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Der Notarzt Sammelband 2 - Arztroman (eBook)

3 Arztromane in einem Band

(Autor)

eBook Download: EPUB
2018 | 1. Aufl. 2018
192 Seiten
Bastei Entertainment (Verlag)
978-3-7325-7079-9 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Der Notarzt Sammelband 2 - Arztroman - Karin Graf
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3 spannende Arztromane lesen, nur 2 bezahlen!

Dr. Peter Kersten ist oft Retter in letzte Minute. In der Unfallchirurgie der Sauerbruch-Klinik kämpft er Tag für Tag um das Leben von Unfallopfern. Fesselnde, moderne und packende Schicksale werden geschildert. Doch neben der hochmodernen Medizin kommt auch die Liebe nicht zu kurz.

Schauen Sie Dr. Peter Kersten über die Schulter und erleben Sie drei spannende Geschichten, die zu Herzen gehen.


Dieser Sammelband enthält die Folgen 251 bis 253:

251: Wenn du nicht mehr weiterweißt ...

252: Lea lernt kochen

253: Bitte, bitte, liebes Christkind ...



Der Inhalt dieses Sammelbands entspricht ca. 250 Taschenbuchseiten.

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Genau in dem Augenblick, als über den abendlichen Straßen von Frankfurt zum ersten Mal in diesem Winter die Weihnachtsbeleuchtung aufflammte, setzte leichter Schneefall ein. Es war, als wollte der Himmel sich nicht lumpen lassen und auch seinen Teil zur vorweihnachtlichen Stimmung beitragen.

Erst nur zaghaft und vereinzelt, dann immer dichter werdend, schwebten die weichen weißen Flocken herab, setzten sich auf Köpfe, Schultern und Nasen oder schmolzen auf den Zungen kleiner Kinder, die sich über den Anblick des Schnees weit mehr freuten, als über die grellen Neonsterne, die blinkenden Weihnachtsmänner und die Rentiere mit den roten Nasen.

Obwohl es erst Anfang November war, tönte in sämtlichen Warenhäusern der Innenstadt schon Weihnachtsmusik aus den Lautsprechern: Santa Claus is coming to town! aus dem einen, We wish you a merry Christmas! aus dem nächsten.

„Der Nächste, der heute ein Weihnachtslied summt, fliegt raus!“, grummelte Dr. Hannes Fischer, der Anästhesist der Notaufnahme an der Frankfurter Sauerbruch-Klinik. „Jedes Jahr geht der Wahnsinn noch früher los. Es sind noch sechs Wochen bis dahin.“

„Ups!“ Schwester Annette schob einen Keil aus Schaumstoff unter das linke Bein des Patienten, der im Tiefschlaf auf dem OP-Tisch lag. „Das war mir gar nicht bewusst. Ich habe vor Dienstbeginn noch rasch ein paar Besorgungen gemacht, und in sämtlichen Warenhäusern wird man schon mit Weihnachtsliedern bedudelt. Das ist wie Gehirnwäsche.“

„Achtung, jetzt!“ Der Anästhesist spritzte dem bereits sedierten jungen Mann die erste Dosis des Narkotikums in den Venenzugang.

Schwester Trudi stieg auf den Schemel, den sie zuvor an das Kopfende des OP-Tischs geschoben hatte, da sie mit ihren nur ein Meter fünfzig sonst nicht weit genug hinauf reichte, um optimal arbeiten zu können.

Sie stülpte dem Patienten die manuelle Beatmungsmaske über Mund und Nase. Als die Schutzreflexe wenige Sekunden später aussetzten und der Mann zu atmen aufhörte, begann sie in regelmäßigen Abständen zu pumpen.

„Jedes Jahr um diese Zeit könnte ich heulen, wenn ich daran denke, wie viele Tanten, Onkel, Nichten, Neffen, Cousins und Cousinen ich habe, die ich beschenken muss. Wehe, einer von der ganzen Sippe geht am Heiligen Abend leer aus, dann ist was los“, lamentierte sie. „Nach Weihnachten bin ich dann wieder so abgebrannt, dass ich meinem Kater heimlich sein Futter aus dem Napf klauen muss, um nicht vom Fleisch zu fallen.“

Hannes Fischer lachte und hielt die Larynxmaske bereit.

