Fürsten-Roman 2571 (eBook)
64 Seiten
Bastei Entertainment (Verlag)
978-3-7325-7879-5 (ISBN)
Seine Walzerprinzessin
Eine Ballnacht wird Lilly zum Schicksal
Von Marion Alexi
Auf Schloss Graneck hängt der Haussegen schief. Mal wieder geht es an diesem Morgen nur um den bevorstehenden Frühlingsball auf Schloss Rosingk, das gesellschaftliche Ereignis der Saison - vielmehr ein royaler Heiratsmarkt, wie es die neunzehnjährige Prinzessin Lilly von Graneck so treffend auf den Punkt bringt. Es ist ein Sehen und Gesehenwerden, alles dreht sich nur um die eine Frage, wer wohl den 'Hauptgewinn' in diesem Jahr ergattert: Maximilian von Rosingk, der begehrteste Junggeselle weit und breit.
Ortrud von Graneck sieht Lilly schon in ihren Träumen zu den Walzerklängen dahinschweben, doch die Pferdenärrin fühlt sich in Reitstiefeln wesentlich wohler als in High Heels und weigert sich vehement, zu diesem 'peinlichen' Ball zu gehen und darüber hinaus auch noch ihre Freiheit aufzugeben. So gibt ein Wort das andere, es kommt zu einem riesigen Streit, und Lilly verlässt wutentbrannt das Schloss. Und sie soll so schnell nicht mehr zurückkehren ...
Seine Walzerprinzessin
Eine Ballnacht wird Lilly zum Schicksal
Von Marion Alexi
Auf Schloss Graneck hängt der Haussegen schief. Mal wieder geht es an diesem Morgen nur um den bevorstehenden Frühlingsball auf Schloss Rosingk, das gesellschaftliche Ereignis der Saison – vielmehr ein royaler Heiratsmarkt, wie es die neunzehnjährige Prinzessin Lilly von Graneck so treffend auf den Punkt bringt. Es ist ein Sehen und Gesehenwerden, alles dreht sich nur um die eine Frage, wer wohl den „Hauptgewinn“ in diesem Jahr ergattert: Maximilian von Rosingk, der begehrteste Junggeselle weit und breit.
Ortrud von Graneck sieht Lilly schon in ihren Träumen zu den Walzerklängen dahinschweben, doch die Pferdenärrin fühlt sich in Reitstiefeln wesentlich wohler als in High Heels und weigert sich vehement, zu diesem „peinlichen“ Ball zu gehen und darüber hinaus auch noch ihre Freiheit aufzugeben. So gibt ein Wort das andere, es kommt zu einem riesigen Streit, und Lilly verlässt wutentbrannt das Schloss. Und sie soll so schnell nicht mehr zurückkehren …
So plötzlich, wie der Regenschauer gekommen war, hörte er auch auf. Elisabeth von Graneck, von allen liebevoll Lilly genannt, groß, schlank und langbeinig, wartete die letzten fallenden Tropfen nicht mehr ab, sondern fasste die Zügel kürzer und gab ihrem Braunen zu verstehen, dass sie weiterreiten wolle. Dazu genügte ein kurzer Schenkeldruck. Sogleich setzte sich der aufmerksame Chardonnay in Bewegung und verließ das schützende, maigrüne Blätterdach.
Rasch ging es weiter, denn beide waren ungeduldige Naturen, die Prinzessin und der Vollblüter, beste Freunde, seit sie ihrem Vater bei Chardonnays Geburt drüben im Pferdestall auf Alt-Graneck bemerkenswert furchtlos assistierte.
Lilly hatte den Namen des Hengstfohlens bestimmen dürfen. Und Prinz Hagen hatte nur flüchtig die Brauen gehoben, als sie spontan „Chardonnay!“ ausrief. Übrigens so entschieden, dass das Neugeborene auf den dünnen, wackligen Beinchen, sich an die Stute drängend, den Kopf nach ihr umdrehte.
In der Neunzehnjährigen stieg eine brausende Freude auf, als sie über den Reitweg ritt, der vor langer Zeit in den familieneigenen Forst geschlagen worden war. Himmlisch war es, ganz nach ihrem Geschmack, sich in aller Herrgottsfrühe aus dem Haus zu stehlen, wenn alle anderen noch schliefen, um Chardonnay aus seiner Box zu holen und mit ihm in das zarte Licht des erwachenden Sonntags zu traben.
In schrägen, flimmernden Bahnen fielen die Morgensonnenstrahlen durch die Wipfel. Nach dem kurzen Schauer roch es erfrischend würzig, goldgeränderte Wolken zogen über den Himmel und das Licht nahm stetig zu. Eine leichte Brise kühlte Lillys Wangen und spielte mit der blonden Locke, die es geschafft hatte, der Reitkappe zu entkommen.
Ein kleines Fest, allein in der erwachenden Natur zu sein, fern des allmorgendlichen Durcheinanders im Gutshaus und in den Nebengebäuden. Auch tat es gut, mal nicht die mütterlichen Kommandos zu hören, allesamt gut gemeint, aber warum musste das ganze Leben reglementiert sein?
