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Dezemberhimmel -  L.L. Barth

Dezemberhimmel (eBook)

Roman

(Autor)

eBook Download: EPUB
2018 | 1. Auflage
188 Seiten
Morawa Lesezirkel (Verlag)
978-3-99070-986-3 (ISBN)
Systemvoraussetzungen
2,99 inkl. MwSt
(CHF 2,90)
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Es waren nur noch ein paar Stunden, bis sie in New York landen würde - Leonora Thieme blickte aus dem Fenster in den klaren blauen Himmel. 'Über den Wolkenmussdie Freiheit wohl grenzenlos sein ...',Leofiel dasbekannteLied von Reinhard Mey ein.Eigenartig, dass ihr geradedieser Texteinfiel. Sie hatte sicheigentlichniewirklicheingeengt gefühlt. Aber nun, da sie in den endlos scheinenden Himmel hinausblickte, hatte sie auf einmal das Gefühlnach langer Zeit mal wieder so richtig durchatmen zu können. Alles hinter sich zu lassen, die Chance auf einen total neuen Lebensabschnitt. Sie verspürte keinerlei Angst, sondern nur pure Lebenslust und Vorfreude ... Die lebenslustige Leonora lernt in New York den ernsten und zurückhaltenden Amyas kennen. Sie absolvieren für ein renommiertes Verlagshaus ein Praktikum und verlieben sich Hals über Kopf ineinander. Doch beide sind bereits vergeben, was die Sache kompliziert macht. Hinzu kommt der charmante Derek, der Leo den Kopf verdreht, obwohl sie doch ihren langjährigen Freund Peter hat, der zuhause in Wien auf sie wartet. Wie wird Leo dieses Triangel lösen? Sie blickt in den blauen Dezemberhimmel und fragt sich, welche Entscheidung sie treffen soll.

Leyla-Leona Barth sagt von sich selbst, dass sie eine hoffnungslose Romantikerin ist. Sie wurde 1970 in der Steiermark geboren und ist dort auch aufgewachsen. Sie wollte schon seit sie ein Kind war nur eines: Geschichten erzählen. Das Geschichtenerzählen wurde ihr schon in die Wiege gelegt, denn ihre Großmutter war eine in der Region bekannte Heimatdichterin. Doch sollte es eine Weile dauern, bis Barth sich ihren Traum verwirklichen konnte. Nach ihrem Literaturstudium begann sie zunächst als freie Werbetexterin zu arbeiten. Danach war sie als Mediaplanerin für unterschiedliche Unternehmen tätig. Bereits neben ihren regulären Jobs begann sie, Romane zu schreiben. Nach der Veröffentlichung ihres ersten Romans ist sie nun als freie Autorin tätig. Ihr Genre sind Liebesromane für Frauen, die an die große Liebe glauben. Barth reist sehr gerne und so spielen auch ihre Romane an traumhaft schönen Orten. Sie selbst sagt über ihre Bücher: "Ich möchte meinen Lesern ein paar schöne Stunden bescheren, in denen sie mit den Helden meiner Romane mitfiebern können - und ich möchte sie in die schönsten Ecken dieser Welt entführen." Barth ist verheiratet und lebt mit ihrem Mann abwechselnd in Wien und auf einem kleinen Weingut in der Toskana. Ihr Motto ist ein Zitat von George Sand: "Das Leben gleicht öfter einem Roman als die Romane dem Leben."

Der Zug des Herzens ist des Schicksals Stimme (Friedrich Schiller)

So schnell war ein halbes Jahr vorbei. Leo konnte es kaum fassen, schon heute Abend war das große Fest zum 100-jährigen Bestehen von Mediahouse. Und heute war auch zugleich der letzte Tag ihres Praktikums. Sie war aufgeregt und ein wenig traurig zugleich. Aufgeregt, weil der große Jubiläumsband rechtzeitig fertig geworden war und heute Abend bei der großen Feier vorgestellt werden sollte. Sie war als Co-Autorin genannt und mächtig stolz darauf. Traurig, weil sie die ihr so lieb und vertraut gewordene Umgebung des Mediahouse, ihre Kollegen und ihre Freunde, Joyce und Derek und auch Amyas für immer verlassen musste. Morgen Vormittag würde Peter in New York ankommen und sie würde ihn vom Flughafen abholen. Sie würden dann noch eine Woche in New York verbringen und dann gemeinsam wieder nach Hause fahren. „Nach Hause“, grübelte Leo. Sie fühlte sich hier auch zuhause, sie hatte sich an den Rhythmus dieser faszinierenden Stadt gewöhnt. Sie mochte ihre Arbeit, die Freunde, die sie hier gefunden hatte und auch ihr freies und unabhängiges Leben. Leo schluckte, als sie sich in ihrem Zimmer umblickte, sie hatte den größten Teil ihrer Sachen bereits gepackt, ein paar wenige Dinge lagen noch im Zimmer verstreut. Auch ihr Margeritenbäumchen stand noch beim Fenster und schien ihr aufmunternd zuzulächeln. „Wird schon alles gut kommen“, schien es ihr zu sagen. Leo hatte Joyce das Versprechen abgerungen, gut auf das Bäumchen aufzupassen. „Ich werde es hegen und pflegen – bis du wiederkommst“, hatte ihr Joyce hoch und heilig versprochen.