„Jetzt, Trudi!“

Gertrude Dörr nahm die manuelle Beatmungsmaske vom Gesicht des Patienten, und der Anästhesist schob mit geübten Fingern die Larynxmaske in seinen Rachen und stülpte sie über den Kehlkopf.

„Na, das ging ja wie geschmiert.“ Hannes Fischer programmierte die Dosierpumpe, die während der Operation alle paar Minuten die kleinstmögliche Dosis des Narkotikums in den Venenzugang des Patienten abgeben sollte. Dann kontrollierte er noch einmal, ob auch wirklich sämtliche Notfallmedikamente bereitlagen, die er im Fall der Fälle eventuell brauchen würde, stellte die Monitore der Kontrollgeräte so ein, dass er sie alle auf einmal im Blickfeld hatte und setzte sich dann auf einen kleinen Hocker ans Kopfende des OP-Tischs.

„Sagt bloß, ihr habt schon auf uns gewartet?“ Peter Kersten, der Leiter der Notaufnahme, und Noah Wenzel, ein neuer Kollege, der erst seit drei Wochen zu Peters Team gehörte, betraten mit erhobenen, tropfnassen Händen den OP.

„Sicher!“, flunkerte Dr. Fischer. „Wir haben gerade überlegt, ob wir vorher noch eine Woche ans Meer fahren sollen, bis ihr endlich aufkreuzt.“

Schwester Annette, die mit ihren einundzwanzig Jahren das jüngste Mitglied der Notaufnahme war, empfing die beiden Ärzte mit einem sterilen Handtuch an der Tür, trocknete ihnen die Hände und zog ihnen die Latexhandschuhe über.

„Nee danke, sicher nicht!“, lachte sie, als Noah sich weit nach vorne beugte, die Augen schloss und seine Lippen spitzte. Sie zog ihm den Mundschutz, den er bis zum Kinn hinunter geschoben hatte, wieder hoch, wobei sie das Gummiband extra weit dehnte und dann mit einem Ruck losließ, dass es laut schnalzte.

„Aua! Womit habe ich das verdient?“

„Mehr als die Hälfte des weiblichen Klinikpersonals steht bei Ihnen Schlange, Dr. Wenzel. Ich reihe mich da ganz bestimmt nicht ein.“

„Klopf ihm ordentlich auf die Finger, wenn er dich belästigt, Goldkind!“, riet Schwester Trudi ihrer bildhübschen Kollegin. „Wenn du dich nicht traust, sag’s mir, ich weiß genau, wie man einem Kerl die Lust auf amouröse Abenteuer vermiest.“

„Ich hab doch gar nichts gemacht!“, rief Noah lachend. Seine blaugrünen Augen blitzten über dem Mundschutz auf, als hätte jemand ein Feuerwerk darin entzündet.

Die fünfundfünzigjährige, ziemlich rundliche Trudi schüttelte grinsend den Kopf. Dr. Noah Wenzel war eine Art Don Juan, sah unverschämt gut aus und wechselte seine Begleiterinnen – die er der Einfachheit halber alle gleich hier in der Sauerbruch-Klinik rekrutierte – wie die Unterhosen, aber man konnte diesem Mann einfach nicht böse sein.

„Von wegen! Selbst wenn Sie nichts machen, machen Sie doch dauernd was!“, zeterte die Pflegerin. „Sie haben so eine Art Hypnoseblick. Das Ergebnis sind täglich mindestens drei Ärztinnen und Schwestern, die sich mit rotgeweinten Augen vor der Notaufnahme herumdrücken.“

„Das sind die, die schon an der Reihe waren und dann entsorgt wurden“, kicherte Annette Fleming. „Die, die erst noch darauf warten, trippeln alle Nase lang seufzend und mit wackelnden Hinterteilen den Flur entlang, um einen Blick auf unseren schönen Halbgott zu erhaschen.“

„Wir sollten Tickets für unsere Station verkaufen“, schlug der Anästhesist vor. „Dann könnten wir uns endlich eine neue Kaffeemaschine leisten.“

„Mir geht das Theater, ehrlich gesagt, auch ziemlich auf die Nerven.“ Peter Kersten kontrollierte im Vorübergehen die Instrumente, die auf einem großen Edelstahltablett aufgereiht bereitlagen. „Aber können wir das bitte ein andermal besprechen und uns jetzt auf den Eingriff konzentrieren?“

„Natürlich, Chef, tut mir leid!“ Augenblicklich wurde Noah ernst. Mit einer unglaublichen Sicherheit, die Peter immer wieder aufs Neue faszinierte, lokalisierte er die Arteria femoralis superficialis im Oberschenkel des Patienten und markierte deren Verlauf mit einem Marker. Um den Blutfluss zu stoppen, legte er eine stramme Manschette oberhalb des Operationsgebietes an, bevor er Schwester Trudi zunickte, die schon mit der Jodlösung bereitstand.

