Nie wieder wollte Cat nach Firefly Lake zurückkehren, doch nun bricht sie ihrer Tochter Amy zuliebe ihren Schwur. Die Kleinstadt an dem idyllischen, kristallklaren See war früher einmal Cats Zuhause und soll es wieder werden … hoffentlich. Doch so sehr sie versucht, die Vergangenheit zu verdrängen – ihre Gefühle von damals kann Cat nicht vergessen. Schon gar nicht, als sie Amys Eishockeytrainer Luc begegnet und ihre Welt plötzlich wieder kopfsteht. Luc war ihr Jugendschwarm, der sie immer beschützt hat, aber Cat ist inzwischen vorsichtig geworden, wem sie ihr Herz anvertraut. Kann Luc sie überzeugen, dass sie für immer zu ihm gehört?
Lassen Sie sich verführen und lesen Sie auch die anderen Romane der Firefly-Lake-Serie!
Jen Gilroy ist unter dem weiten Himmel Westkanadas aufgewachsen. Nach vielen Jahren in England lebt sie jetzt in einer kleinen Stadt im Südosten von Kanada. Sie liebt Eiscreme, Cafés im Vintage-Stil und die wunderschöne Landschaft Nordamerikas. Ihr Ehemann ist ihr romantischer Held im wirklichen Leben, und ihre Tochter erinnert sie stets daran, für jeden Tag mit ihren Lieben dankbar zu sein. Ihren Nine-to-five-Job hat Jen Gilroy an den Nagel gehängt, um sich mit Liebesromanen in die Herzen ihrer Leserinnen zu schreiben. »Dort, wo ich dich finde«, der Auftakt ihrer Firefly-Lake-Serie, war für den Golden Heart Award der Romance Writers of America nominiert.
»Nächster.« Die schrille, lebhafte Stimme kam von der Frau hinter dem Empfangstresen der Arena.
Cat McGuire trat vor und rümpfte unwillkürlich die Nase. Der stechende Geruchscocktail aus schalem Bier, Schweiß und Eishockey-Ausrüstungsgegenständen attackierte ihre Sinne. »Hi. Ich bin hier, um meine Tochter zum Eishockey anzumelden.« Sie warf einen Blick auf das zwölfjährige Mädchen neben ihr. Unter dem grellen Neonlicht wirkten Amys dunkelblonde Haare schlaff und farblos, und sie zog ein mürrisches Gesicht.
»Firefly Lake hat kein Eishockeyteam für Mädchen.« Der Ton der Frau war schroff, ihre Miene ohne ein Lächeln. Sie hatte lange braune Haare mit blonden Strähnen, glänzende rosa Lippen und trug einen zu engen weißen Pullover.
»Aber als ich vor Weihnachten angerufen habe, sagte der Mann, mit dem ich gesprochen habe, wir könnten uns heute persönlich anmelden.« Cat grub die Fingernägel in ihre feuchten Handflächen. »Ich habe ihm erzählt, dass es um meine Tochter geht.«
»Das war bestimmt der Typ, der die Schlittschuhe schleift. Er bringt ständig alles durcheinander. Aber es ist egal, ob Mädchen oder Junge – diese Anmeldung ist sowieso nur für Kinder bis fünf Jahre. Der Hauptanmeldeschluss fürs Eishockey war im September.« Sie blätterte flink in einem Stapel Papiere. »Keine Ausnahmen, nicht einmal für dich.« Während die Frau sie musterte, regte sich ein Hauch von Erkennen am Rande von Cats Bewusstsein.
»Nicht einmal …« Cat brach ab. »Stephanie?«
Stephanie Larocque, das Mädchen, das Cat seit dem Kindergarten beneidet und gehasst hatte, nickte und warf sich die Haare über die Schultern, genau wie sie es immer auf der Highschool getan hatte. »Ich habe schon gehört, dass du wieder in der Stadt bist.«
Cat musste nicht fragen, woher. Sie war noch keine vierundzwanzig Stunden in Firefly Lake, aber es war ein kleiner Ort, und Neuigkeiten sprachen sich mit der Geschwindigkeit des Buschfunks im australischen Outback herum.
»Dann weißt du ja auch, dass ich im September nicht hier war.« Cat bemühte sich um einen gelassenen Ton. Sie war inzwischen erwachsen, genau wie Stephanie, und ihre Schultage lagen lange hinter ihnen. »Gibt es irgendwelche anderen Optionen? Amy liebt Eishockey.«
»Nein.« Stephanie schenkte Cat ihr bestes Cheerleader-Lächeln. »Vorschriften sind Vorschriften.«
»Mom.« Amys Stimme war nicht mehr als ein gequältes Wimmern. »Es ist schon schlimm genug, dass du mich gezwungen hast, nach Vermont zu ziehen, aber wenn ich nicht Eishockey spielen kann, dann sterbe ich.«
Cats Herz hämmerte. Sie musste das hier regeln – und zwar schnell. »Schatz, wir werden eine Lösung finden, ich …«
»Ich kann nicht zulassen, dass unter meiner Aufsicht ein Kind stirbt.« Die Stimme war tief, männlich und vertraut. »Hey, Cat.«
»Luc.« Cats Kopf schnellte hoch.
