Der Notarzt 338 (eBook)
64 Seiten
Bastei Entertainment (Verlag)
978-3-7325-7709-5 (ISBN)
Hinter Fensterscheiben
Arztroman um eine Liebe, die nicht sein darf
Von Karin Graf
Als Laura in der Frankfurter Sauerbruch-Klinik erfährt, dass man für ihren Zwillingsbruder nach einem schweren Unfall nichts mehr tun kann, bricht eine Welt für sie zusammen. Laurenz und sie waren immer füreinander da, sie waren wie eine Einheit. Wie soll sie es nur schaffen, ohne ihn zu leben?
Doch dieses große Unglück bringt einem anderen Patienten neue Hoffnung. Der eigentlich dem Tod geweihte Maxim bekommt während einer komplizierten Operation das Herz des Verunglückten transplantiert. Er hat eine neue Zukunft geschenkt bekommen.
Laura fällt es schwer, mit dem Verlust ihres Bruders fertigzuwerden. Und die Tatsache, dass sein Herz nun in der Brust eines anderen Menschen schlägt, lässt ihr keine Ruhe. Sie möchte diese Person - egal, ob Frau oder Mann - nur einmal sehen. Obwohl es eigentlich unmöglich ist, den Namen eines Organempfängers herauszufinden, gelingt es Laura doch. Sofort macht sie sich auf den Weg in das Reha-Zentrum, in dem sich Maxim inzwischen befindet. Durch eine Fensterscheibe treffen sich die Blicke der beiden - und plötzlich ist alles anders als zuvor ...
Die Zeit scheint stillzustehen, während sich Maxim und Laura in die Augen schauen. Selbst auf die Distanz hin fühlen sich beide wie magisch zueinander hingezogen. Doch dann rennt Laura Hals über Kopf davon. Sie darf nicht so für diesen Mann empfinden!
Hinter Fensterscheiben
Arztroman um eine Liebe, die nicht sein darf
Karin Graf
Als Laura in der Frankfurter Sauerbruch-Klinik erfährt, dass man für ihren Zwillingsbruder nach einem schweren Unfall nichts mehr tun kann, bricht eine Welt für sie zusammen. Laurenz und sie waren immer füreinander da, sie waren wie eine Einheit. Wie soll sie es nur schaffen, ohne ihn zu leben?
Doch dieses große Unglück bringt einem anderen Patienten neue Hoffnung. Der eigentlich dem Tod geweihte Maxim bekommt während einer komplizierten Operation das Herz des Verunglückten transplantiert. Er hat eine neue Zukunft geschenkt bekommen.
Laura fällt es schwer, mit dem Verlust ihres Bruders fertigzuwerden. Und die Tatsache, dass sein Herz nun in der Brust eines anderen Menschen schlägt, lässt ihr keine Ruhe. Sie möchte diese Person – egal, ob Frau oder Mann – nur einmal sehen.
Obwohl es eigentlich unmöglich ist, den Namen eines Organempfängers herauszufinden, gelingt es Laura doch. Sofort macht sie sich auf den Weg in das Reha-Zentrum, in dem sich Maxim inzwischen befindet. Durch eine Fensterscheibe treffen sich die Blicke der beiden – und plötzlich ist alles anders als zuvor …
Nur noch ein paar Tropfen und das Kopfkissen würde überlaufen. Wenn Laura sich auf die andere Seite drehte, gab es bereits ein triefendes Kwaatsch von sich.
Kein Wunder – seit über einer Stunde weinte sie sich die Augen aus dem Kopf. Wegen Uwe. Die Beziehung war nach drei durchwachsenen Monaten heute endgültig zu Ende gegangen.
Obwohl sie selbst es gewesen war, die Uwe in den Wind geschossen hatte, traf sie der geballte Weltschmerz dennoch mit voller Wucht mitten ins Herz.
Nicht, weil sie Uwe vermissen würde. Nein! Wirklich nicht. Vielmehr weinte sie um den Verlust der großen, wunderbaren, einzigartigen Liebe, die es hätte werden können, wenn Uwe nur ein klitzekleines bisschen anders gewesen wäre.
Hätte er nur etwas mehr Humor gehabt, dann hätte alles gut werden können! Na ja, es hätte auch nicht geschadet, wenn er ein bisschen größer gewesen wäre. Und intelligenter. Weniger ordinär, dafür aber mit etwas mehr Fantasie ausgestattet. Rote Haare waren auch nicht so ganz Lauras Ding.
Seine Ohren waren ihr zu abstehend gewesen. Sie hatten wie die beiden Henkel an einer Graburne ausgesehen. Zur Graburne passte auch sein Temperament – er war ein elender Langweiler. Und er rauchte – igittigittigitt!
