Dr. Stefan Frank 2467 (eBook)
Bastei Entertainment (Verlag)
978-3-7325-7151-2 (ISBN)
Unsere große Chance - Plötzlich war wieder alles möglich
Im Leben von Liv und Colin scheint es in letzter Zeit nur noch bergab zu gehen. Vor Kurzem haben die beiden ihren lang gehegten Traum verwirklicht und ein eigenes Café eröffnet, doch nun kann das Paar kaum die laufenden Kosten decken. Vor allem aber ist es Livs Krankheit, die ihnen große Sorgen bereitet. Die Sechsundzwanzigjährige ist schwer herzkrank und benötigt dringend ein Spenderorgan. Die Aussichten darauf sind allerdings gering. Ihre Zeit droht abzulaufen!
Ausgerechnet als Liv bei ihrer besten Freundin in den Bergen ist, erreicht sie ein Anruf aus der Waldner-Klinik: Ein passendes Spenderherz liegt bereit! Es muss jedoch innerhalb der nächsten vier Stunden transplantiert werden, sonst nimmt das Organ Schaden. Das ist Livs große Chance auf ein neues Leben - ein Leben ohne ständige Erschöpfung und ohne den allzeit drohenden Tod vor Augen. Es ist vermutlich sogar ihre letzte Chance!
Aber ein schweres Unwetter hat die Straßen unpassierbar gemacht, niemals wird sie es rechtzeitig in die Klinik schaffen! Alle Hoffnungen scheinen mit einem Mal zu zerplatzen.
Doch Colin und Livs Hausarzt Dr. Stefan Frank wagen das Unmögliche, um die verzweifelte junge Frau trotz aller Gefahren und Widrigkeiten rechtzeitig in die Klinik zu bringen ...
***
Dr. Stefan Frank - dieser Name bürgt für Arztromane der Sonderklasse: authentischer Praxis-Alltag, dramatische Operationen, Menschenschicksale um Liebe, Leid und Hoffnung. Dabei ist Dr. Stefan Frank nicht nur praktizierender Arzt und Geburtshelfer, sondern vor allem ein sozial engagierter Mensch. Mit großem Einfühlungsvermögen stellt er die Interessen und Bedürfnisse seiner Patienten stets höher als seine eigenen Wünsche - und das schon seit Jahrzehnten!
Eine eigene TV-Serie, über 2000 veröffentlichte Romane und Taschenbücher in über 11 Sprachen und eine Gesamtauflage von weit über 85 Millionen verkauften Exemplaren sprechen für sich:
Dr. Stefan Frank - Hier sind Sie in guten Händen!
Jede Woche erscheint eine neue Folge.
Alle Folgen sind in sich abgeschlossen und können unabhängig von den anderen Folgen der Serie gelesen werden.
Piep. Piep. Piep.
Langsam begann Liv, ihre Umgebung wieder wahrzunehmen. Das hektische Piepen eines Überwachungsgerätes war das Erste, das zu ihr durchdrang. Es mischte sich mit ihren eigenen, schabenden Atemgeräuschen. Ein leichter Schmerz in ihrem Handrücken verriet den venösen Zugang. Sie sah alles verschwommen, deshalb blinzelte sie, kniff die Lider zu und versuchte es noch einmal.
Eine Wand mit mehreren Regalmetern medizinischer Fachliteratur. Eine Untersuchungsliege. Reinweiße Wände. Die weißen Jalousien vor den beiden Fenstern waren nur halb geschlossen. Dahinter wirbelte der Sturm buntes Herbstlaub durch die Luft. Und – als sie den Kopf leicht drehte – das freundliche Gesicht ihres Hausarztes, der sich über sie beugte und sie besorgt ansah.
Ich bin in der Praxis von Dr. Frank …
Liv spürte den harten Fußboden unter sich.
… und ich bin schon wieder umgekippt.
Die Gewissheit schnitt wie ein Messer in ihre Eingeweide.
Sie lag neben dem Schreibtisch ihres Hausarztes auf dem Fußboden. Hinter seinem Stuhl hing ein Fotodruck an der Wand. Darauf war eine Ansicht von Schottland zu sehen. Loch Ness im Schein der Morgensonne. Zu gern wäre Liv einmal dorthin gereist. Oder auch woanders hin. Sie wollte mehr von der Welt sehen, aber das war ihr verwehrt. Wegen ihrer Krankheit durfte sie nicht verreisen, sie konnte sich nicht weiter als wenige Kilometer von ihrer Heimatstadt entfernen.
