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Die Welt der Hedwig Courths-Mahler 450 (eBook)

Die gefürchtete Herrin

(Autor)

eBook Download: EPUB
2019 | 1. Aufl. 2019
64 Seiten
Bastei Entertainment (Verlag)
978-3-7325-8151-1 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Die Welt der Hedwig Courths-Mahler 450 - Helga Winter
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Die gefürchtete Herrin - Die Leute glauben, sie habe kein Herz

Nach dem Tod ihres Vaters lastet auf den schmalen Schultern der jungen Kathleen die alleinige Verantwortung für Gut Moorgarten. Sie nimmt ihre schwere Aufgabe sehr ernst, doch überall begegnet man ihr plötzlich mit Ablehnung und Feindschaft. Die Leute glauben, sie habe kein Herz, und sehen nicht, wie empfindsam und verletzlich sie ist ...
Erst als Kathleen keine Kraft mehr hat und aufgeben will, erhält sie von unerwarteter Seite Hilfe ...

Die gefürchtete Herrin

Die Leute glauben, sie habe kein Herz

Nach dem Tod ihres Vaters lastet auf den schmalen Schultern der jungen Kathleen die alleinige Verantwortung für Gut Moorgarten. Sie nimmt ihre schwere Aufgabe sehr ernst, doch überall begegnet man ihr plötzlich mit Ablehnung und Feindschaft. Die Leute glauben, sie habe kein Herz, und sehen nicht, wie empfindsam und verletzlich sie ist …

Erst als Kathleen keine Kraft mehr hat und aufgeben will, erhält sie von unerwarteter Seite Hilfe …

„Kommst du mit?“, fragte Georg Hildebrandt seine Stieftochter Ria.

„Nein“, lehnte sie ab und zuckte die Schultern. „Du hast ja Kathleen, ich möchte nicht stören.“

„Du weißt genau, dass du nicht störst“, wies der Mann sie scharf zurecht.

Er warf einen bittenden Blick auf seine Frau, aber Rosa tat, als ginge die ganze Unterhaltung sie nicht das Geringste an.

„Gut, wenn du nicht willst“, fügte er resigniert hinzu.

Seine zweite Ehe war kein Erfolg geworden, obwohl viele ihn um die schöne und elegante Rosa beneideten. Sie war eine charmante Gastgeberin, eine blendende Unterhalterin, wenn Gäste ins Haus kamen. Für ihn machte sie sich nicht mehr die Mühe, geistreich zu sein.

Seine finstere Miene erhellte sich erst wieder, als er auf dem Hof Kathleen mit den beiden Pferden warten sah. Seine Tochter war wirklich bildhübsch.

Ihre Augen strahlten wie immer, sie war so recht zufrieden und ausgeglichen, denn ihr Leben besaß einen Sinn. Sie arbeitete an seiner Seite auf und für Moorgarten, und die Leute respektierten in ihr die zukünftige Herrin.

„Fertig?“, fragte Kathleen, als der Mann ihr die Zügel des Hengstes aus den Händen nahm. „Und mach nicht solch ein finsteres Gesicht, Papa. Die Menschen sind nun einmal verschieden, und Ria interessiert sich halt nicht für unsere Arbeit.“

Ein wenig schwerfällig schwang Georg Hildebrandt sich in den Sattel.

„Sie sollte es aber tun“, gab er zurück. „Schließlich gehört sie jetzt zu uns, es wird Zeit, dass sie es einsieht. Ich will nicht, dass so viel Arbeit auf deinen Schultern ruht. Ria ist genauso jung wie du, sie könnte etwas mehr tun, als sich nur hübsch zu machen und Geld auszugeben.“

„Lass sie doch“, meinte Kathleen unbekümmert. „Ich nehme es ihr jedenfalls nicht übel. Ich arbeite gern, besonders mit dir zusammen. Du hast mir so viel gezeigt und warst immer so geduldig …“

„Ich brauchte bei dir nicht viel Geduld“, behauptete er. „Die Landwirtschaft und alles, was dazugehört, sitzt dir im Blut. Ich weiß noch, wie schnell du reiten gelernt hast.“

„Pferde bedeuten mir alles“, sagte Kathleen versonnen und tätschelte den glänzenden Hals ihres rassigen Tieres.

