Zum Hauptinhalt springen
Nicht aus der Schweiz? Besuchen Sie lehmanns.de

Das Berghotel 176 (eBook)

Die Sache mit der Liebe
eBook Download: EPUB
2018 | 1. Aufl. 2018
64 Seiten
Bastei Entertainment (Verlag)
978-3-7325-7171-0 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Das Berghotel 176 - Verena Kufsteiner
Systemvoraussetzungen
1,99 inkl. MwSt
(CHF 1,90)
Der eBook-Verkauf erfolgt durch die Lehmanns Media GmbH (Berlin) zum Preis in Euro inkl. MwSt.
  • Download sofort lieferbar
  • Zahlungsarten anzeigen

Die Sache mit der Liebe - Turbulenter Heimatroman um vier verwirrte Herzen

Eigentlich sollte Julius allen Grund zur Freude haben. Der gemeinsame Urlaub mit seinen beiden besten Freunden im Berghotel steht bevor. Doch Felix und Alois machen sich Sorgen um den feschen Schürzenjäger. Normalerweise sprüht er vor guter Laune, doch seit er sich bei einem Madel einen Korb eingehandelt hat, wirkt er unglücklich und ist sehr still. Felix und Alois glauben, er sei in seinem Stolz gekränkt. In Wahrheit hat ihm das Madel jedoch einen Spiegel vorgehalten und ihm klargemacht, was sie von seinen vielen Frauengeschichten hält. Seither hadert Julius mit sich selbst.
Um ihn aufzumuntern, denken sich seine Freunde eine Wette aus: Wer das schönste Madel im Dorf erobern kann, hat gewonnen. Beim Tennis fragen sie auch gleich Trainer Lukas Einrieder, wer die größte Schönheit im Ort sei. Ohne zu zögern nennt Lukas die Marianne, die im 'Ochsen' als Serviererin arbeitet. Und damit beginnt ein Spiel, aus dem schon bald bitterer Ernst wird ...

»Grüß dich, Hedi! Ein herrlicher Tag, gell?«, rief Gerda Stahmer, die im Sporthotel »Am Sonnenhang« als Hausdame tätig war und gerade an der Rezeption saß.

Hedi Kastler, die Hotelchefin, winkte fröhlich, als sie an der Rezeption vorbeilief.

»Ja, und diesen Tag will ich nutzen, indem ich runter in den Ort fahr«, kündigte sie gut gelaunt an. »Heut ist ja Bauernmarkt. Soll ich dir was mitbringen?«

»Gar nix, danke, bin wunschlos glücklich«, erwiderte Gerda lächelnd.

Hedi verließ das Hotel und trat hinaus in den strahlenden Sonnenschein.

Der Sommer zeigte sich im Zillertal in Tirol wie so oft von seiner allerbesten Seite. Der Himmel war klar und azurblau, nur gelegentlich war ein weißes Wölkchen zu sehen. Trotz der sanften Brise war es so heiß, dass die Hotelchefin froh war, ihr luftigstes Dirndl angezogen und sich die blonden Haare zu einer Flechtfrisur hochgesteckt zu haben. Sie schwang sich auf ihr Fahrrad und radelte los.

Das Berghotel thronte auf einem Hang über dem Dorf St. Christoph, sodass sie sich nun im Grunde genommen gemütlich bergab rollen lassen konnte und nicht allzu kräftig in die Pedale treten musste. So hatte sie reichlich Gelegenheit, die Landschaft zu betrachten, die sie freilich längst so gut wie ihre eigene Westentasche kannte und an der sie sich trotzdem nie sattsah.

Die Natur des Zillertals erschien ihr wie ein Wunder und oft dankte sie dem Herrgott in Gedanken dafür, dass ausgerechnet dieser wunderbare Ort ihre Heimat war. Ihr Blick schweifte über die Berggipfel, die St. Christoph wie ehrwürdige steinerne Wächter umgaben, und über saftig-grüne Almwiesen, auf denen gefleckte Kühe friedlich grasten. Bunte Wildblumen wiegten sich im sanften Wind, Bienen und Hummeln tanzten über die Blüten.

