Als die Erde bebte (eBook)
130 Seiten
CORA Verlag
978-3-7337-4558-5 (ISBN)
Als ein Erdbeben Ambers Welt aus den Angeln hebt, findet sie in den Armen ihres Retters Dax nicht nur Trost. Denn zwischen Gefahr und Zärtlichkeit entflammt ein Feuer der Leidenschaft, das Amber zu verbrennen droht! Soll sie es wagen und mit einem völlig Fremden schlafen?
<p>New York Times-Bestsellerautorin Jill Shalvis lebt in einer Kleinstadt in Sierras, voller verschrobener Mitmenschen. Jegliche Ähnlichkeit mit den Quirky Charakters in ihren Büchern ist, naja, meistens zufällig. Besuchen Sie sie auf ihrer Website www.jillshalvis.com, um mehr über Jills Bücher und ihre Abenteuer als Berge erklimmendes Stadtkinde zu lesen.</p>
1. KAPITEL
Der Ort war nicht das, was Amber Riggs erwartet hatte. Doch obwohl sie allein war, blieb ihre Miene beherrscht und verriet nichts von ihrer Enttäuschung. Kontrolle war alles. Ohne sie konnte man kein gutes Geschäft machen, und Amber liebte es, gute Geschäfte zu machen.
Sie stieg aus dem Wagen, ohne Make-up oder Frisur im Rückspiegel zu kontrollieren. Es war keine Eitelkeit, die ihr sagte, dass sie gepflegt aussah. Es war einfach eine Tatsache. Mit Bedacht hatte sie dezente Kleidung und ein ebenso dezentes Make-up gewählt, damit man sie ernst nahm.
Wäre sie eitel, würde sie sich noch immer in dem Lob sonnen, das man ihr heute Morgen in der Zeitung gezollt hatte: Eine ausgezeichnete Maklerin. Die beste im San Diego County. Niemand übervorteilt Amber Riggs.
Wunderbar fürs Geschäft, doch ansonsten bedeutete ihr so eine Lobeshymne nicht viel. Amber liebte ihre Arbeit, und weil sie sie gern tat, brauchte sie von niemandem Anerkennung.
Zumindest redete sie sich das ein.
Jetzt blickte sie auf das verlassene Lagergebäude vor sich und runzelte die Stirn. So gut sie in ihrem Job auch war, aber dieses Objekt an den Mann zu bringen war schon fast unmöglich. Es lag viel zu weit außerhalb.
Doch sie betrachtete es als eine Herausforderung. Immerhin hatte der Besitzer es ihr überlassen, ob sie es vermietete oder verkaufte. Das vergrößerte ihre Möglichkeiten.
Ihre hohen Absätze klapperten laut auf dem Asphalt, als sie näher an das Gebäude heranging. Es verfügte über zwei Stockwerke und bestand größtenteils aus Backstein, was ihm einen gewissen Charme verlieh. Das war gut. Genauso das Kellergeschoss, in dem, wie sie wusste, Büros untergebracht waren. Sie seufzte, als sie hochblickte und das undichte Dach und das teilweise verfallene Mauerwerk bemerkte. Das war weniger gut. Und es gab keine Fenster. Damit wäre der Kunde, der sie heute Morgen angerufen hatte, weil er eine Halle für ein Einkaufszentrum suchte, nicht allzu glücklich.
Amber entschied, dass sie das ausbügeln konnte, indem sie irgendetwas fand, was interessant war. Etwas Ansprechendes. Es war schließlich ihre Stärke, aus allem noch etwas Positives herauszuholen. Ihr beträchtliches Bankguthaben war der Beweis dafür. Für jemanden, der ziemlich früh und mittellos von zu Hause weggegangen war, hatte sie es schon weit gebracht.
Sie schloss die Tür auf und betrat das dunkle Gebäude. Der Strom war abgeschaltet, doch wie immer war Amber auf alles vorbereitet und nahm eine kleine Taschenlampe aus ihrer Handtasche. Nachdem sie sie angeknipst hatte, ging sie an dem Empfangsbereich vorbei in das noch dunklere Lagerhaus. Die unheimliche Stille, die sie umgab, ließ sie erschauern.
Die Dunkelheit hatte ihr schon als Kind Angst gemacht, als sie viel zu viel Zeit allein verbringen musste.
