Eine zweite Chance für Dr. Ashwood (eBook)
130 Seiten
CORA Verlag
978-3-7337-4720-6 (ISBN)
Der Chirurg Dr. Daniel Ashwood ist verwirrt: Als er Louise in England traf, war sie so zärtlich und anschmiegsam, doch jetzt zeigt sie ihm bei jeder Gelegenheit die Krallen - dabei ist er nur ihretwegen nach Australien gezogen! Was verbirgt die schöne Krankenschwester vor ihm?
<p>Carol Marinelli wurde in England geboren. Gemeinsam mit ihren schottischen Eltern und den beiden Schwestern verbrachte sie viele glückliche Sommermonate in den Highlands. Nach der Schule besuchte Carol einen Sekretärinnenkurs und lernte dabei vor allem eines: Dass sie nie im Leben Sekretärin werden wollte! Also machte sie eine Ausbildung zur Krankenschwester und arbeitete fünf Jahre lang in der Notaufnahme. Doch obwohl Carol ihren Job liebte, zog es sie irgendwann unwiderstehlich in die Ferne. Gemeinsam mit ihrer Schwester reiste sie ein Jahr lang quer durch Australien - und traf dort sechs Wochen vor dem Heimflug auf den Mann ihres Lebens ... Eine sehr kostspielige Verlobungszeit folgte: Lange Briefe, lange Telefonanrufe und noch längere Flüge von England nach Australien. Bis Carol endlich den heiß ersehnten Heiratsantrag bekam und gemeinsam mit ihrem Mann nach Melbourne in Australien zog. Beflügelt von ihrer eigenen Liebesgeschichte, beschloss Carol, mit dem Schreiben romantischer Romane zu beginnen. Doch das erwies sich als gar nicht so einfach. Nacht für Nacht saß sie an ihrer Schreibmaschine und tippte eine Version nach der nächsten, wenn sie sich nicht gerade um ihr neugeborenes Baby kümmern musste. Tagsüber arbeitete sie weiterhin als Krankenschwester, kümmerte sich um den Haushalt und verschickte ihr Manuskript an verschiedene Verlage. Doch niemand schien sich für Carols romantische Geschichten zu interessieren. Bis sich eines Tages eine Lektorin von Harlequin bei ihr meldete: Ihr Roman war akzeptiert worden! Inzwischen ist Carol glückliche Mutter von drei wundervollen Kindern. Ihre Tätigkeit als Krankenschwester hat sie aufgegeben, um sich ganz dem Schreiben widmen zu können. Dafür arbeiten ihre weltweit sehr beliebten ihre Heldinnen häufig im Krankenhaus. Und immer wieder findet sich unter Carols Helden ein höchst anziehender Australier, der eine junge Engländerin mitnimmt - in das Land der Liebe ...</p>
2. KAPITEL
Louise!
Stumm starrte Daniel auf die offene Tür und die Frau, die in sein Zimmer kam. Ungläubig schaute er sie an, als sie im Türrahmen stehen blieb. Er glaubte zu halluzinieren und wollte sich vor seinen Mitarbeitern auf keinen Fall noch mehr zum Narren machen. Er blinzelte ein paarmal, denn er war überzeugt, dass ihm die Schmerzmittel einen bösen Streich spielten.
Sie konnte es nicht sein!
Daniel hoffte, dass sie es nicht war. Nicht etwa, weil er sie nicht sehen wollte. Im Gegenteil, sie war der Grund, weshalb er überhaupt nach Australien gekommen war. Nein, er wollte nur nicht, dass sie ihn so sah. Er atmete tief durch.
Sie konnte es nicht sein. Seine Louise hatte kürzere Haare, war schlanker, mädchenhafter. Dies hier war eine Frau, eine weichere, kurvenreichere Version von Louise, die ihm jetzt langsam entgegenkam. Ihr vertrauter frischer Duft stieg ihm in die Nase und erinnerte ihn an die Beziehung, die er so abrupt beendet hatte. Diese wunderschönen, schokoladenbraunen Augen, mit denen sie ihn ansah. Und als er schließlich auch noch ihre Stimme hörte, da wusste er: Sie war es wirklich.
„Louise.“
Es erschien ihr wie eine Ewigkeit, bis Daniel endlich etwas sagte. Sekundenlang hatte er sie nur angestarrt, als wäre sie ein Gespenst. Es musste ein absoluter Schock für ihn sein. Mühsam versuchte er sich aufzusetzen. Mit einem seiner muskulösen Arme packte er den Haltegriff über dem Bett. Doch bei der ruckartigen Bewegung verzerrte sich sein Gesicht vor Schmerz. Selbst in dem verdunkelten Raum konnte sie seinen durchtrainierten Oberkörper erkennen, als ihm das nicht festgebundene Krankenhemd von den Schultern fiel.
