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No Sweeter Kiss (eBook)

(Autor)

eBook Download: EPUB
2019 | 1. Aufl. 2019
218 Seiten
Lyx.digital (Verlag)
978-3-7363-1097-1 (ISBN)

Lese- und Medienproben

No Sweeter Kiss - Olivia Miles
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5,99 inkl. MwSt
(CHF 5,85)
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Wenn die Liebe nebenan wohnt ...

Ben Sullivan hatte gedacht, dass sein Leben völlig nach Plan verläuft. Doch als seine Frau ihn und seine kleine Tochter einfach verlässt, steht er vor der Herausforderung, wieder ganz neu anzufangen. Und dieses Mal ist er fest entschlossen, sein Herz nicht noch einmal aufs Spiel zu setzen. Doch seine neue Nachbarin schafft es immer wieder, unter seine harte Schale zu dringen. Mary Harris, die Besitzerin des Eissalons 'Sunshine Creamery', scheint ein Stück Sonne in ihrem Herzen zu tragen. Und damit bringt sie Bens vernünftige Vorsätze langsam aber sicher zum Schmelzen.

'Olivia Miles ist eine Expertin, wenn es darum geht einen süßen, romantischen Plot und liebenswerte Charaktere zu kreieren.' ROMANTIC TIMES

Band 2 der SWEET-Reihe

2


Morgens wirkte alles viel heller, zumindest hatte Mary das immer geglaubt. Doch heute versteckte sich die Sonne hartnäckig hinter dichten grauen Wolken, und das laute, entschlossene Jaulen des Schneepflugs weckte sie lange vor der Morgendämmerung.

So war Mary die erste Kundin des Tages in der Corner Beanery, dem Café am Lincoln Park, das ihre Freundin Hailey Wells betrieb. Auf der Matte in dem von Fenstern eingerahmten Vorraum stampfte sie sich den Schnee von den Stiefeln, dann stieß sie die Tür zu dem warmen, gemütlichen Raum auf, während ihre Schultern noch ein letztes Mal vor winterlicher Eiseskälte erschauerten.

»Ganz schön kalt da draußen!«, kommentierte Hailey, die gerade eine Platte voller riesiger Blaubeermuffins auf den Tresen stellte.

Mary war bemüht, sich nicht anmerken zu lassen, wie sehr sie diese Bemerkung traf. Während es – vorläufig – aufgehört hatte, zu schneien, waren die Temperaturen weiter gefallen, und es blies ein heftiger Wind. Mary trug ein langärmliges Hemd unter ihrem Rollkragenpullover aus Wolle, aber nicht einmal Daunenparka, Schal, Mütze und Handschuhe hatten sie warmhalten können.

Natürlich war die Viertelstunde Fußmarsch dafür auch nicht gerade hilfreich gewesen.

Als sie sich dem Tresen näherte, glitt ihr Blick über die Croissants und Scones, die sich in den Körben türmten. Eine Tasse Kaffee würde ihr guttun. Nicht, dass sie heute Morgen nicht schon zwei Tassen getrunken hätte, während sie eine Liste von Klempnern zusammenstellte, bei denen sie heute gleich als Erstes anrufen würde, nur für den Fall, dass der Handwerker, den sie für gewöhnlich beschäftigte, ihr ein Angebot machen sollte, das ihr nicht gefiel. Sie klopfte auf ihre Tasche, um sicherzustellen, dass die Liste sich noch dort befand. Sicherlich würde einer der Klempner ihr einen Preis nennen, den sie sich leisten konnte. Wenn nicht … Ihr Herz begann zu hämmern. Na ja, dann würde sie eben einfach einen anderen anrufen.

»Du bist heute aber früh dran«, bemerkte Hailey, als sie Marys Lieblingskaffeemischung in eine große Tasse goss und ihr diese reichte.

»Ja, die Schneepflüge haben mich so früh geweckt.« Mary reichte ihr ein paar Dollars und ließ das Wechselgeld in das Trinkgeldglas fallen. Seitdem sie mit der Sunshine Creamery angefangen hatte, wusste sie, wie sehr Trinkgeld die Moral stärken konnte. Selbst wenn es nur ein paar Cent waren, hob allein die gute Absicht schon ihre Stimmung ein wenig und rief ihr in Erinnerung, warum sie das Ganze überhaupt machte.

Die meisten Leute, die sie kannte, würden sich davor scheuen, die Eisdiele ihres Großvaters zu übernehmen. Aber Mary hätte sich gar nichts anderes vorstellen können. Und sie wusste, dass dasselbe für ihre Großeltern galt. Sie hatten diesen Ort mit viel Liebe und harter Arbeit aufgebaut, und auch wenn sie nicht reich geworden waren, so waren sie doch glücklich gewesen.