Neben ihr sog Amy hörbar die Luft ein.
Der Mann, der jetzt hinter Stephanie stand, schenkte ihnen beiden das gleiche lässige Lächeln, das Luc Simard Cat immer schon geschenkt hatte … Ein Lächeln, das tausend Sportseiten geziert hatte. Auch sein Haar war noch immer wie früher, ein dunkles Goldbraun, wie Ahornsirup.
»Tolle Neuigkeit, das mit dem Forschungsstipendium. Ich hätte nie gedacht, dass wir noch miterleben würden, wie du wieder nach Firefly Lake kommst.«
Das hatte Cat auch nicht gedacht, aber verzweifelte Situationen erforderten nun mal verzweifelte Maßnahmen. Wenn alles so klappte, wie sie es geplant hatte, würde sie nicht dauerhaft hier leben müssen. Ihr Magen zog sich zusammen. »Das Leben hält manchmal Überraschungen bereit.«
»Das tut es mit Sicherheit.« Lucs Lächeln schwand, und seine blauen Augen trübten sich.
Cats Gesicht begann zu glühen. Mehr als irgendjemand sonst wusste Luc, wie man vom Leben aus der Kurve getragen werden konnte.
»Also, was ist das Problem?« Seine Stimme klang plötzlich bemüht sachlich.
»Ich …« Cat schluckte.
»Das Problem«, warf Stephanie ein, »ist, dass Cat ihre Tochter zum Eishockey anmelden will. Ich habe ihr schon gesagt, dass wir kein Mädchen-Eishockey anbieten, und selbst wenn, wäre der Anmeldeschluss für jedes Kind über fünf im September gewesen.« Stephanies Stimme hatte den gleichen selbstgefälligen Ton wie in ihrem ersten Grundschuljahr, als sie Cat gesagt hatte, die ganze Klasse hätte ihren Schlüpfer gesehen. Sie warf Luc einen Blick zu, und ihre Miene erwärmte sich. »Es ist nichts, worüber du dir Sorgen machen musst, Süßer.«
Cat blinzelte. Stephanie hatte Vermonter und Quebec-Wurzeln, genau wie sie. Soweit sie sich erinnern konnte, hatte in dieser Gegend hier keiner unter siebzig je irgendjemand anderen »Süßer« genannt.
»Die Eishockeyplätze sind schnell ausgebucht.« Luc lehnte ein Bein gegen den Tresen. »Ich habe gehört, dass Amy eine gute Spielerin ist.« Sein Blick wanderte von Cat zu ihrer Tochter. »Deine Grandma hat mir viel von dir erzählt.«
»Wirklich?« Amys Augen weiteten sich.
»Absolut. Sie ist richtig stolz auf dich.« Er streckte eine Hand an Stephanies aufgedonnertem Haar vorbei und schnappte sich eine Handvoll Papiere vom Tresen. »Die Mädchen hier interessieren sich eher für Eiskunstlauf, nicht für Eishockey, aber es gibt keinen Grund, weshalb ein Mädchen, das Eishockey spielen will, es nicht tun sollte. Da Amy eben erst zwölf geworden ist, kann sie, wenn du grünes Licht gibst, im Jungenteam spielen. Ein Kind mehr wird keinen Unterschied machen.«
»Aber … aber …«, stammelte Stephanie. »Hier steht ausdrücklich ›keine Ausnahmen‹.« Sie hielt eine blaue Mappe empor. »Dafür könnte ich gefeuert werden. Ich brauche diesen Job, und …«
»Du wirst nicht gefeuert werden.« Lucs Blick schwenkte von Stephanie zu Cat und blieb auf ihr ruhen. Cats Atem beschleunigte sich. »Keine Ausnahmen, es sei denn, nach dem Ermessen des Coachs. Da Coach MacPherson von der Leiter gefallen ist, als er die Dekorationen für die Silvesterparty aufgehängt hat, und sich an drei Stellen das Bein gebrochen hat, vertrete ich ihn. Und in diesem Fall mache ich eine Ausnahme.« Er zog eine Augenbraue hoch, und sein Lächeln war süß und viel zu sexy, um angemessen zu sein.
