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Lassiter Sammelband 1790 (eBook)

(Autor)

eBook Download: EPUB
2018 | 1. Aufl. 2018
Bastei Entertainment (Verlag)
978-3-7325-6226-8 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Lassiter Sammelband 1790 - Jack Slade
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Seit über 30 Jahren reitet Lassiter schon als Agent der 'Brigade Sieben' durch den amerikanischen Westen und mit über 2000 Folgen, mehr als 200 Taschenbüchern, zeitweilig drei Auflagen parallel und einer Gesamtauflage von über 200 Millionen Exemplaren gilt Lassiter damit heute nicht nur als DER erotische Western, sondern auch als eine der erfolgreichsten Western-Serien überhaupt.
Dieser Sammelband enthält die Folgen 2251, 2252 und 2253.
Sitzen Sie auf und erleben Sie die ebenso spannenden wie erotischen Abenteuer um Lassiter, den härtesten Mann seiner Zeit!

2251: Jackpot für einen Toten

In der Carson Street hing ein Steckbrief: ein gelbes Stück Pappe, angeschlagen neben dem Eingang des Marshal's Office. Ein barfüßiger Junge in Latzhose stand davor und las laut vor: 'Tausend Dollar Belohnung für Hinweise, die zur Ergreifung von Bill Mavis führen.'
Ray Johnson hörte im Vorbeigehen die stockende Stimme und blieb stehen. Er studierte die Bekanntmachung und wollte eben weitergehen, da sagte der Junge: 'Bill Mavis! Den habe ich heute gesehen.' Mavis war ein Straßenräuber; seit Wochen machte er die Gegend zwischen Westfield und Dylan Grove unsicher.
Johnson gab dem Jungen eine Kopfnuss. 'Mavis in Westfield?' Er lachte heiser. 'Du bist ein Träumer, Amigo! Der Kerl wird es nicht wagen, eine Stadt zu betreten, wo seine Steckbriefe hängen.'
Der Junge machte die Augen schmal. 'Wer weiß?'

2252: Sterben für Melissa

Zum ersten Mal, seit er sich in Topeka niedergelassen hatte, beschlich Curt Westwood ein Gefühl der Unruhe, als er von der Veranda seiner Farm hinaus auf das weite Land blickte. Die Stille und der Frieden der Umgebung waren in diesen Sekunden verräterischer, als es ein Rudel aufgescheuchter Kojoten hätte sein können.
Westwood verengte die Augen und starrte auf die Hügelkette, die den Horizont verdeckte. Minutenlang verharrte er reglos, bis sich der Grund für seine innere Anspannung zeigte. Im flirrenden Licht der Sonne schob sich ein Reiter über die Hügelkuppen, blieb einige Augenblicke auf der Anhöhe stehen und setzte seinen Ritt zur Farm fort. Nur wenige Meter hinter ihm tauchten fünf weitere Reiter auf, die dem Mann an der Spitze in breiter Front folgten.


2253: Die Geiseln des Häuptlings

Der Häuptling thronte kopfüber auf dem Prunkstuhl. Das kunstvoll gearbeitete Möbelstück aus amerikanischer Eiche klebte mit den Beinen an der Zimmerdecke. Der Wald und das Dickicht begannen ihren Wuchs ebenfalls dort oben und ließen die Baumkronen wie große schwere Köpfe herabhängen.
So sah es allerdings nur auf der Mattscheibe aus.
'Eine Bitte noch, Chief White Raven', rief Jasper Cronin, der Fotograf, unter dem schwarzen Tuch.
'Falten Sie die Hände nicht, sondern legen Sie sie einfach nur übereinander. Ansonsten sehen Sie wunderbar majestätisch aus.'
White Raven antwortete nicht. Er lächelte nur. Die Anweisung des Fotografen befolgte er mit stoischer Ruhe, indem er die Hände voneinander trennte und flach auf die Knie legte.

