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G. F. Unger Sonder-Edition 153 (eBook)

Allein in Dirty Town

(Autor)

eBook Download: EPUB
2018 | 1. Aufl. 2018
Bastei Entertainment (Verlag)
978-3-7325-7476-6 (ISBN)

Lese- und Medienproben

G. F. Unger Sonder-Edition 153 - G. F. Unger
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Die Goldgräberstadt Dirty Town ist der Vorhof zur Hölle und unter keinen Umständen der Ort für eine schöne Frau wie Lysette Callaigh. Aber Lysette will das Erbe ihres toten Mannes antreten, der zusammen mit seinem Partner eine der reichsten Goldminen des Landes besaß. Schon bald muss sie erfahren, dass die Goldwölfe auch vor einer Lady nicht haltmachen, wenn es darum geht, ihre Gier nach Gold zu stillen. Zwei Tage nach ihrer Ankunft wird die gesamte Ausbeute ihres Mannes geraubt, sein Partner kaltblütig ermordet. Lysette Callaigh ist allein. Doch sie gibt nicht auf. Zum Glück nicht. Denn von Denver her ist John Battley unterwegs, ein US-Deputy, der in Dirty Town nach dem Rechten schauen soll ...

Vielleicht taugten sie sonst nicht viel, denn viele von ihnen waren Trinker, Spieler und besaßen die Fähigkeit, ohne Hemmungen zu töten.

Aber es gab sie. Einige hatten berühmt-berüchtigte Namen – zum Beispiel: Bill Longley, Ben Thomson, King Fisher, Jim Courtright, John Wesly Hardin, Wyatt Earp, Doc Holliday, Clay Allison, Bat Masterton, Luke Short, Pat Garret und andere.

Doch eines Tages war ihre Zeit vorbei.

Fast alle – außer Wyatt Earp – wurden nicht alt.

Als er den Pecos erreicht, hält er noch einmal den grauen Wallach an und blickt auf seiner Fährte zurück.

Er kann nichts erkennen, was ihm Sorgen bereiten könnte, aber er lässt sich nicht täuschen. Dort aus den Hügeln hinter ihm können schon in der nächsten Minute die Verfolger auftauchen.

Und so wartet er noch ein wenig, die Hände über dem Sattelhorn fast wie zum Gebet gefaltet.

Er wünscht sich mit wahrhaftiger Inbrunst – so als würde er zu seinem Schöpfer im Himmel beten –, dass seine Verfolger seine Fährte verloren haben.

Diese verdammten Narren, denkt er bitter.

Und abermals erinnert er sich an jene schwarze Sekunde, da er einen der Crow-Brüder erschoss, um selbst am Leben bleiben zu können.

Denn als Ringo Crow nach dem Revolver schnappte, da musste er schneller sein. Er hatte keine andere Wahl.

Und so denkt er nochmals: Diese verdammten Narren! Warum wollt ihr euren Bruder rächen? Er wollte den Kampf, nicht ich. Und dieses Mädchen war es nicht wert, dass zwei Burschen unserer Sorte sich gegenseitig umzubringen versuchten. Als ich zu euch auf die Ranch kam, da war sie allein und ließ mich von Anfang an spüren, dass ich sie haben konnte. Und als wir dann im Stroh lagen, da begriff ich schnell, wie erfahren sie war und welche Freude es ihr machte. Aber für euch war sie eine Heilige, die ich geschändet hatte. O verdammt, was kann so ein Mädchen alles anrichten, wenn es verrückt ist, weil es sich auf einer einsamen Ranch eingesperrt fühlt, ausgeschlossen vom Leben. Sie muss es vor mir auch schon mit anderen Burschen getrieben haben, war also keine Heilige, nicht unschuldig und rein. Verdammt, was hat sie angerichtet, wenn ich nun auch noch weitere ihrer Brüder töten muss.

Als er dies gedacht hat, da sieht er sie aus den Hügeln kommen. Sie haben seine Fährte nicht verloren.

Sie sind zu dritt. Und er ist allein.

Sein Pferd aber hat ein Eisen verloren. Bald wird es zu hinken beginnen. Er kann ihnen nicht mehr entkommen. Vielleicht fanden sie das verlorene Eisen auf seiner Fährte und wurden sie sich sehr sicher, dass sie ihn bald haben würden.

Er flucht knirschend. Dann zieht er seinen Wallach herum und reitet in den Pecos hinein. Das Wasser reicht ihm inmitten des Flusses bis zu den Steigbügeln. Es gibt eine leichte Strömung.

Als er in der Flussmitte ist, erreicht er eine Sandbank. Und hier hält er inne, zieht das Tier herum und blickt den Verfolgern entgegen.

