Zwischen Leidenschaft und süßer Rache (eBook)
144 Seiten
CORA Verlag
978-3-7337-1051-4 (ISBN)
Wie Messerstiche im Herzen fühlen sich seine verachtenden Blicke an. Aber tapfer steht Freya zu ihrem Plan: Sie wird den arroganten Milliardär Benjamin Guillem heiraten, denn sie braucht sein Geld für die teuren Arztkosten ihrer schwerkranken Mutter. Dabei weiß sie genau, dass Benjamins Antrag nur Teil eines Racheplans ist: Er hat sie auf sein Château entführt, um sich an ihrem betrügerischen Verlobten zu rächen. Doch woher kommt diese erotische Anziehungskraft, die die gestohlene Braut in einer magischen Nacht in die Arme ihres Feindes treibt?
Michelle Smart ist ihrer eigenen Aussage zufolge ein kaffeesüchtiger Bücherwurm! Sie hat einen ganz abwechslungsreichen Büchergeschmack, sie liest zum Beispiel Stephen King und Karin Slaughters Werke ebenso gerne wie die von Marian Keyes und Jilly Cooper. Im ländlichen Northamptonshire, mitten in England, leben ihr Mann, ihre beiden Kinder und sie zusammen mit einem niedlichen Cockapoo - einer Kreuzung aus den Hunderassen Cocker Spaniel und Pudel. Was Michelle am meisten am Autorinnen-Dasein liebt, ist, dass sie den ganzen Tag mit Kaffee auf dem Schoß herumsitzen, aber dabei in Gedanken weit weg sein kann ... In ihrer eigenen Welt, die sie ganz nach ihrer Vorstellung erschafft.
2. KAPITEL
Irgendetwas riss Freya aus ihrem leichten Schlummer. Als sie feststellte, dass Benjamin sie immer noch anstarrte, spürte sie heiße Röte in ihre Wangen steigen.
„Ich wollte Sie gerade wecken, wir werden nämlich in Kürze landen“, sagte er freundlich, doch sein Lächeln wirkte seltsam angespannt.
„Sorry, ich habe wirklich versucht, mich wachzuhalten“, entschuldigte sie sich, unterdrückte ein Gähnen und schlüpfte wieder in ihre High Heels, die sie im Schlaf offenbar abgestreift hatte. „Reisen entspannt mich total, ich weiß auch nicht, warum.“
So war es schon immer gewesen, seit ihre Eltern sie abwechselnd im Kinderwagen schoben, um sie zum Einschlafen zu bringen, wie sie oft genug erzählt bekommen hatte. Sobald sie dem Kinderwagen entwachsen war, wurden die täglichen Spaziergänge in den Buggy verlegt, immer denselben Weg entlang, der sie an der örtlichen Ballettschule vorbeiführte. Spätestens dort war sie stets aufgewacht.
„Freya auch tanzen!“, hatte sie offenbar jedes Mal energisch beim Anblick der Ballettschülerinnen in ihren rosa Tutus verlangt.
So waren es zwei Konstanten in ihrem Leben, die Freya auf die regelmäßigen Spazierfahrten von damals zurückführte. Ihre glühende Liebe zum Ballett und die praktische Fähigkeit, in jedem Transportmittel einzuschlafen. Innerhalb von maximal zehn Minuten lag sie im tiefsten Schlummer, ungeachtet des Ziels oder etwaiger Aufregungen.
Dass es heute fast dreißig Minuten gedauert hatte, bevor sie der Schlaf in Benjamins Jet übermannte, hatte eher mit der verstörenden Weise zu tun, wie ihr unberechenbares Herz auf ihren Begleiter reagierte, als auf etwaige Ängste, die sie um ihren Verlobten ausstand.
Schlimm genug, dass ihre Finger so seltsam kribbelten, seit sie die unter seiner kräftigen warmen Hand weggezogen hatte. Oder ihr Blut immer noch heiß und fordernd durch die Adern strömte, wie es nur in der Nähe ihres Verlobten zulässig war …
Javier! Hatte Benjamin ihr nicht versichert, dass er unverletzt war und sie sich keine Sorgen machen müsse? Freya spürte einen seltsamen Schauer über ihren Rücken huschen, biss sich auf die Unterlippe und starrte wieder aus dem Fenster.
Beim letzten Mal waren sie hoch über den Wolken gewesen, jetzt konnte sie dunkle Schatten ausmachen, die an Berge und dichte Wälder erinnerten. Dazwischen immer wieder funkelnde Lichter von Städten und kleineren Ortschaften.