Sie hob kurz den Kopf und blickte an sich hinunter. Sie war an das EKG angeschlossen. Ein Pulsoximeter an ihrem Finger maß den Sauerstoffanteil in ihrem Blut. Die Werte konnten nicht allzu gut sein, denn Dr. Frank legte ihr gerade eine Nasensonde an, um ihr das Atmen zu erleichtern.
„Da bist du wieder.“ Erleichterung schwang in seiner Stimme mit. Er war seit vielen Jahren ihr Hausarzt und kannte sie von klein auf. Liv vertraute ihm und wusste, dass er alles tun würde, um ihr zu helfen. Seine Praxis befand sich nur einen kurzen Spaziergang von ihrem Zuhause entfernt, aber selbst der kurze Weg war an diesem Tag zu anstrengend gewesen. Ihr Körper hatte mit einem Kollaps darauf reagiert.
Liv erschauerte. Sie fror leicht, selbst hier, in der angenehm beheizten Praxis. Bei ihrer Körpergröße von einem Meter fünfundsechzig wog sie nur knapp zweiundfünfzig Kilogramm. Jeder Windzug schien geradewegs bis auf ihre Knochen vorzudringen. Das wusste das Praxisteam, und so brachte Schwester Martha nun ungefragt eine warme Wolldecke und breitete sie über Liv aus.
„So ist es besser, nicht wahr?“ Ihr Zungenschlag verriet Marthas Berliner Heimat, auch wenn sie seit vielen Jahren in München wohnte.
„Ja. Haben Sie vielen Dank.“ Liv zog die Decke ein wenig höher über sich. Sie fror ständig, dagegen konnte auch ihr warmer Wollpullover nichts ausrichten. Außerdem ging ihr bei der kleinsten Anstrengung die Luft aus.
Ihr Herz war zu groß. Verengte Herzklappen erschwerten den Durchfluss. Ihr Herz versuchte einen Ausgleich durch ein krankhaft verstärktes Wachstum, aber dadurch wurden die Herzmuskelwände nur steifer und erschwerten das Pumpen zusätzlich.
Das Problem war angeboren. Weder ihr Herz, ihre Lungen noch der Rest ihres Körpers wurden ausreichend mit sauerstoffreichem Blut versorgt. Das machte sie kurzatmig und rasch erschöpft. Und es brachte sie langsam, aber sicher um.
Liv sehnte sich danach, zu verreisen und mehr von der Welt zu sehen. Sie wollte die Elbe besuchen. Das Meer. Disneyland. Durch Cornwall wandern. Die Vulkane in Island erleben …
Daheim stapelten sich zahllose Reisebücher in ihrer Wohnung. Doch sie führten Liv nur in Gedanken zu ihren Traumzielen. Die echten Reisen blieben ihr verwehrt. Ihre Wege führten sie letztlich weder nach Island noch nach England, sondern immer wieder zurück ins Krankenhaus.
Auch jetzt stand ihr ein Klinikaufenthalt bevor. Sie sah es der ernsten Miene ihres Hausarztes an, noch ehe dieser ein Wort sagte. Etwas in ihr verkrampfte sich. Wenn man nur eine stark begrenzte Lebenszeit zur Verfügung hatte, war jede Sekunde hinter den dicken Krankenhausmauern verlorene Zeit. Und davon hatte sie wirklich schon genug gehabt …
„Die Sauerstoffsättigung in deinem Blut ist zu niedrig“, stellte Dr. Frank fest. „Schwester Martha hat schon einen Transport in die Klinik angefordert. Deine Behandlung muss neu angepasst werden.“
„Nicht schon wieder.“ Ihre Stimme war kaum mehr als ein heiseres Flüstern.
„Mit etwas Glück musst du diesmal nur ein paar Tage in der Klinik bleiben.“
„Können Sie bitte Colin Bescheid sagen?“
„Natürlich. Ich werde ihn gleich anrufen.“
„Danke.“ Ihre Kraft reichte kaum zum Sprechen aus. Liv blickte auf den Ehering an ihrer Hand hinunter. Colin sorgte sich stets mehr um sie als um sich selbst. Es würde ihn treffen, dass sie wieder stationär behandelt werden musste. Dabei hatte sie ihm endlich einmal keine Sorgen machen wollen. Davon hatte er schließlich gerade mehr als genug.
