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G. F. Unger 2002 (eBook)

Durango Jim

(Autor)

eBook Download: EPUB
2019 | 1. Aufl. 2019
Bastei Entertainment (Verlag)
978-3-7325-7755-2 (ISBN)

Lese- und Medienproben

G. F. Unger 2002 - G. F. Unger
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Durango Jim

Die Bürger von Belle City misstrauen ihm, und Oldman Rannahan hat ihm den Tod geschworen. Dennoch nimmt Jim den Stern des Sheriffs ...


Unger-Western - Spitzenromane eines Autors, der seine Leser seit Jahrzehnten in Atem hält!

Er grinst halb trotzig und halb verloren, denn er ist ein junger Bursche von fünfundzwanzig Jahren.

Mit siebzehn war er schon Soldat. Er hat das letzte grausame Kriegsjahr mitgemacht und danach die Gnadenlosigkeit eines Gefangenenlagers ertragen und überstanden.

Als er in der Ferne Hufschlag eines Pferdes hört, lauscht er bewegungslos und mit der Erfahrung eines Burschen, der am San Juan River geboren wurde und schon mit neun Jahren eine Schrotflinte auf zwei Apachen abfeuerte, die seine Eltern ermordet hatten.

Das Pferd, dessen Hufschlag Jim hört, ist müde. Es stolpert oft. Der Reiter muss es sehr eilig haben, wenn er das Tier trotzdem antreibt. Er ist dabei, das Pferd zu ruinieren.

Wenig später hält der Fremde auf dem Pfad an und späht zum Feuer herüber. Durango Jim kann es in der hellen Sternennacht erkennen. Er erhebt sich und weicht ein Stück vom Feuer fort.

»He!«, ruft der Reiter heiser und kommt die dreißig Schritte vom Pfad herübergeritten.

»Du bist das, Jim«, sagt er. »Das ist gut. Ich brauche ein gutes Pferd. Gib mir deins! Du hast doch ein Alibi für gestern Nacht, nicht wahr? Willst du mir den Gefallen tun?«

Jim denkt erst eine Weile über die Worte des Burschen nach. Er kennt ihn flüchtig. Sie gehörten ein paar Tage lang zu einer Mannschaft, die mit einer gestohlenen Herde nach Deadwood unterwegs war. Doch das ist schon drei Monate her.

Der Bursche heißt Jorge Graham, und er ist einer von der Sorte, die für einige Dollars alles macht – alles!

»Wer ist hinter dir her?«, will Jim wissen.

»Die Webster-Brüder. Sie wollen mir die Haut abziehen, weil sie der Meinung sind, ich hätte ihre Schwester verführt. Wenn sie mich einholen, schlagen sie mich tot. Gib mir dein Pferd, Jim! Hilf mir!«

Jim überlegt. In der Ferne vernimmt er Hufschlag – eine ganze Mannschaft scheint unterwegs zu sein.

»Wenn du mich angelogen hast, Jorge«, sagt er schleppend, »dann bist du ein toter Mann. Nimm dir mein Pferd. Aber du reitest damit nur bis zu Charly Browns Store. Dort besorgst du dir ein anderes Tier. Los, verschwinde!«

Jorge Graham stößt einen Laut aus, der wie heiseres Jauchzen klingt. Eine Minute später reitet er auf Jims Pinto in die Nacht. Jim Osborne bleibt bewegungslos zurück. Als der Hufschlag seines Pferdes verklingt, hört er das Hufgetrampel der Verfolger.

Er grinst, denn er kennt die Webster-Brüder und deren Schwester gut genug. Er weiß genau, dass man das Webster-Mädel ganz bestimmt nicht mehr verführen kann. Ihre Brüder müssten das längst wissen, wenn sie nicht so dumm und ihrer Schwester gegenüber völlig blind wären.

Als dann die Reiter bei ihm sind, stellt er jedoch fest, dass keiner der Webster-Brüder dabei ist. Er will nach dem Revolver greifen, doch es ist zu spät. Einer der Männer jagt auf dem galoppierenden Pferd an ihm vorbei und schlägt ihm den Lauf eines Gewehres auf den Hut.

Als er wieder wach wird und sich aufrichtet, begreift er, dass Jorge Graham ihn reingelegt hat.

Denn die Verfolger sind nicht Abe und Tate Webster.

