind Sie bereit?“
„Oh, ich fürchte, ich muss das Tanzen für heute absagen.“ Josef Moser krümmte sich vor Husten. Dabei rasselte es hörbar in seinem Brustkorb.
Bei dem pensionierten Lehrer hatte sich eine verschleppte Bronchitis zu einer Lungenentzündung ausgeweitet. Mit hohem Fieber und dehydriert war er vor zwei Tagen auf die Intensivstation verlegt worden. Sein Gesicht war so grau wie der Fußbodenbelag, trotzdem scherzte er gern mit Teresa.
Sie massierte regelmäßig seine Arme und Beine, um sie beweglich zu halten. Auch jetzt winkelte sie abwechselnd jeweils eines seiner Beine an und streckte es aus.
„Wie war das Mittagessen heute, Herr Moser?“
„Sehr gesund, nehme ich an. Ich bin mir nur nicht ganz sicher, was es war. Grüner Brei mit gelber Soße oder gelbe Soße mit grünem Brei.“
„Dann hat es Ihnen also nicht geschmeckt?“
„Wenn es nur das wäre! Es hat nach überhaupt nichts geschmeckt. Der Klinikkoch scheint nicht viel von Salz zu halten. Bei meinem nächsten Klinikaufenthalt packe ich ein paar Gewürze ein. Dann bin ich vorbereitet.“ Ein Lächeln huschte über das bärtige Gesicht des Mittsechzigers.
„Kochen Sie bei sich zu Hause gern?“
„Fragen Sie Pavarotti, ob er gern singt?“ Sein Lächeln verbreiterte sich. „Oh, Sie müssten mein Hühnchen nach Römer Art probieren, Schwester Teresa. Das würde Ihnen schmecken.“
„Das glaube ich sofort. Jetzt bekomme ich nämlich Hunger.“
„Hatten Sie denn kein Mittagessen?“
„Heute noch nicht. Es ist Urlaubszeit, und uns fehlen zwei Kollegen. Dadurch wird es manchmal bei der Arbeit eng.“
„Es ist nicht gesund, eine Mahlzeit ausfallen zu lassen.“
„Keine Bange, ich hole das Essen später nach.“ Teresa bewegte seine Arme mehrmals zur Seite und nach oben, ehe sie ihn wieder zudeckte. „So, schon geschafft. Jetzt können Sie sich erholen. Ich schaue nachher wieder nach Ihnen. Dann reden wir noch einmal über den Tanz, den Sie mir versprochen haben.“
„Abgemacht.“ Er lachte leise. „Sie sind ein Engel, Schwester Teresa. Wenn ich zwanzig Jahre jünger wäre, würde ich Sie gern einmal zum Essen einladen.“ Er hustete wieder, dann schloss er die Augen.
Noch war er nicht über den Berg. Wenn Patienten anfingen, sich zu langweilen, war das ein gutes Zeichen, dann ging es aufwärts und sie wollten wieder am Leben teilnehmen. Herr Moser war noch zu krank dafür.
Teresa hielt das Thermometer an seine Stirn und scannte seine Temperatur: 40,2 Grad wurden ihr angezeigt. Das war viel zu hoch. Kein Wunder, dass sein Puls raste.
Sie injizierte nach kurzer Rücksprache mit seiner Ärztin ein fiebersenkendes Medikament.
Als Krankenschwester auf der Intensivstation musste Teresa zahlreiche Geräte im Blick behalten und vieles beobachten. Nach dem Abitur hatte sie ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Münchner Waldner Klinik absolviert und dabei gemerkt, dass die Krankenpflege genau das war, was sie in ihrem Leben tun wollte.
Aus diesem Grund hatte sie direkt im Anschluss die Ausbildung zur Kranken- und Gesundheitspflegerin gemacht und sich auf die Intensivpflege spezialisiert. Nach ihrem Abschluss war sie übernommen worden, und darüber war sie froh, denn das Krankenhaus hatte einen ausgezeichneten Ruf. Hier wurde nach modernen Methoden behandelt und darauf geachtet, so viel Zeit wie möglich für jeden Patienten aufzubringen.
Die Klinik befand sich am Englischen Garten. Ein modernes Gebäude, das innen wie außen hell und freundlich wirkte.
Ein hektisches Piepen rief Teresa nun zu Frau Schwärmer.
Die Patientin hatte Kehlkopfkrebs und Atembeschwerden, weil sie nach der Operation schlecht schlucken konnte. Teresa band sich eine Schürze um und streifte frische Handschuhe über.
„Ich werde Ihnen jetzt den Speichel absaugen, Frau Schwärmer.“ Behutsam schob sie den Schlauch in den Rachen vor und machte sich ans Werk. Ihre Patientin rutschte unruhig hin und her. „Ich weiß, das ist unangenehm. Gleich haben Sie es überstanden, dann können Sie besser atmen … So geschafft. Sie waren sehr tapfer.“
Teresa trug ihre Arbeit in die Liste ein. Jeder Handgriff musste schriftlich festgehalten werden. Das war umständlich, aber Vorschrift. Es half, Veränderungen beim Zustand eines Patienten zu überblicken und Verschlechterungen rasch zu erkennen.
