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G. F. Unger Western-Bestseller 2399 (eBook)

Im Schatten der Coltritter

(Autor)

eBook Download: EPUB
2019 | 1. Aufl. 2019
Bastei Entertainment (Verlag)
978-3-7325-7673-9 (ISBN)

Lese- und Medienproben

G. F. Unger Western-Bestseller 2399 - G. F. Unger
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Fesselnd, originell und mitreißend - das ist der Bastei-Western-Bestseller

Im Schatten der Coltritter

Als Revolvermann kehrt Jim Brady heim. Denn auch nach zwanzig Jahren hat er den Mann nicht vergessen, der ihn und seine Familie ins Elend stürzte ...

Western-Bestseller von G.F. Unger - für Western-Kenner immer ein guter Griff!

Als er es gesagt hat, greift er in die Innentasche seiner Jacke, holt einen Beutel hervor und wirft ihn Lin Brady vor die Füße. Es klirrt wie Hartgeld darin.

»Hundert Dollar«, sagt der Revolvermann. »Das ist der Preis, den Lockhardt dir freiwillig zahlt, damit du hier von der guten Wasserstelle verschwindest. Lockhardt braucht das Wasser für seine Rinder. Und er hat dir befohlen zu verschwinden. Also verschwinde! Jetzt sofort! Packt eure Siebensachen und spannt den Wagen an. Vorwärts!«

Damit hat er alles gesagt.

Denn es ist alles ganz einfach. Ein Cattle King lässt einen Siedler verjagen. Auf zweihundert Meilen in der Runde gibt es kein Gesetz. Nur die Macht des Stärkeren ist Gesetz. Und der Mächtige heißt Abe Lockhardt.

Der Siedler Lin Brady zittert nun am ganzen Körper. Er ist kein Feigling, nein, das ist er wirklich nicht. Auch ist er sich bewusst, dass er eine schussbereite Schrotflinte im Hüftanschlag hält.

Aber zugleich ist er sich darüber im Klaren, dass es sein Tod sein würde, sollte er abdrücken. Dieser Revolvermann würde auch sterbend noch ziehen und blitzschnell schießen, bevor er tot ist.

O Vater im Himmel, denkt Lin Brady, soll ich es wagen? Kann ich das überleben? Der da ist einer von Abe Lockhardts Coltrittern, ein zweibeiniger Tiger, der es allein mit einer ganzen Mannschaft aufnehmen kann. Ich habe keine Chance gegen ihn, selbst mit meiner Schrotflinte nicht. Der tötet mich auch noch sterbend. Was wird aus Lena und den Kindern?

Doch trotz der Furcht hört er sich sagen: »Wir gehen hier nicht fort, nicht für hundert Dollar – ja nicht mal für tausend. Wir haben hier drei Jahre hart gearbeitet. Verschwinden Sie, Mister! Oder ich schieße Sie vom Pferd!« Die letzten Worte brüllt er wie ein Mensch, der sich selbst Mut machen will. Er hebt das Gewehr höher.

Der Revolvermann aber fasst das als Drohung auf. Vielleicht glaubt er auch wirklich, dass Lin Brady abdrücken wird, und will ihm deshalb zuvorkommen. Jedenfalls erscheint wie durch Zauberei der Revolver in seiner Faust. Der Schuss kracht, die Kugel stößt Lin Brady herum und zerschmettert ihm das rechte Schultergelenk. Er lässt das Gewehr fallen und geht ebenfalls zu Boden. Die Frau und die Kinder kreischen voller Angst und Entsetzen – nur Jim Brady, der erst zehn Jahre alte Sohn, stürzt vorwärts und will die Schrotflinte aufgreifen.

Aber da wirft sich die Mutter auf ihn, hält ihn fest und ruft immer wieder: »Nein, Jim! Nein, Jim!«

Dies geschieht im Jahre 1850 in Texas.

☆☆☆

Und dann vergehen zwanzig Jahre. Es ist irgendwo in Arizona an einem Vormittag, als Jim Brady – inzwischen fast dreißig Jahre alt – einige Siedler und Farmer in die kleine Stadt Rosa begleitet.

Als die fünf Wagen vor dem Store anhalten, erhebt sich dort auf dem Plankengehsteig ein Mann aus dem Schaukelstuhl, bei dessen Bewegungen man an einen hageren Wolf aus der Apachenwüste denken muss.

