Dr. Stefan Frank 2468 (eBook)
Bastei Entertainment (Verlag)
978-3-7325-7152-9 (ISBN)
Nicht immer gewinnt, wer Erster wird - Wie Dr. Frank Flora die Augen öffnete
Nachdenklich blickt Dr. Frank auf das junge Mädchen, das vor seinem Schreibtisch sitzt. Die vierzehnjährige Flora ist von ihrer Mutter zu dem Grünwalder Hausarzt geschickt worden, weil diese sich große Sorgen um ihre Tochter macht. Flora verschließt sich seit einiger Zeit immer mehr vor der Außenwelt, Freunde scheint sie nicht zu haben, und mit ihrer Mutter spricht sie kaum noch. Einzig für ihr Lieblingspferd vom nahe gelegenen Reiterhof bringt sie Interesse auf. Wenn sich Stefan Frank nicht täuscht, hat Flora seit ihrem letzten Besuch bei ihm auch merklich abgenommen.
Was geht in der Jugendlichen nur vor sich? Verbirgt sie irgendwelche Sorgen?
Auch Dr. Frank gelingt es nicht, Flora zum Reden zu bringen. Aber dann kommt der Tag, an dem ein Unglück geschieht, weil Flora bei einem Ausritt ohne Rücksicht auf Verluste Erste werden will ...
***
Dr. Stefan Frank - dieser Name bürgt für Arztromane der Sonderklasse: authentischer Praxis-Alltag, dramatische Operationen, Menschenschicksale um Liebe, Leid und Hoffnung. Dabei ist Dr. Stefan Frank nicht nur praktizierender Arzt und Geburtshelfer, sondern vor allem ein sozial engagierter Mensch. Mit großem Einfühlungsvermögen stellt er die Interessen und Bedürfnisse seiner Patienten stets höher als seine eigenen Wünsche - und das schon seit Jahrzehnten!
Eine eigene TV-Serie, über 2000 veröffentlichte Romane und Taschenbücher in über 11 Sprachen und eine Gesamtauflage von weit über 85 Millionen verkauften Exemplaren sprechen für sich:
Dr. Stefan Frank - Hier sind Sie in guten Händen!
Jede Woche erscheint eine neue Folge.
Alle Folgen sind in sich abgeschlossen und können unabhängig von den anderen Folgen der Serie gelesen werden.
Der Blick aus dem Fenster war deprimierend.
Seit Tagen schon hing, bei Temperaturen um den Nullpunkt, ein schwerer grauer Himmel über München. Unablässig schwebten daraus große nasse Schneeflocken zur Erde herab, blieben für einige Augenblicke an Fensterscheiben und Haustüren kleben, schmolzen langsam und rollten schließlich am Glas und die Holzlackierungen hinunter.
Der Februar neigte sich dem Ende zu, aber noch war vom kommenden Frühlingsmonat März nicht viel zu spüren. Im Gegenteil, grau und trist lagen die Vorgärten von Grünwald unter der schweren pappigen Masse. Sämtliche Straßen waren leer, die Fußwege matschig vom zertretenen Schnee, und kaum jemand hielt sich länger draußen auf, als es unbedingt nötig war.
Selbst im Grünwalder Forst war bei diesem Wetter niemand auf längeren Spaziergängen anzutreffen, außer einigen Hundebesitzern vielleicht, und auch die beeilten sich jedes Mal, schnell wieder in die warme Stube zurückzukommen.
Nur die Kinder ließen sich von der grauen Stimmung nicht aufhalten. Unbeirrt zogen sie ihre Schlitten durch die Siedlung, pappten den langsam abtauenden Schnee zu mehr oder minder gelungenen Formen zusammen, lieferten sich juchzend ausgelassene Schneematschschlachten und kamen schließlich völlig durchnässt wieder nach Hause.
Und noch eine Gruppe gab es, die das Wetter unabhängig von seiner ungemütlichen Nässe genoss: die Pferdefreunde vom Reiterhof Pegasus.
Dieser Reitsportverein war erst vor wenigen Jahren gegründet und am Rand von Grünwald angesiedelt worden. Hier standen unter zurzeit triefnassen Bäumen mehrere moderne Ställe, in denen sowohl der Verein als auch einige Münchner Privatleute ihre Pferde zu den entsprechenden Konditionen eingestellt hatten.
Neben den Ställen gab es eine Koppel, und ungefähr fünfzig Meter die Waldstraße entlang waren zwei neue Reithallen und ein Dressurviereck errichtet worden.
Die Reithallen des Vereins Pegasus waren sogar weit über Grünwald hinaus berühmt, denn sie waren durch einen breiten Anbau miteinander verbunden, welchen ein findiger Wirt vor knapp zwei Jahren gepachtet und dann zu einem Gasthaus der besonderen Art umgebaut hatte.
Die Gäste auf den Premiumplätzen konnten hier durch große Glasfenster den Reitern in der größeren Halle beim Training zuschauen, während die Pferde aufgrund der Dunkelfärbung der Scheiben von den Restaurantbesuchern so gut wie nichts mitbekamen.
