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Alpengold 286 (eBook)

Zwischen Pflicht und Liebe
eBook Download: EPUB
2018 | 1. Aufl. 2018
64 Seiten
Bastei Entertainment (Verlag)
978-3-7325-7495-7 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Alpengold 286 - Maria Fernthaler
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Zwischen Pflicht und Liebe - Warum Nedda Nacht für Nacht bittere Tränen weint

Als Andreas Buchner, der neue Jäger von Ehrwald, und Nedda sich zum ersten Mal begegnen, trifft die beiden die Liebe wie ein Blitz. Doch gerade ihn darf das hübsche Madl nicht lieben! Denn kein anderer als ihr Vater Martl Baumfelder ist der Wilderer, den Andreas von nun an erbarmungslos jagen wird.
Und eines frühen Morgens, nachdem der Jäger nächtelang auf der Lauer gelegen hat, peitscht ganz in seiner Nähe ein Schuss durch die Stille. Nach einer wilden Verfolgungsjagd steht er schließlich keine zwanzig Meter von dem Wilderer entfernt am Rande des Abgrunds.
Andreas zögert, das Gewehr auf den Vater des Mädchens zu richten, das er über alles liebt. 'Gib auf!', fordert er den Wilderer auf.
'Niemals!', schreit Martl. 'Eher geh ich in den Tod.'
Und im nächsten Moment macht der alte Mann einen Schritt auf den Abgrund zu und springt in die tiefe Klamm ...

Auf dem Bahnsteig, auf dem in Kürze der Zug aus München eintreffen sollte, wimmelte es von bunt gekleideten Menschen.

»Das ist typisch bayerisch«, schimpfte der Schröderbauer. »Die in München droben können keinen Zug pünktlich abfahren lassen. Und ausgerechnet, wenn ich einmal im Jahr einen Zug brauch, dann hat er Verspätung.«

Die mollige Bäuerin gab ihrem aufgebrachten Mann keine Antwort. Wenn der Jakob nicht immer etwas zu granteln hatte, war ihm einfach net wohl. Dabei war es unwichtig, ob sie eine halbe Stunde früher oder später in Landeck bei der Schwester ihren Besuch antreten würden.

Sie wandte sich von ihrem Mann ab und ging auf das blonde, schlanke Mädchen zu, das eben mit geröteten Wangen aus dem Bahnhofsgebäude gelaufen kam. Karin war es, die Tochter des Oberförsters Schutter. Und blitzsauber hatte sie sich herausgemacht. Der Vater hatte sie für drei Jahre in die Schule nach Garmisch geschickt.

»Es freut mich, dass du wieder da bist, Karin«, sagte die Schröderin und reichte dem Mädchen die Hand.

Zwei blaue Augen blitzten sie strahlend an.

»Und ich erst, Schröderbäuerin! Vor Heimweh hab ich es oft net ausgehalten. Garmisch ist halt doch eine Stadt voller Trubel und Leben. Für immer könnte ich dort net leben. Jetzt bin ich aber gelaufen, dass ich kaum mehr schnaufen kann.«

»Warum hast du es denn so eilig? Hast du etwa einen Schatz gefunden, der dich besuchen kommt?« Die Schröderin war neugierig. Lachend schüttelte das Mädchen den Kopf.

»Aber nein, damit hat es noch Zeit. Aus München soll der neue Jäger kommen, und der Vater ist noch immer oben in den Bergen auf der Suche nach dem Wilderer.«

Davon wussten alle im Dorf. Immer öfter war in den ersten Sommermonaten Wild erlegt worden, ohne dass man dem Täter auf die Spur gekommen war.

»Ein Kreuz ist es, dass man den Kerl net erwischt bei seinen Schandtaten«, jammerte die Bäuerin. »Dein Vater soll halt dem Baumfelder-Martl besser auf die Finger schauen. Könnte doch leicht sein, dass der sein Unwesen wieder treibt. Jetzt, nachdem die Bäuerin gestorben ist.«

Die Försterstochter war ernst geworden.

»Der Tod seiner Frau hat den Martl bestimmt aus der Bahn geworfen. Aber dass er wieder wildern geht, hat ihm noch keiner nachsagen können. Ich bin froh, wenn der Vater erst einen Jäger zur Seite hat. Dann ist es net so gefährlich für ihn oben in den Bergen. Seit ihn damals ein Schuss getroffen hat, habe ich immer Angst um ihn.«

Kurz darauf näherte sich der Zug, und die beiden Frauen verabschiedeten sich voneinander.

