Die Braut, die sich nicht traut (eBook)
130 Seiten
CORA Verlag
978-3-7337-4594-3 (ISBN)
St. Lucia ist ein Traum: Rosanna und Michael ziehen sich die Schuhe aus, laufen barfuß durch den Sand und sehen hinaus aufs Meer, das im Mondschein glitzert. Es könnten ihre Flitterwochen sein, doch da beide am Tag der Hochzeit, die Michaels vermögende Eltern ausgerichtet haben, nicht in der Kirche erschienen, platzte ihre Trauung. Aber es war ein Wink des Schicksals, dass sie sich zufällig wieder trafen. Und so sind sie trotz allem nach St. Lucia geflogen, wo ursprünglich die Hochzeitsreise hingehen sollte. Diese eine Chance haben Mike und Rosanna noch, ihre Liebe zu retten ...
<p>In einer absolut malerischen Gegend voller Burgen und Schlösser, die von Geschichten durchdrungen sind, lebt Liz Fielding in Wales. Sie ist seit fast 30 Jahren glücklich mit ihrem Mann John verheiratet. Kennengelernt hatten die beiden sich in Afrika, wo sie beide eine Zeitlang arbeiteten. Sie bekamen zwei Kinder, die inzwischen längst erwachsen und von zu Hause ausgezogen sind. Bei Liz Fielding und John geblieben ist jedoch ihre große schwarz-weiße Katze Rocky (ein Bild von ihr gibt es auf Liz Fieldings Website www.lizfielding.com. Liz lebt eigentlich sehr zurückgezogen, in einem Dorf, das sie selten verlässt. Kontakt zu ihren Leserinnen ist ihr aber sehr wichtig, und den hält sie über das Internet. 2001 und 2006 gewann Liz aber den Rita Award der Romance Writers of America und flog nach Washington D.C., um den begehrten Preis entgegenzunehmen; eine große Ausnahme und ein großartiger Trip, auf dem sie viele alte Freundinnen wiedersah. Liz Fielding freut sich immer, wenn sie eine E-Mail von ihren Leserinnen erhält. Ihre Adresse lautet: liz@lizfielding.com</p>
2. KAPITEL
Was hatte er nur angerichtet? Mike saß in seinem Auto und fuhr einfach drauflos. Hauptsache weg. Und zwar so weit wie möglich.
Es fiel ihm schwer, sich auf den dichten Verkehr zu konzentrieren. Vor seinem geistigen Auge lief immer wieder das Bild ab, wie Rosanna vor der Kirche ankam und aus dem Wagen stieg, um ihm das Jawort zu geben. Alles hatte sie für ihn aufgegeben, sogar ihren Traumjob. Und zum Dank hatte er sich heimlich aus dem Staub gemacht.
Was war er nur für ein mieser Schuft! War es denn wirklich zu viel verlangt, in die Fußstapfen seines Vaters zu treten? Aber das hatte sich jetzt sowieso erledigt. Sein Vater hatte ihn bestimmt noch in der Kirche enterbt und sich vor allen Gästen von seinem Sohn losgesagt.
Er würde Rosanna schreiben. Und was? Dass er nicht der war, für den sie ihn hielt? Das hätte er ihr doch von Anfang an sagen können! Nur hatte er vor einem halben Jahr nicht ahnen können, dass aus einem harmlosen Flirt die Liebe seines Lebens wird.
Er würde ihr nicht schreiben. Weil es für Erklärungen jetzt zu spät war. Sollte sie ihn doch verabscheuen. Sie hatte allen Grund dazu. Das einzig Vernünftige, was er jetzt tun konnte, war das, was er gerade tat: Melchester möglichst weit hinter sich zu lassen. Nur sollte er dringend eine Pause einlegen, wenn er nicht riskieren wollte, am Steuer ohnmächtig zu werden.
Wo wollten nur all die Menschen hin?
Aber schließlich war Ferienzeit, und da brauchte Rosanna sich nicht zu wundern, dass jedes zweite Auto entweder ein Wohnmobil war oder einen Dachgepäckträger hatte, auf dem sich die Koffer türmten.
Ihr eigener Koffer stand noch in dem Hotel, in dem Mike und sie die Hochzeitsnacht hatten verbringen wollen, um am nächsten Morgen in die Karibik zu fliegen.
Als der Fahrer sie vor ihrem Haus abgesetzt hatte, war sie in ihre Wohnung geeilt und hatte als Erstes das Brautkleid ausgezogen. Die Jeans und das T-Shirt, das sie jetzt trug, waren sicherlich die passendere Kleidung.
Dann hatte sie wahllos eine Hose, einige Pullover und frische Wäsche aus dem Schrank gezogen und achtlos in eine kleine Reisetasche gestopft, ihr Auto aus der Garage geholt und Melchester fluchtartig verlassen.
