Denkst du noch an jene Nacht? (eBook)
130 Seiten
CORA Verlag
978-3-7337-4571-4 (ISBN)
Martina Logan ist auf die Familienranch zurückgekehrt, weil sie ein Baby erwartet. Sein Baby! Daran zweifelt Noah Coltrane keinen Augenblick, auch wenn Martina ihrer Familie den Namen des Vaters verschweigt. Noah ist entschlossen, sie zu heiraten. Und vergisst dabei ganz, dass das Kriegsbeil zwischen den Logans und Coltranes noch längst nicht begraben ist ...
<p>Mit mehr als 20 geschriebenen Romanen, ist Leanne dafür geschätzt Geschichten mit starken Emotionen, Charakteren mit denen sich jeder identifizieren kann, einem Schuss heißer Sinnlichkeit und einem Happy End, welches nach dem Lesen noch nachklingt zu erzählen. Sie ist die Abnehmerin der Romantic Times Magazine's Awards in Serie. Sinnlichkeit, Liebe und Humor, mit diesen Zutaten für ihre Romane sorgte sie bei zahlreichen Wettbewerben wie dem RITA Award für Aufsehen. Für die zahlreichen Auszeichnungen ist Leanne sehr dankbar. Doch besonders bewegt hat sie der Brief einer Leserin, die schrieb, dass ihr Buch sie durch die schweren Zeiten einer Chemotherapie begleitet hat. Der Leserbrief inspirierte sie zu einer Redewendung und führte bei ihr zu folgender Erkenntnis: Unterschätze niemals die Kraft von Liebesromanen. Leanne ist heimisch in Virginia und lebt glücklich zusammen mit ihrem Mann und ihren zwei jugendlichen Kindern. Sie liebt Musik, Schokolade, Zitate und neue Abenteuer. Außerdem glaubt sie, dass Liebhaber von Liebesromanen die besten Leser der Welt sind, weil sie verstehen, dass Liebe das größte Wunder auf Erden ist.</p>
1. KAPITEL
Schließlich fand er sie. Sechs Wochen nachdem er in die Hochzeit ihres Bruders hineingeplatzt war, stand Noah vor Martinas Haus und betrachtete es mit einer Mischung aus Befriedigung und kaltem Hohn. Diese Frau hatte sich ihm stürmisch hingegeben, und sie hatten den leidenschaftlichsten Sex gehabt. Es waren die drei erregendsten und erfüllendsten Wochen seines Lebens gewesen, bis sie plötzlich verschwunden war.
Es hatte seinen Stolz ein wenig verletzt, und er hatte zuerst nicht nach ihr gesucht. Er hatte sich vorgenommen, ihr zu vergeben. Bei all dem bösen Blut, das zwischen ihren Familien herrschte, war es ihnen völlig klar gewesen, dass ihre Beziehung von Anfang an zum Scheitern verurteilt war. Außerdem hatte er den starken Drang nach Unabhängigkeit in ihren Augen aufblitzen sehen, und er kannte dieses Gefühl nur allzu gut.
Die ersten Tage nach ihrem Verschwinden hatte er ununterbrochen an sie denken müssen. Ja, er war sogar mitten in der Nacht aufgewacht, weil sie auch seine Träume beherrschte. Deshalb war es für ihn zu einer Notwendigkeit geworden, sie zu finden – um sie aus seinen Gedanken und Träumen zu verjagen. Er würde erst wieder er selbst sein, wenn er ihr von Angesicht und Angesicht gegenüberstand und ihr damit zeigte, dass sie sich nicht vor ihm verstecken konnte. Es würde ihn beruhigen, festzustellen, dass sie nicht die einzigartige Frau war, zu der er sie in seinen Gedanken gemacht hatte. War das geklärt, würde er einfach wieder gehen.
Während er nun zu ihrem Haus ging, konnte er das Klacken der Metallbeschläge seiner Absätze hören und das Vogelgezwitscher an diesem warmen Frühlingsmorgen. Vor ihrer Haustür hielt er kurz inne, verdrängte einen Anfall von Zweifel und klingelt dann.
„Eine Sekunde“, antwortete sie von drinnen, und er spürte, dass sich sein Magen zusammenzog. Er hörte sie näher kommen, und ihre Stimme klang lauter.
„Jawohl, ich halte mich an meine Zusagen“, sagte sie, als sie die Tür öffnete. „Ich bin …“ Sie blickte direkt in seine Augen, und ihre Lippen formten vor Überraschung ein O, doch sie bekam keinen Ton heraus.
Martina schluckte. „Ich muss Schluss machen“, sprach sie kurz in das Telefon, das sie am Ohr hielt, und drückte die Austaste.
