Entführt auf die Insel des stolzen Spaniers (eBook)
144 Seiten
CORA Verlag
978-3-7337-1208-2 (ISBN)
Überrascht erkennt Millionär Luis Osorio, wen seine Eltern als Fotografin für das Firmenjubiläum engagiert haben: die aufregende Cristina, mit der er eine heiße Nacht der Lust verbracht hat - ohne zu wissen, wer sie wirklich ist! Denn er hasst sensationslüsterne Reporter, denen er die Schuld am Tod seines Bruders gibt. Hat Cristina sich ihm auch nur aus purer Berechnung hingegeben? Luis beschließt: Das Shooting wird auf seiner Privatinsel stattfinden. Dort hat er alle Zeit der Welt, Cristinas infamen Plan aufzudecken - oder sie erneut zu verführen ...
<p>Louise Fuller war als Kind ein echter Wildfang. Rosa konnte sie nicht ausstehen, und sie kletterte lieber auf Bäume als Prinzessin zu spielen. Heutzutage besitzen die Heldinnen ihrer Romane nicht nur ein hübsches Gesicht, sondern auch einen starken Willen und Persönlichkeit. Bevor sie anfing, Liebesromane zu schreiben, studierte Louise Literatur und Philosophie. Später arbeitete sie dann als Journalistin für die Lokalzeitung von Turnbridge Wells im Südosten Englands, wo sie noch heute mit ihrem Ehemann und ihren sechs Kindern lebt.</p>
2. KAPITEL
Schon bevor Cristina die Augen aufschlug, wusste sie, dass Lucho fort war.
Seufzend bewegte sie sich unter der Bettdecke. Helles Tageslicht drang durch die fadenscheinigen Vorhänge ins Zimmer, und der Verkehrslärm bedeutete ihr, dass es Zeit war aufzustehen.
Gleich. Noch einen Moment lang wollte sie herauszögern, dass sich der neue Tag über das schob, was letzte Nacht geschehen war. Und dazu war sie noch nicht bereit.
Cristina schloss die Augen und drehte sich auf die Seite.
Ihr Körper fühlte sich gleichzeitig herrlich schwer und unglaublich vital an. Auf den Lippen meinte sie noch, Luchos Geschmack zu spüren. Sehnsuchtsvoll berührte sie mit den Fingerspitzen ihren Mund und lächelte in Erinnerung an die letzte Nacht.
War das alles wirklich passiert? Die Begegnung im Klub, das Wiedersehen draußen bei seinem Motorrad, das plötzliche Gewitter mit dem heftigen Platzregen, das heiße Liebesspiel? Und dieser tiefe Blick aus seinen wunderschönen grauen Augen …
Glücklich seufzte sie auf. Dachte daran, wie es sich angefühlt hatte, als sie das erste Mal zusammengekommen waren. Das war nur der Auftakt gewesen. Der Auftakt zu einer Nacht voller Ekstase, in der sie nicht zu bremsen gewesen war. Und er schon gar nicht.
Seine Intensität, sein Durchhaltevermögen und seine Raffinesse hatten sie nicht wirklich überrascht. Doch dieser Kuss … Es war dieser eine Kuss gewesen, als er sie irgendwann schlaftrunken an sich gezogen und mit zärtlicher Hingabe geküsst hatte.
Nie zuvor hatte sie Ähnliches mit einem anderen Mann empfunden. Cristina hatte ihn mit einem Hunger haben wollen, der nicht zu zügeln gewesen war. Wie ein reißender Fluss, der über die Ufer tritt. Und Lucho hatte sie ebenso leidenschaftlich gewollt. Nie zuvor hatte sie sich so begehrt gefühlt. So voller Selbstvertrauen.
Normalerweise brauchte sie sich nur vorzustellen, mit einem Mann ins Bett zu gehen, um eine Spirale von Selbstzweifeln in Gang zu setzen. Meist stellte sie ihr Verhalten und die möglichen Reaktionen darauf schon in Frage, bevor überhaupt etwas passiert war.
Und das aus gutem Grund.
Allzu viel Erfahrung besaß sie nicht. Mit fünf Männern war sie zusammen gewesen. Immer hatte es auf die gleiche Art geendet. Mit den immer gleichen Vorwürfen, sie sei zu kompliziert, zu fordernd.
Nach dem Desaster mit Dominic hatte sie es aufgegeben. Es war besser so. Einfacher und weniger anstrengend, als Zeit und Gefühle in eine Beziehung zu investieren, die ohnehin zum Scheitern verurteilt war, weil sie den Ansprüchen der Männer ganz offenbar nicht genügen konnte.
Cristina hatte sich an ihren Entschluss gehalten. Bis gestern Abend.
Aber sie bereute es nicht. Lucho war ein fantastischer Liebhaber, er hatte ihr das Gefühl gegeben, sexy und unwiderstehlich zu sein. Viel gesagt hatte er nicht, doch das war ihr nur recht gewesen. Auch ihr war nicht nach Reden zumute gewesen.
