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Jerry Cotton 3198 (eBook)

Geisterfahrt

(Autor)

eBook Download: EPUB
2018 | 1. Aufl. 2018
64 Seiten
Bastei Entertainment (Verlag)
978-3-7325-6503-0 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Jerry Cotton 3198 - Jerry Cotton
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Im Puerto-Rico-Graben im Westen des Atlantischen Ozeans stieß ein Flugzeugträger der U. S. Navy auf ein kleines U-Boot, das sich auf Kollisionskurs befand, jedoch keinerlei Anstalten machte, auszuweichen. Funkanrufe wurden nicht beantwortet. Nur knapp gelang es, eine Kollision zu verhindern. Der Kapitän war überzeugt, es mit einem Halbtaucher für den Drogenschmuggel zu tun zu haben. Doch wenig später stellte sich heraus, dass sich in dem U-Boot keinerlei Drogen befanden, dafür fünf Tote. Und wir hatten die schwere Aufgabe, Licht in das Drama zu bringen, das sich in 20.000 Fuß Tiefe abgespielt haben musste!

Mit zitternden Händen steckte Lozano seine Pistole wieder weg. Er ging zu dem gekrümmt daliegenden Mann, der noch keine dreißig Jahre alt gewesen war. Blut floss langsam unter Maldonados Kopf hervor und bildete eine hässliche Lache. Als er den leblosen Körper mit der Fußspitze auf den Rücken drehte, erkannte Lozano, dass da nichts mehr zu machen war. Er hatte Maldonado direkt über der Nasenwurzel in die Stirn getroffen.

Wut stieg in ihm hoch. Unbeherrscht trat er auf Maldonados Leiche ein. »Du verfluchter Vollidiot«, stieß er hervor. »Ich wollte dir doch nur ein besseres Angebot machen …« Jedes Wort war ein neuer Tritt. »Warum hast du das getan?«

Lozanos Magenkrämpfe blieben. Wenigstens bekam er wieder einen klaren Kopf. Es war nun mal nicht zu ändern. Jetzt mussten sie eben das Beste aus der Situation machen. Er ging ins Schlafzimmer, nahm ein Kissen und legte es unter den Kopf der Leiche. Dann riss er das fleckige Laken aus dem Bett und wickelte Kopf und Kissen darin ein. So wollte er verhindern, dass weiter Blut auf den Boden floss.

Lozano war kräftig genug. Er fasste die Leiche unter den Armen und schleppte sie zu Maldonados Pick-up, der neben dem Haus parkte. Lozano legte sie ab, hob sie hoch und warf sie auf die Ladefläche. Er wusste, wo Maldonado seine Autoschlüssel aufbewahrte, holte sie und fuhr mit der Leiche zu einer einsamen Bucht.

Es roch wunderbar. Die Geräusche des nächtlichen Dschungels, die er sonst so liebte, erschreckten ihn jetzt. Nervös sah er sich um. Dann schleppte er die Leiche zum Ufer und ließ sie in das warme Wasser gleiten, auf dem das Mondlicht silberne Reflexe warf.

Seine Magenkrämpfe verstärkten sich, als er wie gebannt auf die treibende Leiche starrte. Mit dem Laken um den Kopf wirkte sie fast wie ein Gespenst. Kurze Zeit später begann das Wasser, zu brodeln und zu schäumen. Lozano wusste, dass die Haie bis fast ans Ufer der kleinen Lagune schwammen. Jetzt verrichteten sie ganze Arbeit.

Lozano atmete erleichtert auf und fuhr zurück. Maldonado hatte keine Angehörigen, niemand würde ihn vermissen. Wenigstens das …

Trotzdem reinigte er den Boden sorgfältig und suchte die Umgebung nach Blutspritzern ab. Als er einigermaßen zufrieden war, griff er nach seinem Smartphone. Lozano zögerte einen Augenblick, weil dieses Gespräch äußerst unangenehm werden würde. Nachdem er einmal tief durchgeatmet hatte, drückte er auf den entsprechenden Kontakt.

***

Puerto-Rico-Graben, Nordküste von Puerto Rico

Kampfpilot Sam Steffensmeier drückte die F/A-18E Super Hornet ein wenig tiefer. Er befand sich im Anflug auf die USS John C. Stennis. Der Flugzeugträger und seine Begleitschiffe waren rund fünfundzwanzig Seemeilen entfernt, er konnte die Flugzeugträgerkampfgruppe mit bloßem Auge am Horizont erkennen. Der tiefblaue Nordatlantik unter ihm lag so glatt und ruhig da wie ein Spiegel. Zu seiner Rechten zog sich in einiger Entfernung die Nordküste von Puerto Rico hin. Wie ein riesiger Wal lag die Insel im Wasser.