Leo schluckte nochmals, ihr Herz hämmerte wie verrückt – sie freute sich auf Peter, auf Wien und darauf, ihre Freunde und ihre Familie wiederzusehen. Aber all das hinter sich zu lassen, fiel ihr unendlich schwer. Wie würde sie sich wieder einfügen können? Was würde die Zukunft bringen? Was würde aus ihr und Peter werden? Was würde aus ihr und Amyas werden? Hier setzte ihr Herz für eine Sekunde aus – was würde aus ihr und Amyas werden! Sie versuchte die aufkommende Panik zu unterdrücken. Es war nichts mehr zwischen ihr und Amyas gewesen, außer den freundschaftlichen gemeinsamen Stunden am Freitag und ein paar Lunch Verabredungen. Und doch spürte sie immer noch eine enorme Verbundenheit mit diesem ernsten jungen Mann, der ihr Herz erobert hatte. Derek war eine Sommerliebe gewesen, naja vielleicht doch eher nur eine Sommeraffäre, die sobald das Licht des Sommers verlosch auch einfach verloschen war.

Wie wäre es gewesen, wenn Amyas und sie zusammengekommen wären und sich getrennt hätten? Es wäre sicher nicht so freundschaftlich abgelaufen wie mit Derek. „Es wäre eine große Tragödie geworden“, sprach Leo ihren Gedanken laut aus. Zum ersten Mal verstand sie, was ihre Freundinnen bei einer Trennung durchgemacht haben mussten – sie hatte in diesen Situationen Trost gespendet aber eigentlich nie so richtig verstanden, was an einer Trennung so dramatisch war. Doch wenn Leo über die Trennung von Amyas nach heute Abend nachdachte, schnürte es ihr die Kehle zu, sie begann am ganzen Körper zu zittern und Tränen traten ihr in die Augen. Schnell versuchte sie die Gedanken wegzuschieben, indem sie ihre Locken schüttelte und somit auch die Gedanken abzuschütteln versuchte. Auch wenn sie nie wirklich ein Paar waren, fühlte sich Leo so, als würde sie ihren Seelenpartner verlieren.

~~~

Im Büro gab es eine große Abschiedsfeier für Leo. Pat hatte Joyce gebeten, das zu organisieren. Als Leo an diesem Morgen in ihr Büro kam wurde sie von einer Unmenge Ballons empfangen. Bevor sie mit ihrer Arbeit beginnen konnte wurde sie von Joyce in den großen Meetingraum geführt. „Was machst du, wo gehen wir hin?“, lachte Leo. Als sie den Raum erreichten, erinnerte sich Leo an ihren ersten Tag hier, wie sie vor einem guten halben Jahr in genau demselben Raum den ersten Tag ihres Praktikums begonnen hatte. War das wirklich schon ein halbes Jahr her?

Als sie den Raum betraten, sprangen aus allen Ecken und Enden des Büros ihre Kollegen hervor und riefen „Überraschung“. Leos Augen füllten sich mit Tränen der Rührung, sie wurde von allen Seiten umarmt und es wurde ihr alles Gute für die Zukunft gewünscht. „Warte bis du dein Geschenk bekommst“, flüsterte Joyce in Leos Ohr. „Wir haben alle zusammengelegt. Wirst dich freuen.“ Joyce zappelte schon ganz aufgeregt, weil sie sich auf das Gesicht ihrer Freundin freute, wenn diese das Geschenk auspacken würde. Es gab Kuchen und obwohl es noch Vormittag war auch Sekt, Leo stieß mit allen an, strahlte über das ganze Gesicht und ließ sich feiern. Mitten in dem Tumult kam dann auch Teddy hinzu. Augenblicklich wurde es still als er den Raum betrat. Teddy kam auf Leo zu, umarmte sie und sagte: „Es war die richtige Entscheidung, dir das Praktikum anzubieten. Ich bin sehr sehr stolz auf dich Leonora.“ Nur er und Amyas nannten sie bei ihrem vollständigen Namen. Dann blickten alle gebannt auf Teddy, der sein Glas hob und mit der Kuchengabel dagegen stieß. Es wurde noch ruhiger.