Teresas Dienst begann morgens um sechs Uhr. Zuerst setzte ein Arzt der Nachtschicht das Team der Tagschicht über das Ergehen der Patienten in der Nacht ins Bild. Nach der Übergabe versorgten Teresa und ihre Kollegen die Patienten. Waschen, Zähne putzen, eincremen, Verbandwechsel und die Inspektion von Wunden gehörten ebenso dazu wie das Überprüfen von Blasenkathetern und Infusionen.
Während die Ärzte nun für die Visite von Bett zu Bett gingen, kümmerte sich Teresa um das Verabreichen der Medikamente.
Später bettete sie die Patienten, denen es besonders schlecht ging, zusammen mit einer Kollegin um. Das musste alle zwei Stunden geschehen, um ein Wundliegen zu vermeiden.
„Nicht zu fassen“, murmelte Heidi, als sie sich im Flur begegneten. „Stell dir vor: Frau Rieder wollte, dass ich sie schminke. So ein Unsinn. Wo sind wir denn hier? Etwa bei einer Modenschau? Ein Make-up ist wirklich unnötig.“
„Sag das nicht. Frau Rieder bekommt nachher Besuch von ihren Kindern. Vermutlich möchte sie nicht so elend aussehen, wenn ihre Lieben kommen.“
„Aber sie ist krank. Niemand kann von ihr verlangen, auszusehen wie ein Fotomodell.“
„Darum geht es ihr auch nicht, glaube ich. Sie fühlt sich einfach wohler, wenn sie etwas für ihr Äußeres tut.“
„So ein Unsinn. Wollen wir die Patienten tauschen? Ich übernehme deinen Herrn Moser, wenn du dich um Frau Rieder kümmerst.“
„Keine Chance. Er schuldet mir noch einen Tanz.“
„So ein Charmeur.“ Heidi lächelte.
„Soll ich trotzdem einmal nach Frau Rieder schauen?“
„Gern. Für ihre Sperenzchen fehlt mir nämlich echt die Zeit.“
Teresa nickte und strebte nach einem kurzen Abstecher ins Schwesternzimmer zu dem Dreier-Zimmer am Ende des Korridors. Die Betten waren mit Trennwänden voneinander abgeschirmt. Frau Rieder hatte etliche Zyklen Chemotherapie hinter sich. Ihre fahle Gesichtsfarbe verriet, dass es nicht gut um sie stand.
„Wie ich höre, bekommen Sie nachher Besuch, Frau Rieder.“
„Ja, meine Kinder wollen kommen.“ Die Stimme der Kranken war nur ein Flüstern. „Sie sollen mich nicht so sehen. Ich möchte sie nicht erschrecken.“
„Oh, das werden Sie ganz sicher nicht. Und damit Sie sich ein bisschen wohler fühlen in Ihrer Haut, machen wir Sie richtig hübsch.“ Teresa hatte aus dem Schwesternzimmer ihr Schminktäschchen geholt, mit dem sie nun etwas Farbe auf die Wangen der Kranken zauberte. Ein Hauch Lipgloss ließ die spröden Lippen glänzen.
Im Schrank der Frau fand sich außerdem ein hübsches Tuch, das sie der Patientin um den haarlosen Kopf band.
„So, fertig.“
„Dankeschön.“ Frau Rieder lächelte sie dankbar an.
„Gern geschehen. Viel Freude mit Ihrem Besuch.“ Teresa sammelte ihre Utensilien wieder ein und brachte sie zurück ins...
| Erscheint lt. Verlag | 18.6.2019 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Dr. Stefan Frank | Dr. Stefan Frank |
| Verlagsort | Köln |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Krimi / Thriller / Horror |
| Literatur ► Romane / Erzählungen | |
| Schlagworte | 2017 • 2018 • Arzt • arzt deutsch • arzt kindle • arzt krimi • arzt-krimi • arzt liebe • Arzt Liebesroman • arzt liebesroman deutsch • Arzt Roman • arztroman buch • arzt romance • Arztromane • arztromane deutsch • arztromane e-books • arztromane e-books und liebesromane • arztromane hefte • arztromane kindle • arztromane kindle ebook • arztromane kindle ebooks deutsch • arzt roman familie • arzt romanhefte • arzt romantik • bastei hefte • bastei heftromane • bastei romane • bastei romane hefte • Bergdoktor • Bestseller • Bianca • Chefarzt • Cora • Deutsch • Doktor • dr daniel • dr laurin • dr norden • Dr Stefan Frank • eBook • E-Book • eBooks • Fortsetzungsroman • Frauen romane • Frauenromane • für Frauen • Großdruck • große-schrift • Happy End • Happy-End • Hedwig Courths Mahler • Heftchen • Heft-Roman • heftromane bastei • Julia • kaipurgay • Kelter • Kindle • Klinik • Krankenhaus • Krankenschwester • Landarzt • Liebe • Liebesroman • liebesroman arzt • Liebesromane • liebesroman kindle deutsch romantisch • Liebesroman Reihe • liebesroman serien • Medizin • Mira • Modern • Notarzt • Patient • Praxis • Romance • Romanheft • romantik deutsch • romantisch • Schicksal • Schicksalsroman • schöner roman • Serie • spannend • Wohlfühlroman |
| ISBN-10 | 3-7325-8124-1 / 3732581241 |
| ISBN-13 | 978-3-7325-8124-5 / 9783732581245 |
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