„Darf ich?“ Noah Wenzel warf seinem Chef einen fragenden Blick zu, als Schwester Annette ein Skalpell über den Tisch reichte, und als Peter zustimmend nickte, führte er damit einen so präzisen Schnitt aus, dass der Notarzt sich eingestehen musste, dass er selbst es auch nicht besser hingekriegt hätte.

Anfangs war er im Hinblick auf Dr. Wenzel ein bisschen skeptisch gewesen, denn der junge Kollege – Noah war dreiunddreißig Jahre alt – war einer dieser Männer, bei denen die Frauen den Verstand verloren. Wie die Kinder dem Rattenfänger von Hameln, folgten sie ihm willig ins Verderben. Der Arzt mit den dichten, goldblonden Locken brauchte dazu jedoch keine magische Flöte – ein Blick aus seinen intensiv blaugrünen Augen reichte, und sie fielen reihenweise seinem Charme zum Opfer.

Üblicherweise verlor er sofort das Interesse an ihnen, sobald er sie einmal rumgekriegt hatte, und anschließend schaute er sich gleich nach der Nächsten um. Einweg-Frauen, so hätte man seine Eroberungen nennen können, und das sprach nicht besonders für seinen Charakter.

Doch seit Peter ihn zum ersten Mal im Einsatz erlebt hatte – sie hatten gleich an Noahs erstem Arbeitstag im Schockraum um das Leben eines älteren Herrn mit intrakranieller Blutung gekämpft – wusste er, dass er diesen Mann behalten musste, koste es, was es wolle.

Die gleiche Leidenschaft, die ihn dazu trieb, schönen Frauen hinterherzujagen, brannte nämlich auch in ihm, wenn es darum ging, ein Menschenleben zu retten. Von dieser Sorte Arzt gab es nicht allzu viele, und um ihn behalten zu können, musste Peter seine ständigen Eskapaden wohl in Kauf nehmen.

„Sieh mal, Peter!“ Noah hatte die Wunde mit Wundhaken präpariert und die Arteria femoralis, bei der sie im MRT eine irreparable und lebensbedrohliche Stenose festgestellt hatten, freigelegt.

„Das hat im MRT weit schlimmer ausgesehen. So übel ist es gar nicht. Das Gefäß ist weder verkalkt noch perforiert – es ist zwar kollabiert, aber die Wände sind noch intakt.“

„Gut erkannt!“, lobte der Leiter der Notaufnahme. „Und? Was schlägst du vor?“

„Darf ich es mit einer Ballondilatation versuchen, Chef?“

„Nur zu!“ Peter Kersten nickte, trat einen Schritt zurück und überließ seinem jungen Kollegen das Feld. Wieder einmal hatte Noah ihm bewiesen, dass er einer der besten Ärzte war, die Peter jemals gehabt hatte.

„Na, wer sagt’s denn? Als ob ich es geahnt hätte!“ Lachend reichte Schwester Trudi dem Schwerenöter einen Ballonkatheter, den sie intuitiv schon bereitgelegt hatte.

„Trudi, die paar Zentimeter, die Ihnen der Herrgott an Körperlänge vorenthalten hat, hat er Ihnen dafür mit einem gut ausgestatteten Oberstübchen reichlich vergolten“, schmeichelte Dr. Wenzel. „Ich könnte Sie küssen!“

„Nein danke, das lassen Sie mal...

Erscheint lt. Verlag 25.9.2018
Reihe/Serie Der Notarzt Sammelband
Der Notarzt Sammelband
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror
Literatur Romane / Erzählungen
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ISBN-10 3-7325-7079-7 / 3732570797
ISBN-13 978-3-7325-7079-9 / 9783732570799
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