Schon als Kind war Liv vom Sportunterricht befreit gewesen und hatte zuschauen müssen, wenn ihre Klassenkameraden im Pausenhof spielten und herumtobten. Nach der Pubertät war es besser worden. Jahrelang war ihr Zustand relativ stabil gewesen. Hin und wieder ein Klinikaufenthalt. Nichts Dramatisches. Bis eine Lungenentzündung alles verschlimmert hatte.
Seitdem ging es rapide bergab mit ihr.
Liv war gerade erst im Krankenhaus gewesen, keine ganze Woche war sie draußen, und nun war es schon wieder soweit. In ihrem Kalender markierte sie jeden Tag, den sie daheim war, mit einem grünen Kringel. Die Tage im Krankenhaus wurden rot markiert. Sobald sie ihren Jahresplaner aufblätterte, schlug ihr ein Meer aus Rot entgegen. Wie bei einer verpatzten Klassenarbeit.
Liv presste die Lippen fest zusammen. Nein, nicht daran denken, ermahnte sie sich selbst. Über die Erkrankung zu grübeln, ist verschwendete Zeit. Ich sollte lieber an die Dinge in meinem Leben denken, die schön sind. Allem voran meine Ehe.
Colin ist ein wunderbarer Mann. Für mich verzichtet er auf so manchen Wunsch, das weiß ich, auch wenn er nie ein Wort darüber verlieren würde, dass er gern mal zum Klettern oder auf ein Konzert seiner Lieblingsband gehen würde.
Irgendwann kann ich ihn vielleicht begleiten, hoffte Liv, denn es gibt einen kleinen Funken Hoffnung. Wenn sich ein Spenderorgan für mich findet, werde ich wieder gesund. Allerdings ist die Liste mit Patienten, die in einer ähnlichen Situation wie ich sind, lang. Ich muss durchhalten. Dann kann alles gut werden.
Nach der Transplantation werde ich in der Lage sein, Dinge zu tun, von denen ich jetzt nur träumen kann. Dann können Colin und ich unsere Flitterwochen nachholen, an die Ostsee fahren und im Meer schwimmen. Davon träumen wir schon seit unserer Hochzeit. Irgendwann wird es wahr. Das weiß ich genau.
Unbewusst drückte sie fest ihre beiden Daumen.
Ja, irgendwann …
***
Olivia Bogner. Alter: 26. Herzmuskelhypertrophie.
So stand es auf Livs Anamnesebogen.
Ihr ganzes Leben – reduziert auf ihre Krankheit.
Es war gleichgültig, dass sie gern Mandalas entwarf, gut mit Zahlen umgehen konnte und Bücher ihre besten Freunde nannte. Wenn es hart auf hart kam, zählte nur eines: die Diagnose, an der ihr Leben hing wie an einem dünnen Faden.
Als Kind hatte sie nicht mit anderen Kindern spielen dürfen. Sie war vor jeder Anstrengung und jedem Krankheitskeim beschützt worden. So hatte sie sich in die Welt der Bücher geflüchtet.
Sie war mit Moby Dick geschwommen, hatte mit Bastian Balthasar Bux Phantasien gerettet und mit Hanni und Nanni Mitternachtspartys gefeiert. Die Helden ihrer Romane waren ihre Freunde gewesen. Sie hatte sich in ihrem Tagebuch mit ihnen unterhalten, sie sogar manchmal still um Rat gefragt.
„Hey, da bist du ja wieder.“ Schwester Gundi trat an ihr Bett. Die Pflegerin war in Livs Alter, hatte eigenwillige blonde Locken, die sich nie völlig in ihrem Haarknoten bändigen ließen, und schien immer bereit zu einem Lächeln zu sein. „Hast du unser Etablissement vermisst?“, fragte sie und stellte das Kopfteil von Livs Bett eine Stufe höher, weil sie wusste, dass es Liv so lieber war.
„Oh ja“, ging Liv auf den lockeren Tonfall ein. „Vor allem der Zimmerservice hat mir gefehlt. Daheim bringt mir niemand eine Schlaftablette ans Bett.“
„Wusste ich es doch.“ Gundi zwinkerte ihr zu. Ihre warmherzige Art hatte Liv schon unzählige Male durch die Tiefs des Klinikalltags geholfen. Gundi war das komplette Gegenteil von Schwester Ramona, die auf der Station alle Fäden in der Hand hielt und dafür sorgte, dass alles reibungslos lief, die Liv jedoch in all den Jahren noch kein einziges Mal hatte lächeln sehen.