Ein anderer Name hätte ihr auch besser gefallen. Nichts gegen Uwe, aber das klang so … nach Au weh. Und genauso war er auch gewesen. Seine Dummheit hatte richtig wehgetan.
Und dann das Problem mit seiner mangelnden Hygiene. Wenn er sich die Schuhe ausgezogen hatte, hatte die ganze Wohnung zwei Tage lang nach vergammeltem Käse gemüffelt. Wenn er sich die Füße ähnlich oft gewaschen hatte wie die Hände – nämlich so gut wie nie –, dann war das ja auch kein Wunder.
Seine Nase war ihr zu groß gewesen. Und der Spruch, wonach man von der Größe der Nase eines Mannes auf seinen … also, na ja … auf etwas anderes schließen könne, der stimmte überhaupt nicht.
Uwe hatte Haare am Rücken. Viele. Rote! Wie ein Orang-Utan. Wobei Orang-Utans natürlich süß waren. Bei Uwe sah es einfach nur eklig aus. Als hätte er zu lange am Strand gelegen und es hätten sich, wie auf einem Schiffsrumpf, Seetang, Moos und allerhand anderes Zeugs auf ihm abgesetzt.
Er war ein Macho. Und total unsportlich. Sie hatte ihn einmal zu ihrer allmorgendlichen Laufrunde mitgenommen. Nach nicht einmal hundert Metern hatte er sich – tropfend wie ein schmelzender Schneemann – auf einen Randstein setzen müssen.
Dafür langte er aber beim Essen tüchtig zu. Bei den Mengen, die er in sich hineinstopfte, würde er spätestens mit dreißig mehr als nur übergewichtig sein!
Laura war nie gerne auswärts mit ihm essen gegangen. Er aß nämlich so unschön. Schmatzte wie ein Schwein und schlang wie ein ausgehungertes Flusspferd. Hinterher rülpste er völlig ungeniert.
Sie mochte die Art nicht, wie er lachte. Uwe lachte nicht „Ha-ha-ha“ wie normale Menschen, sondern „Hi-hi-hi“ wie eine Hexe. Schrill und hoch. Deswegen hatte sie ihn auch nie ihren Freunden vorgestellt. Weil er ihr immer ein bisschen peinlich gewesen war.
Okay, aber wenn diese paar Kleinigkeiten, die sie an ihm gestört hatten, nicht gewesen wären, dann hätte er womöglich die große Liebe ihres Lebens werden können. Und das war es, was sie so schrecklich traurig machte.
Und dann noch der Umstand, dass sie erst zwanzig war und bereits sechs Männer ausgemustert hatte. Einen nach dem anderen natürlich.
Es war immer das Gleiche: Sie verliebte sich in einen und fing noch am selben Tag an, seine Mängel aufzulisten. Meistens war die Negativ-Liste bereits am dritten Tag so lang, dass gar kein Zweifel mehr an einem Umtausch- und Rückgaberecht bestehen konnte.
Vielleicht war sie ja zu wählerisch? Vielleicht verlangte sie von den Männern zu viel? Vielleicht konnten die nicht anders? Vielleicht hatten sie mit ihren großen, plumpen, miefenden Füßen ein paar Sprossen auf der Evolutionsleiter übersprungen?
Die Sprosse mit der Hygiene, beispielsweise. Und die, auf der sie erfahren hätten, dass sie jetzt Menschen und keinen Affen mehr waren. Dass es jetzt nicht mehr angebracht war, sich in der Öffentlichkeit am Hintern zu kratzen, in der Nase zu popeln, ihr Revier mit üblen Duftmarken abzustecken und tierische Laute auszustoßen.
„Wieso ist das Leben, verdammt noch mal, so schrecklich kompliziert?“
Laura wälzte sich aus dem Bett. Auf nackten Füßen tappte sie zum Fenster und wunderte sich über die vielen Menschen, die dort unten in der Einkaufsstraße der Frankfurter Innenstadt kurz vor Ladenschluss noch rasch von einem Geschäft in das Nächste hasteten.
„Und wieso kriegt, verdammt noch mal, keiner mit, wie sehr ich leide? Hallo? Hier stirbt gerade jemand an einem gebrochenen Herzen, und ihr sucht auf den Wühltischen nach preisgünstigen Unterhosen! Geht‘s noch?“
Sie tappte zum Bett zurück, nahm ihr Handy vom Nachtschränkchen und zählte die entgangenen Anrufe, Kurznachrichten und Ansagen auf ihrer Sprachbox.
Es waren zusammen – inklusive der unerwünschten Anrufe, mit denen Uwe um eine letzte Chance bettelte –, rasch im Kopf überschlagen, Pi mal Daumen, nach Adam Riese so ungefähr … Null!
