Zum Hauptinhalt springen
Nicht aus der Schweiz? Besuchen Sie lehmanns.de

Die Todesarie (eBook)

Butler Parker 151 – Kriminalroman

(Autor)

eBook Download: EPUB
2018
100 Seiten
Blattwerk Handel GmbH (Verlag)
978-3-7409-3754-6 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Die Todesarie - Günter Dönges
Systemvoraussetzungen
3,49 inkl. MwSt
(CHF 3,40)
Der eBook-Verkauf erfolgt durch die Lehmanns Media GmbH (Berlin) zum Preis in Euro inkl. MwSt.
  • Download sofort lieferbar
  • Zahlungsarten anzeigen
Butler Parker ist ein Detektiv mit Witz, Charme und Stil. Er wird von Verbrechern gerne unterschätzt und das hat meist unangenehme Folgen. Der Regenschirm ist sein Markenzeichen, mit dem auch seine Gegner öfters mal Bekanntschaft machen. Diese Krimis haben eine besondere Art ihre Leser zu unterhalten. Butler Parker ist seinen Gegnern, den übelsten Ganoven, auch geistig meilenweit überlegen. In seiner auffallend unscheinbaren Tarnung löst er jeden Fall. Bravourös, brillant, effektiv - spannendere und zugleich humorvollere Krimis gibt es nicht! Lady Agatha Simpson befand sich in blendender Laune, als sie sich über das Sterben verbreitete. Sie saß zusammen mit Butler Parker im eleganten Speisesaal eines feudalen Hotels und ließ sich mit einer Fülle von Köstlichkeiten der italienischen Küche verwöhnen. An diesem Abend verzichtete die ältere Dame, die das sechzigste Lebensjahr überschritten hatte, auf ihre Diät. Sie hatte ohnehin das Gefühl, ein wenig vom Fleisch gefallen zu sein, was man ihrer majestätischen Erscheinung allerdings nicht ansah. Wie eine regierende Herrscherin saß sie an dem kostbar gedeckten Tisch. Im Kristall der Gläser spiegelte sich das Licht der Lüster. Lady Agatha trug an diesem Abend erstaunlicherweise ein Gebilde, das entfernt an ein Abendkleid erinnerte. Auf einen Hut hatte sie allerdings auch jetzt nicht verzichtet. Auf ihrem Kopf saß ein neckisches Gebilde, das mit Sicherheit aus der Zeit der Jahrhundertwende stammte. Zwei lange Hutnadeln, die an Bratspieße erinnerten, hielten diese Schöpfung auf dem grauweißen Haar fest. Josuah Parker, ein Mann undefinierbaren Alters, der, was seine Haltung anging, einen Ladestock verschluckt zu haben schien, hatte nur äußerst widerstrebend am Tisch seiner Herrin Platz genommen. Als Butler hochherrschaftlicher Schule lehnte er es normalerweise ab, sich mit seinen Arbeitgebern an einen Tisch zu setzen. In Anbetracht der Ausnahmesituation aber hatte er dem Wunsch der Lady nachgegeben. Josuah Parker war der Prototyp des englischen Butlers, wie man ihn nur noch in älteren Filmen zu sehen bekommt. Er trug einen schwarzen Zweireiher, darunter ein weißes Hemd und eine schwarze Krawatte. Auf einem Nebenstuhl lagen seine schwarze Melone und der altväterlich gebundene Regenschirm. »Ich hasse dieses endlose Sterben, Mr. Parker«, dozierte Agatha Simpson, »es geht mir einfach gegen den Strich, daß man nach einem Messerstich in den Rücken noch minutenlang in den schönsten Tönen singt.« »Sachlich gesehen, Mylady, widerspricht dies allerdings den physischen Möglichkeiten«

Günter Dönges hat mit den unsterblichen Kriminalromanen um Butler Parker eine Serie geschaffen, die ihresgleichen sucht. Feinsinnige, charmant geschilderte Fälle um den charismatischen Butler Parker, der mit Hilfe seines Schirmes die gefährlichsten Ganoven sprichwörtlich zu Fall bringt, zeigen den Schriftsteller auf der Höhe seiner Schaffenskraft. Günter Dönges hat in vielen anderen Genres Proben seiner Meisterschaft geliefert.

Günter Dönges hat mit den unsterblichen Kriminalromanen um Butler Parker eine Serie geschaffen, die ihresgleichen sucht. Feinsinnige, charmant geschilderte Fälle um den charismatischen Butler Parker, der mit Hilfe seines Schirmes die gefährlichsten Ganoven sprichwörtlich zu Fall bringt, zeigen den Schriftsteller auf der Höhe seiner Schaffenskraft. Günter Dönges hat in vielen anderen Genres Proben seiner Meisterschaft geliefert.