Diese haben ihn längst gesichtet und kommen im Schritt heran. Sie wissen zu gut, dass er ihnen selbst dann nicht mehr entkommen könnte, wenn er es weiterhin versuchen würde.

Als sie das Ufer erreichen, halten sie an.

Einer ruft zu ihm herüber: »Du kannst dich ebenso gut auch selbst erschießen, du verdammter Hurensohn! Dann müssen wir es nicht tun!«

Aber er schüttelt den Kopf und ruft zurück: »Eurer Schwester hat es Spaß gemacht! Sie wollte es! Auch war ich nicht ihr erster Mann! Und jetzt warne ich euch! Ich bin gewiss besser mit dem Revolver als ihr! Zumindest zwei von euch werde ich erledigen! Also lasst mich in Frieden reiten! Versucht keinen Kampf mit mir!«

Ganz ruhig ruft er es zu ihnen hinüber.

Aber sie sind drei wilde Burschen, voller Zorn und Rachedurst.

Und so treiben sie ihre Pferde in den Pecos und reißen dabei ihre Revolver aus den Holstern. Als sie sich nahe genug glauben, beginnen sie zu schießen.

Die Entfernung ist für Revolver noch recht weit, aber sie glauben an einen Glücksschuss.

Er aber wartet ruhig im Sattel sitzend, bis sie nahe genug heran sind. Ihre Kugeln umpfeifen ihn, eine zupft an seiner Schulterspitze, eine andere trifft als Streifschuss seinen Wallach am Hals wie ein Peitschenhieb.

Doch der Wallach ist ein Kriegspferd mit einigen Narben am grauen Fell. Er zuckt nur ein wenig zusammen.

Dann beginnt sein Reiter zu schießen. Es wirkt fast bedächtig.

Aber jede Kugel trifft.

Denn er ist ein Revolvermann.

Sein Name ist John Battley.

Und er war auf der Flucht vor seinem Revolverruhm.

Er sieht ihnen nach, als sie in der leichten Strömung abtreiben. Einer ist wahrscheinlich tot, die beiden anderen aber bekommen Grund unter ihre Füße und streben angeschossen dem jenseitigen Ufer zu. Auch ihre Pferde tun das.

Und als sie alle drüben sind, da brüllt einer zu ihm herüber: »Irgendwann bekommen wir deinen Skalp! Du hättest uns totschießen müssen! Wir werden dich von deinesgleichen erledigen lassen, du verdammter Revolverschwinger!«

Er hört es und begreift, dass er hinüberreiten müsste, um sie endgültig zu töten. Doch zu dieser Sorte von Revolvermännern gehört er nicht.

Und so zieht er seinen Wallach herum und reitet zum Westufer des Pecos hinüber. Er blickt sich nicht mehr um.

Noch am gleichen Tag erreicht er am Pecos einen kleinen Ort, wo es einen Wagenhof mit einer Schmiede gibt.

Eine junge und recht hübsche Frau tritt aus dem Haus. Er verbeugt sich im Sattel und greift an seine Hutkrempe. Sie blickt zu ihm hoch, und er kann ihr ansehen, dass er ihr gefällt. Aber er ist daran gewöhnt, dass er Frauen gefällt. Er ist kein schöner Mann, aber er strömt eine besondere Männlichkeit aus und ist prächtig proportioniert.

Sein Gesicht ist gut geschnitten, und in seinen rauchgrauen Augen ist zumeist ein zwingender Ausdruck. Und so wirkt er wie ein Mann, der sich überall behaupten kann.

Die Frau deutet auf den linken Vorderhuf seines Pferdes und spricht mit einem Klang von Bedauern in der Stimme: »Ja, der Graue braucht ein Eisen. Doch es gibt zurzeit keinen Schmied mehr hier.«

Er lächelt auf sie nieder. Unter seinem Schnurrbart blinken gesunde Zähne.

»Ma’am, ich kann meinen Wallach selbst beschlagen. Und gewiss gibt es in der Schmiede Hufeisenrohlinge.«

»Sicher«, erwidert sie ruhig. »Und wenn Sie wollen, mache ich Ihnen ein gutes Abendessen. Sie können gerade noch das letzte Tageslicht zum Beschlagen nutzen.«

Er greift wieder dankend an die Hutkrempe und reitet zur Schmiede hinüber.

Dabei denkt er: Was ist mit dieser Frau? Sie ist mehr als nur freundlich. Ich konnte spüren, dass von ihr etwas ausging. Aber was ist es?

