Dr. Stefan Frank Sammelband 10 - Arztroman (eBook)
192 Seiten
Bastei Entertainment (Verlag)
978-3-7325-6905-2 (ISBN)
3 spannende Arztromane lesen, nur 2 bezahlen!
Dr. Stefan Frank - dieser Name bürgt für Arztromane der Sonderklasse: authentischer Praxis-Alltag, dramatische Operationen, Menschenschicksale um Liebe, Leid und Hoffnung. Dabei ist Dr. Stefan Frank nicht nur praktizierender Arzt und Geburtshelfer, sondern vor allem ein sozial engagierter Mensch. Mit großem Einfühlungsvermögen stellt er die Interessen und Bedürfnisse seiner Patienten stets höher als seine eigenen Wünsche - und das schon seit Jahrzehnten!
Eine eigene TV-Serie, über 2000 veröffentlichte Romane und Taschenbücher in über 11 Sprachen und eine Gesamtauflage von weit über 85 Millionen verkauften Exemplaren sprechen für sich:
Dr. Stefan Frank - Hier sind Sie in guten Händen!
Dieser Sammelband enthält die Folgen 2227 bis 2229:
2227: Kinderfasching in der Waldner-Klinik
2228: Werde bald wieder gesund, Mama!
2229: Du schaffst das, Aurelia!
Der Inhalt dieses Sammelbands entspricht ca. 250 Taschenbuchseiten.
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Bange stieg Verena Theisen aus der Straßenbahn und steuerte das Café an, in dem ihr Exmann sie treffen wollte.
Bitte nicht wegen des Sorgerechts!, dachte sie zum tausendsten Mal, seit Ralf vor einer Woche telefonisch um ein Gespräch gebeten hatte.
Ebenfalls zum tausendsten Mal sagte sie sich, dass es Ralf bestimmt nicht um das Sorgerecht ging. Seit der Scheidung vor vier Jahren tat er sich nicht gerade als Vorzeige-Vater hervor. Er schickte Kim Weihnachts- und Geburtstagsgeschenke, manchmal auch Postkarten aus dem Urlaub, doch dabei beließ er es. Auf Besuche verzichtete er, weil er Kims Alltag nicht durcheinanderbringen wollte, wie er sagte.
Anfangs hatte sein Desinteresse Verena gekränkt, doch inzwischen war sie froh, dass Ralf durch Abwesenheit glänzte. So fand Kim es ganz normal, mit ihrer Mama und Oma Helga, aber ohne Papa unter einem Dach zu wohnen.
Woher rührte Ralfs plötzliches Interesse an einem Treffen? Hatte er seinen Job verloren und konnte keinen Unterhalt mehr zahlen?
Unwahrscheinlich. Die Computerfirma, für die er arbeitete, stand glänzend da.
Vielleicht war er ja krank? Schwer krank?
Verena hatte sich vorgenommen, keine Spekulationen anzustellen, doch es gelang ihr nicht. Seit Ralfs Anruf brachte sie kaum einen Bissen herunter. Warum hatte er nicht einfach gesagt, was los war? Sein Hinweis, er wolle es unter vier Augen besprechen, machte sie nur noch nervöser.
Sie holte tief Luft, stieß die Tür zum Café auf und blickte sich um. Komisch, Ralf war doch sonst immer pünktlich …
Falsch!, korrigierte sie sich in der nächsten Sekunde. Er war immer pünktlich gewesen. Früher. Bevor er sie wegen seiner Kollegin verlassen hatte.
An einem Zweiertisch erhob sich ein Mann und winkte. Verena stockte. Die Größe stimmte, die Figur auch, aber die welligen Haare waren länger, und Ralf trug jetzt einen Dreitagebart. Seine dezente randlose Brille hatte er durch ein auffälliges Exemplar mit schwarzem Rahmen ersetzt.
Höflich lächelnd ging Verena auf ihren Exmann zu.
„Hallo.“
„Hallo.“ Ralf schien unsicher zu sein, wie er sie begrüßen sollte. Schließlich streckte er ihr die rechte Hand entgegen.
Verena ergriff sie kurz und ließ sie sofort wieder los.
Krank sah Ralf nicht aus. Im Geiste hakte sie einen Stichpunkt auf der Liste möglicher Gründe für dieses Treffen ab.
