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Dr. Stefan Frank Sammelband 6 - Arztroman (eBook)

3 Arztromane in einem Band

(Autor)

eBook Download: EPUB
2018 | 1. Aufl. 2018
192 Seiten
Bastei Entertainment (Verlag)
978-3-7325-6901-4 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Dr. Stefan Frank Sammelband 6 - Arztroman - Stefan Frank
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Dr. Stefan Frank - dieser Name bürgt für Arztromane der Sonderklasse: authentischer Praxis-Alltag, dramatische Operationen, Menschenschicksale um Liebe, Leid und Hoffnung. Dabei ist Dr. Stefan Frank nicht nur praktizierender Arzt und Geburtshelfer, sondern vor allem ein sozial engagierter Mensch. Mit großem Einfühlungsvermögen stellt er die Interessen und Bedürfnisse seiner Patienten stets höher als seine eigenen Wünsche - und das schon seit Jahrzehnten!

Eine eigene TV-Serie, über 2000 veröffentlichte Romane und Taschenbücher in über 11 Sprachen und eine Gesamtauflage von weit über 85 Millionen verkauften Exemplaren sprechen für sich:

Dr. Stefan Frank - Hier sind Sie in guten Händen!

Dieser Sammelband enthält die Folgen 2215 bis 2217:

2215: Lieber Weihnachtsmann ...

2216: Gemeine Lügen

2217: Fahr mit mir in die Stadt der Liebe


Der Inhalt dieses Sammelbands entspricht ca. 250 Taschenbuchseiten.

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Lisa Sommerburg schaute ungeduldig auf ihre Uhr. Wo Adrian nur blieb?

Nun ja, er hatte sie gewarnt, dass es ein wenig später werden könne, aber inzwischen war er schon eine gute halbe Stunde über die verabredete Zeit. Das war mehr als bloß „ein wenig später“, oder? Früher hätte er sie niemals so lange warten lassen!

Die hübsche junge Frau mit den langen, hellbraunen Haaren senkte den Blick und spielte mit dem Besteck. Sie fühlte sich unbehaglich, dabei hatte sie sich doch so auf diesen Abend gefreut.

Lisa wusste, dass es nicht so war, dennoch hatte sie das Gefühl, von allen angestarrt zu werden. Um sie herum schienen sich die Gäste bestens zu amüsieren, unterhielten sich gut gelaunt, lachten. Es war brechend voll bei „Luigi“, einem der besten italienischen Restaurants in München. Nur sie saß ganz allein an ihrem Tisch.

Verdammt, Adrian, jetzt komm endlich, dachte sie verärgert.

Luigi, der Wirt, trat an ihren Tisch.

„Lisa, bella mia, ich habe eine ganz, ganz große Bitte an dich“, begann er. „Du siehst ja, wie voll es hier ist. Und hier bei dir sind die einzigen noch freien Plätze. Darf ich jemanden zu dir an den Tisch setzen?“

Lisa wollte ablehnen. Sie hatte keine Lust, irgendwelchen fremden Leuten ein freundliches Gesicht zu zeigen.

„Der Dottore sagt, dass er dich kennt, und du sollst bitte, bitte Mitleid mit ihm haben“, fuhr der Wirt schon fort, bevor sie antworten konnte. „Er sagt, wenn er wieder gehen müsse, würde er verhungern.“

Lisa blickte in die Richtung, in die Luigi zeigte, und sah ein Paar am Eingang stehen. Der Mann winkte ihr zu.

„Ja, natürlich“, stimmte sie zu und musste unwillkürlich lachen, als Luigi ihr eine Kusshand zuwarf.

Einen Moment später trat Dr. Frank mit seiner Begleiterin an ihren Tisch.

„Wunderbar, Frau Sommerburg, dass wir uns zu Ihnen setzen dürfen“, meinte er lächelnd. „Ich habe einen Bärenhunger, und wenn ich hier nichts zu essen bekommen würde … wer weiß, wen oder was ich dann in meiner Verzweiflung anknabbern müsste. – Ihr kennt euch?“, fragte er und sah zwischen Alexandra Schubert und Lisa hin und her.

Lisa nickte.