Es sind Männer aus der Stadt, und es sind verdammt harte Burschen, die reiten und kämpfen können. Die Stadt ist noch nicht alt. Sie mussten sie dreimal aufbauen. Zweimal wurde sie von Indianern zerstört.

Vier der Männer kennt Jim Osborne, denn er war oft genug in Belle City, das zwischen Pierre und Deadwood am Wagenweg ins Goldland nach Montana liegt.

Jim erkennt Ben Starke, den Schmied, und den Storehalter Jeff Hammer. Gordon Lee, der Saloonbesitzer, ist ein dunkler, geschmeidiger Spielertyp, doch er sitzt im Sattel wie ein Langreiter, und er war es auch, der Jim Osborne mit dem Lauf der Schrotflinte zusammenschlug.

Dann ist noch Henry Mourke mit dabei, der Posthalter von Belle City, dem der Mietstall und die Futter- und Saatguthandlung gehören.

Die drei oder vier anderen Männer zählen nicht. Sie sind nur Begleiter, weil sie im Dienst der vier Großen von Belle City stehen.

Sie umgeben Jim Osborne, und sie sind ein schweigsamer Kreis.

Es geht eine unversöhnliche Härte von ihnen aus. Sie prallt gegen Jim Osborne wie ein heißer Atem. Noch bevor einer der Männer seinen Mund aufmacht, weiß er, dass er so übel in der Klemme steckt wie noch nie in seinem Leben.

»Was soll das?«, fragt er heiser und stöhnend. Sein Kopf schmerzt. Er steht noch etwas schwankend auf den Beinen. Aber er weiß, dass er jetzt besonders wach sein muss. Er braucht seinen ganzen Verstand.

Das spürt er genau.

Sie geben ihm nicht sofort Antwort, sondern betrachten ihn im Schein des Feuers, das sie während seiner Bewusstlosigkeit wieder zum Lodern brachten. Sie haben ihn längst entwaffnet und sich das Pferd Jorge Grahams angesehen.

Als Jim an Jorge Graham denkt, steigt eine heiße Wut in ihm auf. Diese kleine Ratte hat mich reingelegt, denkt er, und ich Narr fühlte mich so großartig, dass es mir Spaß machte, ihm gegen die Webster-Brüder zu helfen. Doch …

Seine Gedanken werden von einer harten Stimme unterbrochen. Der Posthalter Henry Mourke sagt zu den anderen: »Ich denke, es ist alles klar. Wir hängen ihn an den nächsten Baum – dort drüben.«

»He«, faucht Jim Osborne, »ihr könnt mich doch nicht einfach aufhängen! Warum denn? Was soll denn der Mann, den ihr verfolgt habt und dem ich mein Pferd gab, verbrochen haben?«

Sie starren ihn an, und einer lacht spöttisch. »Jetzt will er sich herauswinden«, sagt der hagere Storehalter Jeff Hammer. »Hört ihr, er will uns weismachen, dass ein anderer Mann im Spiel ist. Ah, diese Burschen gleichen sich alle. Sie sind großspurig und glauben an ihr Glück. Doch wenn sie am Haken sitzen, dann krümmen sie sich wie Würmer. Aber das nützt dir nichts, du Schuft. Wir können Ken Mannen nicht mehr lebendig machen. Doch wir können den Kerl, der ihn durch das Fenster mitten in unserer Pokerrunde erschoss, aufknüpfen. Nichts und niemand wird uns daran hindern. Da helfen keine Märchen. Wir kennen dich einigermaßen, du Sattelstrolch. Du bist genau der Typ, den sich Oldman Rannahan anwerben kann, um einen Kronzeugen erledigen zu lassen. Ich wette, dass er dir nicht mehr als hundert Dollar zu zahlen brauchte. Seht mal nach, ob er das Geld noch in der Tasche hat.«

Zwei der Männer treten sofort vor und durchsuchen Jims Kleidung.

Jim hält still. Sein Kopf schmerzt noch immer von dem Schlag, und er muss sich Mühe geben, um das, was die Männer sagen, zu begreifen.

Sie halten mich für einen Burschen, den jemand angeworben hat, um einen Kronzeugen erschießen zu lassen, denkt er. Und gleich werden sie die fünf Zwanzig-Dollar-Stücke bei mir finden, die ich stets als letzte Reserve aufhebe.