An mehreren Wochenenden im Jahr fanden in der großen Reithalle sogar Turniere und Pferdeverkaufsschauen statt, und in jedem dieser Fälle waren die Premiumplätze im Restaurant schon Wochen vorher reserviert.
An normalen Schlechtwettertagen hingegen trainierten regelmäßig die verschiedenen Gruppen des Vereins in der großen Halle, während die kleinere Reithalle den Privatkunden vorbehalten blieb. Die Kindergruppen waren dabei je nach Alter auf die verschiedenen Wochentage verteilt – bis auf den Sonntag, wo sich die Gruppen mit dem Stalldienst abwechselten.
Heute, am Dienstag, waren die Zwölf- bis Fünfzehnjährigen dran, und eine von ihnen war Flora Brandner.
Flora war ein sehr hübsches, aufgewecktes Mädchen von vierzehn Jahren. Mit ihren großen braunen Augen, den langen schwarzen Haaren und ihrer blassen Haut hatte sie etwas von Schneewittchen, nur, dass sie nicht ganz so elfenhaft zart daherkam wie die Märchenfigur, sondern für ihre vierzehn Jahre körperlich schon recht weit entwickelt war.
Mit ihren ausgeprägt weiblichen Rundungen wurde sie hin und wieder schon für sechzehn, ja sogar siebzehn Jahre gehalten. Abgesehen davon war sie aber ein ganz normaler vierzehnjähriger Teenager mit den üblichen Interessen, Wünschen und Sehnsüchten aller Vierzehnjährigen.
Im Moment stand sie in der Box ihres Lieblings „Silberwind“ und bemühte sich, dem pelzigen Winterfell des Pferdes mit Bürste und Striegel zu einem besseren Glanz zu verhelfen.
Das war allerdings gar nicht so einfach, denn Silberwind hatte nicht nur ein vom Liegen im Stroh total verstrubbeltes Fell, sondern auch einen für Englische Vollblüter völlig untypischen Farbton – ein wunderschönes Silbergrau, auf dem sich der weiche Glanz naturgemäß nicht so klar abzeichnete wie auf schwarzem oder braunem Fell.
Englische Vollblüter – das waren Pferde, die aufgrund ihres leichten und überaus schlanken Körperbaus hierzulande für Trab- und Galopprennen eingesetzt wurden. Auch Silberwind war einmal ein Rennpferd gewesen, das allerdings wegen seiner extrem schwachen Sehnen schon nach einer einzigen Saison wieder aus dem Rennbetrieb genommen worden war.
Gottlob hatte der Reitsportverein das Pferd danach für einen geminderten Preis übernehmen können, sonst wäre es für den Grauschimmel, wie leider für viele seiner Artgenossen, nicht gut ausgegangen.
Seit er aber im Stall des Reitsportvereins stand und dadurch dem nervenaufreibenden Rennsportbetrieb nicht mehr ausgesetzt war, hatte sich bei ihm auch die typische übernervöse Art der Vollblüter völlig gelegt. Ja, er hatte sogar beim Dressurreiten – in das er sich aufgrund seiner Rennvergangenheit anfangs nur schwer hatte hineinfinden können – ein gewisses Phlegma entwickelt.
Das war allerdings nur zu begrüßen, vor allem im Hinblick auf die vielen Kinder, die jeden Tag in den Stall kamen, um das Reiten ja erst zu erlernen. Mittlerweile konnte er sogar zum Voltigieren eingesetzt werden, einer Sportart, bei der die Kinder komplizierte gymnastische Figuren auf einem an einer langen Leine – der sogenannten Longe – galoppierenden Pferd turnten.
Auch Flora hatte vor vier Jahren ihre ersten vorsichtigen Reitversuche auf dem Grauschimmel absolviert, und seither war sie ihm hoffnungslos verfallen. Von ihr stammte auch der Name „Silberwind“, denn eigentlich hatte das ehemalige Rennpferd laut Zuchtbucheintrag einen ganz anderen Namen. Aber der war nach und nach in Vergessenheit geraten, nachdem die Vereinsleitung auf Wunsch der Dienstagsgruppe das Namensschild gutmütig schmunzelnd ausgetauscht hatte.
Nur wenn der Tierarzt kam, musste der alte Name noch aus den Papieren hervorgekramt werden.
Beruhigend klopfte Flora jetzt Silberwinds Hals, bevor sie ihm die Hufe auskratzte, denn das war eine Sache, die der Grauschimmel nach wie vor nicht mochte. Aber letztlich war alles eine Frage der Geduld, und die Prozedur gelang.
Nachdem Flora die Hufe dann noch eingefettet hatte, ging es ans Satteln. Heute allerdings konnte die Gruppe wieder nur in der Reithalle trainieren, denn der Schneefall draußen war inzwischen in einen ungemütlichen Schneeregen übergegangen.