»Darf ich mir erlauben, meine Herren, meiner zart aufkeimenden Irritation andeutungsweise Ausdruck zu verleihen?« erkundigte sich Josuah Parker in seiner überaus höflichen Art und lüftete die schwarze Melone. Er stand einer Gruppe von Soldaten gegenüber, die Gewehre und diverse Maschinenpistolen trugen. Einige dieser Männer schienen darüber hinaus bereit zu sein, Eierhandgranaten zu werfen.

Diese Soldaten mußten bereits einiges hinter sich haben. Ihre Uniformen waren lehmverschmiert und eingerissen. Parker entdeckte einige frische Verbände, die offenkundig durchblutet waren. Die Gesichter der Soldaten waren rußgeschwärzt und wirkten ausgezehrt.

»Was machen Sie denn hier?« fragte ein Sergeant und runzelte die Stirn, »haben Sie überhaupt ’ne Ahnung, was hier gleich los sein wird?«

»Ich darf davon ausgehen, daß Sie meine Wenigkeit umgehend informieren werden«, gab Josuah Parker zurück.

»Hier bricht gleich die Hölle los«, meinte der Sergeant, »verschwinden Sie möglichst schnell, bevor es sie erwischt.«

»Läge es im Bereich Ihrer Möglichkeiten, meiner Wenigkeit den richtigen Weg zu zeigen?« fragte Parker, »ich dürfte wohl durch eine Verkettung unglücklicher Umstände in die letzte Woche des zweiten Weltkrieges geraten sein.«

»Und wie!« Schräg hinter dem Butler erschien ein Offizier der deutschen Wehrmacht, der dem englischen Sergeant grüßend zunickte. »Beeilen Sie sich, Mann!«

Der deutsche Offizier hielt eine Panzerfaust in der linken Hand. Seine Brust war mit Orden geschmückt. Er wandte sich um und winkte einigen Soldaten zu, die ebenfalls deutsche Uniformen trugen. Sie mühten sich mit einem Granatwerfer ab, den sie ein wenig umständlich in Stellung zu bringen versuchten.

»Kommen Sie, ich bringe sie in Sicherheit«, schlug der englische Sergeant vor und deutete mit dem Lauf seiner Maschinenpistole auf eine schmale Gasse, die von zwei fast zerstörten Häusern gebildet wurden. Durch die leeren Fensterhöhlen quoll schwarzer Rauch.

»Achtung, Schienen«, meinte der Sergeant und wies auf den Boden. Zwischen Schutt und Ziegelsteintrümmern entdeckte der Butler ein schmales Gleispaar, das keineswegs verrostet war. Parker lüftete erneut seine schwarze Melone und machte sich auf den Weg, das Trümmer- und Kampfgelände zu verlassen. Als er die Schienen überquerte, erklang hinter ihm ein ohrenbetäubendes Krachen.

»Deckung«, rief der deutsche Offizier und warf sich zusammen mit dem Sergeant der englischen Armee in den Schutt. Josuah Parker wandte sich um und musterte den Einschlag, der offensichtlich das erste Stockwerk des Hauses hinter ihm getroffen hatte. Kleinere Steintrümmer sirrten durch die Gegend, dichter Rauch quoll aus der Wand.

»Hauen Sie doch endlich ab«, schrie der Sergeant ihm zu, »Mann, Sie vermiesen die ganze Aufnahme.«

»Wie Sie wünschen.« Parker schritt gemessen weiter und brachte sich im Flur eines gegenüberliegenden Hauses erst mal in Sicherheit. Er beobachtete die gegnerischen Gruppen, die sich voneinander trennten und Position bezogen. Sie verschwanden in den Trümmern der Häuserzeile.

Parker wurde abgelenkt.

Links von ihm an der Straßenecke erschien ein Patton-Panzer, dessen Ketten bedrohlich quietschten. Die Kuppel schwenkte herum, das Geschützrohr zeigte auf eine kleine Barrikade, hinter der einige Soldaten zu erkennen waren.

Parallel zu diesem Panzer fuhr eine Art Draisine auf den Schienen. Auf der Plattform stand eine mächtige Kamera und bewegten sich Männer, die Jeans und Parkas trugen. Zwei gleißende Scheinwerfer, die auf der Draisine montiert waren, strahlten den Panzer an, dessen Luke sich öffnete. Kopf und Oberkörper des Kommandanten wurden sichtbar. Dieser Mann, dessen Gesicht von kleinen Blutfäden gezeichnet war, hielt eine Maschinenpistole in Händen und richtete sie auf die Barrikade. Im gleichen Moment stieg vor dem Bug des Panzers eine Erdfontäne zum Himmel, die giftig gelb eingefärbt war. Der Panzer hielt ruckartig. Der Kommandant des stählernen Ungetüms ließ sich aus der Luke rollen, fiel auf die Wanne des Panzers und landete schließlich auf dem schuttbedeckten Boden.