Er hat es kaum gedacht, als auch schon einer der beiden Männer zufrieden brummt und verkündet: »Da sind fünf Zwanzig-Dollar-Stücke in das Taschentuch eingeknotet, Goldstücke!«

»Seht ihr«, sagt Jeff Hammer. »Habe ich es nicht gleich gesagt? Für hundert Dollar erschießt er einen braven Mann. Also, wir hängen ihn dort drüben, nicht wahr?«

Sie starren ihn an, und ihre Mitleidlosigkeit strömt wie ein kalter Hauch zu Jim herüber. Einer der Männer – er ist sonst Begleitfahrer auf den Postkutschen – sagt plötzlich: »Jetzt erkenne ich diesen Hombre. Der Bursche ist als Durango Jim bekannt. Im Süden wird er von einigen Sheriffs gesucht. Er hat immer wieder Revolverkämpfe. Vor etwa drei Monaten gehörte er zu der Rustler-Mannschaft, die eine Herde stehlen und in Deadwood verkaufen konnte. Das ist Durango Jim, ein Revolverheld und Viehdieb! Ja, es ist ziemlich sicher, dass er sich mit einem raschen Schuss hundert Dollar verdienen wollte. Er hat nur das Pech, dass wir uns so schnell Pferde beschaffen konnten. Und wir haben Glück, dass das Land so trocken ist, dass man noch eine ganze Weile später einer Staubfahne folgen kann, die ein Reiter hinter sich lässt. Diese Staubfahne ist …«

Jim achtet nicht länger darauf, was der Mann über die guten Eigenschaften einer Staubfahne zu sagen hat. Er überlegt vielmehr fieberhaft, wie er diese harten Männer davon überzeugen könnte, dass sie in ihm den falschen Mann erwischt haben.

Plötzlich fällt ihm etwas ein. »Es ist doch ganz einfach, Leute«, sagt er. »Diesem Pferd dort sieht man an, dass es länger als zwanzig Meilen hart geritten wurde. Es ist voller Schaum, Staub und Kletten. Wäre es mein Pferd, dann müsste ich doch nicht viel anders aussehen, nicht wahr? Ich müsste erhitzt sein vom Reiten. Meine Beine müssten mit flockigem Pferdeschweiß bedeckt sein. Und …«

Er verstummt und macht eine Handbewegung, die mehr als jedes weitere Wort sagt. Es müsste den Männern doch klar sein, dass er nicht der Mann sein kann, der noch vor wenigen Minuten auf diesem abgetriebenen Pferd gesessen hat.

Das scheinen sie jetzt einzusehen, und ihre Zufriedenheit darüber, dass sie ihr Wild eingeholt und gefangen haben, wandelt sich in eine böse Wut. Nun fühlen sie sich reingelegt. Sie begreifen, dass ihnen der Mörder entkam. Auch ihre Pferde sind ziemlich erledigt.

Während sie noch so stehen und versuchen, mit ihrer Enttäuschung fertig zu werden, sagt Durango Jim: »Es war Jorge Graham. Er erzählte mir, dass die Webster-Brüder hinter ihm her seien, um ihn wegen ihrer Schwester zu verprügeln. Jorge Graham hat mich reingelegt. Ich habe ihm geglaubt. Nun, gebt mir eine Chance. Ich hole ihn und bringe ihn nach Belle City. Ich gebe euch mein Wort.«

Als er verstummt, starren sie ihn an.

»Auf dein Wort, du Sattelstrolch, pfeifen wir«, sagt Henry...

Erscheint lt. Verlag 19.3.2019
Reihe/Serie G.F.Unger
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte 2017 • 2018 • Abenteuer-Roman • alfred-bekker • Bestseller • bud-spencer • buffalo-bill • Cassidy • Chaco • clint-eastwood • Country • Cowboy • Deutsch • e Book • eBook • E-Book • e books • eBooks • Erwachsene • Exklusiv • für • GF • g f barner • Indianer • jack-slade • Jugend • Karl May • kelter-verlag • Kindle • Klassiker • Krimi • Laredo • larry-lash • Lassiter • lucky-luke • Männer • martin-wachter • pete-hackett • peter-dubina • Reihe • Ringo • Roman-Heft • Serie • sonder-edition • Western • Western-roman • Westernromane • Wilder Westen • Wilder-Westen • Winnetou • Wyatt Earp • Wyatt-Earp
ISBN-10 3-7325-7755-4 / 3732577554
ISBN-13 978-3-7325-7755-2 / 9783732577552
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