»He, Sam, ich hab da was auf dem Radar«, sagte Feltus Reddy, sein Systemoffizier, mit dem ihn auch eine private Freundschaft verband. »Etwa zwei Seemeilen voraus. Oberflächenziel. Es ist so klein, dass das Radar es jetzt erst erfasst hat. Siehst du was?«

»Nein«, erwiderte Steffensmeier. »Ich geh mal etwas runter.«

»Jetzt müssten wir’s gleich eingeholt haben.«

Steffensmeier hatte gute Augen. Er bemerkte die kleine Bugwelle in der unendlichen blauen Weite. Und die gelbe Fläche dazwischen. Nur für einen kurzen Augenblick allerdings, dann war das Ding aus dem Sichtbereich verschwunden. »Tatsächlich, da war es. Ein U-Boot«, stellte er verblüfft fest.

»Bist du sicher, Sam? Da müsste das Echo größer sein.«

»Kein Marine-U-Boot. Eher ein privates, ein Tauchboot, das an der Wasseroberfläche schwimmt. Ich schau noch mal nach. Setz du einen Funk an den Alten ab.«

Während sich Reddy von der Funkstation mit Commander Ben Freeman verbinden ließ, der das auf dem Flugzeugträger stationierte Carrier Air Wing 9 kommandierte, und die Erlaubnis einholte, das unbekannte Objekt aufklären zu dürfen, flog Steffensmeier einen weiten Bogen. Dann drosselte er die Geschwindigkeit, ging tiefer, flog das Objekt schräg von hinten an und kreuzte es dann. Dabei kippte er so weit über den linken Flügel ab, dass es die Männer nun für einige Sekunden deutlich in Augenschein nehmen konnten.

»Tatsächlich, ein kleines Tauchboot, das unbeirrt seinen Kurs hält, Commander«, meldete nun Steffensmeier. »Es fährt direkt auf den Konvoi zu.«

»Kehren Sie zum Träger zurück, Major«, erwiderte Freeman. »Wir werden versuchen, das U-Boot über AIS zu warnen.«

»Jawohl, Commander.« Major Steffensmeier ging erneut auf Anflugkurs. Mit ohrenbetäubendem Lärm setzte die Super Hornet auf dem Deck des Flugzeugträgers auf. Weil die Landung härter als sonst war, wurde die Zweimann-Crew gehörig durchgeschüttelt.

***

Puerto-Rico-Graben, Nordküste von Puerto Rico

Der Captain der USS John C. Stennis, Ivan Mihaljevic, stand auf der Brücke, drehte seine Schirmmütze in den Händen und starrte auf den Radarschirm. Das unbekannte Tauchboot hielt weiter Frontalkurs auf den Konvoi. Es hatte sich bis auf fünf Seemeilen genähert und reagierte nach wie vor nicht auf Anrufe des Automatic Identification System, mit dem Schiffe aller Nationen Daten über Kurs, Geschwindigkeit, Position und andere Informationen austauschen konnten.

»Möglicherweise hat das Tauchboot gar kein AIS an Bord«, mutmaßte der Executive Officer, der neben dem Captain stand und über das Flugdeck auf die See davor blickte.

»Davon bin ich sogar fest überzeugt, XO«, erwiderte Mihaljevic. »Ich sage Ihnen, was wir da vor uns haben. Das ist ein Drogen-U-Boot, einer dieser berüchtigten Halbtaucher, die nur wenige Inches unter der Oberfläche fahren und irgendwo im mittelamerikanischen Dschungel gebaut wurden. Durch die Karibik werden ja tonnenweise Drogen in die Staaten geschmuggelt.«

»Mit Verlaub, Sir, müsste es dann nicht in die andere Richtung fahren?«, erwiderte der Executive Officer.

Mihaljevic erlaubte sich ein kurzes Grinsen. »Erwischt, was XO?« Er setzte die Schirmmütze wieder auf. »Natürlich wird das Ding da auf dem Rückweg sein. Die erste Generation der Drogen-U-Boote war nur für eine Fahrt gebaut, schreckliche Bedingungen an Bord. Aber in der Zwischenzeit sollen ja schon Boote der dritten Generation fahren, aus Stahl gefertigt, mit zwei parallel betriebenen Maschinen, die hohe Leistungen bringen und enorme Reichweiten ermöglichen.«

»Das habe ich auch gehört, Captain. Haben Sie schon mal so ein Drogen-U-Boot gesehen?«