„Meine Güte, ich dachte, ich habe Halluzinationen. Was tust du hier?“
„Arbeiten.“ Louise lächelte etwas gezwungen. „Aber da ich hier die Australierin bin, sollte ich nicht eher dich das fragen?“
„Ich dachte, du wohnst auf dem Land.“ Daniel hatte offensichtlich Schmerzen, und jedem anderen wäre Louise sofort zu Hilfe gekommen. Doch sie stand wie angewurzelt mitten im Raum.
„Das war auch so“, antwortete sie steif. Aber dann kam die Krankenschwester in ihr durch, und sie trat zu ihm. Sie knipste das Licht an, rückte Daniels Kissen zurecht, zog ihm das Hemd wieder über die Schultern und band es am Rücken zusammen. Irgendwie schaffte sie es, ihn dabei nicht zu berühren. Als er sich mit einem dankbaren Nicken zurücklehnte, meinte sie: „Du hast geklingelt. Was wolltest du denn?“
„Vergiss es.“ Daniel lachte ungläubig. „Wir haben uns seit über einem Jahr nicht mehr gesehen. Da gibt es doch bestimmt …“
„Was? Bestimmt einiges zu erzählen?“, ergänzte sie sarkastisch.
„Louise?“ Seine Stimme klang müde, seine Pupillen waren durch die Schmerzmittel verengt, und einen Moment lang tat er ihr leid.
Doch ihr Mitgefühl hielt gerade mal zwei Sekunden an. Bei der Erinnerung an das, was er ihr angetan hatte, musste sie ein boshaftes Grinsen unterdrücken. Während ihrer einsamen Schwangerschaft und Geburt hatte sie davon geträumt, ihm seine jetzige Verletzung selbst zuzufügen!
„Hast du Schmerzen?“
„Geht so“, antwortete er. Aber da er dabei die Zähne zusammenbiss, wusste sie, dass er ihr etwas vormachte. „Ich kann’s immer noch nicht fassen. Ich meine, dass du hier bist!“
„Wie würdest du deine Schmerzen auf einer Skala von eins bis zehn einordnen?“ Louise blieb kühl und professionell.
„Louise“, sagte Daniel. „Können wir vielleicht mal über uns sprechen?“
„Über uns!“ Diesmal lachte sie ungläubig und schüttelte den Kopf. „Also, wie groß sind deine Schmerzen?“
„Fünf“, erwiderte er. „Aber ich will keine weiteren Medikamente. Louise …“
Sie ließ ihn nicht ausreden, denn sie wollte nur flüchten. Sie musste erst einmal verdauen, dass Daniel tatsächlich hier war und sie auch noch mit ihm zusammenarbeiten würde.
„Ich habe noch einen anderen Patienten“, erklärte sie schroff. „Warum hast du geklingelt?“
„Ich wollte wissen, wie lange es dauert, bis die Medikamente für meine Entlassung fertig sind. Ich möchte unbedingt nach Hause.“
Das war zwar verständlich, doch nach seiner ungesunden Gesichtsfarbe zu urteilen und der Tatsache, dass er noch unter starken Schmerzmitteln stand, bezweifelte Louise, dass er heute gehen durfte.
„Das kann ich dir nicht beantworten, Daniel. Du bist Elaines Patient, aber sie muss sich gerade um einen anderen kümmern. Sobald sie fertig ist, gebe ich ihr Bescheid.“ Mit einem flüchtigen Lächeln wandte sie sich ab.
Noch ehe sie die Tür erreicht hatte, rief er: „Das ist alles? Du willst einfach so wieder gehen? Mehr hast du nicht zu sagen?“
Jedenfalls nicht, ohne dass sie endgültig die Fassung verlieren würde. Deshalb schüttelte Louise nur kurz den Kopf und verließ das Zimmer. Noch konnte sie diese seltsame Wendung des Schicksals kaum begreifen, durch die Daniel Ashwood wieder in ihr Leben getreten war.
„Was wollte Danny denn?“ Elaine kam praktisch auf sie zugestürzt, sobald Louise auf dem Flur war.