Dieser Mann ist bekannt unter dem Namen Kingfisher, doch man nennt ihn zu beiden Seiten der Grenze – also im Arizona-Territorium und drüben in Sonora – nur Colt King, und er ist stolz auf den Namen.

Kingfisher tritt bis an den Rand des Gehsteiges und hakt beide Daumen in seinen Waffengürtel. Es ist ein sogenannter Kreuzgurt, denn Kingfisher ist ein Zweirevolvermann.

Er sagt laut genug, dass es alle auf den fünf Wagen hören können: »Haut ab! Hier gibt es nichts zu kaufen – nicht mal einen Hosenknopf. Begreift das endlich, ihr Dummköpfe! Haut ab!«

Damit hat er alles gesagt. In seiner Stimme klirrte eine eiskalte Drohung. Die kleine Stadt Rosa wirkt wie ausgestorben. Alles hat sich verkrochen.

Doch es ist sicher, dass die Vorgänge hier beim Store genau beobachtet werden – hinter Fenstern, aus spaltweit geöffneten Türen.

Diese kleine Stadt hält den Atem an.

Und ein einziger Revolvermann – ein sogenannter Coltritter – bewirkt das alles.

Kingfisher wippt leicht auf den Fußsohlen. Seine Füße stecken in feinsten Maßstiefeln aus Alabama. Zwischen seinen schmalen Lippen blinken die Zähne. Sein Lächeln ist geringschätzig und verächtlich.

Aber dann ändert sich plötzlich alles.

Der Mann, der den ersten Wagen fährt, springt in den knöcheltiefen Staub der Fahrbahn. Er geht langsam am Gespann entlang nach vorn und klopft dem Tier leicht gegen Schulter und Hals. Dann betritt er den Gehsteig und wendet sich Kingfisher zu. Dabei schlägt er seine Jacke zurück – und nun sieht man, dass er unter der langen Jacke einen Revolver trägt.

»He, Kingfisher, kennst du mich?« So fragt er ruhig.

Der sieht ihn an, schüttelt dann den Kopf.

»Nein«, erwidert er, »dich kenne ich nicht. Doch ich sehe, dass du dich gut getarnt hast. Ich hielt dich für einen dieser Schollenbrecher. Aber du bist offenbar einer von meiner Gilde. Sie haben dich angeworben, damit du ihnen den Weg zum Store freischießen sollst. Ist es so?«

»So ist es«, sagt der Mann, der den ersten Wagen fuhr. »Wir zwei werden es nun auskämpfen, Kingfisher. Mein Name ist Jim Brady.«

Als er es gesagt hat, zögert Kingfisher nicht länger. Denn es gibt nichts mehr zu sagen. Jetzt geht es nur noch darum, möglichst schnell zu sein und den kleinsten Vorteil zu nutzen.

Deshalb zieht Kingfisher ohne jede Vorwarnung.

Und er ist schnell, so schnell wie ein einschlagender Blitz. Ja, er ist ein Großer mit dem Colt. Doch als er abdrückt, wird er im selben Sekundenbruchteil schon von Jim Bradys Kugel getroffen und herumgestoßen. Kingfisher trifft nicht, er schießt nur durch Bradys Jackenärmel, ritzt nicht mal Bradys Haut am Oberarm.

Und dann schießt Kingfisher noch dreimal – aber immer nur zwischen Brady und sich in den Boden. Denn der Revolver wurde ihm zu schwer, indes er auf die Knie geht.

Und mit seinem letzten Atem haucht er heiser: »O Hölle …«

Brady tritt mit noch rauchendem Colt zu ihm, blickt auf ihn nieder. Denn Kingfisher rollte sterbend auf den Rücken, so als wollte er noch einmal den Himmel sehen.

Doch sein Blick ist leer.

Von den anderen Wagen springen die Menschen. Auch aus den Häusern und Geschäften der Stadt treten sie nun heraus.

Jemand sagt: »Er hat ihn geschlagen. Er hat Colt King geschlagen, der uns alle erpresste, der diese Stadt und dieses Land sterben lassen wollte. Er hat ihn besiegt. Jetzt wird alles anders. Colt King war für seinen Auftraggeber das Geld nicht wert.«

Sie alle haben sich nun beim Store versammelt. Und vom Toten blicken sie nun auf den wie ein Siedler gekleideten Jim Brady.

»Bleiben Sie noch bei uns, Mr Brady?« So fragt eine Stimme.

