Der Notarzt 337 (eBook)
64 Seiten
Bastei Entertainment (Verlag)
978-3-7325-7708-8 (ISBN)
Carolin - ein ganz spezieller Fall
Eine junge Frau hält die Notaufnahme in Atem
Karin Graf
Irritiert blickt Peter Kersten auf Carolin Rubik, die vor ihm auf der Rolltrage liegt. Der Rettungssanitäter, welcher die Patientin hierhergebracht hat, hat dem Notarzt berichtet, dass die junge Frau zuvor von drei anderen Krankenhäusern weggeschickt wurde. Die Ärzte dort haben sich geweigert, Carolin zu behandeln. Dabei braucht sie dringend Hilfe; sämtliche Vitalwerte spielen nämlich verrückt, und sie verliert immer wieder das Bewusstsein. Warum also haben die Kollegen der Patientin die Aufnahme verweigert? Peter Kersten kann es nicht verstehen.
Doch dann geschehen plötzlich merkwürdige Dinge in der Notaufnahme, und auf einmal wird klar: Carolin Rubik ist ein ganz besonderer Fall. Ein Fall, der das Team der Frankfurter Sauerbruch-Klinik in Atem halten wird ...
Carolin – ein ganz spezieller Fall
Eine junge Frau hält die Notaufnahme in Atem
Karin Graf
Irritiert blickt Peter Kersten auf Carolin Rubik, die vor ihm auf der Rolltrage liegt. Der Rettungssanitäter, welcher die Patientin hierhergebracht hat, hat dem Notarzt berichtet, dass die junge Frau zuvor von drei anderen Krankenhäusern weggeschickt wurde. Die Ärzte dort haben sich geweigert, Carolin zu behandeln. Dabei braucht sie dringend Hilfe; sämtliche Vitalwerte spielen nämlich verrückt, und sie verliert immer wieder das Bewusstsein. Warum also haben die Kollegen der Patientin die Aufnahme verweigert? Peter Kersten kann es nicht verstehen.
Doch dann geschehen plötzlich merkwürdige Dinge in der Notaufnahme, und auf einmal wird klar: Carolin Rubik ist ein ganz besonderer Fall. Ein Fall, der das Team der Frankfurter Sauerbruch-Klinik in Atem halten wird …
Etwas Großes und Mächtiges in seinen unteren Körperregionen, das er schon für tot gehalten hatte, wurde beim Anblick ihrer wogenden Oberweite schlagartig wach.
„Du meine Güte, das ist ja mal wieder ein Text!“ Schmunzelnd tippte Carolin das, was einmal ein Bestseller werden sollte, in die Tastatur ihres Computers. Manche Texte waren so schlecht, dass sie schon wieder einen gewissen Unterhaltungswert boten.
Es war nicht gerade ihr Traumjob, den ganzen Tag lang in dem Schreibbüro zu sitzen und mittelmäßige literarische Ergüsse von Audiodateien, manchmal auch von handschriftlichen Notizen, zu transkribieren. Aber Carolin Rubik war froh, überhaupt Arbeit zu haben. Außerdem wusste sie ja noch nicht einmal, was genau ihr Traumjob war.
Fast vier Monate lang war sie ohne Beschäftigung gewesen und hatte sich Tag für Tag das ununterbrochene Gemecker ihrer Mutter anhören müssen.
Du kriegst nie was auf die Reihe. Du bist für gar nichts gut. Du wirst noch in der Gosse enden. Seit du auf der Welt bist, hast du mir nichts als Ärger gemacht. Wie lange willst du mir noch auf der Tasche liegen? Du bist genauso durchgeknallt wie dein Vater. Womit habe ich das verdient? Wieso tust du mir das an?
Und so weiter und so fort. Diese Vorwürfe hörte Carolin nun schon seit neunzehn Jahren.
Nur noch ein paar Wochen, dann würde sie genug Geld gespart haben, um Provision und Kaution für eine kleine Mietwohnung bezahlen zu können. Sie nahm sich jetzt schon vor, den Tag, an dem sie nicht mehr auf die Gnade ihrer Mutter angewiesen war, ganz groß zu feiern.
Nicht, dass ihre Mutter etwa am Hungertuch genagt hätte. Ganz im Gegenteil. Carolins Vater, der vor etwa fünfzehn Jahren gestorben war, hatte ihr genug Geld hinterlassen. Und nach einer sehr kurzen Trauerphase von maximal vierzehn Tagen war Wolfgang Dorn, ein millionenschwerer Banker, in ihr Leben getreten, den sie nur ein halbes Jahr später geheiratet hatte.