Nichts davon kam ihr bekannt vor.
Freyas Unbehagen nahm zu, je tiefer sie flogen. Krampfhaft hielt sie nach einer vertrauten Landmarke Ausschau … nach irgendetwas, was dem Flattern ihrer Magennerven entgegenwirken könnte, weshalb sie die glatte Landung auch kaum mitbekam.
Nervös bedankte sie sich bei den freundlichen Crew-Mitgliedern, bevor sie die Metallstufen hinunterstieg, unbekannten Boden betrat und instinktiv schnupperte. Nur eine Woche zuvor war sie während einer Europatournee mit ihrer Ballettkompanie in Florenz gelandet. Dort hatte es nicht so gerochen … nicht nach Lavendel.
Benjamin war vor ihr ausgestiegen und wartete auf sie neben einer schwarzen Luxuslimousine. Die hintere Wagentür stand offen.
„Wo sind wir hier?“, fragte sie mit belegter Stimme und fühlte ein seltsames Unbehagen in sich aufsteigen.
„In der Provence.“
Es dauerte einen Moment, bis das gesackt war. „Die Provence in Frankreich?“
„Oui.“
Ihre Augen wurden ganz groß. „Habe ich das falsch verstanden? Ich dachte, Javier sei immer noch in Florenz.“ Das hatte er doch gesagt, oder nicht? Vielleicht lag es ja an seinem Akzent …
Benjamin schüttelte den Kopf. „Sie haben richtig gehört.“
Eine positive Aussage, die ihr dennoch das Blut in den Adern gefrieren ließ. Verzweifelt versuchte Freya, ihre aufsteigende Panik zu verbergen.
Sie hatte Benjamin erst einmal getroffen, wusste aber, dass er Javier und Luis bereits aus Kindertagen kannte. Ihre Mütter waren beste Freundinnen gewesen. Sie wuchsen zusammen auf, wie in einer Familie.
Erfahren hatte sie das während einer Kostümprobe, anlässlich ihrer letzten Tournee, die sie ins wundervolle Florenz geführt hatte. Dort traf sie auf eine neu eingestellte Schneiderin, eine attraktive junge Frau namens Chloe Guillem. Als Freya sie beiläufig fragte, ob sie in irgendeiner Beziehung zu Benjamin Guillem stehen würde, erfuhr sie, dass Chloe seine Schwester war. Sie waren ins Plaudern gekommen und …
„Wo ist Javier wirklich?“, wollte sie wissen.
Benjamin sah auf die Uhr, bevor er antwortete. „Ich denke, inzwischen wieder in Madrid, wo er sehr bald erfahren wird, dass Sie verschwunden sind. Und zwar in meiner Begleitung. Vielleicht weiß er es ja auch schon.“
Freya schluckte mühsam. „Wovon reden Sie da?“
„Ma douce, ich bedauere Ihnen mitteilen zu müssen, dass Sie unter falschen Vorspiegelungen hierhergelockt wurden. Javier hat mich nie gebeten, Sie zu ihm zu bringen.“
Sie lachte. Es war ein Reflex, der absurden Behauptung geschuldet, die Benjamin ihr mit todernster Miene präsentierte. „Ist das ein albernen Scherz, den Javier und Sie zusammen ausgeheckt haben?“ Seltsam nur, dass sie bisher jeden Funken von Humor bei ihrem Verlobten vermisst hatte.
Auch Benjamins unerschütterliche Miene zeigte keine Spur von Amüsement, stattdessen huschte ein dunkler Schatten über die harten Züge, der sie frösteln ließ. Ihr Unbehagen vertiefte sich, als sie ihr Handy aus der Tasche zog und feststellen musste, dass es immer noch nicht funktionierte.
„Verdanke ich das etwa auch Ihnen?“, fragte sie rau und hielt ihm anklagend ihr Smartphone entgegen.
„Morgen wird es wieder freigeschaltet“, versprach er gelassen und trat zur Seite. „Steigen Sie ein, ich werde Ihnen unterwegs alles erklären.“
Freyas Herz klopfte bis zum Hals, als sie instinktiv zurückwich und panisch um sich schaute. Der weitläufige Landeplatz wurde umringt von hohen Bäumen, die in der Dunkelheit seltsam bedrohlich wirkten. Der einzige Laut war das Motorengeräusch des Privat-Jets. Links von der Landebahn entdeckte sie ein containerartiges Betongebäude, in dem Licht brannte. Dorthin mussten nach ihrer Landung die Männer in Warnwesten verschwunden sein, die ihr vage aufgefallen waren. Dort gab es bestimmt ein funktionierendes Telefon.