Das ersparte es ihr jetzt auch, über seine Worte nachzugrübeln.
Seufzend rollte sie sich wieder auf den Rücken und zog Luchos Kopfkissen an sich, drückte das Gesicht hinein, um seinen Geruch in sich einzusaugen. Dabei dachte sie an Hitze und Regen und intensive Blicke aus dunklen, unergründlichen Augen.
Lucho hatte es nicht nötig gehabt, viele Worte zu machen, um sich ins rechte Licht zu rücken. Wozu auch? Sein makelloser Körper erinnerte sie an das Abbild einer griechischen Statue.
Wie erregend es gewesen war, nur mit Berührungen zu kommunizieren. Seine Liebkosungen waren wie Poesie auf ihrer Haut gewesen, jeder Kuss ein Versprechen auf unbeschreibliche Wonnen. Sie hatten sich auch ohne Worte verstanden, waren voll und ganz im Einklang miteinander gewesen. Lucho schien einer jener Menschen zu sein, die damit zufrieden waren, nur für den Moment zu leben, ohne Erwartungen an die Zukunft, ohne Reue, ohne sich etwas beweisen zu müssen.
Ganz im Gegensatz zu ihr.
Ihr Magen schlug einen Purzelbaum, als der Wecker ihres Smartphones zu summen begann. Auf dem Display wurden mehrere unbeantwortete Anrufe von einer ihr unbekannten Nummer angezeigt. Sollte sie zurückrufen? Nein, jetzt lieber nicht, sie musste sich beeilen. Sie musste duschen, sich zurechtmachen, ihre Sachen packen und sich bei ihrer Chefin melden. Sie vertraute Grace – nicht nur in beruflicher Hinsicht, sondern auch als Mensch –, und sie wollte hören, ob sie auf den letzten Drücker noch einen Rat für sie hatte. Außerdem – falls es wichtig war, würde der unbekannte Anrufer sich sowieso wieder melden.
Seufzend schwang Cristina die Beine über die Bettkante, griff nach einem Handtuch und verschwand ins Badezimmer.
In einem anderen Badezimmer in der Stadt trat Luis aus der Duschkabine und wickelte sich ein Handtuch um den muskulösen Bauch. Ohne in den Spiegel an der Wand zu schauen, fuhr er sich mit den Fingern durchs Haar, um es zu glätten.
Er atmete hörbar aus, als ihm einfiel, wie Cristina ihm durchs Haar gestrichen hatte. So wild, so voller Leidenschaft, wie auch ihre Küsse gewesen waren …
Sie hatte so wundervoll süß geschmeckt, süßer als Honig.
Eigentlich hatte es nur ein heißer One-Night-Stand werden sollen, mit dem er sich von bedrückenden Gedanken ablenken wollte. Nur dass er jetzt nicht mehr aufhören konnte, an sie zu denken. Er war so angefüllt mit den Erinnerungen an sie, dass er sich nicht gewundert hätte, wenn sie jetzt plötzlich hinter ihm gestanden hätte.
Cristina im Klub zu beobachten war verwirrend gewesen. Sie hatte ihn förmlich umgehauen, seinen Puls zum Rasen gebracht. Wofür er sie beinahe gehasst hatte. Sie war einfach zu schön, zu sexy und zu sehr darauf aus, Aufmerksamkeit zu erregen. Kurz gesagt, sie war alles, was er bei einer Frau nicht ausstehen konnte.
Also hatte er beschlossen zu gehen.
Natürlich war es seine Schuld gewesen, dass sie ihm ihr Bier übers T-Shirt geschüttet hatte. Er hatte es so eilig gehabt wegzukommen, dass er nicht auf seine Umgebung geachtet hatte, als er aufstehen und gehen wollte.
Leise aufstöhnend strich er über sein stoppeliges Kinn.
Anstatt sich zu entschuldigen, hatte er sich benommen wie ein Idiot. Und dann hatte sein verdammtes Motorrad sich auch noch geweigert anzuspringen.
Luis starrte sein Spiegelbild an, zwang sich, sich nicht länger den Kopf darüber zu zermartern, wie er hätte verhindern können, was dann passiert war.
Immerhin hatte sie ihm mit ihrer Spraydose aus der Klemme geholfen, und er hätte weiterfahren können.
Sie hatte ihn gerettet, und dann hatte sie ihn geküsst.
Aber vielleicht war beides auch ein und dasselbe.
Sein Puls beschleunigte sich. Von Natur aus war Luis eher vorsichtig. Er neigte nicht zu impulsiven Handlungen. Kurzschlusshandlungen und spontane Entscheidungen waren nicht sein Ding.
Aber gestern Nacht hatte er sich einfach mitreißen lassen. Und statt Bedauern darüber zu empfinden, spürte er eine regelrechte Hochstimmung. Er brauchte einen Moment, um zu erkennen, dass er zum ersten Mal seit langer Zeit glücklich war … und bereit, sich seiner Vergangenheit zu stellen.