Aber gut, so unrecht hatte sie nun wieder auch nicht. Carolin wusste ja selbst, dass sie ein bisschen durchgeknallt war, nur selten irgendwas auf die Reihe kriegte und die Probleme anzog wie das Licht die Motten.
Obwohl sie erst neunzehn Jahre alt war, war Carolin bereits dreimal fristlos entlassen worden.
In ihrem ersten Job war sie Mädchen für alles in einem der besten Frankfurter Hotels gewesen. Fünf Wochen lang war sie die ersten Schritte auf dem langen und steinigen Weg zur Hotelmanagerin – die sie eigentlich gar nicht werden wollte – gegangen.
Dann hatte es diesen unschönen Vorfall mit einem dieser betuchten, alten Finanzhaie gegeben, von denen ganze Heerscharen beruflich in die internationale Bankenmetropole kamen.
Der schmierige alte Knacker hatte mit seinen ekligen Wurstfingern ihren Po betatscht und versucht, sie ins Bett zu zerren, als sie ihm am Morgen das Frühstück ins Zimmer gebracht hatte.
Caroline hatte hinterher beteuert, dass sie ihn nicht angerührt hatte. Sie hatte selbst nicht gewusst, was passiert war. Aus irgendeinem Grund – sie musste defekt gewesen sein! – war die volle Teekanne regelrecht explodiert, und der heiße Tee hatte sich über sein bestes Stück ergossen, das er ihr unverhüllt präsentiert hatte.
Das gute Stück war natürlich völlig ruiniert gewesen. Der Notarzt hatte kommen müssen, das ganze Hotel hatte kopfgestanden, und man hatte sie wie eine Verbrecherin behandelt. Nur Saskia und Lisbeth, die beiden anderen Zimmermädchen, hatten sich heimlich bei ihr bedankt.
Der Hotelmanager hatte sich daraufhin kriecherisch und unterwürfig bei dem Stammgast, der mindestens viermal jährlich die Fürstensuite für fünfzehntausend Euro pro Nacht buchte, entschuldigt und Carolin gefeuert.
Danach hatte sie eine Anstellung in einem Reisebüro bekommen. Nach nur zwei Monaten war sie schon wieder vor die Tür gesetzt worden.
Hier war es ein Kunde gewesen, den sie bezüglich seiner Hochzeitsreise hatte beraten sollen. Später, als er aus dem Krankenhaus entlassen worden war, wo man an die zwanzig Schnittwunden an seinem ganzen Körper hatte nähen müssen, hatte er behauptet, er hätte nur seinen Autoschlüssel gesucht, der ihm runtergefallen war.
Aber unter Carolins Kleid? Wie sollte der Schlüssel denn dorthin gelangt sein? Das wusste Carolin ebenso wenig wie den Grund dafür, warum der Mann urplötzlich durch die dicke Glasscheibe des Schaufensters nach draußen auf die Straße gestürzt war.
Sie hatte ihn nicht angefasst. Ehrlich nicht! Sie hatte ihn auch nicht geschubst. Sie war nicht einmal in seiner Nähe gewesen, als es passiert war. Aber natürlich hatte ihr niemand geglaubt.
An den Vorfall in der Backstube, in der sie anschließend drei Wochen lang gearbeitet hatte, mochte Carolin nicht mehr so gerne zurückdenken. Das war ziemlich grausig gewesen, denn Eduard Böck, der Besitzer der Ladenkette Back-Böck, hatte dabei zwei Finger seiner linken Hand verloren, und ein ganzer Kessel voll Brötchenteig hatte sich rosarot gefärbt.
Carolin dachte oft darüber nach, warum sie so häufig von Männern attackiert wurde. Dass es eventuell an ihrer Schönheit liegen könnte, darauf wäre sie nie im Leben gekommen.
Sie verbrachte nicht viel Zeit vor dem Spiegel, und so hatte sie noch gar nicht mitgekriegt, dass sie sich in den letzten Jahren von einem pummeligen Backfisch in eine wunderschöne junge Frau verwandelt hatte.
Woher hätte sie das auch wissen sollen? Ihre Mutter würde sich lieber die Zunge abbeißen, ehe sie ihrer Tochter ein Kompliment machte. Und die zum Teil recht gemeinen und groben Übergriffe der Männer ließen sich nun wirklich nicht mit Bewunderung oder gar Liebe in Verbindung bringen.
Aber jetzt war ja wieder alles gut. Seit zwei Wochen arbeitete Carolin im Verlag von Vinzenz Oleschovsky, der pro Jahr nur wenige, dafür aber sehr aufwendig gestaltete und kostbare Bildbände produzierte.