Es dauerte nicht lange, dann befand sich Hedi mitten im Dorf. Gepflegte Bauernhäuser waren von Gärten und schön gestrichenen Zäunen umgeben. Das Örtchen machte ein wenig den Eindruck, als sei es von Raum und Zeit entrückt; nicht ganz Teil dieser Welt. Hedi liebte die verträumte, friedliche Atmosphäre, die über der Szenerie schwebte.

Immer wieder winkten ihr Leute freundlich zu. Fröhlich erwiderte sie jeden Gruß. In einem so kleinen Dorf kannte freilich jeder jeden, man nutzte gerne jede Gelegenheit für einen kleinen Plausch.

Auf dem Platz vor der weißen Kirche mit dem goldenen Wetterhahn waren zahlreiche Standln aufgebaut. Bauern aus der Region boten hier ihre frischen Waren an: rustikales Brot, ganze Käseräder, Würste und Schinken, Honig, Obst und Gemüse.

Hedi flanierte an den Ständen vorbei, plauderte mit Bekannten und Freunden und ließ sich die ein oder andere Kostprobe geben, bevor sie schließlich ein knuspriges Sauerteigbrot und ein großes Glas Honig von einem Imker aus einem nahe gelegenen Dorf kaufte.

»Grüß dich, Hedi! Na, was tut sich droben im Berghotel?«, erklang eine helle Stimme hinter ihr.

Die Hotelchefin drehte sich um und erblickte Marianne und Gerti, zwei hübsche Madeln, die in St. Christoph aufgewachsen waren und im »Ochsenwirt« als Serviererinnen arbeiten. Hedi kannte die beiden, seit sie Kinder gewesen waren. Beide waren ganz reizend; die anmutige Marianne mit den langen haselnussbraunen Haaren und den glänzenden Bernsteinaugen und die lebhafte Gerti mit ihren kupferfarbenen Locken.

Hedi erzählte von dem Tennisturnier, das der Sporttrainer Lukas Einrieder organisierte, und von dem Sommerfest, das kürzlich auf der Hotelterrasse stattgefunden hatte.

»Und was gibt’s bei euch, Madeln?«, fragte sie schließlich.

Die Madeln tauschten einen betrübten Blick aus und seufzten einvernehmlich.

»Ach, gar net viel«, meinte Marianne schulterzuckend.

Gerti drehte sich eine rote Locke um den Zeigefinger.

»So gern ich St. Christoph auch hab, manchmal kann’s hier doch ein bisserl fad werden.«

Hedi schmunzelte. Ihr selbst wurde es hier niemals langweilig, sie fand immer etwas zu tun. Aber sie konnte sich gut vorstellen, dass sich zwei so junge Madeln gelegentlich nach mehr Aufregung und etwas weniger beschaulicher Idylle sehnten.

»Net den Kopf hängen lassen«, meinte sie. »Es werden sicher bald wieder spannendere Zeiten anbrechen. Also ich find, auch in so einem kleinen Dorf gibt’s manchmal erstaunlich viel Trubel. Manchmal so viel, dass man sich sogar wieder nach mehr Ruhe sehnt.«

Fröhlich lachte Marianne. »Na, das will ich sehen! Die Aufregung kann ruhig kommen, mir ist sie herzlich willkommen.«

***

»Die steilen, felsigen Hänge! Optimal zum Klettern«, rief Alois begeistert von der Rückbank des Autos und schaute hinaus zu den Bergen.

Felix, der am Beifahrersitz saß, machte eine wegwerfende Handbewegung.