Freya schluckte noch einmal, dann schob sie ihr Kinn energisch vor. „Ich gehe nirgendwo hin, ehe Sie mich nicht darüber aufgeklärt haben, was hier läuft“, sagte sie mit erzwungener Ruhe, verstaute ihr blockiertes Handy wieder in ihrer Tasche und tastete möglichst unauffällig nach der Dose mit dem Pfefferspray, die sie immer bei sich führte.
Benjamin hatte sie keine Sekunde aus den Augen gelassen und hob mit schwachem Lächeln die Hände in einer beschwichtigenden Geste. „Ich bringe Sie zu mir nach Hause. Sie haben mein Ehrenwort, dass Ihnen nichts geschehen wird.“
„Ganz sicher nicht!“, stieß Freya hervor. „Ich will hier und jetzt wissen, was für ein perfides Spiel Sie mit mir treiben.“
Benjamin hatte sichtbar Mühe, seine Ungeduld zu zügeln. „Es gibt eine Menge zu besprechen und aufzuklären. Das lässt sich angenehmer in privater Atmosphäre und in einem gewissen Komfort bewerkstelligen.“
„Hier und jetzt, ehe ich wieder in den Flieger steige und den Piloten anweise, mich umgehend zurück nach Madrid zu fliegen“, beharrte sie kalt.
Um zum Jet zu gelangen, musste sie allerdings an ihm vorbei. Ihre Tanzausbildung hatte ihr ganz sicher mehr Kraft und Beweglichkeit verliehen, als andere Frauen besaßen, trotzdem wäre ein ernsthaftes Kräftemessen mit dieser soliden Wand aus Muskeln und purer Männlichkeit dicht vor ihr ebenso absurd wie lächerlich.
Täuschte sie sich, oder blitzte sogar kurz ein mitleidiger Schimmer in den smaragdgrünen Augen auf, die in der Dunkelheit wie die eines Raubtieres wirkten?
Egal! Ihre Finger schlossen sich um die Pfefferspraydose. Mit einem Ruck zog sie ihre Waffe hervor und zielte auf ihn. „Ich kehre auf der Stelle nach Madrid zurück, und Sie werden mich nicht daran hindern.“ Ohne auf seine Reaktion zu warten, schüttelte sie ihre High Heels von den Füßen und startete durch, in Richtung des erleuchteten Betongebäudes. Sie schaute nicht zurück, sondern fokussierte sich einzig und allein auf die Stahltür, drückte die Klinke herunter und …
Nichts. Die Tür war verschlossen.
„Dies ist ein Privatflughafen“, kam es gelassen von hinten. „Und er gehört mir. Hier wird Ihnen niemand helfen, ma douce.“
Freya fuhr herum, mehr wütend als ängstlich, was sie selbst überraschte. Eigentlich müsste sie doch eher Panik als Wut empfinden, oder nicht? Er hatte sie angelogen und sie absichtlich ins falsche Land gebracht. Niemand tat das, wenn er keine schlechten Absichten hatte.
Benjamin hatte sich nicht bewegt. Er stand immer noch am Auto und beobachtete sie teilnahmslos. Zum ersten Mal fiel ihr auf, dass jemand am Steuer saß. Und dann stellte sie mit Entsetzen fest, dass die Flugzeugmotoren im Hintergrund immer lauter wurden und der Jet sich mit zunehmender Fahrt über die Landebahn bewegte, ehe er sich elegant in die Lüfte hob und am Nachthimmel ihren sehnsüchtigen Blicken entschwand.
„Nun kommen Sie schon …“ Diesmal schwang leichte Ungeduld in der dunklen Stimme mit. „Ihnen wird nichts passieren, darauf gebe ich Ihnen mein Wort.“
„Warum sollte ich Ihnen glauben?“, rief...
| Erscheint lt. Verlag | 6.11.2018 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Julia |
| Julia | Julia |
| Übersetzer | Gudrun Bothe |
| Verlagsort | Hamburg |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Romane / Erzählungen |
| Schlagworte | bücher für frauen • Cora • cora bücher • cora julia • cora liebesromane • cora neuerscheinungen • cora romane • cora romane julia • Cora Verlag • cora verlag kindle • eBook • ebook liebesroman • Frauenroman • Liebesgeschichte • Liebesroman • Romantische Bücher |
| ISBN-10 | 3-7337-1051-7 / 3733710517 |
| ISBN-13 | 978-3-7337-1051-4 / 9783733710514 |
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