„Manchmal habe ich mich schon gefragt, was werden soll, wenn ich einmal nicht mehr bin“, äußerte ihr Vater mit gefurchter Stirn. „Ich werde mein Testament machen. Ich habe lange überlegt, glaube es mir, es ist kein leichter Entschluss. Jedem von uns kann etwas passieren, und ich möchte nicht, dass du jemals von Rosa abhängig bist.“

„Was soll das heißen?“, fragte Kathleen beklommen.

„Ich werde dich zu meiner Universalerbin einsetzen und Rosa und ihrer Tochter nur eine monatliche Rente zukommen lassen. Die beiden würden es im Handumdrehen schaffen, unser Moorgarten herunterzuwirtschaften.“

Kathleen brauchte Zeit, um diese überraschende Eröffnung zu verarbeiten. Die Stirn gekraust, ritt sie an der Seite des Vaters, und mit diesem Gesichtsausdruck ähnelte sie ihm verblüffend.

„Vielleicht ist es tatsächlich am besten“, äußerte die junge Dame Minuten später. „Ich hoffe nur, dass dieser Fall nicht so schnell eintreten wird. Rosa ist keine Frau, die sich zur Seite drängen lässt.“

„Sie wird es erst erfahren, wenn mir etwas passieren sollte“, schwächte der Mann ihre Bedenken ab. „Wenn wenigstens Ria etwas Interesse für unsere Arbeit zeigen würde. Stattdessen sitzt sie den ganzen Tag zu Hause und langweilt sich.“

„Ja, Interessen scheint sie wirklich keine zu haben“, warf Kathleen bitter ein.

„Ich habe schon daran gedacht, ob es nicht vielleicht das Beste wäre, wenn ich ihr irgendeine Pflicht aufzwinge, irgendeine Tätigkeit, für die sie verantwortlich ist. Was soll aus ihr einmal werden?“ Georg Hildebrandt hieb mit der Faust durch die Luft. „Sie hat nichts gelernt, sie ist nicht intelligent. Was macht solch eine Frau im Leben?“

„Heiraten“, sagte Kathleen prompt. „Ich glaube, um Ria brauchen wir uns keine Sorgen zu machen. Sie wird schon einen Dummen finden, der auf sie hereinfällt und für sie sorgt. Frauen wie sie finden immer einen Dummen.“

„Genau wie Rosa mich gefunden hat“, stellte der Vater mit ironischem Unterton fest. „Du hast recht, man braucht sich um solche Geschöpfe keine Gedanken zu machen.“

Die Pferde gingen im Schritt nebeneinander. Sie hatten es beide nicht eilig. Es kam selten vor, dass Vater und Tochter einmal über ihre privatesten Sorgen miteinander sprachen.

„Wenn ich ihr kein Geld mehr geben würde …“, überlegte der Gutsherr und warf einen fragenden Blick auf seine kluge und tüchtige Tochter.

„Sie wird Theater machen. Immerhin, es ist einen Versuch wert. Als Gutsbesitzer sollten wir unseren Leuten Vorbild sein, und die schöne Ria …“

„Man lacht über sie. Die Knechte wissen genau, was sie von ihr zu halten haben. Sie reden schlecht von meiner Stieftochter. Sie sagen sogar …“ Der Herr von Moorgarten senkte den Kopf. „Man munkelt da von einer Liebschaft mit einem Knecht.“

„Ausgeschlossen!“, fuhr Kathleen hoch. „So etwas wird sie uns nicht antun. Es ist bestimmt nur dummes Gerede.“

„Ich hoffe es auch. Aber nun lass uns von anderen Dingen sprechen. Ich werde Ria kein Geld mehr geben und abwarten, was sie dann tut. Wenn das Wetter anhält, werden wir das Heu übermorgen einfahren können. Würdest du dich darum kümmern, dass der Leiterwagen bis dahin repariert wird?“

Kathleen hörte genau zu und nickte. Sie wussten, dass sie sich aufeinander verlassen konnten. Außerdem waren beide einsam, denn außer sich hatten sie keinen Menschen, der zu ihnen gehörte. Sogar das Herrenhaus war ihnen manchmal fremd, weil sich überall der Geschmack fremder Menschen breitmachte.