Verflixt, sie wollte nicht schon wieder in Selbstmitleid verfallen. Sie war siebenundzwanzig Jahre alt. Sentimentale Erinnerungen an ihre Vergangenheit waren nicht angebracht, und sie verbannte sie entschieden aus ihrem Kopf. Der Schein der Taschenlampe wies ihr einen Weg durch den riesigen, leeren Raum, doch es war nur ein kleiner Lichtkegel in dieser absoluten Dunkelheit, und Amber verlor ein wenig von ihrer Selbstbeherrschung. Ihre Handflächen wurden feucht.
Entschlossen hob sie das Kinn und besann sich darauf, dass man ihr einen kühlen Kopf nachsagte. Gut, sie war allein, aber sie würde nicht eher gehen, bevor sie das Gebäude sorgfältig erkundet hatte. Sie brauchte etwas, womit sie ihren potenziellen Kunden locken konnte.
Nachdem sie die Halle durchquert hatte, kam sie an eine Tür, hinter der sich die Treppe zum Kellergeschoss befand. Vielleicht waren ja die Büros dort unten ein guter Kaufanreiz. Sie unterdrückte ihr Unbehagen, richtete den Schein der Taschenlampe auf die Stufen und stieg hinunter in einen weiteren großen, noch dunkleren Raum.
Ein feuchter, muffiger Geruch schlug ihr entgegen.
Von einer bösen Vorahnung ergriffen, blieb sie regungslos am Fuße der Treppe stehen.
In der Ferne glaubte sie eine männliche Stimme rufen zu hören. Doch das konnte nicht sein. Sie war allein.
Wie immer war sie allein.
Plötzlich durchdrang ein gewaltiges Dröhnen den Raum, und mit Ambers Selbstbeherrschung war es vollends dahin. Zum Teufel mit dem Geschäft.
Sie wollte hier nur raus.
Gerade drehte sie sich um, da begann sich der Boden unter ihren Füßen zu bewegen.
Amber kam es so vor, als würde er lebendig und wie ein Monster aus einem Winterschlaf erwachen. Und dieses Monster drohte sie zu verschlingen. Im nächsten Moment verlor sie das Gleichgewicht und fiel hart hin.
Die Zeit schien stillzustehen.
Die Erde grollte und bebte. Während Amber über den kalten Betonboden schlitterte, dröhnten ihr die Ohren von einem plötzlichen Krachen.
Dann wurde sie gegen eine Mauer geschleudert, und die Sinne begannen ihr zu schwinden.
Das Letzte, was sie noch hörte, war ihr eigenes entsetztes Schreien.
Dax McCall fuhr gern im offenen Auto. Er liebte die Freiheit, mochte es, wenn der Wind ihm durchs Haar wehte, genoss den Duft des Herbstes, den Anblick der sich verfärbenden Blätter und den blauen Himmel über sich.
Er fühlte sich gut, denn er liebte das Leben.
Und Mutter Natur liebte Südkalifornien, vor allem San Diego County, denn obwohl es fast November war, blies ein warmer Wind. Nicht eine Wolke bedeckte den klaren Himmel.
Sonntag. Sein erster freier Tag seit Wochen. Nicht dass er sich beschwerte, denn er liebte auch seinen Job und wusste, dass er der beste Brandinspektor war, den dieses County je gehabt hatte. Doch die Arbeit war aufreibend, und auch wenn er ehrgeizig war, so brauchte er ab und zu eine Ruhepause.
Vielleicht sogar einen Urlaub. Er dachte an die Waldbrände, die in Montana außer Kontrolle geraten waren. Er könnte sich freinehmen und helfen, sie zu bekämpfen. Die wenigsten würden das als Urlaub ansehen, doch im Grunde war Dax immer noch ein Feuerwehrmann. Auch nachdem er sich für eine Laufbahn als Ermittler entschieden hatte, liebte er es, Feuer zu bekämpfen, und nutzte dafür jede Gelegenheit.
Ein Klingeln störte seine friedliche Stimmung. Verdammt. Dax drehte das Radio leiser und schaltete widerwillig sein Handy ein.
„Wehe, es ist nichts Gutes“, sagte er warnend, während er seinen Wagen mit einer Hand langsam durch eine Haarnadelkurve steuerte.
