Zum Hauptinhalt springen
Nicht aus der Schweiz? Besuchen Sie lehmanns.de

Silvia-Gold 71 (eBook)

Liebe zu verschenken

(Autor)

eBook Download: EPUB
2018 | 1. Aufl. 2018
Bastei Entertainment (Verlag)
978-3-7325-7477-3 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Silvia-Gold 71 - Heide Prinz
Systemvoraussetzungen
1,99 inkl. MwSt
(CHF 1,90)
Der eBook-Verkauf erfolgt durch die Lehmanns Media GmbH (Berlin) zum Preis in Euro inkl. MwSt.
  • Download sofort lieferbar
  • Zahlungsarten anzeigen

Liebe zu verschenken - Eine Frau geht einen ungewöhnlichen Weg

Verdammt, sie hat verschlafen! Und das ausgerechnet heute, wo der Firmenvorstand das wichtige Meeting angesetzt hat, bei dem sie Protokoll führen soll!
Voller Panik springt Regine aus dem Bett, rutscht aus und schlägt der Länge nach hin. Der Schmerz, der ihr rechtes Handgelenk durchzuckt, ist höllisch.
Mit Tränen in den Augen zieht sie sich an, ruft sich ein Taxi und fährt, pflichtbewusst wie sie ist, in die Firma statt zum Arzt.
Dort erwartet sie die nächste unschöne Überraschung, als sie hört, wen der Chef als Ersatz für sie ins Meeting geschickt hat.
Regine reicht's. Was kann man von einem Tag noch erwarten, der mit lauter Katastrophen begonnen hat? Nichts. Rein gar nichts!
Als ihr Handy klingelt, würde sie am liebsten nicht rangehen. Wie gut, dass sie es doch getan hat ...

Ein paar vorwitzige Sonnenstrahlen zwängten sich durch den schmalen Spalt zwischen den nicht ganz zugezogenen Vorhängen, als Regine Helmbrecht an einem wunderschönen Frühlingsmorgen von fröhlichem Vogelgezwitscher geweckt wurde. Sie fühlte sich ausgeruht wie schon lange nicht mehr.

Den Grund für diese ungewohnte Frische machte ihr dann unmissverständlich der kleine Wecker klar, der neben ihrem Bett stand. Während ein paar verschlafener Dehnungs- und Streckübungen hatte sich Regine blinzelnd nach dem Zifferblatt umgedreht. Das, was sie sah, ließ sie mit einem Schlag vollends munter werden: Die Klingel musste versagt haben! Oder sollte sie das nervige Signal tatsächlich überhört haben?

Dass sie verschlafen hatte, war in den vergangenen Jahren noch nicht ein einziges Mal vorgekommen. Doch es gab ja bekanntlich keine Regel ohne Ausnahme! Und um allem die Krone aufzusetzen, hatte sie heute auch noch gleich um eine ganze Stunde zu lange geschlafen! Kein Wunder also, dass sie sich so ausgeruht fühlte!

Aber das war noch nicht einmal das Allerschlimmste an diesem Ärgernis. Zu allem Übel war heute nämlich ausgerechnet auch noch Mittwoch!

Regelmäßig mittwochs tagten gleich in der Früh die zuständigen Direktoren für den Ein- und Verkauf. Den Vorsitz führte dabei der grauenhaft arrogante neue Firmenchef, der hinter vorgehaltener Hand von den meisten Betriebsangehörigen »das Ekel« genannt wurde. Regines Aufgabe bei dieser allwöchentlichen Besprechung bestand darin, das Protokoll zu führen.

Regine war Chefsekretärin in dem mittelgroßen Familienunternehmen BROMBERG, das Sitzmöbel aller Art herstellte. Angefangen beim einfachen Plastikstuhl bis hin zum komfortablen Chefsessel.

