Inked Love - Noch immer wir (eBook)
333 Seiten
Lyx.digital (Verlag)
978-3-7363-1093-3 (ISBN)
Sein Schweigen könnte ihre Liebe erneut zerstören ...
Tattoo Artist Teo fällt aus allen Wolken, als seine Jugendliebe Ash in seinen Laden kommt. Sofort ist die alte Anziehung wieder da. Ash und er waren unzertrennlich, füreinander geschaffen. Doch sie stammte aus einem reichen Elternhaus, während er in einem illegalen Trailer mit seinem kriminellen Vater wohnte. Über Nacht verschwand Teo vor sieben Jahren aus Ashs Leben, ohne Erklärung, ohne sich je wieder zu melden. Dieser Schmerz sitzt tief in der jungen Frau, die gerade beginnt, sich in der rauen Medienmetropole L.A. hochzuarbeiten. Doch Teo ist auch jetzt nicht bereit, ihr die Wahrheit zu sagen ... um sie zu beschützen, so redet er sich ein. Doch so intensiv ihre Begegnungen auch sein mögen, wirklich zueinander finden, können sie nur, wenn zwischen ihnen nichts als die Wahrheit steht ...
'J. D. Hawkins Bücher sind super heiß und seine Helden einfach anbetungswürdig' MUSINGS OF THE MODERN BELLE
1
Ash
Heute ist es so weit. Ich weiß genau, was ich will, wo ich es machen lasse und wer es machen soll.
Das Tattoo-Studio im südlichen Echo Park sticht exzentrisch, fast bedrohlich hervor aus der Reihe der Ladengeschäfte an diesem sonnigen Morgen. Die düstere Fassade wirkt dramatisch neben den Eingangsschildern und sauberen Schaufenstern der Cafés und Vintage-Geschäfte drumherum. Die Fenster des Ladens sind mit Schädeln und Rosen dekoriert und verbergen, was dahinter geschieht. Der Anblick erinnert an den finsteren Blick eines ungezogenen Kindes, das einen herausfordert, sich mit ihm anzulegen. Mein Puls beschleunigt sich, während ich mich dem Studio nähere.
Als ich gerade davor parke, sehe ich, wie eine tätowierte Person eintritt und eine andere, schwarz gekleidete Person geht. Mandala Ink ist nicht das größte Tattoo-Studio in Los Angeles – vielleicht nicht einmal das mit den meisten Kunden –, aber es ist bei Weitem das beste. Vielleicht sogar in ganz Kalifornien. Jeder weiß, dass man sich nur mit dem zweitbesten zufriedengibt, wenn man sich woanders tätowieren lässt. Selbst ich weiß das, und ich besitze noch gar kein Tattoo. Aber ich habe monatelang im Internet recherchiert und Tausende Bilder von Tätowierungen verglichen, bevor ich mich für diesen Künstler und dieses Studio entschieden habe. Mit einer sechsmonatigen Warteliste und der strikten Regel, keine Laufkundschaft anzunehmen, die sogar für die größten Rockstars und bekanntesten Schauspieler gilt, fühlt es sich fast wie eine besondere Ehre an, hier einen Termin für mein Tattoo bekommen zu haben. Sechs Monate haben meinen Entschluss nicht ins Wanken gebracht, aber die lange Wartezeit hat leider auch nicht geholfen, meine Nerven zu beruhigen, jetzt, wo ich schließlich vor dem Laden stehe.
Ich steige aus, werfe Geld in die Parkuhr und gehe entschlossen auf die dunkle Tür zu. Ich bin ein bisschen nervös, sie aufzudrücken, aber wenn ich nur eine Sekunde zögere, werde ich mich wieder umdrehen und wegfahren. Das Adrenalin rauscht durch meinen Körper. Ich mache das hier wirklich – endlich.
Ich betrete das Studio. In meinen Ohren erklingt das Surren einer Tätowiernadel, und ich rieche Desinfektionsmittel. Wenn die Fassade schon leicht einschüchternd war, ist das Innere überwältigend. Es ist größer, als ich es mir vorgestellt habe. Die Wände sind vom Boden bis zur Decke mit umwerfender, komplexer Tattoo-Kunst bedeckt. Muster, die hypnotisieren, Gesichter, so schön, dass sie fast real wirken, Kreaturen und Charaktere und Kreuze, so plastisch, dass sie unter meinem Blick tanzen. Es gibt ein Vintage-Sofa im Bauhaus-Design, das aus einem Museum stammen könnte und so kunstvoll wirkt, dass man es lieber ansieht, als sich daraufzusetzen. Davor steht ein niedriger, im asiatischen Stil geschnitzter Couchtisch, auf dem Kunstbände liegen. Eine Glastheke teilt den Raum in zwei Hälften, und hinter der Theke gibt es einen Vorhang mit einem indischen Muster in Lila und Rot. Ich hatte mir das Innere ganz anders vorgestellt, und doch ist es perfekt.