„Ja. Hallo, Frau Dr. Schubert“, sagte sie und fügte an Dr. Frank gewandt hinzu: „Dr. Schubert hat mir vor einiger Zeit Erste Hilfe leisten müssen, als mir ein Holzsplitter ins Auge geflogen war. Ich hatte nicht aufgepasst, als ich im Garten ein paar Äste abschnitt.“

„Ach du je, das ist aber unangenehm“, erwiderte der Grünwalder Arzt, während er Alexandra den Stuhl zurechtrückte. „Es kann sogar richtig gefährlich werden, wenn solch ein Fremdkörper ins Auge eindringt. Aber es scheint ja, als sei alles gut gegangen, nicht wahr?“

„Ja“, bestätigte Alexandra. „Ich habe den Splitter unter dem Spaltmikroskop von der Hornhaut entfernt. Glücklicherweise hat er keinen ernsthaften Schaden angerichtet.“

„Außer dass ich zwei Tage lang einen Augenverband tragen musste.“ Lisa lächelte. „Ehrlich gesagt, eine Augenklappe hätte ich irgendwie schicker gefunden. Piratenmäßiger. Aber so oder so, ich war froh, als ich das Ding wieder los war.“

„Ihr Mann hat doch sicher einen Schrecken bekommen, als er sie mit dem Verband gesehen hat, oder?“, erkundigte sich der Grünwalder Arzt, der inzwischen auch Platz genommen hatte.

Lisas Gesicht verdüsterte sich für einen Moment.

„Nein, hat er nicht“, erwiderte sie. „Ich meine, er hat mich gar nicht mit dem Verband gesehen. Er war nicht da. Er ist jetzt oft nicht da. Adrian ist seit einiger Zeit beruflich sehr eingespannt und häufig auf Geschäftsreise.“

Sie zuckte mit den Schultern.

„Das war ja auch der Grund, weshalb ich nicht aufgepasst habe“, erzählte sie. „Weil ich so wütend war, dass er schon wieder fort musste. Und weil wieder einmal andere Pläne deswegen geplatzt sind. Ich habe meinen ganzen Zorn an dem armen Baum ausgelassen und ihm ziemlich rabiat viele schöne Äste abgeschnitten.“

Dr. Frank lachte.

„Oje, was ein Psychologe daraus machen könnte!“, erwiderte er.

„Stefan!“, sagte Alexandra mahnend.

„Ach, Sie wissen doch, wie ich das meine, nicht wahr?“, fügte Stefan schnell hinzu und legte eine Hand auf Lisas Arm. „Keine Bange, Alexandra. Frau Sommerburg und ich kennen uns schon ziemlich lange, und sie und ihr Mann sind eins der glücklichsten Paare, die mir je begegnet sind.“

Ach, dachte Lisa, wenn‘s doch nur so wäre. Irgendwie scheint uns das Glück in letzter Zeit abhandengekommen zu sein.

„Sind Sie deshalb heute Abend allein hier?“, fuhr der Grünwalder Arzt fort. „Weil Ihr Mann wieder beruflich unterwegs ist und Sie sich mit Luigis köstlichem Essen darüber hinwegtrösten wollen?“

Lisa schüttelte den Kopf, doch bevor sie antworten konnte, trat der Wirt an ihren Tisch, drei Speisekarten in der Hand, und sah die junge Frau fragend an.

„Willst du nicht doch schon bestellen, bellissima?“, fragte er, während er den beiden Ärzten die Karten reichte. „Oder möchtest du immer noch warten, bis dein Mann kommt?“

Wie aufs Stichwort begann Lisas Magen zu knurren.

„Sie sind nicht der Einzige, der einen Bärenhunger hat“, sagte Lisa zu Dr. Frank und nahm die Speisekarte. „Ja, ich bestelle jetzt auch, Luigi. Adrian ist selbst schuld, wenn er gleich allein essen muss.“

Der Wirt ließ sie wieder allein.

„Mein Mann und ich waren eigentlich schon vor einer Dreiviertelstunde hier verabredet“, erklärte Lisa nach einem weiteren Blick auf die Uhr.“ Sie seufzte. „Wie ich eben schon sagte: Wir nehmen uns etwas vor, und dann klappt es nicht. Heute Morgen noch hat er mir hoch und heilig versprochen, dass wir uns einen schönen Abend machen werden. Heute Mittag rief er dann an und meinte, dass es vielleicht ein wenig später werden könnte. Und jetzt … Entschuldigung.“

Sie zog ihr Handy hervor, das sie auf Vibrationsalarm gestellt hatte, und las die Nachricht, die für sie eingegangen war.