Das Land war ihnen vertraut, aber ihr Haus nicht mehr. Es hatte seit Georg Hildebrandts Heirat aufgehört, ein Heim zu sein.

♥♥♥

„Hallo“, grüßte Ria lässig, als sie ein paar Tage später abends Kathleens Zimmer betrat.

Ihre Stiefschwester saß am Fenster, ein Buch in der Hand, und sie hob nicht gerade erfreut den Kopf. Sie wusste aus Erfahrung, dass Ria nur den Weg zu ihr fand, wenn sie etwas von ihr wollte.

„Ich brauche Geld“, sagte Ria da auch schon. „Nur ein paar Hundert Mark. Der Alte will nichts rausrücken. Ich hoffe, du bist nicht so geizig.“

„Ich habe selbst kein Geld.“

„Du kannst den Alten darum bitten. Dir wird er nichts abschlagen, er ist ja ganz vernarrt in dich. Ehrlich gesagt, mir stinkt das hier alles. Um jeden Pfennig muss man betteln. Unsere Freunde werden hinausgeworfen … Ich sage dir, das sehe ich mir nicht mehr lange an!“

Ria ließ sich auf Kathleens Bett fallen und schlang die Hände um das emporgezogene rechte Knie.

„Ich brauche unbedingt etwas zum Anziehen. Aber mit dem Alten kann man ja darüber nicht reden. Er denkt, wir müssten alle so herumlaufen wie du. Ich will dich ja nicht kränken, Kathleen, aber mit deinen Klamotten ist nicht allzu viel los.“

„Mir genügen sie“, stellte ihre Stiefschwester kühl fest.

„Geschmackssache. Aber ich brauche etwas Neues. Geh zum Alten und leg ein gutes Wort für uns ein.“

„Es tut mir leid. Ich denke nicht daran, dir Geld zukommen zu lassen. Arbeite doch.“

„Ach, jetzt fängst du auch noch so an! Soll ich einen Kniefall machen und dir die Füße küssen?“

„Lass mich bitte jetzt allein. Ich mag nicht hinter Vaters Rücken irgendetwas tun, das er nicht billigen würde“, erwiderte Kathleen.

„Wie tugendhaft“, lobte Ria sie höhnisch. „Gut, wie ihr wollt.“ Mit wiegenden Schritten verließ sie Kathleens hübschen Raum. Ihre Augen waren hart wie Kieselsteine, und eine Falte teilte ihre Stirn. In diesem Moment sah sie nicht mehr hübsch aus, nur hart und grausam.

Sie wusste, dass ihr Stiefvater sich noch im Stall aufhielt. Leise öffnete sie die Tür des Arbeitszimmers und schloss sie behutsam hinter sich. Es gehörte nicht zu Georg Hildebrandts Gewohnheiten, den Schreibtisch zu verschließen.

Ria fand den Schlüssel für die Kassette sofort. Morgen war Lohntag, sie wusste es, die Kassette war bis obenhin voller Geld. Ihre Finger zitterten vor Gier, als sie die Scheine an sich...

Erscheint lt. Verlag 14.5.2019
Reihe/Serie Die Welt der Hedwig Courths-Mahler
Die Welt der Hedwig Courths-Mahler
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte 2017 • 2018 • Adelsromanze • barbara-cartland • Bestseller • Cora • Deutsch • Doktor • e Book • eBook • E-Book • e books • eBooks • E-Books • Familiensaga • feelgood • Fortsetzungsroman • Frauen • Frauenroman • für • Gefühle • Glück • Großdruck • große-schrift • Happy End • Heimatroman • Heirat • Herzschmerz • Hochzeit • Kindle • Klassiker • leni-behrendt • Liebe • Liebesgeschichte • Liebesroman • Märchen • Märchen-Erwachsene • Mira • Modern • Romance • Roman-Heft • romantisch • Romanze • Schicksalsroman • Schmonzette • Schön • Serie • spannend • Wohlfühl • wohlfühlen
ISBN-10 3-7325-8151-9 / 3732581519
ISBN-13 978-3-7325-8151-1 / 9783732581511
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