Noah konnte sich nicht an ihr sattsehen – an ihrem dunklen, zerzausten Haar, ihren weit geöffneten blauen Augen, ihren leicht zitternden Lippen, ihrem zarten Hals, ihren vollen Brüsten und ihrem etwas dicker gewordenen Bauch.
Etwas? Ihr Bauch war sehr viel dicker geworden.
Martina war offenkundig schwanger, was einige Fragen bei ihm aufwarf.
Von wem?
Konnte es sein Kind sein?
Im wievielten Monat war sie?
All dies schoss ihm durch den Kopf, aber sein Herz kannte bereits die Antwort.
„Ich habe ein bisschen zugenommen.“ Sie schenkte ihm ein so strahlendes Lächeln, dass er fast darauf hereingefallen wäre. Fast, denn es fiel ihm sofort auf, dass sie eine Hand schützend auf ihren runden Bauch legte. „Du kennst das ja. Bei einigen Leuten schlägt alles furchtbar an.“ Sie strich sich durchs Haar und blickte ihn unschuldig an. „Ich kann mir nicht vorstellen, warum du hergekommen bist.“
Er versuchte, die Erinnerung daran, wie sie sich ihm voller Lust hingegeben hatte, zu verdrängen. Erinnerungen an die Momente, in denen er sich in der Tiefe ihres Blickes verloren hatte und geschworen hätte, dass es ihr bei ihm genauso gegangen war.
„Seit wann hast du denn so zugenommen, Martina? Etwa acht bis zwölf Wochen, nachdem du mit mir zusammen gewesen bist? Du musst im sechsten Monat schwanger sein.“
Das Lächeln auf ihren Lippen verschwand. „Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, wann es losgegangen ist.“
Auch eine Möglichkeit, sich herauszureden, dachte Noah spöttisch. „Ich wette, du wirst dieses zusätzliche Gewicht auch auf einen Schlag wieder loswerden.“ Er hatte nicht vor, sich auf ihren lächerlichen Erklärungsversuch einzulassen und sagte unumwunden: „Es ist mein Kind, nicht wahr?“
Sie hatte nun beide Hände auf ihren Bauch gelegt und blickte ihm mit einer Mischung aus Angst und Kampfbereitschaft ins Gesicht. „Mein Kind“, verbesserte sie ihn. „Wer hat es dir gesagt?“
„Niemand. Ich habe dich nur angesehen, da war mir alles klar.“ Doch erst jetzt, nachdem sie es praktisch zugegeben hatte, begann er wirklich zu erfassen, dass sie sein Kind trug. „Du solltest mich hereinlassen.“ Er war selbst überrascht, dass er noch so ruhig klang.
Martina sträubte sich. „Das ist ein ganz schlechter Zeitpunkt. Ich stecke gerade mitten in der Arbeit. Meine Firma lässt mich die Webseiten zwar zu Hause erstellen, aber ich muss mich an den Abgabetermin halten.“
„Wann wäre der Zeitpunkt denn besser. Nächstes Jahr?“
Kampflustig reckte sie das Kinn. „Nächstes Jahr wäre noch zu früh.“
Noah fand, dass Martina ein wunderbares Beispiel bot für den Slogan „Leg dich nicht mit Texas an“. Sie wollte ihm die Tür vor der Nase zuschlagen, aber er hatte schon seinen Fuß in der Tür. „Ich werde nicht weggehen.“
Ihre Augen blitzten. „Ich habe schon mehr als genug herrische Männer in meinem Leben. Auf Zwang reagiere ich äußerst allergisch.“
Noah nickte. „Gut. Ich wende Zwang auch nur im äußersten Notfall an, zum Beispiel, wenn jemand vernünftigen Argumenten nicht zugänglich ist.“
Sie betrachtete ihn misstrauisch, ließ ihn aber eintreten.
Martina hatte sich vor diesem Tag gefürchtet. Natürlich war ihr klar, dass sie Noah irgendwann einmal von dem Kind würde erzählen müssen. Aber sie hatte ihm die Nachricht lieber über E-Mail, Fax oder durch eine Brieftaube mitteilen wollen, als es ihm direkt ins Gesicht zu sagen. Bisher war aber auch dafür nie der richtige Zeitpunkt gewesen. Sie hatte es sich zwar zur Regel gemacht, nichts auf die lange Bank zu schieben, aber dass sie sich mit Noah eingelassen hatte, war ohnehin der größte Regelverstoß gewesen.