„Er möchte wissen, wann die Medikamente für seine Entlassung bereitstehen.“ Mit der Zunge fuhr Louise sich über die trockenen Lippen. „Ich glaube, er will nach Hause.“
„Tja, da hat er Pech gehabt. Die Ärzte wollen ihn noch einen Tag hierbehalten. Dann gehe ich jetzt mal rein und sag es ihm. Geht es Ihnen nicht gut?“
„Doch, alles in Ordnung.“ Auf Elaines prüfenden Blick setzte Louise rasch hinzu: „Ehrlich gesagt, meine Brüste tun ein bisschen weh. Ich habe noch nie einen so langen Abstand beim Stillen gehabt.“
„Sie hatten gar keine Kaffeepause. Dann machen Sie doch einfach früher Mittag und hängen Ihre Kaffeepause mit dran“, schlug Elaine vor. „Vom OP wurde gerade angerufen, dass sie den Mann mit der Stichwunde etwas länger im Aufwachraum behalten. Er hat noch einen sehr niedrigen Blutdruck.“
Das ließ Louise sich nicht zweimal sagen, sondern lief den Korridor entlang zur Krippe. Dort wurde sie von lautem Kindergeschrei empfangen. Es herrschte ein Heidenlärm. Kleinkinder aßen mit viel Schmiererei ihr Mittagessen an kleinen Kindertischen, und Babys schlugen mit Löffeln auf ihre Hochstühle, um auch etwas Aufmerksamkeit zu bekommen. Aber Louise hatte nur Augen für ein einziges Kind in dem ganzen Raum. Mit einem besorgten Lächeln wandte sie sich an Jess, die fröhliche Kinderpflegerin, die sie gleich zu einem Stuhl führte.
„Na, da wird sich aber jemand freuen, Sie zu sehen.“ Jess strahlte. „Er ist gerade von seinem Vormittagsschläfchen aufgewacht. Setzen Sie sich, ich hole ihn.“
Als sie Declans zorngerötetes kleines Gesichtchen sah, tat es Louise im Herzen weh. „Hat er die Flasche heute Morgen gut angenommen?“, erkundigte sie sich ängstlich.
„Es hat etwas gedauert.“ Jess lächelte mitfühlend. „Aber er wird sich bald dran gewöhnen. Außerdem bekommt er ja Ihre Muttermilch. Machen Sie sich kein schlechtes Gewissen, weil Sie arbeiten gehen. Die Umstellung geht sicher schnell.“
Er hat ja gar keine andere Wahl, dachte Louise und nahm ihren schreienden Sohn entgegen. In ihren Armen beruhigte sich Declan allmählich und fing hungrig an zu trinken.
Wut regte sich in ihr, dass ihr kleines Baby in einem Kinderhort sein musste anstatt zu Hause, wo er in diesem zarten Alter hingehörte. Wut darüber, dass Daniel Ashwood ihnen das angetan hatte.
„Danny möchte mit Ihnen sprechen“, meinte Elaine mit einer Miene, als hätte sie gerade in eine saure Zitrone gebissen. „Ich habe ihm gesagt, dass Sie bei Ihrem Sohn in der Krippe sind. Aber er wollte mit Ihnen reden, sobald Sie wieder zurück sind.“
Louise wurde von plötzlicher Panik erfasst.
„Und bitte beeilen Sie sich.“ Elaine drehte sich auf dem Absatz herum. „Danach möchte ich, dass Sie bei Bett zwei einen Einlauf machen.“
Falls Elaine glaubte, dies sei eine Strafe, täuschte sie sich. Einem Patienten einen Einlauf zu geben, war Louise sehr viel lieber, als sich Daniels unvermeidlichen Fragen zu stellen. Im Innersten hatte sie gewusst, dass dieser Tag einmal kommen musste. Aber nicht einmal im Traum hätte sie daran gedacht, dass es ausgerechnet heute sein würde. In den vergangenen zwölf Monaten hatte sie so viele Briefe an Daniel geschrieben, die sie nie abgeschickt hatte. Und sie wünschte, sie hätte jetzt einen davon in der Tasche, um ihn ihm einfach zu geben.
Entschlossen straffte sie die Schultern und öffnete die Tür. „Du wolltest mich sprechen?“
„Ich denke, wir haben einiges zu bereden.“ Seine ruhige Stimme erstaunte sie. Daniel wirkte wesentlich fitter als vorher. Sein Bett war frisch bezogen, die Vorhänge waren offen, und sein Blick wirkte klarer. „Meinst du nicht?“
„Eigentlich nicht“, entgegnete Louise. „Ich denke, du hast deinen Standpunkt bei unserer letzten Begegnung sehr deutlich gemacht.“
„Setz dich“, sagte er. „Bitte.“
Sie nahm Platz, ohne ihn anzusehen.
„Ich dachte, es wäre besser, wenn wir die Dinge zwischen uns möglichst gleich bereinigen.“
Wie bitte? Verständnislos...
| Erscheint lt. Verlag | 1.6.2019 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Digital Edition |
| Digital Edition | Digital Edition |
| Übersetzer | Susanne Albrecht |
| Verlagsort | Hamburg |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Romane / Erzählungen |
| Schlagworte | bücher für frauen • Cora • cora bücher • cora digital edition • cora liebesromane • cora neuerscheinungen • cora romane • Cora Verlag • cora verlag kindle • eBook • ebook angebote • ebook günstig • ebook liebesroman • Frauenroman • Liebesgeschichte • Liebesroman • Romantische Bücher |
| ISBN-10 | 3-7337-4720-8 / 3733747208 |
| ISBN-13 | 978-3-7337-4720-6 / 9783733747206 |
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