Aber Jim Brady schüttelt den Kopf. »Wählt endlich einen Sheriff«, spricht er. »Und bildet eine Bürgerwehr, wenn er Hilfe braucht. Ich bleibe nicht länger.«

☆☆☆

Es ist nur zwei Stunden später, als Jim Brady in der Postkutsche sitzt, die von Nogales über El Paso nach San Antonio fährt. Er bekommt einen Platz in der hintersten rechten Ecke, lehnt sich hinein und zieht sich den Hut übers Gesicht.

Es sind viele Gefühle und Gedanken in ihm.

Und ein Gedanke wiederholt sich immer wieder: Colt King Kingfisher war meine letzte Probe. Er war der Berüchtigtste von allen. Da ich ihn besiegen konnte, kann ich es mit jedem anderen seiner Sorte aufnehmen, mit jedem von Abe Lockhardts Coltrittern. Ich werde sie Mann für Mann schlagen, bis Abe Lockhardt allein ist.

Ja, dies sind immer wieder seine Gedanken.

Und dann erlebt er noch einmal in seiner Erinnerung, wie es damals war, als einer von Abe Lockhardts Revolvermännern seinem Vater die Schulterkugel zerschmetterte und ihn somit zum Krüppel machte.

Schon damals wollte er als zehnjähriger Junge an seines Vaters Stelle weiterkämpfen. Doch die Mutter hinderte ihn daran, die Schrotflinte aufzunehmen.

Oh, die Mutter …

Bei dem Gedanken an sie möchte er die Bilder der Erinnerung vor seinen Augen zum Stillstand bringen. Denn es sind zu traurige und bittere Erinnerungen. Er möchte sie nicht wieder aufleben lassen, obwohl er sie niemals vergessen konnte. Denn schließlich machten sie ihn zu einem Revolvermann.

Aber er stand stets auf der Seite der Kleinen. Das war der Unterschied. Er kämpfte niemals für die Machterhaltung der Mächtigen, sondern stets dagegen.

Damals packten sie ihre Siebensachen und fuhren zum nächsten Doc. Doch dieser konnte nicht viel tun für den Vater. Eine zerschossene Schulterkugel war nicht zu reparieren. Lin Brady, der es gewagt hatte, mit einer Schrotflinte gegen einen Revolvermann zu bestehen, blieb sein ganzes Leben ein Krüppel und wurde zum Säufer.

Die hundert Dollar waren schnell verbraucht.

Es gab für die Brady-Familie nur Elend und Not. Als Bettler zogen sie von einem Ort zum anderen. Erst als die beiden Jungen größer waren und da und dort Arbeit fanden, wurde es etwas besser.

Sie lebten in armseligen Hütten, arbeiteten als Farmhelfer. Die Mutter wusch Wäsche und flickte Kleidung. Und der Vater trank sich stetig dem Tod entgegen.

Als er dann betrunken in einen Wassertrog fiel und darin ertrank, ging es der Brady-Familie wieder etwas besser. Denn es vergeudete niemand mehr das mühsam erarbeitete Geld. Aber das Glück war ihnen nicht lange hold. Sie erkrankten an Typhus. Auch die kleine Schwester, die gewiss einmal eine Schönheit geworden wäre. Nur Jim Brady überlebte. Als Halbwüchsiger kam er zu einer Horde von Banditen, die zu beiden Seiten der Grenze Pferde und...

Erscheint lt. Verlag 19.2.2019
Reihe/Serie Western-Bestseller
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte 2017 • 2018 • Abenteuer-Roman • alfred-bekker • Bestseller • bud-spencer • buffalo-bill • Cassidy • Chaco • clint-eastwood • Country • Cowboy • Deutsch • e Book • eBook • E-Book • e books • eBooks • Erwachsene • Exklusiv • für • GF • g f barner • Indianer • jack-slade • Jugend • Karl May • kelter-verlag • Kindle • Klassiker • Krimi • Laredo • larry-lash • Lassiter • lucky-luke • Männer • martin-wachter • pete-hackett • peter-dubina • Reihe • Ringo • Roman-Heft • Serie • sonder-edition • Western • Western-roman • Westernromane • Wilder Westen • Wilder-Westen • Winnetou • Wyatt Earp • Wyatt-Earp
ISBN-10 3-7325-7673-6 / 3732576736
ISBN-13 978-3-7325-7673-9 / 9783732576739
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