»Nein. Dann könnte das heute also die Premiere werden.«

Der Executive Officer nickte nachdenklich. »Vielleicht sollten wir auch die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass dieses seltsame Boot den Träger angreift. Wenn es bis oben hin voll mit Sprengstoff ist …«

Der Captain schüttelte entschieden den Kopf. »Die wissen, dass sie niemals auch nur in unsere Nähe kommen. Um überhaupt eine Chance zu haben, müssten sie sich von unten nähern. Aber auch da haben sie keine.« Wieder grinste er. »Wie sollte das Mini-Ding an unseren Lenkwaffenzerstörern, U-Booten und Tomahawk-Marschflugkörpern vorbeikommen? Nein, das ist ein Drogen-U-Boot. Und soll ich Ihnen mal was sagen, XO? Wenn sich die Insassen nicht identifizieren, werden wir es aufbringen, die Leute da drinnen festnehmen und sie mitsamt dem Halbtaucher im Hafen von San Juan abliefern, wo sich dann die Polizei darum kümmern darf. Ich werde das mit Commander Landau vom Wing abstimmen.«

»Natürlich, Captain.«

Die Tauchbootbesatzung meldete sich erwartungsgemäß nicht. Außerdem änderte sie auch den Kurs nicht, obwohl sie den Schiffskonvoi längst bemerkt haben musste. Als sich das gelbe Tauchboot noch eine Seemeile vor der USS John C. Stennis befand, die es wohl um einige Hundert Yards verfehlen würde, klatschte neben dem Lenkwaffenzerstörer USS Michael Murphy ein Schnellboot aufs Wasser, in dem sich ein schwer bewaffneter Kampftrupp befand. Mit hoher Geschwindigkeit hielt das Boot auf den Halbtaucher zu, passierte ihn, beschrieb eine Kurve und fuhr dann längsseits mit. Mihaljevic beobachtete die Aktion mit dem Fernglas. Nun wurde auch klar, dass das Boot um die hundertfünf bis hundertzwanzig Yards lang sein musste.

»Enorme Größe für ein Tauchboot«, sagte der Captain anerkennend zu seinem Executive Officer. »Allein das deutet stark auf ein Drogen-U-Boot der dritten Generation hin. Sogar einen kleinen Turm hat es.«

Zwei Marines betraten das Tauchboot. Auf dem schmalen, mit einem Handlauf gesicherten Laufsteg balancierten sie zum Heck. Während einer der Marines seinen Kameraden mit der Maschinenpistole absicherte, brachte dieser eine Sprengladung an den Schrauben an. Als sie zurück auf dem Schnellboot waren, legte es ab und entfernte sich ein Stück. Kurz darauf sah der Captain einen hellen Blitz im Heck des Tauchboots. Gleichzeitig stieg eine Wasserfontäne hoch, das Heck des gelben Torpedos hob sich ebenfalls ein Stück aus dem Wasser. Der Knall war zu leise, als dass er die dicken Wände des Flugzeugträgers hätte durchdringen können.

Das Tauchboot schwankte gefährlich hin und her, wurde noch einige Yards weitergeschoben, um dann still in der rundum nach wie vor leicht aufgewühlten See zu liegen.

Das Schnellboot ging erneut längs. Ein Marine sprang auf das Tauchboot und klopfte mit einem schweren...

Erscheint lt. Verlag 2.10.2018
Reihe/Serie Jerry Cotton
Jerry Cotton
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Krimi / Thriller
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte 2017 • 2018 • Abenteuer • Action Abenteuer • action romane • action thriller • action thriller deutsch • alfred-bekker • Bastei • bastei hefte • bastei heftromane • bastei romane • bastei romane hefte • Bestseller • Deutsch • eBook • E-Book • eBooks • erste fälle • Fall • gman • G-Man • Hamburg • Heft • Heftchen • Heftroman • heftromane bastei • Kindle • Krimi • Krimiautoren • Krimi deutsch • krimi ebook • Krimi kindle • Kriminalfälle • Kriminalgeschichte • Kriminalgeschichten • Kriminalroman • Kriminalromane • kriminalromane 2018 • kriminalromane deutsch • Krimi Reihe • Krimireihen • krimi romane • Krimis • krimis&thriller • krimis und thriller kindle • Krimi Urlaub • letzte fälle • martin-barkawitz • Polizeiroman • Romanheft • Roman-Heft • schwerste fälle • Serie • Soko-Hamburg • spannend • spannende Krimis • spannende Thriller • Spannungsroman • Stefan Wollschläger • Tatort • Terror • thomas-herzberg • Thriller • Wegner
ISBN-10 3-7325-6503-3 / 3732565033
ISBN-13 978-3-7325-6503-0 / 9783732565030
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