Sie fragte sich, was sie wohl jetzt über sie denken würden, schloss die Augen für einen Moment und versuchte, sich ihr Lächeln ins Gedächtnis zu rufen, den Klang ihrer Stimmen. Die Sunshine Creamery war nicht besonders gut gelaufen, als sie sie übernommen hatte. Sie war für ihre Großeltern nicht lukrativ gewesen; zweifellos hatten die beiden zu kämpfen gehabt. Die Eisdiele hätte nicht viel länger Bestand haben können, selbst wenn Gramps am Leben geblieben wäre. Trotzdem hatte er sie angefleht, an ihr festzuhalten und sie weiter zu betreiben.

Sie würde dafür sorgen, dass das funktionierte; das hatte sie sich geschworen. Und sie hatte es ihrem Großvater versprochen.

»Wie läuft das Geschäft?«, fragte Hailey im Plauderton, als sie begann, Milch für den Latte eines Kunden aufzuschäumen.

»Oh …« Mary löste ihren Wollschal und machte es sich auf einem Hocker in der Nähe der Espressomaschine bequem. »Es läuft nicht so toll, aber schließlich ist Winter, da habe ich nichts anderes erwartet.«

»Na, bald fängt der Frühling an«, erwiderte Hailey fröhlich. Mary schenkte ihr ein schwaches Lächeln. Sie kehrte dem Fenster entschlossen den Rücken zu; wie weit diese Feststellung offensichtlich von der Wahrheit entfernt war, musste sie nicht unbedingt sehen. »Ich habe interessante Neuigkeiten«, bemerkte Hailey.

Angesichts eines Themenwechsels wurde Mary gleich etwas munterer. »Ach ja? Ein neuer Typ in deinem Leben?«

Hailey stieß ein kurzes, bellendes Lachen aus. »Eher ein neues Mädchen in meinem Leben. Meine Cousine Claire wird eine Weile bei mir wohnen.« Hailey beugte sich über den Tresen und flüsterte: »Eigentlich wollte sie mit ihrem Freund nach San Diego ziehen. Sie hat ihren Job gekündigt, ihre Wohnung untervermietet, alles vorbereitet. Der Kerl hat eine Woche, bevor die Umzugswagen kommen sollten, Schluss gemacht.«

»Das ist ja schrecklich!« Mary schüttelte den Kopf. »Und ich dachte, ich hätte Pech mit Männern.«

Hailey hob eine Augenbraue. »Nenn mir doch eine Frau, bei der das anders ist.«

Mary dachte einen Moment nach. »Lila«, sagte sie schließlich. Sie dachte daran, wie glücklich ihre Schwester mit Sam war. Die beiden hatten sich eine wunderschöne neue Wohnung gemütlich eingerichtet und gingen jeden Morgen gemeinsam in ihre kleine Werbeagentur. Sie verbrachten den ganzen Tag, von morgens bis abends, als Team.

Jason und sie waren nie ein Team gewesen. Er konnte nicht begreifen, warum sie an den Wochenenden arbeiten musste, warum ihr an der Sunshine Creamery so viel lag. Und wenn sie einmal über neue Eissorten zu sprechen wagte, wurde sein Blick sofort glasig.

Das tat weh. Immer noch.

Hailey begann mit der Zubereitung eines Espresso für den nächsten Kunden. »Du vergisst, dass es mit Lila und Sam auch nicht immer so wunderbar gelaufen ist.«

Mary neigte den Kopf zur Seite. »Das stimmt.«

»Habe ich gerade Lila und Sam gehört?«, rief Lila von der Tür aus. Mary drehte sich zu ihrer Schwester um, deren Wangen von der Kälte rot leuchteten und deren graue Augen vor reinem Glück nur so strahlten.

»Wir haben gerade davon geredet, wie viel Pech wir mit Männern haben«, sagte Mary. »Doch dann hat Hailey mich daran erinnert, dass Sam und du trotz aller Schwierigkeiten wieder zueinander gefunden habt. Vielleicht besteht ja für uns alle noch Hoffnung.«

Allerdings war sie diesbezüglich nicht mehr so sicher. Und sie war auch nicht sicher, ob sie bereit war, das Risiko auf sich zu nehmen, es herauszufinden.

»Dann habe ich euch also den Glauben an die Männer zurückgegeben?« Sam tauchte mit einem breiten Grinsen im Gesicht hinter Lila auf.

Mary musste einfach lächeln. Sam war ebenso charmant wie gut aussehend. Sie konnte nachvollziehen, warum Lila nicht über ihn hinweggekommen war, nachdem er ihr vor Jahren, als sie noch in New York lebte, das Herz gebrochen hatte.