»Melissa!«, zischte Westwood seiner Tochter zu, die aus dem Haus gekommen war und sich neben ihn gestellt hatte. »Geh wieder rein!«

»Was ist denn los?« Die junge Frau schaute nun ebenfalls zu den sechs Berittenen hinüber. »Wer sind diese Leute?«

»Das werden wir bald erfahren.« Curt Westwood presste die Lippen aufeinander. Am liebsten wäre er ins Haus gelaufen und hätte sein Gewehr geholt, doch er wollte seine Tochter und seinen kleinen Sohn Daniel nicht beunruhigen. Zudem würde er die Fremden durch feindseliges Verhalten nur provozieren. Gegen sechs Colts hatte er keine Chance.

Der vordere Reiter war jetzt so nah, dass man sein Gesicht erkennen konnte.

»Das ist Mister Powell!«, stieß Melissa erfreut aus. »Anscheinend hat er ein paar Freunde mitgebracht.«

Westwood zwinkerte einige Male und schattete sein Gesicht ab. Schließlich aber erkannte auch er die vertrauten Züge von Matt Powell.

»Du hast Recht, Schatz«, sagte er leise und legte einen Arm um Melissas Hüften. Das Lächeln, das er seiner Tochter schenkte, war aufgesetzt, denn die innere Anspannung wollte ihn nicht loslassen. Obwohl Powell bei seinem letzten Besuch einen anständigen und sogar kultivierten Eindruck hinterlassen hatte, war Curt Westwood davon überzeugt, dass dieser Mann nicht mit offenen Karten spielte und mehr verbarg als er preisgab. Angeblich arbeitete er für die Atchison, Topeka & Santa Fé Railroad, die einige Meilen entfernt ein Schienencamp betrieb. Was ihn jedoch zu der abgelegenen Farm der Westwoods geführt hatte, darauf hatte er nur ausweichend geantwortet. Je mehr Curt Westwood darüber nachdachte, desto offensichtlicher wurde es, dass Powell es ausgezeichnet verstanden hatte, seine Identität zu verschleiern. Und genau dieser Punkt steigerte Westwoods Besorgnis über den unerwarteten Besuch.

Zehn Schritte von der Veranda entfernt zügelte Matt Powell seinen schwarzen Hengst, grüßte mit erhobener Hand und stieg aus dem Sattel.

»Was führt Sie zu uns?«, erkundigte sich Curt Westwood mit verhaltener Freundlichkeit. Er löste sich von seiner Tochter, drängte sie sanft ein Stück zurück und stellte sich vor sie.

»Ein Höflichkeitsbesuch unter Nachbarn«, erwiderte Powell und grinste. »Wir kommen doch nicht etwa ungelegen?«

»Wer sind Ihre Freunde?«, überging Westwood die Frage. Die Gestalten waren ihm nicht geheuer. Darunter waren drei recht junge Männer mit finsteren Mienen, ein griesgrämiger Kerl in Westwoods Alter sowie eine Frau, deren zerzaustes rotblondes Haar Temperament und Verwegenheit zum Ausdruck brachte.

»Einige meiner Arbeiter«, erklärte Powell. »Darf ich auf einen Kaffee hereinkommen?«

Einige Momente überlegte Westwood, was von Powells Gebaren zu halten war, dann jedoch sagte er: »Natürlich.«

Gemächlich schlenderte Matt Powell durch den Vorraum und betrat die Küche. Am Tisch saß der elfjährige Daniel, der mit Kreide auf einer kleinen Schiefertafel kritzelte. Powell setzte sich ihm gegenüber, während Curt am Kopfende des Tisches Platz nahm. Er beobachtete Melissa, die heißes Wasser von der Kochstelle nahm und Kaffee aufschüttete, warf aber auch einen Blick über die Schulter, um nach Powells Begleitern Ausschau zu halten. Durch die geöffnete Tür konnte er nur zwei der Reiter sehen, die abwartend auf ihren Pferden saßen.

»Du bist anscheinend sehr beschäftigt«, wandte sich Powell an den kleinen Daniel.

»Ich male«, meinte der Junge, ohne aufzusehen.

»Weißt du eigentlich«, fuhr Powell fort, »dass ich deinetwegen gekommen bin?«

Curt Westwood war es, als hätte ihn jemand mit Eiswasser übergossen.