„Das ist ja eine nette Begrüßung.“
Shelley, die älteste seiner fünf neugierigen, herrischen, aber auch sentimentalen und liebevollen Schwestern konnte nur einen Grund für ihren Anruf haben.
„Die Antwort lautet Nein“, erklärte Dax.
Unbeeindruckt lachte sie. „Dax, Liebster, du weißt doch noch gar nicht, was ich von dir will.“
„Oh doch, das weiß ich“, entgegnete er barsch, musste aber lächeln. Er mochte seine Schwestern, selbst wenn sie ihn manchmal in den Wahnsinn trieben. „Dreht es sich zufällig um einen winzig kleinen Gefallen … für eine verzweifelte Freundin?“
„Sie ist nicht verzweifelt.“
„Wir haben das doch schon oft genug besprochen, oder? Hört auf, mich verkuppeln zu wollen.“ Er hatte bereits all seinen wohlmeinenden Schwestern gesagt, dass sie es unterlassen sollten, ihn zu irgendwelchen Blind Dates zu verabreden.
Er war zweiunddreißig Jahre alt und noch immer ledig. Na und? Es störte ihn nicht. Es war ja nicht so, dass es ihm an weiblicher Gesellschaft mangelte. Trotzdem verfolgten seine Schwestern ihn mit ihren Freundinnen. Und Freundinnen der Freundinnen. Und Schwestern der Freundinnen der Freundinnen.
Auch wenn er sich schon seit Langem dagegen wehrte, war er in ihren Augen immer noch das Baby der Familie. Ein einsachtzig großes, achtzig Kilo schweres Baby mit den Muskeln eines Mannes, der fast zehn Jahre lang hart gearbeitet hatte, bevor er zum Ermittler wurde.
Ein interessantes Baby.
„Ich muss aufhören, Shelley“, sagte er, während er um die nächste scharfe Kurve bog.
„Nein, musst du nicht. Du willst nur nicht, dass ich dich mit jemandem zusammenbringe. Komm schon, Dax, deine letzte Freundin sah aus wie eine Barbiepuppe und sprach in diesem albernen Flüsterton, den kein Mensch versteht.“
Er fühlte sich nicht bemüßigt, sich sonderlich zu verteidigen. Warum sollte er nicht bei der Wahrheit bleiben? Er mochte nun mal Blondinen. Vollbusige Blondinen, und soweit er wusste, gab es nichts, was dagegen sprach. „Hey, ich versuche doch auch nicht, dich zu verkuppeln.“
„Vielleicht, weil ich verheiratet bin?“
„Hör mal, ich muss jetzt wirklich Schluss machen.“ Er gab ein paar zischende Laute von sich. „Die Verbindung ist so schlecht.“
„Wo bist du im Moment?“, erkundigte sie sich, was ihn schuldbewusst grinsen ließ.
„Auf der Landstraße bei der alten Mühle.“ Dax runzelte die Stirn und drosselte das Tempo, als er auf die Mühlenanlage und das Lagerhaus zufuhr. Mindestens zehn Meilen außerhalb der Stadt gelegen und umgeben von Wäldern, hatte das Gelände heutzutage keinen Nutzen mehr.
Es stand schon seit Jahren leer und befand sich auf seiner Liste mit den gefährlichen Grundstücken, auf denen jederzeit etwas passieren konnte. Es war sein Job, Gelände wie dieses von Obdachlosen, randalierenden Jugendlichen und verzweifelten Liebespaaren frei zu halten.
Ein kleiner, schnittiger Sportwagen parkte vor dem Eingang. „Verdammt.“
„Dax McCall!“
„Entschuldige.“ Er fuhr neben den Sportwagen und...
| Erscheint lt. Verlag | 26.1.2019 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Digital Edition |
| Digital Edition | Digital Edition |
| Übersetzer | Gabriele Ramm |
| Verlagsort | Hamburg |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Romane / Erzählungen |
| Schlagworte | bücher für frauen • Cora • cora bücher • cora digital edition • cora liebesromane • cora neuerscheinungen • cora romane • Cora Verlag • cora verlag kindle • eBook • ebook angebote • ebook günstig • ebook liebesroman • Frauenroman • Liebesgeschichte • Liebesroman • Romantische Bücher |
| ISBN-10 | 3-7337-4558-2 / 3733745582 |
| ISBN-13 | 978-3-7337-4558-5 / 9783733745585 |
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