Karin Schutter blieb abwartend stehen, als sich die Türen geöffnet hatten und die Fahrgäste ausstiegen. Sie wusste nicht, wie er aussah, dieser Andreas Buchner, der ihrem Vater einen sehr netten Brief geschrieben hatte, nachdem man ihn von vielen ausgesucht hatte, der Jäger von Ehrwald zu werden.

Es war nicht schwer, ihn zu erkennen. Ein großer, breitschultriger Mann war ausgestiegen, und aus seinem Rucksack ragte ein Gewehr. Er musste es sein, denn auch er sah sich suchend um und erwartete sicher ihren Vater.

Langsam ging sie auf ihn zu.

»Sie sind Andreas Buchner?«

Erstaunt sah er sie an, und sein Blick ließ ihr Herz schneller schlagen. Er zeigte unverhohlenes Interesse.

»Ja, der bin ich. Aber woher kennen Sie mich? Ich war noch nie hier in Ehrwald.«

Karin lachte und streckte ihm ihre Hand hin.

»Ich bin die Tochter von Förster Schutter. Leider war es meinem Vater nicht möglich, selber zum Bahnhof zu kommen. Er ist seit Tagen oben in den Bergen.«

Andreas hatte seinen Rucksack von der Schulter genommen und auf den Boden gestellt. Sein Händedruck war fest, die Augen blitzten.

»Da müsste ich ja fast dankbar dafür sein. Einen solchen Empfang hätte ich mir net träumen lassen.«

Sie lachten beide, und er freute sich, dass eine zarte Röte ihr gebräuntes Gesicht überzogen hatte.

»Kommen Sie, ich habe meinen Wagen vor dem Bahnhof stehen. Erst bringe ich Sie zu dem Bauern, bei dem Sie wohnen werden, bis Sie etwas gefunden haben. Und wenn es recht ist, fahren wir dann zum Forsthaus. Die Mutter hat extra Ihnen zu Ehren einen Pflaumenkuchen gebacken.«

»Eine Überraschung nach der anderen«, sagte der junge Jäger lachend. Mit der einen Hand hob er seinen Rucksack wieder auf die Schultern, mit der anderen nahm er ihren Arm.

»Sie können über mich verfügen. Aber Ihren Namen möchte ich schon gern wissen. Wie heißt das schönste Mädchen von Ehrwald?«

»Ich bin die Karin, und schöne Mädchen gibt es hier eine Menge. Besonders während der Urlaubszeit.« Sie ging auf einen uralten bunt bemalten Wagen zu. »Er ist nicht mehr der Jüngste, aber er fährt wie der Teufel«, meinte sie, als sie seinen skeptischen Blick sah.

Andreas warf seinen Rucksack auf den Rücksitz und stieg ein.

»Mit Ihnen würde ich bis ans Ende der Welt fahren«, versicherte er ihr.

Karin ließ den Motor an.

»So weit ist es nicht. Der Reiterhof ist einer der ersten im Dorf. Und zum Forsthaus sind es dann noch zehn Minuten zu fahren.«

Das Zimmer, das der neue Jäger für die erste Zeit bewohnen sollte, war klein, aber sauber und ordentlich eingerichtet. Andreas fühlte sich auf den ersten Blick wohl. Er machte sich etwas frisch, während Karin unten in der Küche auf ihn wartete.

Als Andreas fertig war, holte der Reiterbauer seine Schnapsflasche aus dem bemalten Schrank und füllte die Gläser.

»Auf guten Einstand, Herr Jäger.«

»Lassen wir das Herr Jäger weg. Für Sie bin ich der Andreas«, sagte er herzlich und prostete allen zu.

***

»Ich glaube, ich bin ein Glückskind«, verkündete er, als er wieder neben dem Mädchen im Wagen saß. »Erst Sie am Bahnhof und jetzt das Zimmer auf dem schönen Hof. Ich bin gespannt, was noch alles kommt.«

Das Forsthaus lag versteckt zwischen den Dörfern Ehrwald und Lermoos mitten im Tannenwald. Besser gesagt auf einer Lichtung, auf die jetzt die Nachmittagssonne schien. Ein mittelgroßes Holzhaus war es, umgeben von einem herrlichen Garten. Auf der Terrasse war der Kaffeetisch gedeckt, und der junge Jäger blieb aufatmend stehen.

»So habe ich mir als Bub immer ein Forsthaus vorgestellt. Aber in der Großstadt tut man sich schwer, eines zu finden.«

»Sie wollten immer schon Jäger werden? Obwohl Sie in München gelebt haben?«

Andreas nickte mit leuchtenden Augen.