»Nein«, antwortete Daniel und ließ sich bei seiner Tätigkeit nicht stören.

»Wir hatten vor einigen Wochen eine interessante Unterhaltung …«

»Tatsächlich?«, mischte sich Westwood ein, und ein Schauer lief ihm über den Rücken. Eine böse Ahnung beschlich ihn. »Was hat er Ihnen erzählt?«

Powell schenkte Melissa ein freundliches Lächeln, als sie einen Becher dampfenden Kaffee neben ihm abstellte, und faltete die Hände auf der Tischplatte. »Kinder sind in dem Alter so unbefangen und redselig. Es sprudelt einfach so aus ihnen heraus. Oftmals nehmen sie es mit der Wahrheit nicht so genau und neigen gern zur Übertreibung. Häufig findet man allerdings schnell heraus, was der Fantasie entspringt und was nicht.«

Dass Westwoods Hände zitterten, merkte er erst, als Powell ihn darauf ansprach.

»Nervös?«, fragte er. Der betroffene Unterton in seiner Stimme stand in auffallendem Widerspruch zu seinem höhnischen Gesichtsausdruck.

»Was wollen Sie von mir und meiner Familie?«, schnappte Westwood und konnte seine Aufregung nicht mehr zurückhalten. Sein Ärger und seine Furcht steigerten sich, je gelassener sich Powell gab.

»Nur einen Kaffee«, versetzte der ungeladene Besucher, »und das Gold.«

Quietschend schabte Daniels Kreidestück über die Schiefertafel – und Westwood sprang auf.

»Wir haben kein Gold!«, schrie er aufgebracht. »Was wir besitzen, ist allein der Lohn harter Feldarbeit!«

»Dann gibt es keine Kriegskasse der kaiserlichen deutschen Marine?« Matt Powell tat verblüfft. »Ich frage mich, welches Kind sich eine derartige Geschichte ausdenken könnte.«

»Alles dummes Geschwätz!« Westwoods scharfer Blick streifte seinen Sohn, danach die offene Haustür. Die Pferde waren noch da, die Reiter hingegen verschwunden.

»Ich habe nicht gelogen!«, wehrte sich Daniel gegen den Vorwurf. »Die Kiste ist in der Scheune unter …«

»Halt den Mund!«, donnerte sein Vater. »Melissa! Geh mit Daniel nach oben! Ich habe mit Mister Powell zu reden.«

»Ich denke, das können wir uns sparen.« Unbemerkt hatte Powell seinen Colt gezogen und legte seine Hand, die die Waffe hielt, zurück auf den Tisch. Unmissverständlich deutete die Revolvermündung auf Westwood.

»Dad!« Unter Mellissas spitzem Schrei ruckte Westwoods Kopf herum. Lautlos hatten zwei von Powells Komplizen durch die Hintertür das Gebäude betreten. Am vorderen Eingang zeigten sich plötzlich die restlichen drei. An ihrer Haltung erkannte Westwood, dass sie lediglich auf ein Zeichen warteten, um zu tun, was auch immer sich Powell vorgenommen hatte.

»Was haben Sie jetzt vor?«, fragte er verhalten. Sein Zorn war der Angst um seine Kinder gewichen. »Wollen Sie uns erschießen? Von mir aus nehmen Sie sich das verdammte Gold, aber lassen Sie uns in Frieden.«

Ein leises Klicken war zu hören, als Powells Daumen über die Trommel seines Revolvers strich.

»Sie wissen nichts über uns, Curt«, begann Matt Powell. »Wir überfallen Eisenbahnen und Postkutschen, hin und wieder eine Bank – aber wir sind keine gewissenlosen Mörder. Als wir uns vor einigen Wochen zum ersten Mal begegneten, da war ich auf der Flucht, meine Leute in alle Winde verstreut. Wie Sie sehen, haben wir wieder zueinander gefunden. Und damit sind Sie und Ihre Kinder die Einzigen, die unseren Aufenthaltsort kennen …«

Wenn es für Curt Westwood eine Gewissheit gab, dann war es die, dass sie alle sterben würden. Dennoch machte er einen letzten Versuch, das Leben von Melissa und Daniel zu retten.

