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Irgendwohin nach Haus - Petr Hruška

Irgendwohin nach Haus

Gedichte

(Autor)

Buch
152 Seiten
2019
edition AZUR (Verlag)
978-3-942375-38-2 (ISBN)
CHF 31,90 inkl. MwSt
Der Engel hat zwar Flügel, muss aber trotzdem mit der Straßenbahn fahren. Die von Müdigkeit gebeutelten Reisenden landen im viel zu schmalen Zimmer an der Autobahnraststätte, gezwungen, sich mit jeder Drehung zu umarmen. Wie zum Trotz erzählen diese Gedichte vom kleinen Glück. Von großer Hoffnung, wo fast nichts mehr zu hoffen ist. Von der Gewissheit, dass nach durchzechter Nacht vielleicht doch ein Weg auf uns wartet: irgendwohin nach Haus. Petr Hruškas Poesie springt mitten hinein ins harte Leben – und beschwört zugleich die zarte Zuneigung der Menschen zueinander.
Die zwielichtige Kneipe, der karge Küchentisch, das schmutzige Grau der Stadt im Winter. Das Schöne schlummert an fast jedem Ort. Man muss nur nach ihm suchen. Denn immerhin, gemacht sind wir aus dem "Sauerstoff und Kohlenstoff uralter Sterne". Wie ein Geschichtenerzähler führt uns Petr Hruska in seiner klaren, lakonischen und eleganten Sprache durch eine ebenso harte wie sehnsüchtige, unerbittliche wie mitleidsvolle Welt. Scharfsinnig im Detail, schwärmerisch in der Beobachtung. Als Kulisse ragen die Fördertürme der gezeichneten Bergarbeiterstadt Ostrava ins Bild. Kraftvolle Poesie von geradezu brutaler Schönheit.

Petr Hruška wurde am 7. Juni 1964 im nordmährischen Ostrava geboren, einem (post)industriellen Monstrum, das unter sich Unmenge von Schwarzkohle birgt. Eine für den Dichter und Literaturkritiker in jeder Hinsicht prägende Stadt. Vor der Wende studierte an der Bergbauuniversität, denn erst nach 1989 durfte er sich frei für ein Literaturstudium entscheiden. Und er stürzte sich vollends in das literarische Leben – wissenschaftlich beschäftigt er sich an der mit der tschechischen Poesie nach 1945, unterrichtet Literatur an den Universitäten Brno, Ostrava und Olomouc, war Mitherausgeber etlicher lang- oder kurzlebiger Literaturzeitschriften, organisierte – manchmal sehr wilde – literarische Veranstaltungen. Mittlerweile sind sieben Gedichtbände erschienen: Obývací nepokoje (1995, dt. Unruhige Wohnräume), Měsíce (1998, dt. Monate), Vždycky se ty dveře zavíraly (2002, dt. Die Tür ging schon immer zu), Zelený svetr (2004, dt. Grüner Pullover), Auta vjíždějí do lodí (2007, dt. Autos fahren in Schiffe), Darmata (2012), Nevlastní (2017, dt. Stiefsohn) sowie ein ungewöhnliches Prosabuch Jedna věta (2015, dt. Ein Satz). Er wurde mit dem Dresdner Lyrikpreis (1998), Jan-Skácel-Preis (2009) und dem tschechischen Nationalen Preis für Literatur (2013) ausgezeichnet. Neben seiner Poesie schreibt er auch literaturhistorische Texte, ist Autor zweier Monographien wichtiger tschechischer Dichter (Karel Šiktanc und Ivan Wernisch), schreibt Essays, Kolumnen und gelegentlich auch Theaterdrehbücher. Seine Gedichte wurde in etliche europäische Sprachen übertragen, machen auch vertont. In den legendären Ostrauer Undround-Passionsspielen verkörpert er den überalterten Christus … Er lebt mit seiner Frau in Ostrava.

Erscheinungsdatum
Nachwort Martin Becker
Übersetzer Martina Lisa
Verlagsort Dresden
Sprache Czech; deutsch
Maße 141 x 209 mm
Themenwelt Literatur Lyrik / Dramatik Lyrik / Gedichte
Schlagworte Lankonisch • Lyrik • Ostrava
ISBN-10 3-942375-38-9 / 3942375389
ISBN-13 978-3-942375-38-2 / 9783942375382
Zustand Neuware
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