„Tja, und jetzt kommt er gar nicht mehr“, schloss sie und steckte das Handy wieder weg.

Lisa wirkte so traurig, dass Alexandra spontan ihre Hand nahm.

„Ach, er meint es ja nicht böse, oder?“, sagte die Ärztin. „So ist das eben, wenn einen der Beruf ganz in Anspruch nimmt, nicht wahr, Stefan?“ Sie lächelte Dr. Frank an. „Uns geht es oft ganz genauso. Da machen wir die allerschönsten Pläne, und dann hat ein Patient Probleme, und wir müssen uns drum kümmern.“

„Ja, aber bei Ihnen sind es Menschen, die Hilfe brauchen“, wandte Lisa ein. „Das ist etwas ganz anderes. Bei Adrian sind es bloß dumme Maschinen, die nicht mehr richtig funktionieren.“ Sie stieß einen tiefen Seufzer aus. „Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal auf Maschinen eifersüchtig sein könnte, weil die von meinem Mann mehr Zuwendung bekommen als ich.“

„Ich bin ganz sicher, dass Ihr Mann Sie wesentlich attraktiver findet als seine Maschinen“, erwiderte Dr. Frank und lächelte. „War er denn schon immer so eingespannt in seinem Job?“

„Nein.“ Lisa schüttelte den Kopf. „Er hat vor einem Jahr die Stelle gewechselt, ist zu einem großen Unternehmen gegangen und dabei die Karriereleiter ein Stück nach oben geklettert. In seiner alten Firma ging es ein bisschen gemächlicher zu, da war der Druck nicht so groß. Adrian musste zwar auch früher verreisen, aber jetzt ist er fast nur noch weg. Und wenn er mal da ist, dann gibt‘s irgendwelche Projektbesprechungen, die sich weit in den Abend ziehen.“

Sie wandte sich Alexandra zu.

„Mein Mann ist Maschinenbauingenieur“, erklärte sie. „Und er muss immer dann ran, wenn irgendwo etwas nicht mehr richtig funktioniert oder neue Maschinen, beziehungsweise Fertigungswege, eingesetzt werden.“

„Habt ihr euch schon etwas ausgesucht?“, wollte Luigi wissen, der wieder zu ihnen zurückgekehrt war.

„Oje, jetzt habe ich so viel gejammert, dass ich gar nicht in die Karte geschaut habe“, meinte Lisa. „Aber ich weiß eh, was ich nehme: Saltimbocca alla Romana.“ Sie reichte Luigi die Karte, dann sah sie Dr. Frank und dessen Begleiterin an. „Ich verspreche, dass ich ab jetzt den Abend genießen werde. In so netter Gesellschaft dürfte mir das nicht schwerfallen, oder?“

„Auf unser aller Wohl“, meinte der Grünwalder Arzt und prostete den beiden Frauen zu. „Heute wäre mir eigentlich nach Champagner zumute, doch weil ich gleich noch fahren muss, werde ich mich mit Wasser zufriedengeben.“

Er strahlte plötzlich übers ganze Gesicht.

„Ich habe nämlich heute ein Kind bekommen – na ja, nicht ich“, fügte er hinzu, als er Lisas verdutzten Gesichtsausdruck sah. „Eine Patientin von mir. Ich war schon bei so vielen Geburten dabei, aber diesmal war es auch für mich etwas ganz Besonderes, ein richtiges kleines Wunder. Weil meine Patientin nämlich schon so viel Schlimmes durchmachen musste: Zwei Babys hatte sie durch Fehlgeburten verloren, ein Kind starb einen Tag nach der Geburt. Natürlich hatte sie schreckliche Angst, dass wieder etwas schiefgehen könnte. Doch heute hat sie ganz ohne irgendwelche Komplikationen ein Prachtmädel zur Welt gebracht. Alles ist bestens gelaufen, Mutter und Tochter sind gesund und munter. Wenn das kein Grund zum Feiern ist!“

„Wie schön“, sagte Lisa leise. Sie liebte Babys, war völlig hingerissen von diesen kleinen Wesen, auch wenn sie, wie eine Freundin von ihr immer...

Erscheint lt. Verlag 18.9.2018
Reihe/Serie Dr. Stefan Frank Sammelband
Dr. Stefan Frank Sammelband
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror
Literatur Romane / Erzählungen
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ISBN-10 3-7325-6901-2 / 3732569012
ISBN-13 978-3-7325-6901-4 / 9783732569014
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