Mit ganzem Herzen sehnte Flora die Zeit herbei, in der die Fortgeschrittenen wieder im Grünwalder Forst ausreiten konnten. Jedes Mal verspürte sie dabei solch ein unglaubliches Gefühl von Freiheit und Leichtigkeit, dass es ihr beinahe vorkam, als seien Silberwind und sie ganz allein auf der Welt – untrennbar miteinander verbunden und weit weg von allen Sorgen und Problemen der Erwachsenen.
Aber egal; solange sie Silberwind überhaupt reiten durfte, war sie mit allen Umständen zufrieden. Ganz zart gab sie ihrem Lieblingspferd einen Kuss auf die Nüstern und schob dann die Boxentür zur Seite.
Silberwind war ihr bester Freund, und nichts und niemand würde daran jemals etwas ändern können.
***
Es war schon recht spät, als Flora nach dem Reiten endlich nach Hause kam. Natürlich hatte sie es sich nicht nehmen lassen, Silberwind nach dem Training auch noch selbst zu versorgen.
Zwar gab es im Verein Angestellte, die diese Aufgaben eigentlich übernahmen, damit die vielen Kinder in der dunklen Jahreszeit nicht allzu spät nach Hause kamen. Aber die wenigsten ließen sich dadurch von der Versorgung ihres Lieblings abhalten. Manchmal gab es sogar Tränen, wenn eilige Mütter ihre Kinder direkt nach dem Training ins Auto verfrachten wollten.
Bei Flora allerdings stand das nicht zu befürchten. Zum einen war ihre Mutter viel zu sehr in ihren eigenen Alltag eingebunden, als dass sie die Zeit hätte erübrigen können, Flora nach dem Training abzuholen. Zum anderen war Flora mit ihren vierzehn Jahren ja auch schon selbstständig genug, um den weiten Weg mit dem Rad oder im Winter eben mit dem Bus allein zu bewältigen.
„Na, da bist du ja endlich“, klang ihr jetzt die Stimme der Mutter entgegen, kaum, dass sie die Wohnungstür aufgeschlossen hatte. Aus der Küche trat Marie Brandner in Floras Sichtfeld und wischte sich die Hände an einem Stück Küchenpapier ab. „Wir hatten doch ausgemacht, dass du heute um spätestens neunzehn Uhr zurück bist. Ich dachte, ich könnte mich auf dich verlassen!“
„Pffhhh“, machte Flora und stellte ihre Sporttasche ab. Abgemacht hatten sie aus ihrer Sicht gar nichts. Vielmehr hatte die Mutter ganz allein beschlossen, dass sie sich ab jetzt monatlich einige Stunden mehr um den jüngeren Bruder zu kümmern hatte.
Und selbst wenn Flora im Grunde einsah, dass ihre Mutter auch mal ein wenig Entlastung für sich einfordern durfte – auf Kosten ihrer gemeinsamen Zeit mit Silberwind ließ Flora sich diesen Dienst nicht vorschreiben, da konnte ihre Mutter jetzt so sauer reagieren, wie sie wollte.
Tatsächlich schaute Marie Brandner im Moment ziemlich verärgert drein, während sie sich mit einer schnellen Handbewegung eine Haarsträhne aus der Stirn wischte und sich gleichzeitig hektisch zur Küche umwandte, als dort unvermutet ein Topf auf dem Herd zu zischen begann.
Marie Brandner war eine hübsche,...
| Erscheint lt. Verlag | 9.10.2018 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Dr. Stefan Frank |
| Verlagsort | Köln |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Krimi / Thriller / Horror |
| Literatur ► Romane / Erzählungen | |
| Schlagworte | 2017 • 2018 • Arzt • arzt deutsch • arzt kindle • arzt krimi • arzt-krimi • arzt liebe • Arzt Liebesroman • arzt liebesroman deutsch • Arzt Roman • arztroman buch • arzt romance • Arztromane • arztromane deutsch • arztromane e-books • arztromane e-books und liebesromane • arztromane hefte • arztromane kindle • arztromane kindle ebook • arztromane kindle ebooks deutsch • arzt roman familie • arzt romanhefte • arzt romantik • bastei hefte • bastei heftromane • bastei romane • bastei romane hefte • Bergdoktor • Bestseller • Bianca • Chefarzt • Cora • Deutsch • Doktor • dr daniel • dr laurin • dr norden • Dr Stefan Frank • eBook • E-Book • eBooks • Fortsetzungsroman • Frauen romane • Frauenromane • für Frauen • Großdruck • große-schrift • Happy End • Happy-End • Hedwig Courths Mahler • Heftchen • Heft-Roman • heftromane bastei • Julia • kaipurgay • Kelter • Kindle • Klinik • Krankenhaus • Krankenschwester • Landarzt • Liebe • Liebesroman • liebesroman arzt • Liebesromane • liebesroman kindle deutsch romantisch • Liebesroman Reihe • liebesroman serien • Medizin • Mira • Modern • Notarzt • Patient • Praxis • Romance • Romanheft • romantik deutsch • romantisch • Schicksal • Schicksalsroman • Serie • spannend • Urlaub • Wohlfühlroman |
| ISBN-10 | 3-7325-7152-1 / 3732571521 |
| ISBN-13 | 978-3-7325-7152-9 / 9783732571529 |
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