„Setz dich doch.“ Er deutete auf den freien Stuhl. „Was darf ich dir bestellen? Pfefferminztee?“
„Nein. Cappuccino, bitte.“ Es ärgerte Verena, dass Ralf davon ausging, sie wäre noch derselbe Mensch mit denselben Gewohnheiten wie während ihrer Ehe.
Er rief dem Kellner hinter dem Tresen die Bestellung zu und nahm Platz.
„Gut siehst du aus“, sagte er anerkennend.
„Danke.“ Verena wusste, dass sie gut aussah. Schließlich trug sie das grüne Kostüm, das ihre Mutter ihr zu Weihnachten geschenkt hatte. Beim Friseur war sie auch gewesen, um sich hübsch zu fühlen, wenn sie dem Mann gegenübersaß, mit dem sie fünf Jahre verheiratet gewesen war.
Leider übertrug sich ihr souveränes Äußeres nicht auf ihr Inneres. Mit einem Anflug von Trotz verzichtete Verena darauf, das Kompliment zu erwidern, obwohl es durchaus angebracht gewesen wäre.
„Kim geht es gut?“, erkundigte sich Ralf. „Und Helga?“
„Ausgezeichnet. Beiden. Du wolltest mich unter vier Augen sprechen?“ Er sollte sich nicht der Illusion hingeben, Verena würde irgendetwas an der Zeit mit ihm liegen.
„Ja, genau.“ Ralf wartete, bis der Kellner den Cappuccino auf den Tisch gestellt hatte, und nippte an seiner Apfelschorle. „Ich werde wieder Vater. Im September.“
Verena sah ihn wortlos an. Eigentlich hätte ihr die Nachricht nichts ausmachen sollen, denn Ralf und sie waren längst geschieden. Trotzdem verstärkte sich in diesem Moment ihr mulmiges Gefühl.
„Gratuliere“, sagte sie automatisch.
„Vielen Dank. Yvonne und ich freuen uns sehr.“
Yvonne. Also war er nicht mehr mit der wasserstoffblonden Ines zusammen, mit der er Verena betrogen hatte.
„Eine größere Wohnung haben wir schon gefunden. Mit Baby brauchen wir ja mehr Platz. Nächsten Monat ziehen wir um.“
„Aha.“ Verena fragte sich, was Ralf von ihr wollte. Mehr Kontakt zu seiner Tochter, nun, wo Kim ein Halbgeschwisterchen bekam? Oder sollte Kim auf der Hochzeit Blumenmädchen sein?
„Damit sind natürlich Kosten verbunden, zumal Yvonnes Gehalt wegfällt. Sie will mit der Arbeit pausieren, bis unser Kind in den Kindergarten kommt. So wie du damals.“
Das ist sicher die einzige Gemeinsamkeit zwischen mir und deiner – derzeitigen – Partnerin, dachte Verena ungnädig.
Ralf schien auf eine Reaktion zu warten. Als die ausblieb, räusperte er sich.
„Yvonne und ich heiraten im Juni. Damit ändert sich die Lage ja auch für dich.“
Verena strich sich eine dunkle Haarsträhne aus der Stirn.
„Inwiefern?“, fragte sie vorsichtig.
Er sah sie an, als wäre diese Frage vollkommen überflüssig.
„Bei meiner Wiederheirat kommt die Arbeitsfähigkeit meiner ersten Ehefrau – also deine – auf den Prüfstand“, erklärte er. „Du kennst bestimmt die aktuellen Gerichtsurteile zu diesem Thema.“
Panik kroch in Verena hoch. Wenn sie das Wort „Unterhaltsrecht“ las oder hörte, schaltete sie geistig ab. Sie wollte nicht daran erinnert werden, dass ihre mit so vielen Hoffnungen begonnene Ehe gescheitert war.
„Was genau meinst du?“
„Nun, für Kim zahle ich selbstverständlich weiterhin Unterhalt. Für dich nach meiner Hochzeit allerdings nicht mehr. Kim ist aus dem Gröbsten raus, du kannst also ganztags arbeiten und entsprechend mehr verdienen.“
„Du willst mir keinen Unterhalt mehr zahlen?“, fragte Verena ungläubig.