»Lassen Sie meinen Sohn und meine Tochter gehen. Sie sagten doch selbst, Sie seien keine Mörder.«

»Ich sagte ›keine gewissenlosen Mörder‹. Leider kann ich Augenzeugen nicht mit meinem Gewissen vereinbaren.« Bevor die letzte Silbe verklungen war, löste sich bereits der Schuss aus Powells Colt. Die Kugel traf Westwood mitten in die Brust und schleuderte ihn gegen seinen Stuhl, den er im Fallen zu Boden riss. Powells Leute nahmen dies als Signal, ebenfalls das Feuer zu eröffnen. Melissa spürte nur noch einen harten Schlag gegen ihren Kopf, bevor sie am Fuß der Treppe zusammenbrach. Einen Lidschlag darauf fiel der leblose Körper ihres Bruders auf sie.

»Seht zu, dass ihr in den Stall kommt!«, rief Matt Powell seiner Truppe zu. »Haltet nach einer Bodenplatte oder etwas Ähnlichem Ausschau.«

»Hässliche Sache«, meinte der alte Swann, nachdem die anderen gegangen waren.

»Hässlich, aber unvermeidbar.« Powell stieß Daniel und Melissa mit der Stiefelspitze an, um sich zu vergewissern, dass sie auch wirklich tot waren.

»Hast du einen Plan, was wir uns als Nächstes vornehmen?«

Unschlüssig wiegte Powell den Kopf. »Vielleicht die Bank in Omaha, vielleicht wieder die Union Pacific. Andererseits kann es nicht schaden, wenn wir uns eine Weile ruhig verhalten. Mit Curts Schatzkiste haben wir die kommenden Monate erst einmal ausgesorgt, Stephen.«

Swann nickte. »Meine alten Knochen könnten ein bisschen Ruhe gut vertragen. Außerdem sollten wir nicht leichtsinnig werden. Unsere Steckbriefe dürften mittlerweile jedem Provinzsheriff vorliegen.«

Powell lachte. »Mach dir um die keine Sorgen. Die meisten haben mehr Angst als Vaterlandsliebe. Und der Rest wird bedauern, uns über den Weg gelaufen zu sein.«

***

Die Unterlagen seines nächsten Auftrags, die Lassiter von seinem Kontaktmann erhalten hatte, waren ungewöhnlich umfangreich. Es galt, sechs Gesetzesbrecher unschädlich zu machen, und zu jedem von ihnen gab es ein mehr oder weniger ausführliches Dossier. Die Powell-Bande war ins Visier der Brigade geraten, nachdem sie einen Zug der US-Army überfallen hatte, der Waffen und Munition von Fort Wallace nach Fort Riley transportieren sollte. Bei dem Überfall waren neun Soldaten getötet worden, darunter zwei sechzehnjährige Brüder. Ausschlaggebend, das...

Erscheint lt. Verlag 2.10.2018
Reihe/Serie Lassiter Sammelband
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte 2017 • 2018 • Abenteuer-Roman • Abenteurer • alfred-bekker • Anthologie • Bestseller • Box • bud-spencer • buffalo-bill • Bundle • Cassidy • Chaco • clint-eastwood • Collection • Country • Cowboy • Deutsch • eBook • E-Book • eBooks • e-bundle • eBundle • erotisch • Erwachsene • erwachsene Romantik • Exklusiv • für • g-f • GF • g f barner • g f unger • Großband • Indianer • jack-slade • Karl May • kelter-verlag • Kindle • Klassiker • Krimi • Laredo • larry-lash • lucky-luke • Männer • martin-wachter • Nackt • Paket • pete-hackett • peter-dubina • Reihe • Ringo • Roman-Heft • Sammelband • Sammlung • Serie • Sexy • sonder-edition • Staffel • Unger • Western • Western-Erotik • Western-roman • Westernromane • Wilder Westen • Wilder-Westen • Winnetou • Wyatt Earp • Wyatt-Earp
ISBN-10 3-7325-6226-3 / 3732562263
ISBN-13 978-3-7325-6226-8 / 9783732562268
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