Er griff nach seinem Smartphone und tippte eine Nummer ein. „Carlos, ich bin’s, Luis …“
Nachdem er die Zimmerrechnung beglichen hatte, machte er den Hotelbesitzer glücklich, indem er ihm sein Motorrad schenkte. Der Mann konnte sich gar nicht mehr beruhigen vor lauter Freude und Dankbarkeit, und Luis hatte Mühe, sich aus seiner Umarmung zu befreien. Nachdem ihm dies gelungen war, ging er die Straße hinunter zum Friseur. Der Salon machte gerade auf, und der ältere Herr, der ihn leitete, schien erstaunt über die frühe Kundschaft, machte sich jedoch eifrig daran, Luis’ Wünsche zu erfüllen.
Dreißig Minuten später trat er hinaus auf die sonnige Straße, sein schwarzes Haar kurz getrimmt, Kinn und Wangen glatt rasiert. Als er sein Spiegelbild in einem Schaufenster betrachtete, erschrak er fast. Plötzlich sah er schrecklich jung aus, fast so, als wären die vergangenen fünf Jahre nicht passiert.
Dabei war so viel geschehen. So viel, dass er nie darüber hinwegkommen würde. Luis strich sich über das glatte Kinn. Er hatte sich zum letzten Mal am Tag der Beerdigung seines Bruders glatt rasiert, danach nur noch alle paar Tage, wenn die Stoppeln anfingen zu jucken. Es war keine bewusste Entscheidung gewesen – es war ihm nur plötzlich völlig unwichtig erschienen, auf sich zu achten.
Er musste weiterleben. Und irgendwie war es ihm ja auch gelungen. Er hatte einen äußerst lukrativen Hedgefonds gegründet und ein Haus gekauft – mehrere Häuser sogar. Ab und zu lenkte er sich mit einer Affäre von seiner düsteren Stimmung ab.
Aber nichts davon hatte Bedeutung. Nichts davon fühlte sich real an. Ohne Bas, der ihn wegen seiner Krawatte aufzog oder ihn am Ende einer anstrengenden Woche mit in einen Klub schleppte, fühlte er sich leer, ohne Ziel.
Bis gestern Abend.
Mit Cristina.
Plötzlich musste er daran denken, wie sie ihn angesehen hatte, als sie unter ihm lag und er ihre Beine gespreizt hatte: so voller Hingabe und Verlangen, dass ihm jetzt noch schwindelig wurde. Ihre Leidenschaft hatte ihn mitgerissen und ihn seine Selbstkontrolle verlieren lassen.
In diesem Moment tauchte hinter ihm eine dunkle Großraumlimousine auf und hielt am Straßenrand. Ein untersetzter Mann in einem dunkelgrauen Anzug stieg aus und öffnete eilfertig die Tür zum Fond. Luis nickte ihm zu und ließ sich in die dicken Polster der Rückbank sinken.
...| Erscheint lt. Verlag | 26.3.2019 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Julia |
| Julia | Julia |
| Übersetzer | Eva Ritter |
| Verlagsort | Hamburg |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Romane / Erzählungen |
| Schlagworte | bücher für frauen • Cora • cora bücher • cora julia • cora liebesromane • cora neuerscheinungen • cora romane • cora romane julia • Cora Verlag • cora verlag kindle • eBook • ebook liebesroman • Frauenroman • Liebesgeschichte • Liebesroman • Romantische Bücher • SummerSale24 |
| ISBN-10 | 3-7337-1208-0 / 3733712080 |
| ISBN-13 | 978-3-7337-1208-2 / 9783733712082 |
| Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR) | |
| Haben Sie eine Frage zum Produkt? |
DRM: Digitales Wasserzeichen
Dieses eBook enthält ein digitales Wasserzeichen und ist damit für Sie personalisiert. Bei einer missbräuchlichen Weitergabe des eBooks an Dritte ist eine Rückverfolgung an die Quelle möglich.
Dateiformat: EPUB (Electronic Publication)
EPUB ist ein offener Standard für eBooks und eignet sich besonders zur Darstellung von Belletristik und Sachbüchern. Der Fließtext wird dynamisch an die Display- und Schriftgröße angepasst. Auch für mobile Lesegeräte ist EPUB daher gut geeignet.
Systemvoraussetzungen:
PC/Mac: Mit einem PC oder Mac können Sie dieses eBook lesen. Sie benötigen dafür die kostenlose Software Adobe Digital Editions.
eReader: Dieses eBook kann mit (fast) allen eBook-Readern gelesen werden. Mit dem amazon-Kindle ist es aber nicht kompatibel.
Smartphone/Tablet: Egal ob Apple oder Android, dieses eBook können Sie lesen. Sie benötigen dafür eine kostenlose App.
Geräteliste und zusätzliche Hinweise
Buying eBooks from abroad
For tax law reasons we can sell eBooks just within Germany and Switzerland. Regrettably we cannot fulfill eBook-orders from other countries.
aus dem Bereich