In Lauras Kopf begann Max Raabe zu singen. „Kein Schwein ruft mich an. Keine Sau interessiert sich für mich.“ Dieses Lied war wie für sie persönlich geschrieben.
„Vielen Dank für eure wohltuende Anteilnahme, liebe Freunde und Familie!“, murmelte sie. „Es ist immer wieder schön, zu sehen, dass man jemanden hat, wenn man mal jemanden braucht!“
Sie tippte auf die Wahlwiederholung. Hinter der Nummer, die daraufhin auf dem Display erschien, stand in Klammern eine Sechzehn. So oft hatte sie ein und dieselbe Nummer innerhalb der letzten zwei Stunden bereits angewählt.
„Super, dass du da bist, und es tut mir unheimlich leid, dass ich deine fünfzig Rückrufe verpasst habe!“, unkte sie, als sich wieder nur seine Sprachbox meldete. „Ich weiß nicht, ob ich es schon erwähnt habe, aber mir geht es saumäßig. Ich könnte wirklich ein bisschen Trost, ein paar Umarmungen und all so was gebrauchen. Wo bist du? Warum rufst du nicht zurück? Hast du schon wieder eine neue Tussi und vergnügst dich mit ihr? Schieß sie auf den Mond, ich brauche dich!“
Sie schluchzte theatralisch auf.
„Hallooo? Wenn du mich nicht innerhalb der nächsten zehn Minuten zurückrufst, oder noch besser auf der Stelle herkommst, dann besorg dir lieber gleich einen schwarzen Anzug. Und einen Kranz. Mit Schleife, auf der ‚Sie starb, während ich mich mit einer Tussi im Bett vergnügte‘ steht. Also, wenn du mich noch lebend antreffen willst, dann mach dich sofort auf die Sock…“
„Danke für Ihren Anruf“, unterbrach sie eine kalte, herzlose Computerstimme.
„Verdammt noch mal!“ Beinahe hätte sie vor lauter Frust ihr Handy an die gegenüberliegende Wand geschleudert. In letzter Sekunde überlegte sie es sich anders und drückte stattdessen noch einmal auf die Wahlwiederholungstaste.
Diesmal konnte sie nicht einmal mehr eine Nachricht hinterlassen. Sein Speicher war vermutlich überfüllt. Es klingelte endlos lange. Kein Wunder, sie hatte ihm ja auch schon sechzehn Nachrichten hinterlassen. Eine länger als die andere.
„Laurenz!“, übertönte sie das nervige Tüt-tüt-tüüüt, als ob er sie hören könnte, wenn sie nur laut genug schrie. „Bitte, Laurenz! Ich brauche dich!“
***
„Laurenz Reinhardt, zwanzig Jahre, Blutgruppe B negativ, Thoraxtrauma, Abdominaltrauma, Schädel-Hirn-Trauma, Volumenmangelschock nach hohem Blutverlust und multiple Knochenbrüche!“
Auf der Landeplattform am Flachdach der...
| Erscheint lt. Verlag | 5.3.2019 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Der Notarzt | Der Notarzt |
| Verlagsort | Köln |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Krimi / Thriller / Horror |
| Literatur ► Romane / Erzählungen | |
| Schlagworte | 2017 • 2018 • Arzt • arzt deutsch • arzt kindle • arzt krimi • arzt-krimi • arzt liebe • Arzt Liebesroman • arzt liebesroman deutsch • Arzt Roman • arztroman buch • arzt romance • Arztromane • arztromane deutsch • arztromane e-books • arztromane e-books und liebesromane • arztromane hefte • arztromane kindle • arztromane kindle ebook • arztromane kindle ebooks deutsch • arzt roman familie • arzt romanhefte • arzt romantik • Bergdoktor • Bestseller • Bianca • Chefarzt • Cora • Deutsch • Doktor • dr daniel • dr laurin • dr norden • Dr Stefan Frank • eBook • E-Book • eBooks • Fortsetzungsroman • für den strand • für Frauen • Großdruck • große-schrift • Happy End • Happy-End • Hedwig Courths Mahler • Heftchen • Heft-Roman • heftromane bastei • Julia • kaipurgay • Kelter • Kindle • Klinik • Krankenhaus • Krankenschwester • Landarzt • Liebe • Liebesgeschichte • Liebesroman • Liebesromane • Medizin • Medizin Roman • Mira • Modern • Notarzt • Patient • Praxis • Reihe • reihe in bänden • Romance • Romanheft • romantik deutsch • romantisch • Schicksal • Schicksalsroman • schöner roman • Serie • spannend • Wohlfühlroman |
| ISBN-10 | 3-7325-7709-0 / 3732577090 |
| ISBN-13 | 978-3-7325-7709-5 / 9783732577095 |
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