»Klettern? Ich freu mich mehr auf den hoteleigenen Tennisplatz. Es ist ewig her, dass ich zum letzten Mal den Schläger geschwungen hab. Und die Abende verbringen wir in den Wirtshäusern. Ich hab gehört, die Madeln im Zillertal sollen unvergleichlich schön sein. Ob’s an der guten frischen Luft liegt?«, scherzte er und strich sich mit der Hand durch das weizenblonde Haar.

Alois verdrehte die braunen Augen.

»Wir sind net zum Schäkern in Tirol, sondern zum Sporteln«, moserte er, konnte dabei aber auch seine gute Laune nicht verbergen.

Nur Julius, der hinter dem Steuer saß, war schweigsam. Nachdenklich blickte er nach vorne auf die Straße und beteiligte sich kaum am Gespräch seiner Freunde.

»Hey Julius.« Felix stupste ihn von der Seite an. »Was sagst du dazu? Flirten oder auf die Berge kraxeln?«

Julius zuckte nur mit den Schultern und brummte: »Ist mir wurscht.«

Felix drehte sich so weit herum, dass er einen vielsagenden Blick mit Alois austauschen konnte. Die beiden Burschen machten sich Sorgen um den Dritten im Bunde. Julius war in letzter Zeit kaum wiederzuerkennen. Eigentlich trug er seinen Ruf als Schürzenjäger mit Recht, war charmant und für jeden Spaß zu haben. Bei den Madeln ließ er normalerweise nichts anbrennen und sprühte vor guter Laune.

Aber damit war es neuerdings vorbei, der fesche Bursche war wie verwandelt. Seit er einen herben Korb von einem Madel kassiert hatte und gnadenlos abgeblitzt war, wirkte er unglücklich und in sich gekehrt.

Das war ein Grund für den Zillertal-Urlaub: Alois und Felix hofften, ihren Freund mit diesem Aufenthalt aufmuntern zu können. In Tirol wollten sie viel Sport treiben, die Freizeit genießen und einen freien Kopf bekommen. Bewegung an der frischen Luft war doch immer noch das beste Heilmittel bei schlechter Laune, fanden sie.

Das Sporthotel »Am Sonnenhang«, das sie ausgewählt hatten, hatte ein breites Sportangebot, und auch überall in der Umgebung konnte man sportlichen Aktivitäten nachgehen. Von Tennis und Squash über Schwimmen, Reiten und Wandern bis hin zu Freihandklettern und Paragliden war alles möglich. Bei so vielen Optionen wurde es einem gewiss nicht fad, und dabei würde Julius rasch auf andere Gedanken kommen.

Und die herrliche, weite Landschaft, die frische Luft und die atemberaubende Natur würden sicherlich auch nicht schaden. Freilich, ein Korb konnte schmerzen, aber nach einem tollen Sporturlaub würde Julius ganz bestimmt bald wieder ganz der Alte sein.

***

Blendend hell und heiß strahlte die Sonne von dem azurblauen Himmel. Die Luft über dem Tennisplatz flirrte vor Hitze. Dennoch wollten die Burschen es sich nicht nehmen lassen, den ersten Urlaubstag mit einer Tennisstunde einzuläuten. Beim Sporttrainer Lukas Einrieder hatten sie eine Stunde gebucht. Jetzt hatten sich Felix und Alois bereits hier eingefunden, ein paar Minuten zu früh, und warteten auf Julius und auf den Trainer.

»Was sagst du denn zum Julius? Er macht gar keinen guten Eindruck, oder?«

Alois machte ein paar Dehnungsübungen, um sich auf den Sport vorzubereiten.

Felix zuckte mit den Schultern, dann schwang er den Tennisschläger probeweise ein paar Mal hin und her. Nachdenklich kratzte er sich anschließend am Kopf.

»Na ja, es wird wohl der verletzte Stolz sein, gell? Immerhin hat er sich so drastisch verändert, nachdem ihm die Anne einen Korb gegeben hat.«

Alois runzelte die Stirn und fuhr sich mit der Hand durch sein braunes Haar.