Er sitzt vor der halb offenen Schmiede ab, bindet den Wallach am Eisenring an und nimmt den Sattel mit dem Gepäck herunter, ebenso die beiden Satteltaschen.

Dabei spricht er freundlich zu seinem Grauen: »Da haben wir aber Glück gehabt, Jessup, dass wir so schnell zu einer Schmiede gelangten.«

Er tritt an die Esse und findet Holzkohle in einer Kiste, macht ein Feuer und betätigt den Blasebalg, dessen Schwengel er ziehen muss.

Als er sich in der Schmiede umsieht, findet er einige Hufeisenrohlinge in verschiedener Größe an der Wand hängen. Auch sonst ist alles vorhanden, also Zangen, ein Handhammer, Spalthämmer und Lochdorne am Stiel.

Er findet schnell das richtige Eisen, tritt damit zu seinem grauen Jessup, hebt dessen Vorderhuf hoch und hält den Rohling prüfend dagegen.

Als er das Eisen mit der Zange in die Glut schiebt und den Blasebalg betätigen will, da taucht ein Junge auf. Er mag zwölf oder dreizehn Jahre alt sein. Seine Stimme befindet sich noch nicht im Stimmbruch.

»Mister, darf ich Ihnen helfen?«

John Battley betrachtet den Jungen und wird sich bewusst, dass er auch einmal solch ein Junge war. Ja, dieser hier erinnert ihn an die Zeit, da er noch ein meist barfüßiger und stets hungriger Junge war, der seinen Vater nicht kannte, weil der noch vor seiner Geburt davongelaufen war.

Er nickt und überlässt dem Jungen den Blasebalgschwengel.

Als er wenig später das glühende Eisen über dem Ambosshorn mit geschickten Hammerschlägen ein wenig auszieht und noch einmal in die Glut schiebt, da lächelt er den Jungen an und fragt: »Kennst du den wichtigsten Spruch aller Schmiede?«

»Gewiss, Sir«, erwidert der Junge ernst. »Ein Kaltschmied kommt nicht in den Himmel.«

»So ist es, Junge. Wie ist dein Name?«

»Keith Lane, Sir.«

»Gehörst du zu der Frau da drüben im Haus?«

»Nein, nicht als Verwandter. Ich helfe ihr nur.

Sie ist so verdammt allein.«

»Warum ist sie das?«

Der Junge zögert. Doch dann erwidert er: »Buster Bullock betrachtet sie als sein Eigentum, obwohl sie ihn nicht mag. Er prügelt jeden Mann aus ihrer Nähe, seit sie vor einem Jahre Witwe wurde. Und wenn Sie, Mister, dort drüben ins Haus zu ihr gehen sollten, um von ihr bewirtet zu werden, dann wird Buster Bullock schon bald hier auftauchen.«

Als John Battley das gehört hat, nimmt er das Eisen wieder aus dem Feuer und vollendet es mit wenigen Schlägen über dem Ambosshorn.

Er legt es dann auf den Amboss, nimmt den Lochdorn, schiebt es über das viereckige Loch des Amboss’ und erweitert die Löcher für die Hufnägel. Dann macht er noch einige vorsichtige Hammerschläge, um es auszurichten und hält es mit der Zange prüfend eine...

Erscheint lt. Verlag 22.12.2018
Reihe/Serie G. F. Unger Sonder-Edition
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte 2017 • 2018 • Abenteuer-Roman • abenteuerromane kindle • abenteuerromane kindle deutsch • abenteuerromane kindle für erwachsene • alfred-bekker • bastei hefte • bastei heftromane • bastei romane • bastei romane hefte • Bestseller • Cassidy • clint-eastwood • Country • Cowboy • Deutsch • eBook • E-Book • eBooks • Erwachsene • Exklusiv • für • für Erwachsene • g f barner • gf unger • Heftchen • Heftroman • heftromane bastei • Indianer • Jugend • karl-may • Karl May • Kindle • Klassiker • Krimi • Laredo • larry-lash • Lassiter • lucky-luke • Männer • pete-hackett • peter-dubina • Reihe • Ringo • Romanheft • Roman-Heft • Serie • spannend • western country • western country exklusiv • western deutsch • western ebook deutsch • western e books • western hefte • Western Klassiker • Westernreiten • Western-roman • Westernroman • Westernromane • Western Romane • western romane bastei • western romane deutsch • western romane kindle deutsch • western romanhefte • Wilder Westen • Wilder-Westen • Wild West • Wildwestromane • Wild West Romane • Winnetou • Wyatt Earp
ISBN-10 3-7325-7476-8 / 3732574768
ISBN-13 978-3-7325-7476-6 / 9783732574766
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