Um sich dieses relativ brotlose Hobby, das er nach seiner Pensionierung begonnen hatte, leisten zu können, gab er auch Bücher von Hinz und Kunz im Eigenverlag heraus, betrieb ein Schreibbüro und ließ Hintergrundrecherchen für Schriftsteller erledigen.
Eigentlich war der Job ganz okay. Manchmal sogar richtig lustig. So wie jetzt, zum Beispiel. Seit Ende letzter Woche tippte sie das handschriftliche Manuskript eines Siebzigjährigen ab. Der Mann hoffte wohl, in Anlehnung an die Romanserie „Fifty Shades of Grey“ mit seinen erotischen Fantasien Weltruhm und Reichtum zu erlangen.
Der Text, der eigentlich erregend sein sollte, war in Wirklichkeit zum Wiehern komisch. Der selbst ernannte, zukünftige Bestsellerautor war nämlich offensichtlich ziemlich verklemmt und erfand die skurrilsten Umschreibungen für Körperteile und Handlungen, die er nicht auszusprechen wagte.
Die wogenden, schneeweißen Hügel über ihrem Herzen erbebten vor Begierde, tippte sie leise vor sich hin kichernd, als Hans sich mit einem Ruck seines Beinkleides entledigte und ihr das mächtige, pulsierende Werkzeug seiner Lust präsentierte. Oh Hans, hauchte sie und rekelte sich lasziv auf dem verruchten, rotseidenen Laken. Oh Hans, du Hengst …
„Wie lange werden Sie für dieses Machwerk denn ungefähr noch brauchen, Frau Rubik? Herr Staritz hat vorhin schon wieder angerufen und nachgefragt. Er sagt, er hätte bereits zwanzig Vorbestellungen für das fertige Buch.“
Anton Bolek, der das Schreibbüro und das Rechercheteam leitete, tauchte in dem Büro auf, das Carolin sich mit zwei Kolleginnen teilte. Carolin mochte den fünfundvierzigjährigen Mann nicht besonders. Er gab sich zwar immer sehr freundlich und umgänglich, aber er gehörte zu den Menschen, in deren Gegenwart sie Gänsehaut und Angst bekam.
Sie hörte sofort zu tippen auf, fuhr mit ihrem Rollsessel ein Stück zurück und drehte ihn so, dass sie jederzeit ungehindert aufspringen und davonlaufen konnte. Sie dachte sich nicht einmal etwas dabei, sie machte das völlig unbewusst.
Gleichzeitig bedauerte sie zutiefst, dass sie sich nicht Anna und Martina angeschlossen hatte, die vor ein paar Minuten zu einer verspäteten Mittagspause ins Café Zimtschnecke aufgebrochen waren.
Es fühlte sich nicht gut an, mit...
| Erscheint lt. Verlag | 19.2.2019 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Der Notarzt | Der Notarzt |
| Verlagsort | Köln |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Krimi / Thriller / Horror |
| Literatur ► Romane / Erzählungen | |
| Schlagworte | 2017 • 2018 • Arzt • arzt deutsch • arzt kindle • arzt krimi • arzt-krimi • arzt liebe • Arzt Liebesroman • arzt liebesroman deutsch • Arzt Roman • arztroman buch • arzt romance • Arztromane • arztromane deutsch • arztromane e-books • arztromane e-books und liebesromane • arztromane hefte • arztromane kindle • arztromane kindle ebook • arztromane kindle ebooks deutsch • arzt roman familie • arzt romanhefte • arzt romantik • Bergdoktor • Bestseller • Bianca • Chefarzt • Cora • Deutsch • Doktor • dr daniel • dr laurin • dr norden • Dr Stefan Frank • eBook • E-Book • eBooks • Fortsetzungsroman • für den strand • für Frauen • Großdruck • große-schrift • Happy End • Happy-End • Hedwig Courths Mahler • Heftchen • Heft-Roman • heftromane bastei • Julia • kaipurgay • Kelter • Kindle • Klinik • Krankenhaus • Krankenschwester • Landarzt • Liebe • Liebesgeschichte • Liebesroman • Liebesromane • Medizin • Medizin Roman • Mira • Modern • Notarzt • Patient • Praxis • Reihe • reihe in bänden • Romance • Romanheft • romantik deutsch • romantisch • Schicksal • Schicksalsroman • schöner roman • Serie • spannend • Wohlfühlroman |
| ISBN-10 | 3-7325-7708-2 / 3732577082 |
| ISBN-13 | 978-3-7325-7708-8 / 9783732577088 |
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