»Aber dass ein selbstbewusster Bursche wie der Julius sich durch eine bloße Abfuhr so aus dem Konzept bringen lässt … Das passt doch net. Ich hätt gedacht, so was perlt einfach an ihm ab.«

Erneut ein Schulterzucken von Felix.

»Hast schon recht. So ganz erklären kann ich’s mir auch net. Aber ich denk mir, die Anne hat ihm einfach besonders gut gefallen. Sie war wohl net irgendein Madel für ihn, sondern genau die, die er wollte. Und du musst bedenken, er ist’s halt net gewohnt, abzublitzen. Normalerweise hat er leichtes Spiel mit den Madeln.«

Langsam nickte Alois. Er setzte sich auf ein Bankerl in der Sonne und streckte die langen Beine aus, die im Gegensatz zu Felix’ Haut noch ein bisserl blass wirkten, weil er sonst eher wenig Zeit draußen an der frischen Luft verbrachte.

»Das stimmt schon, das mag ihm wohl einen gehörigen Dämpfer verpasst haben. Aber wie sollen wir ihn aufmuntern? Abgesehen davon, dass wir ihn mit Sport ablenken, können wir wohl wenig tun.«

Felix’ blaue Augen begannen vergnügt zu funkeln. »Wie wär’s mit einem Spiel?«

Verständnislos blinzelte Alois ins Sonnenlicht.

»Ein Spiel?«, wiederholte er.

...

Erscheint lt. Verlag 2.10.2018
Reihe/Serie Das Berghotel
Das Berghotel
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte 2017 • 2018 • Alpen-Krimi • alpen-roman • Arzt • Baccara • Bastei • Bergdoktor • Berge • Bergpfarrer • Bergroman • Bestseller • Bianca • Cora • Deutsch • dr daniel • dr laurin • dr norden • Dr Stefan Frank • eBook • E-Book • eBooks • Familiensaga • Großdruck • große-schrift • Hans Ernst • Hedwig Courths Mahler • Heimat • Heimatromane • hermann-broch • Historical • Julia • Kelter • Kindle • Landarzt • Liebe • Liebesromane • Mira • Modern • Roman-Heft • romantisch • Schwarzwald • Serie • steingruber • Toni-Hüttenwirt • waidacher
ISBN-10 3-7325-7171-8 / 3732571718
ISBN-13 978-3-7325-7171-0 / 9783732571710
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
Haben Sie eine Frage zum Produkt?
EPUBEPUB (Ohne DRM)

Digital Rights Management: ohne DRM
Dieses eBook enthält kein DRM oder Kopier­schutz. Eine Weiter­gabe an Dritte ist jedoch rechtlich nicht zulässig, weil Sie beim Kauf nur die Rechte an der persön­lichen Nutzung erwerben.

Dateiformat: EPUB (Electronic Publication)
EPUB ist ein offener Standard für eBooks und eignet sich besonders zur Darstellung von Belle­tristik und Sach­büchern. Der Fließ­text wird dynamisch an die Display- und Schrift­größe ange­passt. Auch für mobile Lese­geräte ist EPUB daher gut geeignet.

Systemvoraussetzungen:
PC/Mac: Mit einem PC oder Mac können Sie dieses eBook lesen. Sie benötigen dafür die kostenlose Software Adobe Digital Editions.
eReader: Dieses eBook kann mit (fast) allen eBook-Readern gelesen werden. Mit dem amazon-Kindle ist es aber nicht kompatibel.
Smartphone/Tablet: Egal ob Apple oder Android, dieses eBook können Sie lesen. Sie benötigen dafür eine kostenlose App.
Geräteliste und zusätzliche Hinweise

Buying eBooks from abroad
For tax law reasons we can sell eBooks just within Germany and Switzerland. Regrettably we cannot fulfill eBook-orders from other countries.

Mehr entdecken
aus dem Bereich
Roman

von Wolf Haas

eBook Download (2025)
Carl Hanser (Verlag)
CHF 18,55