Zum Hauptinhalt springen
Nicht aus der Schweiz? Besuchen Sie lehmanns.de
Ahnungen um Mitternacht -  Alfred Bekker,  Ann Murdoch

Ahnungen um Mitternacht (eBook)

eBook Download: EPUB
2019 | 1. Auflage
220 Seiten
Uksak E-Books (Verlag)
978-3-7389-0108-5 (ISBN)
Systemvoraussetzungen
3,49 inkl. MwSt
(CHF 3,40)
Der eBook-Verkauf erfolgt durch die Lehmanns Media GmbH (Berlin) zum Preis in Euro inkl. MwSt.
  • Download sofort lieferbar
  • Zahlungsarten anzeigen
Alfred Bekker & Ann Murdoch Ahnungen um Mitternacht: Zwei Romantic Thriller Zwei dramatische Romantic Thriller in einem Band: Dunkle Geheimnisse, übernatürliche Bedrohungen, mysteriöse Begebenheiten - und eine Liebe, die sich dem Grauen widersetzt. Darum geht in den packenden romantischen Spannungsromanen von Alfred Bekker und Ann Murdoch. Inhalt: Ann Murdoch: Das Geheimnis um Wilmington Castle Alfred Bekker: Kreuzfahrt ins Jenseits

Mary


Mary war ganz einfach zur falschen Zeit am falschen Ort.

Sie war nachts aufgestanden, um sich ein Glas Milch zu holen. Um nicht den großen Lüster in der Halle anzumachen, trug sie in der Hand eine kleine Taschenlampe und fand ihren Weg so mühelos. Doch plötzlich hörte sie ein Geräusch, das nicht in dieses Haus und nicht in die Nacht gehörte. Ein Geräusch aus der Bibliothek. Da sich dort um diese Zeit eigentlich niemand aufhalten konnte, wollte sie der Sache auf den Grund gehen. Nun, vielleicht hatte jemand, Target, den großen Kater des Schlosses, dort aus Versehen eingesperrt. Oder es war einer der Gäste im Schloss, der vielleicht nicht schlafen konnte. Auf Wilmington Castle erwartete man dieser Tage eine Menge Besuch, und einige Gäste waren frühzeitig angereist.

Mary öffnete die Tür, doch was sie sah, war nur ein ins riesenhaft vergrößerter Schatten. Und der stammte nicht von einem Kater. Unwillkürlich schrie sie auf. Dann sah sie im Licht ihrer Taschenlampe das Gesicht, das zu der Person mit dem Schatten gehörte. Und dieser Umstand besiegelte ihr Schicksal.

Der Schatten näherte sich, und dann versank Mary im Dunkel, um nie wieder aufzuwachen.

Am nächsten Morgen fand der Butler ein Kündigungsschreiben von ihr vor, ihre Sachen waren verschwunden. Sie musste mitten in der Nacht gegangen sein, Merkwürdig, aber niemand vermisste die junge Frau.

Und niemand fragte nach.

*

Die Reifen des schweren Bentleys knirschten auf dem weißen Kies, als der Wagen vor der Treppe von Wilmington Castle zum Stehen kam. Der Fahrer stieg aus, reckte sich für einen Moment nach der langen Fahrt und warf dann einen Blick die Treppe hinauf, die zum Portal des Schlosses führte.

Ein Bediensteter kam rasch herunter, während der Hausherr Kenneth Reginald Wilmington, 16. Earl of Pendlebury, ebenfalls erschien.

Ein Lächeln zeigte sich auf dem Gesicht des Ankömmlings, dann lief er rasch die Treppe hinauf und streckte die Hand aus.

Der Earl strahlte. „Jarod, endlich bist du da! Ich habe schon auf dich gewartet. Du hast dich doch nicht etwa verfahren? Wie war deine Reise?“ Er zog den Mann einfach in die Arme und begrüßte ihn auf diese Weise als guten Freund.

Doktor Jarod Russel, ein bekannter Londoner Psychologe, lachte auf. „Eins nach dem anderen, Kenneth. Zunächst bin ich wirklich froh, hier zu sein. Es tut mir leid, dass ich mich etwas verspätet habe, aber auf der Autobahn war ein Unfall, und ich habe Erste Hilfe geleistet. Zum Glück war es keine schlimme Verletzung. Ich hoffe allerdings, der Whisky ist in dieser Zeit nicht zu warm geworden.“ Russel gab dem Butler, der wie ein Geist aus dem Nichts aufgetaucht war, seinen Autoschlüssel, und drückte dann seinem Freund und Studienkollegen noch einmal die Hand.