Langsam wurde es allerdings Zeit, sich zu überlegen, wohin ihre Flucht sie führen sollte. Denn bis sie beim Globe anfangen konnte, war noch ein ganzer Monat Zeit. Und sie hatte nicht die geringste Ahnung, was sie bis dahin machen sollte. Zumal niemand auf sie wartete.
Erst als sie an einem Schild vorbeikam, auf dem die nächste Raststätte angekündigt wurde, merkte sie, wie hungrig sie war. Beim Frühstück hatte sie keinen Bissen hinunterbekommen, und dass das Mittagessen ausgefallen war, konnte sie niemandem zum Vorwurf machen. Außer sich selbst.
Nur mit Mühe fand sie einen Parkplatz. Umso leichter konnte sie sich ausmalen, wie es in der Raststätte aussehen mochte, und sie verspürte wenig Lust, eine halbe Stunde anzustehen, um einen Teller lieblos zubereiteten und völlig überteuerten Salat zu ergattern.
Entmutigt ließ Rosanna den Kopf auf das Lenkrad sinken. Was hatte sie nur getan? Plötzlich sah sie Mike vor sich, der vor der Kirche stand und auf sie wartete und sich verwundert die Augen rieb, als ihr Vater plötzlich vor ihm stand. Ohne seine Tochter.
Wie hatte sie den Menschen, den sie zu lieben behauptete, nur so demütigen können?
Wie es ihm jetzt wohl gehen mochte? Cal würde sich bestimmt um ihn kümmern. So wie sich ihr Vater um sie gekümmert hatte. Und an ihre Mutter wollte sie jetzt lieber nicht denken.
Betrübt machte sie sich auf den Weg in die Raststätte. Als Erstes steuerte sie den Waschraum an, um ihr Aussehen auf Vordermann zu bringen. Beim Blick in den Spiegel fiel ihr auf, dass sie eindeutig zu stark geschminkt war.
Nachdem sie ihr Make-up in Ordnung gebracht hatte, fuhr sie sich mehrmals mit den Fingern durchs Haar, um in nichts mehr der Braut zu ähneln, als die sie am Morgen ihre Wohnung verlassen hatte.
Auf dem Weg in das Restaurant kam Rosanna an einem Kiosk vorbei, und ihr Blick fiel auf die Wochenendausgabe des Chronicle. Oben auf der ersten Seite entdeckte sie den Hinweis auf ihren Artikel über Emily Wootton. Hatte sie nicht gesagt, dass sie für ihr Projekt noch Freiwillige suche?
Schnell schlug sie die Seite mit ihrem Artikel auf. Da stand ja auch die Telefonnummer! Rosanna nahm einen Kugelschreiber zur Hand und unterstrich die entsprechende Zeile mehrfach. Jetzt wusste sie, wo sie zumindest die nächsten Tage verbringen würde. Einen besseren Ort, um für eine Weile von der Bildfläche zu verschwinden, konnte es gar nicht geben. Außerdem konnte sie auf diese Weise sogar noch etwas Sinnvolles tun. Und von der körperlichen Arbeit wäre sie abends so kaputt, dass sie todmüde ins Bett fallen würde, anstatt sich den Kopf darüber zu zerbrechen, wo Mike wohl steckte, wie es ihm gehen und was er denken mochte.
Und während sie mit deutlich besserer Laune auf das Restaurant zustrebte, kramte sie ihr Handy hervor, um Emily Wootton anzurufen.
Als Mike die Schlange vor dem Selbstbedienungstresen sah, beschloss er, auf dem Absatz kehrtzumachen und sich mit einer Dose Cola und einem Sandwich zu begnügen, die er an dem Kiosk im Eingangsbereich kaufen konnte.
Plötzlich wurde er durch einen Zusammenprall jäh gestoppt. Als er sah, wie sich der Inhalt einer schwarzen Umhängetasche über den Fußboden ergoss, überkam ihn das eigenartige Gefühl, diese Situation schon einmal erlebt zu haben.
Das Gesicht, in das er sah, machte ihm schlagartig klar, dass ihn sein Gefühl nicht getäuscht hatte. Starr vor Schreck, erwartete er Rosannas Ohrfeige. Oder zumindest ein Donnerwetter, dessen Heftigkeit im Nu den Geschäftsführer auf den Plan rufen und ihnen lebenslanges Hausverbot einbringen würde.
Schon öffnete sie den Mund und atmete tief ein, als sie es sich plötzlich anders überlegt zu haben schien. Nur ein tiefer Seufzer war zu vernehmen, bevor sie den Mund wieder schloss und den Kopf hängen ließ.