Teddy begann eine Rede auf Leo zu halten, wie toll sie sich entwickelt hatte, was für einen großartigen Beitrag zur Jubiläumsschrift sie geleistet hatte und fuhr dann fort: „Das Jahr neigt sich dem Ende zu. Bevor wir heute Abend mit unseren Autoren, Kunden und anderen Gästen feiern, möchte ich die Gelegenheit nutzen eine interne Ankündigung zu machen. Wie ihr wisst nehmen wir jedes Jahr ein paar Trainees auf, die hier ihre ersten Sporen im Verlagswesen verdienen. Nur einem dieser Trainees bieten wir dann eine Dauerstellung hier im Verlag an. Das ist jedes Jahr eine schwere Entscheidung, denn wir nehmen ohnedies nur die Besten der Besten auf. Aber heuer war es besonders schwierig für uns, eine Wahl zu treffen“, Teddy machte eine bedeutungsvolle Pause. Leos Herz fiel ihr buchstäblich in die Hose. Sie blickte sich um, suchte Amyas, sah ihn aber nirgends. Die Augen all ihrer Kollegen waren auf sie gerichtet. Teddy sprach weiter: „Wir werden das erste Mal seit wir diese Traineeships anbieten eine große Ausnahme machen. Denn wir haben uns für zwei der Besten entschieden.“

Leos Herz hämmerte wie wild, konnte der Mann nicht endlich zum Punkt kommen, das war ja nicht auszuhalten. „Die zwei Trainees sind grundverschieden und genau diese Verschiedenheit macht ein perfektes Gesamtpaket aus ihnen.“ Teddy grinste selbst über seine Wortwahl. Leo bekam schweißnasse Hände, blickte ein wenig hilflos um sich. Da sah sie ihn, Amyas stand ganz hinten an der Wand, wie damals an ihrem ersten Tag. Er hatte Leo die ganze Zeit über beobachtet und warf ihr jetzt genau im richtigen Augenblick einen aufmunternden Blick zu. Seine Lippen formten sich zu einem „Alles okay“ und Leo beruhigte sich. „Und daher möchte ich euch heute unsere zwei Auserwählten präsentieren. Wie viele von euch schon erwartet haben, möchte ich Amyas Fineman eine Dauerstellung anbieten“, verkündete er ernst. „Ich hoffe Amyas du nimmst dieses Angebot an.“ Die Kollegen applaudierten und Amyas bedankte sich höflich mit einem: „Sehr gerne Sir. Es ist mir eine große Ehre.“ „Und nun zu unserer Ausnahme – ihr habt es sicher schon erraten. Leonora – ich möchte auch dir eine Anstellung hier im Mediahouse anbieten. Was sagst du dazu?“ Leos Knie gaben nach, sie war einer Ohnmacht nahe. Sie konnte nur nicken und strahlte von einem Ohr zum andern. „Ja danke, sehr gerne. Danke Teddy – ich weiß gar nicht was ich sagen soll“, stammelte sie und dann wurde sie schon von einer Welle der Umarmungen überschwemmt.

„Deine Kollegen haben auch gesammelt, um dir ein Geschenk zu machen.“ Das ging beinahe unter. Doch Joyce setzte sich durch und brachte ein riesiges Paket mit großer roter Schleife darauf. Leo packte die Box aus – als erstes kam ein Plakat mit Fotos aller Kollegen mit Unterschriften und guten Wünschen darauf zutage. Betitelt war das ganze „Für unsere Miss Austria“. Leo lachte aus ganzem Herzen. Es lag auch noch ein kleines Paket in der Box. Leo nahm es heraus und wickelte es vorsichtig aus. Es war ein exklusiver, sündhaft teurer Schreiber, auf dem ihr Name eingraviert war. „Er ist mit einer roten Mine ausgestattet, da du ja als Lektorin viel zu korrigieren haben wirst“, erklärte Joyce. Nun rannen die Tränen über Leos Wangen. Sie war so gerührt und die Umarmungen und Danksagungen gingen von vorne los. Leo suchte den ganzen Raum nach Amyas ab, aber er war nicht mehr da. Er war einfach gegangen, hatte seine Promotion hingenommen und weg war er. Leo seufzte, ja so war Amyas, ernst und professionell, nicht so emotional wie sie selbst. Daher waren sie wohl das perfekte Gesamtpaket, wie Teddy es ausgedrückt hatte. „So nun wird noch ein wenig gearbeitet und wir sehen uns heute Abend im Cube. Ihr könnt heute früher Feierabend machen, um...

Erscheint lt. Verlag 15.10.2018
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur
ISBN-10 3-99070-986-0 / 3990709860
ISBN-13 978-3-99070-986-3 / 9783990709863
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
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