»Sehr schön«, dröhnte eine leicht verzerrte, überlaute Stimme, »das war’s. Gestorben. Wir drehen noch mal zur Sicherheit.«

Der Kommandant des Panzers stand auf und ging zu den deutschen Soldaten hinüber. Der Leutnant reichte seinem Gegner eine Zigarette. Der englische Sergeant erschien vor der Barrikade und trank aus einer Cola-Flasche. Man schien sich ausgezeichnet zu verstehen.

Josuah Parker wollte sich diskret vom Schauplatz der Ereignisse entfernen, als er plötzlich hinter sich ein scharrendes Geräusch vernahm. Er drehte sich um und sah sich einem englischen Soldaten gegenüber, der eine Maschinenpistole in Händen hielt.

»Keine Mätzchen«, sagte dieser Soldat, dessen Gesicht rußgeschwärzt war, »das Ding hier ist scharf geladen, wetten?«

»Meine Wenigkeit wettet recht selten«, erwiderte Josuah Parker in seiner höflichen Art, »darf man fragen, was Sie unter dem Vulgärbegriff Mätzchen verstehen?«

»Na, eben so, Tricks und Maschen«, antwortete der Soldat, »bei mir aber nicht, ist das klar?«

»Sie drückten sich zwar immer noch vage aus«, gab Josuah Parker zurück, »doch ich kann mir in etwa vorstellen, was Sie meinen.«

»Okay, dann kommen Sie mit«, forderte der Soldat auf, »und wie gesagt, ich habe scharf geladen. Los, gehen Sie vor, gehen Sie da ’rüber zu dem Bunker! Klar?«

»Ihr dringender Wunsch wird mir Befehl sein«, erwiderte der Butler, »darf man damit rechnen, daß Sie mir zu einem späteren Zeitpunkt erklären werden, was dieser Überfall zu bedeuten hat?«

»Lassen Sie sich überraschen«, sagte der Soldat und grinste in einer Art, die Parker insgeheim als tückisch bezeichnete. Parker setzte sich in Marsch und schritt in die Tiefe des Hauses, die allerdings keine war.

*

Schon nach wenigen Schritten stand Parker wieder im Freien. Es zeigte sich, daß dieses angebrannte und zerstörte Haus nichts anderes war als eine Fassade. Mächtige, schräg stehende Stützbalken hielten die überaus echt und kompakt aussehende Vorderfront. Hier hinter dieser Fassade gab es Bretterstapel, Balken und eine Unmenge von Dekorationsteilen, die man im Augenblick nicht brauchte. Dazwischen standen Kriegsfahrzeuge aus dem Zweiten Weltkrieg, Lastwagen, Jeeps, VW-Kübelwagen und Kettenfahrzeuge. Es gab sogar zwei Panzer, deren Ketten allerdings abmontiert waren.

»Gestatten Sie, daß ich meiner Überraschung nachgebe?« fragte der Butler und blieb kurz stehen.

»Schönes Durcheinander, wie?« Der Mann in englischer Uniform gab dem Wunsch des Butlers nach, drückte aber den Lauf seiner Maschinenpistole gegen Parkers Rückgrat.

»Ein Chaos, das man nur als perfekt bezeichnen kann«, stellte der Butler fest. »Das Drehen einer Serie über den Zweiten Weltkrieg scheint recht kompliziert zu sein, wenn ich so sagen darf.«

»Die Wirklichkeit ist unkomplizierter«, erwiderte der englische Soldat, »weiter, Parker. Ich will Ihnen noch ’ne Menge mehr zeigen.«

»Könnten Sie meiner Wenigkeit wenigstens in groben Zügen verraten, worum es geht?« fragte Josuah Parker. Er schien die Maschinenpistole vergessen zu haben. Parker, etwas über mittelgroß, vollschlank und alterslos erscheinend, trug über seinem schwarzen Zweireiher einen schwarzen Covercoat. Über dem angewinkelten linken Unterarm hing der Bambusgriff seines Universal-Regenschirms.