Hinter der Theke steht ein großer Kerl und plaudert mit einer Kundin. Ich sehe zu, wie er die Frau mit der Punkfrisur verabschiedet, indem er seine Faust gegen ihre stößt. Dabei streckt er den Arm weit genug aus, dass ich die komplette Flügelspannweite des Drachen sehen kann, der darauf tätowiert ist.
Nachdem die Kundin gegangen ist, richten sich die funkelnden Augen des großen Kerls auf mich. Er ist so glatzköpfig wie ein Baby, trägt aber einen roten Bart, der lang und geflochten ist. Ist er das? Lone Wolf? Es arbeiten mehrere Künstler hier, aber der Kundenmagnet des Studios ist sein Besitzer, genannt Lone Wolf – bei ihm habe auch ich meinen Termin gebucht. Die meisten berühmten Tätowierer haben einen Künstlernamen, aber seiner hat dafür gesorgt, dass ich keine Ahnung habe, was ich von diesem Mann zu erwarten habe.
»Hey«, sagt der Glatzkopf mit einer so sympathischen Stimme, dass ich sofort all meine Vorurteile über Bord werfe. »Willkommen. Wie kann ich dir helfen?«
»Bist du … Lone Wolf?«, frage ich trotz seiner Freundlichkeit leicht eingeschüchtert.
»Nein.« Er lacht. »Ich bin Ginger.«
»Ginger! Von dir sind die ganzen kleinen Tattoos, die ich bei Instagram gesehen habe. Ich liebe die ganzen Details«, platzt es aus mir heraus.
Der große Mann wird tatsächlich rot. »Vielen Dank. Wir nehmen leider keine Laufkundschaft an, aber ich kann dich gern kurz beraten, und dann schauen wir weiter, wenn du …«
»Oh, äh, aber ich habe einen Termin«, sage ich und trete nervös vor. »Um elf Uhr, bei eurem Chef?«
Er tippt auf einer Tastatur herum und wirft einen Blick auf den Monitor vor sich. »Ashley Carter?«
Mir rutscht das Herz in die Hose, und ich lache nervös. »Höchstpersönlich.«
Sein Lächeln wird noch breiter. »Perfekt. Geh durch und setz dich. Ich bin gleich bei dir.« Er deutet auf den Sitzbereich und verschwindet hinter einem Vorhang im hinteren Bereich des Ladens.
Ich warte eine Weile, blättere einen der Kunstbände durch und verliere mich in der eleganten Schattierung eines Raubtierfells auf einem Poster an der Wand. Hinter dem Vorhang höre ich gedämpftes Murmeln, das ich nicht verstehe, dann zieht eine Stimme meine Aufmerksamkeit auf sich.
»Du bist also Ashley?«
Die Stimme ist kräftig und selbstbewusst. Der Tonfall ist tief, wie nur ein starker Körper ihn hervorbringen kann.
»Ja«, sage ich, aber es fällt mir schwer, den Blick von der Wand loszureißen. »Aber meine Freunde nennen mich …«
Ich drehe mich um und erstarre auf der Stelle. Eine Schockwelle spült jedes Gefühl von Realität aus meinem Körper.
Er ist groß, die Schultern breit genug, um als Rammbock zu dienen, und sein markanter Kiefer hält mit Sicherheit den ein oder anderen Schlag aus. Unter dichten dunklen Haaren sieht er mich mit eisblauen Augen an, als würde er mich kennen.
»Ash?«, fragt er.
»Teo?«, erwidere ich so leise, dass er es vielleicht gar nicht hört.
Ich kann es einfach nicht glauben – bis er mir dieses schiefe Lächeln schenkt, von dem ich gedacht hatte, ich würde es niemals wiedersehen. In diesem Moment ist es nicht mehr zu leugnen. Er ist es.
Er ist in den letzten sieben Jahren ein bisschen breiter geworden. Die Zeit hat sein glattes, jungenhaftes Aussehen markanter werden lassen, und seine definierten Muskeln passen zu seiner Größe. Seine Arme sind mit schwarz-grauen Tattoos bedeckt – eine Menagerie aus geometrischen Formen, Tieren und Blumen, die durch hypnotische Muster miteinander verbunden sind. Die Erinnerung an ihn, die ich sieben Jahre tief in mir vergraben habe, an diesen grüblerischen Jungen mit seiner engen Jeans und den zotteligen Haaren, der immer gewartet hat, bis ich zu ihm aufs Rad gestiegen bin, um mit mir davonzurasen, zerreißt in meinem Kopf wie ein verschwommen aufgenommenes Foto. Ich kann nicht aufhören, den umwerfenden Mann anzustarren, zu dem er geworden ist.