Gleich nach dem Abitur hatte sie in dieser Firma ihre kaufmännische Ausbildung absolviert. Gern hatte man Regine im Anschluss daran übernommen. Und so arbeitete sie auch heute noch hier, seit einigen Jahren allerdings als rechte Hand des Chefs.

»Auf solch eine günstige Gelegenheit wartet ›das Ekel‹ doch nur«, brummelte Regine wütend vor sich hin, während sie rasch die Daunendecke zurückschlug und aus dem Bett sprang. Doch der Schwung, den sie dabei nahm, war vermutlich doch ein wenig zu rasant gewesen, denn die Folge davon war: Der Bettvorleger rutschte unter ihr auf dem glatten Boden weg … und Regine schlug der Länge nach aufs Parkett.

»Auhhh!«, schrie sie erschreckt auf und versuchte, noch ein wenig benommen von dem unerwarteten heftigen Sturz, wieder auf die Beine zu kommen. Um sich abzustützen, wollte sie ihre Hände zu Hilfe nehmen, doch auch dieser Versuch misslang kläglich. Ein heftiger Schmerz durchzuckte ihre rechte Hand.

Mit schmerzverzogenem Gesicht tastete Regine mit der Linken vorsichtig ihr rechtes Handgelenk ab, das bereits anzuschwellen begann.

»O nein! Nicht auch das noch!«, jammerte sie.

An diesem Morgen schien aber wirklich alles schiefzulaufen. Was konnte man von einem Tag noch erwarten, der mit lauter Katastrophen begann? Nichts. Rein gar nichts! Jedenfalls nichts Erfreuliches mehr.

Zunächst versuchte Regine nun auf die Füße zu kommen, ohne dabei die angeschlagene rechte Hand zu Hilfe zu nehmen. Gelang ihr das noch relativ gut, so erwies sich der Ausfall ihrer Hand bei der Morgentoilette und beim Anziehen als fast unüberwindbares Handicap.

Weitere kostbare Zeit ging verloren. Dass die Besprechung heute ohne sie stattfinden musste, war jetzt schon abzusehen.

Als Regine endlich angezogen und ausgehfertig war, hatte das geschundene Handgelenk mittlerweile einen beängstigenden Umfang angenommen. Dass an diesem Tag noch ein Gang zum Arzt unvermeidlich sein würde, erkannte sie auch als Laie. Aber erst für den Nachmittag würde sie sich einen Termin bei ihrem langjährigen Hausarzt geben lassen können, vorher fehlte es ihr dafür einfach an Zeit.

Pflichtbewusst wie sie war, ließ sich Regine ein Taxi kommen, um immerhin ein wenig der verlorenen Zeit aufzuholen. Selbst Auto zu fahren, war ihr mit nur einer gesunden Hand zu riskant.

So kam Regine an diesem Morgen mit erheblicher Verspätung an ihrem Arbeitsplatz an – wo ihr auch gleich von einer Kollegin brühwarm zugeraunt wurde, dass »das Ekel« ihre schärfste Konkurrentin, die kaum zwanzigjährige Ilka Grohe, heute das Protokoll führen ließ.

»Das habe ich schon vermutet«, antwortete Regine scheinbar leichthin. Keinesfalls wollte sie sich anmerken lassen, wie sehr sie sich gerade über diese Lösung ärgerte.

Regine, vor ein paar Wochen fünfunddreißig Jahre alt geworden, hatte sämtliche Stellen im Haus durchlaufen und ihren Job von der Pike auf gelernt, ehe sie als Chefsekretärin ins Vorzimmer befördert worden war.

Ihr damaliger Chef, Bromberg senior, hatte den persönlichen Einsatz seiner Angestellten für die Firma noch zu schätzen gewusst. Und so hatte er Regines Tüchtigkeit und Zuverlässigkeit in der Weise honoriert, dass er ihr den Posten in seinem Vorzimmer angeboten hatte, als seine altgediente Sekretärin, die von allen geschätzte Frau Schröder, in den wohlverdienten Ruhestand gegangen war.