Mikes Erstarrung löste sich erst wieder, als sich irgendjemand bei ihm beschwerte, dass er die Tür blockiere. Er bückte sich, um wenigstens das Handy in Sicherheit zu bringen.
„Rosanna …“ Er konnte sich unschwer vorstellen, wie es in ihr aussehen mochte.
„Mike …“, drang im selben Moment ihre Stimme an sein Ohr.
„Es tut mir unendlich …“
„Ich wollte dich nicht …“, sagte Rosanna gleichzeitig.
Genauso gleichzeitig mussten beide unwillkürlich lachen – mit dem Erfolg, dass Rosannas Gesicht ganz allmählich wieder eine gesündere Farbe annahm und Mikes Herz wieder zu schlagen begann.
„Was machst du denn hier?“ Mike hatte sich als Erster wieder gefangen.
„Ich wollte etwas essen.“ Rosannas Stimme klang noch ein wenig unsicher.
„Hast du die Schlange da drin gesehen? Da vergeht einem ja der Appetit.“
Mike hatte genau das Gegenteil dessen erreicht, was er bezweckt hatte. „Dann sollte ich es vielleicht gar nicht erst versuchen“, erwiderte Rosanna und wollte die Raststätte fluchtartig verlassen.
Mike streckte die Hand aus, um Rosanna daran zu hindern. Er würde es nicht ertragen, wenn sie ihn jetzt hier stehen ließe. Genauso wenig würde er es ertragen, sie zu berühren, ohne sie umgehend zu umarmen, zu küssen und weiß der Himmel was …
„Wir können es ja versuchen“, beeilte er sich zu sagen und hielt Rosanna die Tür zum Restaurant auf. Sie durfte jetzt einfach nicht gehen. Natürlich war er weggelaufen – aber doch nicht vor Rosanna!
Rosanna zögerte. Wie gut es tat, dass Mike sie nicht bedrängte, ihr keine Szene machte, sondern sie zur Besinnung kommen ließ. Und doch wusste sie, dass sie ihm einiges erklären musste, sobald sie durch diese Tür gegangen war. Und ihm dabei in die Augen sehen. Ob sie dem gewachsen war? Sie tröstete sich mit dem Gedanken, dass es ihr hinterher zwar nicht besser, aber vielleicht nicht mehr ganz so schlecht gehen würde.
„Einverstanden“, stimmte sie zu, hängte sich die Tasche um die Schulter und betrat das Restaurant, um unverzüglich ein Tablett in die Hände zu nehmen. So kam sie wenigstens nicht in Versuchung, sich Mike in die Arme zu werfen und ihm zu beteuern, wie leid ihr alles tue und wie sehr sie ihn liebe.
„Wohin fährst du eigentlich?“ Eine ganze Weile hatten sie sich stumm gegenübergesessen und in ihrem Essen herumgestochert. Jetzt nahm Mike Rosannas Frage zum Anlass, den Teller endgültig zur Seite zu schieben. Er bekam ja doch keinen Bissen hinunter.
„Das weiß ich selbst noch nicht“, musste er zugeben. „Erst mal nur weg. Und du? Bist du unterwegs nach London?“
„Eher auf der Flucht. Vor meiner Familie zum Beispiel.“
„Hattest du Angst, sie könnten dich mit ihrem Mitleid erdrücken?“
„Erdrücken ja, aber ob ‚Mitleid‘ das richtige Wort ist, wage ich zu bezweifeln.“
Mike konnte sich lebhaft vorstellen, dass Rosannas Verwandtschaft wenig Rücksicht auf die Lage genommen hatte, in die er sie gebracht hatte. Bestimmt hatten sie ihr sogar Vorhaltungen für etwas gemacht, woran einzig und allein er die Schuld trug.
„Es wäre ja auch wirklich zu viel verlangt, für etwas so Unverzeihliches auch noch auf Verständnis zu hoffen“, machte er sich schwerste Vorwürfe.
„Wenn du wüsstest, wie leid es mir tut …“, platzten sie gleichzeitig heraus und sahen einander gequält an.
Diesmal fing sich Rosanna als Erste wieder. „Warum...
| Erscheint lt. Verlag | 2.3.2019 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Digital Edition |
| Digital Edition | Digital Edition |
| Übersetzer | Fanny Gabor |
| Verlagsort | Hamburg |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Romane / Erzählungen |
| Schlagworte | bücher für frauen • Cora • cora bücher • cora digital edition • cora liebesromane • cora neuerscheinungen • cora romane • Cora Verlag • cora verlag kindle • eBook • ebook angebote • ebook günstig • ebook liebesroman • Frauenroman • Liebesgeschichte • Liebesroman • Romantische Bücher |
| ISBN-10 | 3-7337-4594-9 / 3733745949 |
| ISBN-13 | 978-3-7337-4594-3 / 9783733745943 |
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