„Was machst du eigentlich hier?“, erkundigte sich Liv. „Wolltest du nicht mit deinem Freund verreisen?“
„Wollte ich, aber wir haben Schluss gemacht, und alleine hatte ich keine Lust, zu fahren, deshalb habe ich meinen Urlaub storniert.“
„Was, ihr habt euch getrennt?“ Bestürzt sah Liv ihr Gegenüber an. Gundis Augen hatten immer gestrahlt, wenn sie von ihrem Freund berichtet hatte. Liv hatte alles hautnah mitbekommen. Wie sich Gundi über ihren nervigen neuen Nachbarn mit der E-Gitarre aufgeregt hatte, der vorzugsweise spätabends übte. Wie er sie als Entschuldigung zum Essen eingeladen hatte und sie sich nähergekommen waren.
Nun erlosch das Leuchten in den Augen der Pflegerin, und eine Träne bahnte sich ihren...
| Erscheint lt. Verlag | 2.10.2018 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Dr. Stefan Frank |
| Verlagsort | Köln |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Krimi / Thriller / Horror |
| Literatur ► Romane / Erzählungen | |
| Schlagworte | 2017 • 2018 • Arzt • arzt deutsch • arzt kindle • arzt krimi • arzt-krimi • arzt liebe • Arzt Liebesroman • arzt liebesroman deutsch • Arzt Roman • arztroman buch • arzt romance • Arztromane • arztromane deutsch • arztromane e-books • arztromane e-books und liebesromane • arztromane hefte • arztromane kindle • arztromane kindle ebook • arztromane kindle ebooks deutsch • arzt roman familie • arzt romanhefte • arzt romantik • bastei hefte • bastei heftromane • bastei romane • bastei romane hefte • Bergdoktor • Bestseller • Bianca • Chefarzt • Cora • Deutsch • Doktor • dr daniel • dr laurin • dr norden • Dr Stefan Frank • eBook • E-Book • eBooks • Fortsetzungsroman • Frauen romane • Frauenromane • für Frauen • Großdruck • große-schrift • Happy End • Happy-End • Hedwig Courths Mahler • Heftchen • Heft-Roman • heftromane bastei • Julia • kaipurgay • Kelter • Kindle • Klinik • Krankenhaus • Krankenschwester • Landarzt • Liebe • Liebesroman • liebesroman arzt • Liebesromane • liebesroman kindle deutsch romantisch • Liebesroman Reihe • liebesroman serien • Medizin • Mira • Modern • Notarzt • Patient • Praxis • Romance • Romanheft • romantik deutsch • romantisch • Schicksal • Schicksalsroman • Serie • spannend • Urlaub • Wohlfühlroman |
| ISBN-10 | 3-7325-7151-3 / 3732571513 |
| ISBN-13 | 978-3-7325-7151-2 / 9783732571512 |
| Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR) | |
| Haben Sie eine Frage zum Produkt? |
Digital Rights Management: ohne DRM
Dieses eBook enthält kein DRM oder Kopierschutz. Eine Weitergabe an Dritte ist jedoch rechtlich nicht zulässig, weil Sie beim Kauf nur die Rechte an der persönlichen Nutzung erwerben.
Dateiformat: EPUB (Electronic Publication)
EPUB ist ein offener Standard für eBooks und eignet sich besonders zur Darstellung von Belletristik und Sachbüchern. Der Fließtext wird dynamisch an die Display- und Schriftgröße angepasst. Auch für mobile Lesegeräte ist EPUB daher gut geeignet.
Systemvoraussetzungen:
PC/Mac: Mit einem PC oder Mac können Sie dieses eBook lesen. Sie benötigen dafür die kostenlose Software Adobe Digital Editions.
eReader: Dieses eBook kann mit (fast) allen eBook-Readern gelesen werden. Mit dem amazon-Kindle ist es aber nicht kompatibel.
Smartphone/Tablet: Egal ob Apple oder Android, dieses eBook können Sie lesen. Sie benötigen dafür eine kostenlose App.
Geräteliste und zusätzliche Hinweise
Buying eBooks from abroad
For tax law reasons we can sell eBooks just within Germany and Switzerland. Regrettably we cannot fulfill eBook-orders from other countries.
aus dem Bereich