Mein Mund wird ganz trocken, und mich überbekommt ein Panikgefühl. Diese wenigen Momente, in denen so viele Erinnerungen und Emotionen in mir aufsteigen, fühlen sich wie eine Ewigkeit an, und doch sind sie zu kurz, um mich zu sammeln. Ich würde Wochen – vielleicht Monate – brauchen, um den Schock dieses Wiedersehens zu überwinden. Stattdessen bleibt mir nur die Zeit, die es dauert, um tief einzuatmen und mich zu einem lockeren Lächeln zu zwingen.
»Wie ist es dir ergangen?«, fragt er, stellt sich an die Theke und stützt sich dort auf. Er klingt vollkommen neutral und wirkt völlig entspannt. Ich weiß, dass es auch für ihn ein Schock sein muss, mich zu sehen. Aber ich habe keine Ahnung, wie er darüber denkt.
Fieberhaft suche ich nach einer lockeren Antwort. Was sagt man zu dem Kerl, den man mit der hingebungsvollen Leidenschaft geliebt hat, zu der nur ein Teenager, der zum ersten Mal liebt, fähig ist? Dieser Junge war mein Geheimnis, ich küsste ihn im Mondlicht, zur Musik der Eulen. Was sagt man zu dem Jungen, der um zwei Uhr morgens mit einer gestohlenen Blume durch mein Fenster stieg und lange genug blieb, um mich mit dem Nachgeschmack seiner Lippen auf meinen und dem Gefühl wieder zu verlassen, dass all die dramatischen Liebesgeschichten in Büchern der Wahrheit entsprachen und sogar noch schwer untertrieben waren?
Eben dieser Junge verließ am Abend des Abschlussballs ohne Vorwarnung die Stadt, gerade als ich der Welt zeigen wollte, dass ich unsere Liebe nicht mehr geheim halten würde?
Ich frage mich, ob er ebenso aufgewühlt ist wie ich, ob es sich für ihn auch so anfühlt, als würde seine Welt Kopf stehen. Wenn ja, lässt er es sich nicht anmerken. In seinen Augen liegt keine Sanftheit, keine Spur Reue – nichts von dem, was er dem Mädchen schuldet, das er zerstört hat.
Ein Teil von mir will Teo anschreien und ihn schlagen, ein aussichtsloser Versuch, ihn so sehr zu verletzen, wie er mich verletzt hat. Aber der andere Teil von mir will ihn umarmen und festhalten, so fest, dass die Wunden endlich heilen, die während der sieben Jahre ohne ihn geblutet haben. Ich bin so überwältigt und will so viel auf einmal, dass ich schlussendlich gar nichts tue.
»Mir geht’s gut. Und dir?«, ist alles, was ich zustande bringe.
»Gut«, sagt er nachdrücklich.
»Du bist also … Lone Wolf?«
»Höchstpersönlich«, sagt er grinsend. »Was möchtest du heute machen...
| Erscheint lt. Verlag | 1.5.2019 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Love and Arts |
| Love and Arts | Love and Arts |
| Übersetzer | Stephanie Pannen |
| Verlagsort | Köln |
| Sprache | deutsch |
| Original-Titel | Love & Ink |
| Themenwelt | Literatur ► Krimi / Thriller / Horror |
| Literatur ► Romane / Erzählungen | |
| Schlagworte | 20. - 21. Jahrhundert • Ash Carter • Bad Boy • Berlin • Beziehung • Familie • Fernbeziehung • Frauenroman • Frauenromane • Freundin • Freundinnen • Freundschaft • Gefühl • Gefühle • Geheimnis • Geheimnisse • Havelland • Hochzeit • Jugendliebe • Leidenschaft • Liebe • Liebe / Beziehung • Liebesfilm • Liebesgeschichte • Liebesroman • Liebesromane • Los Angeles • Motorrad • Nähe • Roman • Romanhefte • Romantik • Romantische • Romanze • Schicksal • Schicksalsschlag • Schwester • Second Chance • Tätowierer • Tattoo-Artist • TEO • Trennung • Trennungsschmerz • Unterhaltung • USA • Vergebung • weltbekannt • zurückerobern • Zweite Chance • Zwischenmenschliche Beziehung |
| ISBN-10 | 3-7363-1093-5 / 3736310935 |
| ISBN-13 | 978-3-7363-1093-3 / 9783736310933 |
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