»Mom?« Die Sehnsucht in Amys Stimme traf Cat wie ein Faustschlag in den Magen. »Bitte! Du hast versprochen, dass ich auf jeden Fall spielen kann, schon vergessen? Und es ist ja nicht so, dass es hier irgendetwas anderes für mich zu tun gäbe.« Ihr Gesicht war bleich, die Miene angespannt und von Verzweiflung gezeichnet.
Cat hatte es versprochen, und sie hatte Amy bereits dem einzigen Zuhause, an das sie sich erinnern konnte, ihrem Team und dem Eishockeyturnier entrissen. Sie holte einmal tief Luft. »Hier haben wir Familie und eine gute Schule für dich.« Cat musste Amy in schulischer Hinsicht wieder auf Kurs bringen. Und sie musste ihnen beiden eine bessere Chance geben, was Stabilität und finanzielle Sicherheit betraf.
»Schule ist für mich bloß Zeitverschwendung.« Amy starrte auf ihre Füße, aber nicht bevor Cat das Aufflackern von Unsicherheit und auch Angst in ihren hellblauen Augen bemerkte.
Ihr Magen verkrampfte sich erneut. Hatte sie für diesen Blick in Amys Augen gesorgt? »Ich nehme an, du kannst mit den Jungen spielen, zumindest vorläufig.« Sie presste die Worte hervor und sah zu Luc hoch. »Danke.« Ihre Wangen brannten. Luc war noch immer freundlich, und obwohl er seit Jahren kein wirklicher Teil ihres Lebens gewesen war, war er prompt wieder hineingeschlüpft, um sie zu unterstützen, so wie er es immer getan hatte.
»Mom!« Diesmal war Amys Stimme ein aufgeregtes Kreischen. Sie hüpfte auf und ab, und ihre Winterstiefel quietschten auf den zerkratzten Fliesen. »Du bist toll. Er ist toll. Das ist das Tollste, was mir je passiert ist. Ich verspreche dir, du wirst es nicht bereuen.«
Cat bereute es schon jetzt, aber sie konnte Amy nichts abschlagen, was sie derart glücklich machte und ihr außerdem helfen würde, sich wohlzufühlen.
»Da dort draußen eine ganze Menge Leute warten, um zu tun, was immer sie tun müssen, bevor wir schließen, mach bitte weiter und hilf ihnen. Ich kümmere mich um Amys Anmeldung.« Er lächelte wieder, und Cats Herz setzte einen Takt aus, als er sich ihr nun ganz zuwandte.
Sie vergaß immer, wie groß er war und wie er jeden Raum, in dem er sich aufhielt, ausfüllte und ihm die Luft zu rauben schien – zumindest ihre Luft.
»Ich … du …« Stephanies Gesicht war mit roten Flecken übersät.
»Manchmal braucht jeder eine helfende Hand. Kein Mann und keine Frau ist eine Insel.« Lucs Augen, die das gleiche Blau aufwiesen wie sein Henley-Rundhalsshirt, bohrten sich in Cats. Das T-Shirt schmiegte sich an seine breite Brust und die kräftigen Unterarme und reichte bis unter den Hosenbund seiner Jeans, und Cat zwang sich, ihre Gedanken zu stoppen.
Ihre Hände kribbelten, während sich Wärme in ihr ausbreitete. Sie würde gar nicht erst damit anfangen. Mit niemandem, aber vor allem nicht mit Luc. Als Kleinkinder waren sie in dieselbe Spielgruppe und zu denselben Geburtstagspartys gegangen. Er hatte sie mit Kuchen im Gesicht und Eiscreme in den Haaren gesehen. Im letzten Highschooljahr war er ihr Laborpartner in Chemie gewesen, und er hatte in den vergangenen vier Monaten ihr altes Schlafzimmer im Haus ihrer Mom gemietet.
In all dieser Zeit hatte er sie nie wirklich angesehen, es sei denn, als Freundin der Familie. Das Kind mit der dicken Brille, das die fünfte Klasse übersprungen hatte und das in Sport so schlecht war,...
| Erscheint lt. Verlag | 12.8.2019 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Die Firefly-Lake-Serie | Die Firefly-Lake-Serie |
| Übersetzer | Veronika Dünninger |
| Verlagsort | München |
| Sprache | deutsch |
| Original-Titel | Back Home At Firefly Lake |
| Themenwelt | Literatur ► Romane / Erzählungen |
| Schlagworte | Die große Liebe • eBooks • Firefly Lake • Frauenromane • Große Gefühle • Liebe • Liebesroman • Liebesromane • Marie Force • Nicholas Sparks • Nora Roberts • Romance • Romane für Frauen • Romantik • Second Chance • See • Serien • smalltownromance • Vermont |
| ISBN-10 | 3-641-24293-2 / 3641242932 |
| ISBN-13 | 978-3-641-24293-0 / 9783641242930 |
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