»Noch ein paar Minuten, Parker, dann wissen Sie genau Bescheid«, lautete die Antwort des Soldaten. »Gehen Sie endlich weiter!«

»Sie würden schießen, wie ich vermute, falls ich mich Ihrem Wunsch widersetze?«

»Darauf können Sie felsenfest bauen, Parker.«

»Was könnte Ihren Willen erregt haben?« fragte der Butler weiter und setzte sich gemessen in Bewegung. Er stieg über einige Panzerfäuste und Maschinengewehre und ließ sich zu einem Bunker dirigieren, der rauchgeschwärzt war und einige schwere Granattreffer aufwies.

»Wir wollen uns mal in aller Ruhe mit Ihnen unterhalten«, gab der englische Soldat zurück, »wir lassen uns nicht gern in die Suppe spucken.«

»Sie vermuten, daß meine Wenigkeit sich eingeschaltet haben könnte, was gewisse Erpressungsversuche betrifft?«

»Sie kommen der Geschichte schon verdammt nahe.«

»Mit dem Ausschalten meiner Wenigkeit wäre Ihr Problem wohl kaum gelöst«, stellte Parker klar und umging einen deutschen Schützenpanzer, der vor einem mächtigen Granattrichter halb umgekippt war.

»Und womit hätten wir nach Ihnen noch zu rechnen?« Der Soldat lachte nach seiner Frage leise und ironisch. Er konzentrierte sich auf seine Waffe und drückte den Lauf nach wie vor gegen Parkers Rücken.

»Sie müßten sich mit Lady Simpson auseinandersetzen«, meinte Parker und blieb vor einem schmalen Schützengraben stehen, »von Mr. Rander und Miß Porter ganz zu schweigen.«

»Machen Sie sich keine Sorgen, Parker, das alles wird bereits abgehakt. Worauf warten Sie noch?«

»Sie überschätzen einen alten, müden und relativ verbrauchten Mann«, erklärte der Butler und deutete mit der rechten, schwarz behandschuhten Hand auf den Schützengraben, »meine körperliche Kondition entspricht nicht der von Ihnen unterstellten Topform.«

»Nun machen Sie schon, Parker«, drängte der Soldat ungeduldig, »in zehn Minuten geht’s da drüben wieder los.«

»Die nächsten Aufnahmen, wie ich vermuten darf?«

»Mit Tieffliegerangriffen«, erläuterte der Soldat, »das wird einen Höllenkrach geben, warten Sie’s ab.«

»Könnten Sie meiner Wenigkeit möglicherweise...

Erscheint lt. Verlag 6.11.2018
Reihe/Serie Butler Parker
Butler Parker
Verlagsort Hamburg
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Krimi / Thriller
Schlagworte Al Capone • Amerika • Detektiv • Detektivgeschichten • Gangste • Krimi • Krimireihe • Martin Kelter Verlag • Melone • Regenschirm • rGeisterkrimi • Spürnase • Verbrecher
ISBN-10 3-7409-3754-8 / 3740937548
ISBN-13 978-3-7409-3754-6 / 9783740937546
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
Haben Sie eine Frage zum Produkt?
EPUBEPUB (Wasserzeichen)

DRM: Digitales Wasserzeichen
Dieses eBook enthält ein digitales Wasser­zeichen und ist damit für Sie persona­lisiert. Bei einer missbräuch­lichen Weiter­gabe des eBooks an Dritte ist eine Rück­ver­folgung an die Quelle möglich.

Dateiformat: EPUB (Electronic Publication)
EPUB ist ein offener Standard für eBooks und eignet sich besonders zur Darstellung von Belle­tristik und Sach­büchern. Der Fließ­text wird dynamisch an die Display- und Schrift­größe ange­passt. Auch für mobile Lese­geräte ist EPUB daher gut geeignet.

Systemvoraussetzungen:
PC/Mac: Mit einem PC oder Mac können Sie dieses eBook lesen. Sie benötigen dafür die kostenlose Software Adobe Digital Editions.
eReader: Dieses eBook kann mit (fast) allen eBook-Readern gelesen werden. Mit dem amazon-Kindle ist es aber nicht kompatibel.
Smartphone/Tablet: Egal ob Apple oder Android, dieses eBook können Sie lesen. Sie benötigen dafür eine kostenlose App.
Geräteliste und zusätzliche Hinweise

Buying eBooks from abroad
For tax law reasons we can sell eBooks just within Germany and Switzerland. Regrettably we cannot fulfill eBook-orders from other countries.

Mehr entdecken
aus dem Bereich
Ein Fall für Albin Leclerc

von Pierre Lagrange

eBook Download (2025)
Fischer E-Books (Verlag)
CHF 12,65
Ein kulinarischer Krimi. Xavier Kieffer ermittelt

von Tom Hillenbrand

eBook Download (2025)
Kiepenheuer & Witsch eBook (Verlag)
CHF 9,75