Als Regine deren Nachfolgerin geworden war, hatte sie gerade ihren dreißigsten Geburtstag gefeiert. Stolz und glücklich war sie über ihre Beförderung gewesen, bis der alte, kinderlose Firmenleiter unerwartet einem Herzleiden erlegen war und einer seiner Neffen den Familienbetrieb übernommen hatte.

Seitdem wehte hier ein ganz anderer Wind, denn bei dem sogenannten »Ekel« zählten plötzlich völlig andere Werte als Tüchtigkeit und Fleiß. Für ihn war eine tüchtige Mitarbeiterin gleichbedeutend mit einer jugendlichen Schönheit. Möglichst auffällig zurechtgemacht musste sie sein, und den richtigen Hüftschwung sollte sie ebenfalls beherrschen. Auch das gewisse herausfordernde Blitzen in den Augen durfte bei ihr nicht fehlen. So stellte sich »das Ekel« seine Vorzimmerdame vor.

All diese Eigenschaften vereinigte die zwanzigjährige Ilka Grohe in sich, der der Chef auf den langen Fluren des Hauses so oft wohlgefällig nachblickte. Eine wie sie hätte er, der stets so fortschrittlich und dynamisch tat, gern in seiner Nähe gesehen. Eine so frische, jugendliche Erscheinung wie Ilka war, nach seiner Meinung, das richtige optische Aushängeschild für die ererbte Firma. Nur hatte er – bisher – wohl noch keinen triftigen Grund finden können, die zwar elegante, jedoch keineswegs aufreizend gekleidete Sekretärin seines Vorgängers abzuschieben.

Nun, diese Gelegenheit war ihm heute unerwartet vom Zufall beschert worden …

Regine, die ihren Chef längst durchschaut hatte, machte sich da auch gar nichts vor. Aus diesem Grund verwünschte sie ihr morgendliches Pech umso mehr.

Mit ihrer geschwollenen, schmerzenden Hand blieben Regine heute nicht viel mehr Möglichkeiten, als das Telefon zu bedienen und ein wenig Ordnung im Büro zu schaffen.

Zunächst nahm sie sich einmal den überquellenden Ablagekorb vor. Seufzend begann sie die Durchschläge der längst erledigten Post in dem dafür vorgesehenen Ordner abzuheften.

***

»Darf ich einen Augenblick hereinkommen, Reginchen?« Der Kopf des Prokuristen Mark Schönsee erschien im Türspalt.

»Ja, komm nur, Mark. Und wenn du noch ein bisschen Trost zu verschenken hättest, wäre ich dir besonders dankbar. Heute lechze ich förmlich nach Streicheleinheiten«, bekannte Regine mit einem gequälten Lächeln, ohne dabei ihre Arbeit zu unterbrechen.

»Man munkelt, dass du einen Unfall gehabt hast«, begann Mark.

»So? Hat sich das bereits herumgesprochen?«

»Nicht nur das. Die ganze Firma ist auch schon darüber informiert, wer heute an deiner Stelle das Protokoll führt«, fuhr er fort.

»Vermutlich voller Schadenfreude«, spekulierte Regine.

»Das solltest du wirklich besser wissen, Reginchen«, antwortete Mark kopfschüttelnd und drückte ihr voller Mitgefühl einen zarten Kuss auf die Wange. »Du weißt, dass man dich hier sehr mag. Was hast du denn angestellt?«

Regine erstattete kurz Bericht.

»Wenn du sowieso schon verschlafen hattest, wäre es auf die paar Minuten auch nicht angekommen«, erwiderte Mark vorwurfsvoll. »Den Unfall hättest du also durchaus vermeiden können.«

»Das weiß ich jetzt auch«, seufzte Regine auf. »Trinkst du mit mir eine Tasse Kaffee, Mark?« Schon wieder milde gestimmt, unterbrach sie ihre Arbeit.