Um das Gepäck in seinem Kofferraum kümmerte er sich nicht, er war sicher, später alles in seinem Zimmer wiederzufinden.

Wilmington führte seinen Gast in sein Arbeitszimmer, hieß ihn Platz nehmen und goss für beide ein Glas Whisky ein. Er wirkte zurückhaltend und sogar etwas nervös, was er jedoch gut überspielte. Doch Jarod merkte es natürlich, es war sein Beruf, so etwas zu bemerken – und darüber zu schweigen, solange der andere nicht darüber reden wollte.

Er schnupperte jetzt genießerisch an seinem Glas, schaute dann zu, wie Kenneth sich in seinen Stuhl fallen ließ, und prostete ihm zu. „Auf dich, alter Freund, vielen Dank, dass du für das Seminar dein Schloss zur Verfügung stellst.“ Wilmington winkte ab. „Nicht der Rede wert, Jarod. Sir Albert Hensfield, ein alter Freund meines Vaters, machte im Club den Vorschlag, und ich fand es hochinteressant, vor allem, weil ich als Zaungast dabei sein darf. Dass ausgerechnet du geladen bist, um einen Vortrag zu halten, ist ein erfreulicher Nebeneffekt.“

In den nächsten Tagen würde Wilmington Castle Austragungsort eines international besetzten Seminars von hochrangigen Polizeikräften sein. Und statt, wie sonst üblich, ein teures Hotel zu benutzen, hatte Sir Albert Hensfield, der oberste Chef von Scotland Yard als Ausrichter, Kenneth gefragt, ob er sein Anwesen zur Verfügung stellen würde. Wilmington Castle bot eine Menge Vorteile. Es gab dort fast nur langjähriges, eingespieltes Personal, die Presse konnte mühelos ausgeschlossen werden, das Schloss lag abseits der üblichen Routen in landschaftlich schöner Umgebung, und die ausländischen Besucher lernten auf diese Art Landschaft und Gastfreundschaft der Schotten kennen.

Eigentlich hätte auch alles in bester Ordnung sein können.

Aber der Earl war bedrückt. Ausgerechnet am Tag vorher hatte er in seiner Post einen anonymen Brief mit einer Drohung gefunden. Es war nicht der erste Drohbrief, den Kenneth je erhalten hatte, doch früher war es um Geld gegangen, und die Polizei hatte dem ganzen Unsinn schnell ein Ende bereitet. Jetzt aber sah die Sache irgendwie anders aus.

„Geben Sie heraus, was mir gehört, sonst wird sich der Fluch der Vergangenheit an Ihnen erfüllen, wie an vielen anderen vorher. Dann werden Sie Ihren nächsten Geburtstag nicht mehr erleben. Und hüten Sie sich davor, die Polizei einzuschalten, sie kann Ihnen sowieso nicht helfen. Ich will nur, was rechtmäßig mein ist.“ Dieser Brief stellte Kenneth vor ein Rätsel. Wer schrieb ihm da und kannte sich in der Geschichte des Schlosses so gut aus, dass er mit dem alten, fast vergessenen Fluch drohte? Und was wollte diese Person? Was gehörte ihr?

Kenneth dachte darüber nach, ob er in seinem Leben jemanden betrogen hatte, in welcher Form auch immer, aber ihm fiel nichts ein.

Ein unbestimmtes Gefühl hielt den Mann jedoch davon ab, dieses Schreiben einfach in den Papierkorb zu werfen und zu vergessen. Etwas war da plötzlich in seinem Hinterkopf, ein Gedanke, der mit dem zusammenhing, was in dem Brief gefordert wurde. Doch noch fand Kenneth das Bindeglied nicht, so sehr er auch darüber nachgrübelte. Nun, vielleicht würde es ihm bald einfallen, oder dieser anonyme Schreiber meldete sich noch einmal und präzisierte seine Forderung. Dann konnte man endlich darüber reden, hoffte er.

Jetzt, in Gegenwart seines alten Freundes, trank er nachdenklich einen Schluck aus seinem Glas und bemühte sich, seine Sorgen auf seinem Gesicht nicht allzu auffällig werden zu lassen. Allerdings wusste er, dass er Jarod so schnell nichts vormachen konnte, aber der würde schweigen, bis Kenneth selbst darauf zu sprechen kam.

„Sind die anderen schon eingetroffen?“, erkundigte sich der Wissenschaftler jetzt und ließ einen weiteren Schluck des vorzüglichen Whiskys auf der Zunge zergehen. Man musste es seinem Freund schon lassen, er hatte eine hervorragende Brennerei an der Hand, solche Qualität bekam man nur selten.