Mamas Welt der kleinen Wichtigkeiten war so langweilig.
Hier draußen gehörte alles ihr, der Himmel und die Erde, noch war alles neu und ungeprägt, alle Chancen auf ihrer Seite. Und Lilly mochte Chardonnays tänzerische Gangart, das Spiel seiner Ohren, als höre er auf ihren Herzschlag. Keine jubilierende Vogelstimme schien ihm zu entgehen.
Sie streckte die behandschuhte Hand aus, um den Pferdehals zu beklopfen. Ihr guter Freund war er, ihr Vertrauter.
Die Prinzessin öffnete den obersten Knopf ihres schwarzen Reitrocks, denn ihr war warm geworden, als sie den Braunen die leichte Anhöhe hochtrieb. Weit über ihr wölbte sich der inzwischen azurblaue Himmel. Und vor ihr lag ausgebreitet das Tal, ihr Tal. Gab es einen schöneren Anblick?
Sie zog sich die Reitkappe ab und das schützende Netz gleich mit, sodass sie das schulterlange Haar ausschütteln konnte. Ein Zug von Kranichen flog eilig über sie hinweg in Richtung Wald, dabei trompetenartige Töne ausstoßend.
Glücksvögel nannte ihr Vater die Kraniche. Als Lilly dem Vogelzug nachblickte, fragte sich, ob sie ihr Glück bringen würden. Und wie es wohl beschaffen war, dieses Glück, das sie eigentlich nicht brauchte. War sie nicht wunschlos glücklich?
Sie betrachtete die wie auf einer Reliefkarte ausgebreiteten, noch tauigen Wiesen, Koppeln, Äcker und Landstraßen. Und mittendrin Alt-Graneck, wie ein stetig schlagendes, kraftvolles Herz. Seit Jahrhunderten war das stattliche, traditionsreiche Gut im Besitz ihrer Familie. Und würde es immer sein, davon war die Prinzessin überzeugt.
Köstlich atmete sich die von den Feldern gesandte starkduftende Frische. Der Sonnenglanz fing sich in jedem Tropfen und allen feuchten Spinnweben.
Lilly lachte auf, ihr unbeschwertes, helles Lachen. Dann drückte sie ihrem Braunen die Absätze ihrer Reitstiefel in die Seiten und jagte ungestüm mit blitzenden, blauen Augen und flatternden Haaren die Anhöhe hinunter und auf Alt-Graneck zu, als gelte es, eine Trophäe zu ergattern.
„Siehst du, mein Liebes, sie kommt doch noch rechtzeitig zum Frühstück. Deine Sorgen waren ganz unbegründet.“
Es gelang Hagen von Graneck, mit seinen beschwichtigenden Worten, vor allem aber mit der sonoren, warmen Stimme die Miene seiner Gattin um circa ein halbes Milliwatt aufzuhellen.
Allerdings nicht für längere Zeit, denn schon entgegnete Prinzessin Ortrud verdrossen: „Unbegründet vielleicht. Doch keinesfalls unberechtigt. Eine Mutter, lieber Hagen, muss stets und überall auf den Umgang und die Umgebung der Tochter achten.“ Sie beugte sich vor und schloss eindringlich: „Dies gehört zu ihren heiligen Pflichten.“
Hagen nickte in seiner bedächtigen Art und ging nicht auf ihr Postulat ein. Langjährige Erfahrung hatte ihn gelehrt, dass die Pause nichts bedeutete, ja, dass es sich ungünstig auswirken konnte, seine geliebte, kultivierte, aber recht empfindliche Ortrud mit einer schnellen Antwort zu reizen.
Und schon setzte sie hinzu, womöglich noch pathetischer: „Keine Menschenseele macht sich eine Vorstellung davon, welche Kraft es kostet und wie viele Nerven, die für die ethische und moralische Erziehung einer Tochter nötige Etikette aufrechtzuerhalten. Wenn Lilly nur nicht so störrisch wäre!“
„Eine bessere Mutter als dich gibt es nicht auf Erden.“
Ihre zarten Lider flatterten. Manchmal war sie sich nicht sicher, wie seine Worte gemeint waren. Schon immer war ihr seine Art, die andere humorvoll nannten, suspekt gewesen.
„Aber dich liebt sie!“, stieß Ortrud hervor und gab mit leidender Miene zu erkennen, wie unfair sie das Leben fand.
„Unsere Lilly liebt auch dich. Sogar von Herzen.“
Tränenerstickt begehrte sie auf: „Und warum merke ich davon nichts?! Immer tut sie das, was sie will! Wie du!“
„Unsere Tochter ist noch jung“, verteidigte er Lilly.
„Sie ist kein Kind mehr. In ihrem Alter muss man wissen, worum es geht. Und du, Hagen, solltest mich mehr unterstützen, anstatt ständig ihren Anwalt zu spielen.“
Die Tür zum Frühstückszimmer wurde nicht nur geöffnet, sondern aufgestoßen. Und in den hellen, in sanften Puderfarben eingerichteten Raum trat die Prinzessin, die sich in Windeseile umgezogen hatte. Jetzt trug Lilly eine weiße Bluse und eine marineblaue lange Hose, dazu blaue Ballerinas.