»Falls du eine übrig hast, gern.« Mark besah sich Regines angeschlagenes Handgelenk und zog die Stirn kraus. »Sag mal, und damit bist du noch nicht beim Arzt gewesen?«, fragte er fassungslos. »Eine solche Leichtsinnigkeit passt gar nicht zu dir, Regine!« Er blickte sie streng an. »Den Kaffee trinken wir ein andermal. Jetzt nimmst du deinen Mantel und siehst schleunigst zu, dass du zum Arzt kommst. Das Gelenk muss schnellstens geröntgt werden.«

»Ich dachte mir, das hätte Zeit bis heute Nachmittag. Bis dahin halte ich die Hand ja ruhig und belaste sie nicht. Außerdem habe ich mir gedacht, dass ›das Ekel‹», Regines Blick wanderte erschrocken zur Tür, die Gott sei Dank aber geschlossen war, »ruhig sehen soll, dass ich heute Morgen nicht einfach nur blaugemacht habe.«

»Überlass es ruhig mir, dass der Knilch von deinem Unfall erfährt«, brauste Mark wütend auf. »Ich werde ihm die Verletzung in den düstersten Farben schildern und ihm erklären, dass ich dich zum Arzt geschickt habe. Und nun ein bisschen dalli, Mädchen! Aber ruf mich an, sobald du vom Arzt kommst, ja? Deine Hand sieht böse aus.«

...

Erscheint lt. Verlag 18.12.2018
Reihe/Serie Silvia-Gold
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte 2017 • 2018 • adelsintrigen • adels-romane • Adelsromane • Anna-basener • Arztromane • Bastei • Bestseller • Bianca • Cora • Courths • Deutsch • dr norden • Dr Stefan Frank • eBook • E-Book • eBooks • Familiensaga • Fortsetzungsroman • Frauen • für • Fürsten-Roman • Glück • Großdruck • große-schrift • Happy End • Hedwig • Hedwig Courths Mahler • Heftchen • Heimat • Historical • Julia • Kelter • Kindle • leni-behrendt • Liebe • Liebesgeschichten • Liebes-Geschichten • Liebesromane • Mahler • martin-Kelter • Mira • Modern • patricia-vandenberg • Romance • Roman-Heft • romantisch • Romanze • Schicksalsroman • schicksals-romane • schicksalsromane • Serie • spannend • Tiffany • Verlag
ISBN-10 3-7325-7477-6 / 3732574776
ISBN-13 978-3-7325-7477-3 / 9783732574773
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
Haben Sie eine Frage zum Produkt?
EPUBEPUB (Ohne DRM)

Digital Rights Management: ohne DRM
Dieses eBook enthält kein DRM oder Kopier­schutz. Eine Weiter­gabe an Dritte ist jedoch rechtlich nicht zulässig, weil Sie beim Kauf nur die Rechte an der persön­lichen Nutzung erwerben.

Dateiformat: EPUB (Electronic Publication)
EPUB ist ein offener Standard für eBooks und eignet sich besonders zur Darstellung von Belle­tristik und Sach­büchern. Der Fließ­text wird dynamisch an die Display- und Schrift­größe ange­passt. Auch für mobile Lese­geräte ist EPUB daher gut geeignet.

Systemvoraussetzungen:
PC/Mac: Mit einem PC oder Mac können Sie dieses eBook lesen. Sie benötigen dafür die kostenlose Software Adobe Digital Editions.
eReader: Dieses eBook kann mit (fast) allen eBook-Readern gelesen werden. Mit dem amazon-Kindle ist es aber nicht kompatibel.
Smartphone/Tablet: Egal ob Apple oder Android, dieses eBook können Sie lesen. Sie benötigen dafür eine kostenlose App.
Geräteliste und zusätzliche Hinweise

Buying eBooks from abroad
For tax law reasons we can sell eBooks just within Germany and Switzerland. Regrettably we cannot fulfill eBook-orders from other countries.

Mehr entdecken
aus dem Bereich