„Ich war in den letzten Jahren mehr als großzügig“, rechtfertigte er sich. „Das hat mir auch mein Anwalt bestätigt. Jetzt heirate ich wieder und werde noch einmal Vater. Du siehst gewiss ein, dass sich die Dinge dadurch ändern.“
„Ja, aber Kim ist erst acht. Sie braucht mich.“
„Schon acht, Verena.“ Ralf leerte sein Glas. „Sie ist ein großes Mädchen mit guten Zeugnissen.“
„Richtig. Die Zeugnisse sind gut, weil ich Kims Hausaufgaben kontrolliere und mit ihr übe. Ganz abgesehen davon, dass Kim Zuwendung braucht. Jemanden, der mit ihr Quartett spielt, Radtouren macht oder einfach nur zuhört.“
„Spielen und Rad fahren kann sie mit anderen Kindern. Schließlich ist gerade für Einzelkinder der Kontakt zu Gleichaltrigen wichtig. Um die Hausaufgaben könnte sich deine Mutter kümmern, als Rentnerin hat Helga ja Zeit. Und was das Zuhören angeht: Du bist doch nicht aus der Welt, wenn du ganztags arbeitest. Es gibt schließlich Abende, Wochenenden und Ferien.“
„Ich will nicht ganztags arbeiten, sondern für mein Kind da sein!“ Verena ballte die Hände im Schoß zu Fäusten. „Damit warst du früher immer einverstanden.“
„Früher musste ich auch nicht für zwei Familien sorgen. Das Geld wächst nun mal nicht auf Bäumen. Ich bin kein Millionär und muss sehen, wie ich meinen Verpflichtungen gerecht werde.“
„Das hättest du dir vielleicht überlegen sollen, bevor du ein weiteres Kind gezeugt hast“, platzte es aus Verena heraus.
Ralf blickte sie gekränkt an. „Es kann doch nicht sein, dass ich keine neue Familie gründen darf, nur weil du nicht mehr Stunden arbeiten willst, obwohl du es könntest. Erzieherinnen sind gefragt. Man wird deine Arbeitsstunden mit Kusshand aufstocken. Sei nicht egoistisch, Verena. Wenn du dich an Kim klammerst, ist das schlecht für euch beide.“
Sie reckte das Kinn vor. „Ich glaube kaum, dass dir ein Urteil darüber zusteht.“
„Siehst du“, seufzte Ralf. „Immer fühlst du dich gleich angegriffen. Deshalb wollte ich die Sache eigentlich durch meinen Anwalt regeln lassen. Yvonne hat darauf bestanden, dass ich das Gespräch mit dir suche. Sie möchte eine gütliche Einigung.“
„Die so aussieht, dass du dich durchsetzt und ich mich füge?“, fragte Verena spitz.
„Die so aussieht, dass du Vernunft annimmst. Dem gesunden Menschenverstand kannst du dich nicht verschließen. Übrigens auch nicht den Gerichtsurteilen, die in letzter Zeit zu Fällen wie meinem ergangen sind. Das Recht ist auf meiner Seite, wie dir jeder halbwegs gute Anwalt bestätigen wird.“
Verena zählte stumm bis zehn.
„Möchtest du mit mir noch über irgendein anderes Thema als den Unterhalt sprechen?“, fragte sie dann kühl.
„Nein.“
„In dem Fall ist jetzt wohl alles gesagt.“ Mit fahrigen Händen zog sie den Geldbeutel aus ihrer Handtasche und legte ein paar Münzen auf den Tisch. „Alles Gute für euer Kind. Leb wohl.“
***
„Nein, Pia, diese Schaufel hat sich der Nico geholt“, stellte Verena klar. „Gib sie ihm zurück.“
Feindselig starrte die fünfjährige Pia den ein Jahr jüngeren Nico an. Mit der rechten Hand umklammerte sie die gelbe Plastikschaufel, die sie ihrem Kindergartengefährten entrissen hatte.
„Ich brauch die aber“, behauptete sie.
„Wenn Nico das Loch tief genug gebuddelt hat und die Schaufel nicht mehr möchte, darfst du sie haben. Jetzt ist Nico an der Reihe. Gib ihm die Schaufel wieder.“
Pia zögerte. Es war gar zu verlockend, die Schaufel zu behalten. Zu dumm, dass ausgerechnet die strenge Verena heute...
| Erscheint lt. Verlag | 20.11.2018 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Dr. Stefan Frank Sammelband | Dr. Stefan Frank Sammelband |
| Verlagsort | Köln |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Krimi / Thriller / Horror |
| Literatur ► Romane / Erzählungen | |
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| ISBN-10 | 3-7325-6905-5 / 3732569055 |
| ISBN-13 | 978-3-7325-6905-2 / 9783732569052 |
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