Sam begrüßte die Anwesenden und verabschiedete sich gleichzeitig, da eine frühe Telefonkonferenz auf ihn wartete. Er gab Lila einen Kuss auf die Lippen, ehe er wieder in den Schnee hinauseilte. Mary konnte nichts dagegen tun – sie verspürte eine gewisse … Sehnsucht. So wie Sam ihre Schwester angesehen hatte, könnte man denken, er würde sie für Stunden, oder sogar Tage, nicht wiedersehen, wo Lila doch in ungefähr zwanzig Minuten in ihrem Büro auftauchen würde, das nur ein Stück die Straße hinunter lag.

Mary nippte an ihrem Kaffee. Es war völlig sinnlos, sich selbst zu bemitleiden. Von ihrer Warte aus bedeuteten Männer nur Ärger, und davon hatte sie weiß Gott schon mehr als genug, vielen Dank.

»Du wirkst heute Morgen ein bisschen erschöpft«, bemerkte Lila, nachdem sie ihre Bestellung bei Hailey aufgegeben hatte.

»Oh, danke schön.« Aber Mary wusste ja, dass ihre Schwester es nicht böse meinte. Sie war erschöpft, das konnte sie nicht leugnen. Und vermutlich konnte sie es auch nicht für immer verbergen. Sie blickte aus dem Fenster auf Menschen, die sich für ihren Weg zur Bushaltestelle in Mützen, Schals und Mäntel eingemummelt und die Schultern zum Schutz gegen den bitteren Wind hochgezogen hatten, und sie sackte regelrecht in sich zusammen. Sie konnte von Glück sagen, wenn sie heute auch nur einen Kunden zu sehen bekam.

»Du weißt doch, dass ich mir nur Sorgen mache. Hast du immer noch so viel Arbeit im Laden?« Lila tat Kaffeesahne und Zucker in ihren Kaffee. Sie wusste zum Glück nichts von Marys Problemen, und wenn es nach Mary ging, würde das auch so bleiben.

Lila und Sam waren die beiden Menschen, die ihr mit ihrer Kompetenz in Sachen Werbung und auch mit ihrer finanziellen Situation vermutlich am meisten helfen konnten – aber Lila hatte ihr schon genug geholfen, und es kam Mary einfach nicht richtig vor, noch mehr von ihrer Schwester zu verlangen. Lila war damit beschäftigt, ihre Hochzeit zu planen. Sie genoss ihre Zeit mit Sam und war dabei, ihre neue Agentur in Gang zu bringen. Nein, Mary würde ihre Probleme mit sich allein ausmachen. Sie war schließlich diejenige, die darauf bestanden hatte, die familieneigene Eisdiele zu erhalten, und Lila hatte diesen Traum unterstützt, indem sie eine Investition angeboten hatte. Lila jetzt anzuvertrauen, wie schlecht es in letzter Zeit lief, wäre wie eine Ohrfeige. Das brachte Mary nicht fertig. Schon bei dem bloßen Gedanken wurde ihr übel.

»Na ja, es ist nicht so viel los wie sonst, aber dafür habe ich jetzt Zeit, mir neue Geschmacksrichtungen für den Sommer auszudenken. Was hältst du von Kirschkäsekuchen?«, fragte sie, in der Hoffnung, ihr Lächeln sähe nicht so angestrengt aus, wie es sich...

Erscheint lt. Verlag 1.5.2019
Reihe/Serie Sweeter in the City
Sweeter in the City
Sweeter in the City
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Original-Titel Sweeter than Sunshine
Themenwelt Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte 20. - 21. Jahrhundert • Ben Sullivan • Beziehung • Buchhandlung • Eissalon • Erinnerung • Familie • Fernbeziehung • forced proximity • Frauenroman • Frauenromane • Freundschaft • Frühlingsgefühle in Briar Creek • Gefühl • Gefühle • Geheimnis • Herausforderung • Herbstzauber in Briar Creek • Hochzeit • Hochzeitskleid • Hoffnung • kleine Tochter • Leidenschaft • leidenschaftlich • Liebe • Liebe / Beziehung • Liebesgeschichte • Liebesroman • Liebesromane • Mary Harris • Nachbar • Nachbarin • Nähe • Neuanfang • Neuanfang in Briar Creek • No Sweeter Love • No Sweeter Summer • Roman • Romantik • romantisch • Romanze • Schicksal • Schwester • Sexy • Single-Dad • single parent • Sunshine Creamery • süß • Trennung • Unterhaltung • USA • Weihnachten in Briar Creek • Winter in Briar Creek • Wohlfühlroman • Zwischenmenschliche Beziehung
ISBN-10 3-7363-1097-8 / 3736310978
ISBN-13 978-3-7363-1097-1 / 9783736310971
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