„Der Superintendent von Scotland Yard, David Brome, ist seit gestern schon hier. Zusammen mit Chief-Inspector Anne Culter. Sie ist übrigens eine ausgesprochen hübsche Frau.“

Jarod lächelte, sein Freund war ein alter Schwerenöter, der bis heute die richtige Frau immer noch nicht gefunden hatte. Vielleicht waren seine Ansprüche zu hoch, oder er hatte wirklich die richtige noch nicht gefunden.

„Ich bin erstaunt, dass dir das aufgefallen ist“, bemerkte er etwas ironisch, aber Kenneth winkte ab.

„Nur, weil ich immer noch nicht die richtige gefunden habe, heißt das doch nicht, dass ich eine hübsche Frau nicht zu würdigen wüsste. Ich bin eben noch auf der Suche, und wer weiß...“, ging er auf den etwas leichtfertigen Ton ein.

„Na, dann besteht ja noch Hoffnung“, stellte Russel zufrieden fest.

„Nun, aber was Mr. Brome betrifft“, Kenneth verzog ein wenig das Gesicht, und Jarod lachte kurz auf.

„Ich kenne ihn, leider, muss ich fast sagen. Er ist der Cousin von Lord Abernathy, und weil niemand mit ihm etwas Rechtes anfangen konnte, hat man ihn so hoch befördert, dass er nicht allzuviel Unheil anrichten kann. Ein Superintendent hat nicht viel zu sagen, wie du weißt. Aber eigentlich tut mir Chief-Inspector Culter leid, denn sie ist eine tatkräftige, energische Frau, die es eigentlich nicht verdient hat, mit einem solchen Vorgesetzten geschlagen zu sein.“

„Nun, ich denke“, sagte Kenneth langsam, „während dieses Seminars wird er nicht oft in Verlegenheit kommen, den Vorgesetzten herauskehren zu müssen. Es scheinen, von ihm abgesehen, alles kompetente, tüchtige Leute zu sein.

Jedenfalls, nach allem, was ich bisher gehört habe.“

„Darauf trinke ich.“ Jarod lächelt erneut.

Mittlerweile war es für ihn offensichtlich, dass sein Freund in irgendwelchen Schwierigkeiten steckte, über die er bis jetzt noch nicht reden wollte, aber Freunde waren da, um einander beizustehen. Und so würde er beobachten, und ganz einfach nur da sein, wenn Kenneth ihn brauchte.

Es klopfte dezent an der Tür, und der Butler trat ein.

Seine Augen schweiften durch den Raum, blieben für einen Augenblick misstrauisch an Jarod hängen, der sich jedoch gleich darauf schalt, sich etwas eingebildet zu haben, denn warum sollte der Butler ausgerechnet ihn misstrauisch ansehen?

„Der Bus mit den übrigen Gästen...

Erscheint lt. Verlag 27.5.2019
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Fantasy / Science Fiction Fantasy
Literatur Krimi / Thriller / Horror
Literatur Romane / Erzählungen
ISBN-10 3-7389-0108-6 / 3738901086
ISBN-13 978-3-7389-0108-5 / 9783738901085
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
Haben Sie eine Frage zum Produkt?
EPUBEPUB (Ohne DRM)
Größe: 513 KB

Digital Rights Management: ohne DRM
Dieses eBook enthält kein DRM oder Kopier­schutz. Eine Weiter­gabe an Dritte ist jedoch rechtlich nicht zulässig, weil Sie beim Kauf nur die Rechte an der persön­lichen Nutzung erwerben.

Dateiformat: EPUB (Electronic Publication)
EPUB ist ein offener Standard für eBooks und eignet sich besonders zur Darstellung von Belle­tristik und Sach­büchern. Der Fließ­text wird dynamisch an die Display- und Schrift­größe ange­passt. Auch für mobile Lese­geräte ist EPUB daher gut geeignet.

Systemvoraussetzungen:
PC/Mac: Mit einem PC oder Mac können Sie dieses eBook lesen. Sie benötigen dafür die kostenlose Software Adobe Digital Editions.
eReader: Dieses eBook kann mit (fast) allen eBook-Readern gelesen werden. Mit dem amazon-Kindle ist es aber nicht kompatibel.
Smartphone/Tablet: Egal ob Apple oder Android, dieses eBook können Sie lesen. Sie benötigen dafür eine kostenlose App.
Geräteliste und zusätzliche Hinweise

Buying eBooks from abroad
For tax law reasons we can sell eBooks just within Germany and Switzerland. Regrettably we cannot fulfill eBook-orders from other countries.

Mehr entdecken
aus dem Bereich
Roman

von SenLinYu

eBook Download (2025)
Forever (Verlag)
CHF 24,40