»Ja, Karin, das hat für mich seit frühester Kindheit festgestanden. Wenn andere Buben im heranwachsenden Alter ins Kino gegangen sind, war ich im Wald anzutreffen.«

Karins Mutter, die Försterin, trat aus dem Haus. Mit ausgestreckten Armen kam sie auf ihn zu.

»Willkommen in Ehrwald, Herr Buchner! Es tut mir leid, dass mein Mann nicht zur Begrüßung da sein konnte. Aber ich erwarte ihn bestimmt heute Abend zurück.«

»Karin hat ihren Vater bestens vertreten«, sagte er lachend, und mit diesem jungenhaften Lachen hatte er das Herz der Försterin sofort gewonnen.

»Kommt herein, der Pflaumenkuchen schmeckt warm am besten. Und der Kaffee ist auch schon fertig.«

Sie hatten sich kaum hingesetzt, als Hundegebell durch den Wald zu ihnen drang und Karin aufsprang.

»Das muss der Vater sein! Ich höre den Rolli bellen.«

»Rolli ist eigentlich Karins Hund«, erklärte die Försterin, während Karin dem Vater entgegenlief. »Sie hat ihn mit zwei Monaten geschenkt bekommen. Und weil er damals mehr gerollt als gelaufen ist, haben wir ihn Rolli getauft.«

Andreas sah einen kleinen Langhaardackel mit angelegten Ohren aus dem Wald geflitzt kommen und mit einem Satz in Karins Arme springen. Sie drückte das strubbelige Etwas fest an sich. Und gleich darauf erschien auf der Lichtung ein großer, fast hagerer Mann im grünen Trachtenanzug. Ein grauer Bart umrahmte ein schmales Gesicht.

Karin fiel dem Vater um den Hals, und er schaute über ihre Schulter hinweg auf die Terrasse.

»Beinahe hätte ich es geschafft, zum Bahnhof zu kommen. Der Bock, der abgeschossen worden ist, war unauffindbar. Der Wilderer muss ihn gleich mitgenommen haben, entgegen seiner sonstigen Gewohnheit.«

»Dir ist nix geschehen?« Ihre blauen Augen schauten ihn angstvoll an.

»Nein, Karin, ich war zu weit weg, als der Schuss gefallen ist. Aber wie mir zumute ist, wirst du dir denken können. Komm, wir wollen den Besuch nicht so lange warten lassen.«

Andreas Buchner hatte sich erhoben und war seinem Dienstvorgesetzten entgegengegangen. Die Begrüßung des Älteren war sehr herzlich.

»Ich freue mich, dass die Wahl auf Sie gefallen ist, Herr Buchner«, sagte der Förster, »und ich hoffe, Karin hat Sie freundlich begrüßt.«

Er sah den Blick, den die beiden jungen Leute miteinander wechselten, und ahnte sofort, dass die beiden sich gefielen. Dieser neue Jäger war aber auch ein Mannsbild wie aus dem Bilderbuch. Da würde er auf sein Mädel aufpassen müssen. Denn bestimmt hatte dieser Bursche längst ein Mädchen in der Stadt und würde es nachkommen lassen.

Die Försterin brachte frischen Kaffee und wollte wissen, was in den Bergen oben geschehen war. Doch ihr Mann gab sich zurückhaltend und sprach nur wenig von den vergangenen Tagen. Dafür bat er dann den Jäger zu einem Gespräch unter vier Augen in sein Arbeitszimmer.

»Hier in Ehrwald treibt ein Wilderer sein Unwesen, Andreas. Jahrelang hatten wir Ruhe,...

Erscheint lt. Verlag 18.12.2018
Reihe/Serie Alpengold
Alpengold
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte 2017 • 2018 • Alpen-Krimi • alpen-roman • Arzt • Arztroman • Arztromane • Bastei • Bergdoktor • Berge • Bergpfarrer • Bergroman • Bestseller • Bianca • Cora • Deutsch • dr daniel • dr laurin • dr norden • Dr Stefan Frank • eBook • E-Book • eBooks • Familiensaga • Großdruck • große-schrift • Hans Ernst • Heimat • Heimatromane • hermann-broch • Julia • Kelter • Kindle • Landarzt • Liebe • Liebesromane • Mira • Modern • Patient • Roman-Heft • romantisch • Schwarzwald • Serie • steingruber • Toni-Hüttenwirt • waidacher
ISBN-10 3-7325-7495-4 / 3732574954
ISBN-13 978-3-7325-7495-7 / 9783732574957
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