Ein bezaubernder Anblick, der durch ihre vom Ausritt geröteten Wangen und die klaren Augen noch verstärkt wurde.
Hagens Vaterstolz blähte sich, als er Lilly betrachtete.
„Geht es vielleicht auch weniger geräuschvoll?“, erkundigte sich Ortrud von Graneck spitz. „Man könnte meinen, man befinde sich auf der Jagd. So viel Krach pflegen Hirsche zu verursachen, wenn sie durchs Unterholz brechen.“
Der Hausherr verschwand schnell hinter seiner Zeitung, um seine zuckenden Mundwinkel zu verbergen. Seine ästhetisch anspruchsvolle, kluge Ortrud mochte ja eine ganze Menge sein, aber eine Freundin der Jagd war sie definitiv nicht.
Mit Lilly war ein Schwall frischer Luft in den Raum gekommen, dessen Fenster einen prachtvollen Blick in den Garten gewährten, getupft mit bunten Tulpen und Narzissen.
„Guten Morgen, Mama“, begrüßte Lilly ihre Mutter.
Sie beugte sich über sie und küsste sie auf die kühle Wange, die sich ihr mechanisch darbot.
Ortrud, vorbildlich gepflegt und elegant, die vollen dunkelroten Haare, ihr heimlicher Stolz, stets perfekt frisiert, hielt nicht viel von zärtlichen Gesten. Wesentlich wichtiger war ihr jene Contenance, die ihren Lebensstil bestimmte, nämlich die Haltung in allen möglichen Situationen.
Der Prinz wurde von seiner Tochter so stürmisch umarmt, dass die Zeitung raschelnd zerknüllte. Sie lächelten sich zu, zwei Verbündete, Freunde sogar, die einander wesensmäßig ähnlich waren und sich blendend verstanden.
„War er schön, dein Ausritt?“, erkundigte sich der groß gewachsene, kräftige Anfangfünfziger mit dem regelmäßigen Gesichtzügen und den...
| Erscheint lt. Verlag | 12.3.2019 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Fürsten-Roman | Fürsten-Roman |
| Verlagsort | Köln |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Krimi / Thriller / Horror |
| Literatur ► Romane / Erzählungen | |
| Schlagworte | 2017 • 2018 • adelsintrigen • Adelsromane • Adelsromane kindle • Adelsromanze • Arztromane • Baccara • Bastei • bastei hefte • bastei heftromane • bastei romane • bastei romane hefte • Bestseller • Der kleine Fürst • Deutsch • dieter adam • dr norden • eBook • E-Book • eBooks • Ehe • Fortsetzungsroman • Frauen romane • Frauenromane • für Frauen • Fürst • Fürstenkrone • Glück • Großdruck • große-schrift • Happy-End • Heftchen • Heftroman • heftromane bastei • High-Society • Hochzeit • Kindle • Liebe • Liebes-Geschichten • Liebesroman • Liebesromane • liebesromane kindle • liebesromane kindle deutsch • liebesromane kindle deutsch millionär • liebesromane kindle deutsch romantisch • Liebesroman Milliardär • liebesroman millionär • Liebesroman Reihe • liebesroman schicksal • liebesroman serie • Luxus • Milliardär • Millionär • Modern • Prinz • Prinzessin • Reich • Reichtum • Romance • Romanheft • Roman-Heft • romantik deutsch • romantisch • Romanze • Schicksalsroman • schicksalsromane • Schön • schöne romane • Serie • Sexy • spannend |
| ISBN-10 | 3-7325-7879-8 / 3732578798 |
| ISBN-13 | 978-3-7325-7879-5 / 9783732578795 |
| Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR) | |
| Haben Sie eine Frage zum Produkt? |
Digital Rights Management: ohne DRM
Dieses eBook enthält kein DRM oder Kopierschutz. Eine Weitergabe an Dritte ist jedoch rechtlich nicht zulässig, weil Sie beim Kauf nur die Rechte an der persönlichen Nutzung erwerben.
Dateiformat: EPUB (Electronic Publication)
EPUB ist ein offener Standard für eBooks und eignet sich besonders zur Darstellung von Belletristik und Sachbüchern. Der Fließtext wird dynamisch an die Display- und Schriftgröße angepasst. Auch für mobile Lesegeräte ist EPUB daher gut geeignet.
Systemvoraussetzungen:
PC/Mac: Mit einem PC oder Mac können Sie dieses eBook lesen. Sie benötigen dafür die kostenlose Software Adobe Digital Editions.
eReader: Dieses eBook kann mit (fast) allen eBook-Readern gelesen werden. Mit dem amazon-Kindle ist es aber nicht kompatibel.
Smartphone/Tablet: Egal ob Apple oder Android, dieses eBook können Sie lesen. Sie benötigen dafür eine kostenlose App.
Geräteliste und zusätzliche Hinweise
Buying eBooks from abroad
For tax law reasons we can sell eBooks just within Germany and Switzerland. Regrettably we cannot fulfill eBook-orders from other countries.
aus dem Bereich