Nun fielen ihr wieder die dummen kleinen Gründe ein, wieso sie sich überhaupt mit ihm eingelassen hatte. Seine Größe. Sie war selbst ziemlich groß, daher gefiel es ihr recht gut, in den Armen eines Mannes zu liegen, der noch größer war. Sie mochte seinen Geruch – er roch nach Leder und Aftershave und nach Mann –, und sie mochte den Klang seiner Stimme und die Art, wie er dachte.
Sie war mit ihrem Vater und zwei Brüdern aufgewachsen, die sie allesamt beschützt, aber auch bevormundet hatten, und so hatte es ihrem Selbstvertrauen sehr gut getan, von einem Mann einmal als Gleichgestellte behandelt zu werden. Aber gerade jetzt hatte sie das unangenehme Gefühl, dass Noah nicht mehr so vernünftig reagieren würde.
Er folgte ihr durch die Wohnung. „Wann wolltest du es mir denn erzählen?“ Seine Stimme klang völlig ruhig, aber seine blitzenden Augen verrieten ihn, und sie hatte ein ganz flaues Gefühl im Magen.
„Ich wollte es dir ja erzählen. Ich wusste nur nicht, wie.“
„Wann? Nach der Geburt? Wenn unser Kind laufen gelernt hat oder eingeschult wird? Oder wenn es volljährig wird?“
Sie konnte deutlich spüren, dass er sich hintergangen fühlte, und sie schämte sich auf einmal. „Ich hätte es dir sagen sollen. Das wäre das Richtige gewesen, aber der eigentliche Fehler war, dass ich mich überhaupt mit dir eingelassen habe. Am Anfang konnte ich es gar nicht fassen, dass ich schwanger bin. Ich musste erst einmal mit mir ins Reine kommen.“
„Wenn du es mir gesagt hättest, hättest du damit nicht alleine fertig werden müssen.“
Es schmerzte, als sie sich unwillkürlich an die Zeit mit Noah erinnerte. „Es war uns doch beiden klar, dass es nichts Ernsthaftes werden konnte. Du hast doch selbst gesagt, dass es nur passiert ist, weil wir in Chicago waren. Und du hast nie über eine gemeinsame Zukunft gesprochen, weil du wusstest, dass wir keine haben.“
Er stemmte die Hände in die Hüften. „Das Baby verändert alles.“
Die Entschlossenheit, mit der er das sagte, erschreckte sie. Aber sie ließ sich nichts anmerken. „Für mich und vielleicht auch für dich, aber bestimmt nicht für uns.“
„Du hättest es mir sagen müssen.“
„Ja, natürlich. Ich hätte wirklich daran denken sollen. Meine Brüder haben übrigens herausbekommen, dass es von einem Coltrane ist.“ Sie musste bei dem Gedanken an diese Auseinandersetzung lächeln.
„Was haben sie gemacht? Dich angesehen, als ob du den Teufel im Leib hättest?“
„Anfangs ja. Aber ich habe sie schon zurechtgestutzt.“
„Was hattest du ihnen denn erzählt, wer der Vater ist?“
„Ich hatte behauptet, der Storch hätte es gebracht.“ Sie versuchte witzig zu klingen, aber es misslang. „Nachdem du bei der Hochzeit meines Bruders einen Auftritt wie Zorro geliefert hattest, fiel es mir natürlich schwer, deine Vaterschaft zu leugnen. Aber ich komme damit allein zurecht. Von dem Schock der Erkenntnis bis hin zur morgendlichen Übelkeit habe ich alles allein geschafft. Ich bin stark. Ich werde auch weiterhin damit fertig.“
Er schenkte ihr ein kühles Lächeln, das ihr irgendwie gefährlich vorkam. „Wir hatten nie über Kinder gesprochen, aber in diesem Fall habe ich wohl ein Mitspracherecht. Und als Erstes erkläre ich, dass die Eltern verheiratet sein sollten. Also werden wir so schnell wie möglich heiraten.“
Am liebsten hätte sie laut aufgelacht, aber es war ihm offenbar todernst. „Hast du mir nicht zugehört? Ich bin mit drei herrischen Männern...
| Erscheint lt. Verlag | 2.2.2019 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Digital Edition | Digital Edition |
| Übersetzer | Kai J. Sasse |
| Verlagsort | Hamburg |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Romane / Erzählungen |
| Schlagworte | bücher für frauen • Cora • cora bücher • cora digital edition • cora liebesromane • cora neuerscheinungen • cora romane • Cora Verlag • cora verlag kindle • eBook • ebook angebote • ebook günstig • ebook liebesroman • Frauenroman • Liebesgeschichte • Liebesroman • Romantische Bücher |
| ISBN-10 | 3-7337-4571-X / 373374571X |
| ISBN-13 | 978-3-7337-4571-4 / 9783733745714 |
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